Dillhausen

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Dillhausen
Koordinaten: 50° 32′ 57″ N, 8° 12′ 57″ O
Höhe: 239 m ü. NHN
Fläche: 4,9 km²[1]
Einwohner: 651 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35794
Vorwahl: 06476

Dillhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Mengerskirchen im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillhausen liegt im südlichen Westerwald, etwa 21 Kilometer nordöstlich von Limburg an der Lahn, 11 Kilometer nordwestlich von Weilburg und 5 Kilometer östlich vom Kernort Mengerskirchen an den Kreisstraßen 450 und 456.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn: Obershausen, Niedershausen (beide Gemeinde Löhnberg) und Probbach (Gemeinde Mengerskirchen).

Der Ort wird umringt von zahlreichen Basaltkuppen. Die windgeschützte Lage verleiht dem Dorf ein mildes Mittelgebirgsklima. Die für die Landwirtschaft ungeeigneten Hänge sind bewachsen von Buschwerk, Ginster und Niederwald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karte der Topographische Aufnahme der Rheinlande, auf der Dillhausen verzeichnet ist
Der Sauerborn von Dillhausen
Kapelle „Heiligenhäuschen“

Im Jahr 1307 wird erstmals der Ort urkundlich als Dilhusen erwähnt. Das Patrozinium des hl. Laurentius deutet allerdings auf eine Gründung im 10. Jahrhundert hin. Die alte spätromanische Wehrkirche, von der heute nur noch der Turm steht, bildete zusammen mit dem angrenzenden Friedhof den Mittelpunkt der Siedlung. Am 31. Dezember 1970 wurde Dillhausen zusammen mit Probbach, Waldernbach und Winkels nach Mengerskirchen eingemeindet.[3]

Dillhausen war bis zur Einführung der Reformation im Jahr 1534, zusammen mit Probbach und Obershausen, ein eigenes Kirchspiel. Mit der Rückkehr zum katholischen Glauben 1630 wurde das Kirchspiel aufgelöst und Mengerskirchen zugeordnet. Im Jahr 1880 erhielt das Dorf zusammen mit Probbach einen Pfarrvikar und ist seit 1964 Teil der Pfarrei „Dillhausen-Probbach“. Die protestantischen Bürger gehören zur Pfarrei Niedershausen. Das neuromanische Gotteshaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts etwas außerhalb des Dorfes von den Dorfbewohnern erbaut. (Erwähnenswert: Vier Glocken, die ältesten stammen aus den Jahren 1451 und 1517).

In der Nähe des Dorfes liegt in einer Waldlichtung der Sauerborn. Oberhalb des Dorfes steht in der Waldeinsamkeit eine Kapelle, in der Bevölkerung „Heiligenhäuschen“ genannt. Nach einer alten mündlichen Überlieferung wurde es an der Stelle errichtet, an der (nicht näher datiert) eine Schlacht stattgefunden haben soll. Einer der Überlebenden erbaute zum Dank für seine Rettung diese Kapelle, zur Ehre der Mutter Gottes. Noch immer pilgern viele Menschen aus den umliegenden Dörfern zu dieser Kapelle.

In das Dorfgemeinschaftshaus ist der Turm der alten Wehrkirche integriert. Dort gibt es heute einen kirchlichen Kindergarten.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Dillhausen am 31. Dezember 1970 mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Mengerskirchen, Probbach, Waldernbach und Winkelsl zur neuen Gemeinde Mengerskirchen zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Mengerskirchen.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Dillhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2016
Jahr  Einwohner
1834
  
489
1840
  
534
1846
  
553
1852
  
592
1858
  
642
1864
  
623
1871
  
560
1875
  
637
1885
  
566
1895
  
550
1905
  
514
1910
  
521
1925
  
499
1939
  
572
1946
  
738
1950
  
676
1956
  
637
1961
  
637
1967
  
686
1970
  
727
2000
  
731
2004
  
728
2008
  
730
2012
  
689
2016
  
687
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][6]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 20 evangelische (= 3,53 %), 546 katholische (= 96,47 %) Einwohner
• 1961: 36 evangelische (= 5,65 %), 595 katholische (= 93,41 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen die Vereine Bürgerstiftung Dillhausen, die Freiwillige Feuerwehr Dillhausen e.V. seit 1927 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 29. April 1992), der Joy to Sing e.V., der Kirchenchor Cäcilia Dillhausen, der MGV Eintracht Dillhausen, der Sportverein Dillhausen sowie der VdK-Ortsverein Dillhausen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgemeinschaftshaus Dillhausen

Seit dem Jahr 1927 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Dillhausen (ab 29. April 1992 mit Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort.

Es gibt ein Dorfgemeinschaftshaus mit dem Kindergarten in der Marktstraße, in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses ein wieder errichtetes altes Backhaus, einen Sportplatz, einen Kinderspielplatz sowie Rad- und Wanderwege in der waldreichen Umgebung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Dillhausen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. Dezember 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Mengerskirchen in Zahlen und Fakten. Abgerufen am 3. März 2019.
  3. Der Hessische Minister des Innern: Zusammenschluß der Gemeinden Dillhausen, Mengerskirchen, Probbach, Waldernbach und Winkels im Oberlahnkreis zur Gemeinde „Mengerskirchen“ vom 5. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 111, Punkt 177a (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Zusammenschluß der Gemeinden Dillhausen, Mengerskirchen, Probbach, Waldernbach und Winkels im Oberlahnkreis zur Gemeinde „Mengerskirchen“ vom 5. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 111, Punkt 177a (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Haushalt 2018, Vorbericht. Gemeinde Mengerskirchen, abgerufen am 20. Juni 2018.