Die Toten von Salzburg

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Folge der Reihe Die Toten von Salzburg
OriginaltitelDie Toten von Salzburg
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Satel Film
Länge90 Minuten
EinordnungFolge 1 (Liste)
Erstausstrahlung2. März 2016 auf ORF,
26. September 2016 ZDF
Stab
RegieErhard Riedlsperger
DrehbuchKlaus Ortner,
Erhard Riedlsperger
ProduktionHeinrich Ambrosch
MusikDominik Giesriegl
KameraKai Longolius
SchnittFrank Soiron
Besetzung

Die Toten von Salzburg ist ein österreichischer Fernsehfilm der gleichnamigen Krimireihe aus dem Jahr 2016 von Erhard Riedlsperger. Die Erstausstrahlung erfolgte am 2. März 2016 im ORF und am 26. September 2016 im ZDF.[1][2] Der Film wurde 2018 mit Zeugenmord und Königsmord sowie 2019 mit Mordwasser fortgesetzt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nach einem Unfall beim Gleitschirmfliegen auf einen Rollstuhl angewiesene Grazer Major Peter Palfinger tritt seinen Dienst als Leiter der Abteilung Gewalt- und Blutdelikte in Salzburg an. Sein Vorgesetzter, Hofrat Alfons Seywald, ist von seinem Handicap überrascht, Palfinger selbst ist ein unverbesserlicher Optimist, nimmt seine inkomplette Querschnittlähmung als Herausforderung und ist überzeugt, dass diese heilbar ist. Er trainiert dafür, den Untersberg eines Tages ohne Rollstuhl auf seinen eigenen Beinen zu bezwingen. Bei Dienstantritt an der neuen Dienststelle wartet bereits sein erster Fall auf ihn. Unterstützung erhält er bei den Ermittlungen von Bezirksinspektorin Irene Russmeyer.

An der Grenze von Salzburg zu Bayern im Bereich des Untersbergs geschieht ein Mord, Immobilienmakler Walter Holzer wird tot aufgefunden. Nachdem die Zuständigkeiten in der Grenzregion nicht ganz klar sind ermitteln der Salzburger Major und der bayrische Kriminalhauptkommissar Hubert Mur aus Traunstein parallel, jeder mit seinen ihm eigenen Methoden. Offiziell ist gegenüber der Presse zunächst von einem Jagdunfall die Rede, obwohl der Tote gefesselt aufgefunden wurde. Holzer war ein bekannter Anlagebetrüger, der vor rund zehn Jahren zahlreiche Anleger mit einem Schneeballsystem betrogen hatte, bevor er sich nach Bayern absetzte, um nicht von der österreichischen Justiz belangt zu werden. Damit hätten zahlreiche Geschädigte ein Motiv. Holzer wollte sich außerdem von seiner Frau scheiden lassen, sie zählt damit ebenfalls zu den Tatverdächtigen, ebenso wie der idealistische Anwalt Stefan Sandberger und Holzers österreichischer Geschäftspartner Nico Brix, der Holzer als Strohmann diente.

Kriminalhauptkommissar Mur, ein geradliniger und rationaler Einzelkämpfer mit wenig Humor und Einfühlungsvermögen, interessiert sich in erster Linie für das verschwundene Geld der betroffenen Anleger. Er glaubt in Nico Brix den Täter gefunden zu haben und entführt ihn nach Bayern, um ihn in seinem Zuständigkeitsbereich festnehmen zu können. Währenddessen erzählt Opernsänger Dave Harper Bezirksinspektorin Russmeyer, dass er vor über zehn Jahren seine Frau aufgrund einer Krebserkrankung verloren habe. Später findet Russmeyer allerdings heraus, dass Harpers Frau in Wirklichkeit Selbstmord begangen hatte, nachdem sie ihr gesamtes Vermögen durch Holzer verloren hatte. Palfinger überführt Harper als den wahren Täter, er hatte Selbstjustiz geübt und Holzer ermordet, nachdem klar wurde, dass Holzer aufgrund der Verjährung seiner Tat nicht mehr belangt werden konnte.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden von Anfang April bis Anfang Mai 2015 in Salzburg und Umgebung statt. Produziert wurde der Film von der Satel Film GmbH, beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und das ZDF, unterstützt wurde die Produktion vom Fernsehfonds Austria, dem Land Salzburg und der Stadt Salzburg.[3][2] Für den Ton zeichnete Roman Schwartz verantwortlich, für das Kostümbild Christoph Birkner und für das Szenenbild Conrad Moritz Reinhardt.

Von 26. April bis 30. Juni 2017 wurden mit Zeugenmord und Königsmord zwei weitere Folgen gedreht.[4][5] Im Juni 2018 starteten in Bad Gastein und in der Stadt Salzburg die Dreharbeiten zur vierten und fünften Folge.[6][7][8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Standard schrieb: „Am stärksten ist der Film aber, wenn er auf die kleinen Diskriminierungen Behinderter im Alltag verweist, auf die schiefen Blicke der Körper-Fetischisten im Fitnessstudio, auf das ungewollte Mitleid, auf die unausgesprochene Frage, wie das als Rollstuhlfahrer so mit dem Sex klappt. Dabei bleibt der Krimi stets politisch inkorrekt.“[9]

Heike Hupertz befand in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass Die Toten von Salzburg für Erhard Riedlsperger, Klaus Ortner und Kai Longolius eine Herzensangelegenheit zu sein scheint. An Lokalkolorit und charakteristisch gezeichneten Typen würde es nicht mangeln, die Behinderungsthematik werde beiläufig mit bespielt, der eigentliche Kriminalfall ginge als Dutzendware durch. „Interessant verspricht die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Palfinger und seinem Bruder, dem Priester und Sekretär des Erzbischofs, vulgo Pressesprecher des lieben Gotts, Sebastian Palfinger zu werden. Ein Vertreter der irdischen und einer der überzeitlichen Gerechtigkeit – daraus lassen sich, siehe Don Camillo und Peppone, stets Funken schlagen. Die Toten von Salzburg lässt sich also recht vielversprechend an.“[10]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv meinte, dass das Besondere an dem Film die mit Florian Teichtmeister gut besetzte Hauptfigur sei: „Charmant, sarkastisch und immer mit einer gewissen Lässigkeit unterwegs, wenn nicht gerade der deutsche Kollege, ein unangenehmer Besserwisser, um die Ecke schaut.“ Das Muster vom ungleichen Paar wirke bemüht, auch dramaturgisch und filmsprachlich wäre alles old-fashioned, vor allem die betuliche Parallelmontage nerve. „Den Zuschauer wird das wenig stören: Hauptsache Mord, Hauptsache Krimi!“[11]

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Film verfolgten bei Erstausstrahlung im ORF durchschnittlich 925.000 Zuseher, dies entsprach einem Marktanteil von 32 Prozent.[12] In Deutschland sahen den Film bei Erstausstrahlung im ZDF 5,55 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 18 Prozent.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Toten von Salzburg (2016 TV Movie) - Release Info - IMDb. Abgerufen am 23. März 2017.
  2. a b ORF-Premiere für „Die Toten von Salzburg“. OTS-Meldung vom 1. März 2016, abgerufen am 23. März 2017.
  3. Satel-Film: Die Toten von Salzburg. Abgerufen am 23. März 2017.
  4. a b c Kurier: Die Toten von Salzburg: 2 Romy-Chancen, 2 neue Folgen. Artikel vom 21. März 2017, abgerufen am 23. März 2017.
  5. ORF-Krimispannung mal vier: Fortsetzung für ORF/ZDF-Krimis „Die Toten von Salzburg“ und „Die Toten vom Bodensee“. OTS-Meldung vom 27. April 2017, abgerufen am 28. April 2017.
  6. orf.at: TV-Krimi nimmt politische Korrektheit aufs Korn. Artikel vom 8. Februar 2018, abgerufen am 9. Februar 2018.
  7. Dreh für neue Folgen von "Die Toten von Salzburg" gestartet. Artikel vom 14. Juni 2018, abgerufen am 14. Juni 2018.
  8. Teichtmeister und Fitz ermitteln in zwei neuen Fällen um „Die Toten von Salzburg“. OTS-Meldung vom 14. Juni 2018, abgerufen am 14. Juni 2018.
  9. derStandard.at: TV-Krimi "Die Toten von Salzburg": Kollegen wider Willen. Artikel vom 10. Februar 2016, abgerufen am 23. März 2017.
  10. FAZ: Neue Krimi-Serie „Die Toten von Salzburg“ im ZDF. Artikel vom 26. September 2016, abgerufen am 10. Februar 2018.
  11. Rainer Tittelbach: Reihe „Die Toten von Salzburg“ bei tittelbach.tv, abgerufen am 10. Februar 2018.
  12. derStandard.at: "Die Toten von Salzburg" erzielt in ORF 2 beste Reichweite seit 2012. Artikel vom 3. März 2016, abgerufen am 23. März 2017.