Mengerskirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mengerskirchen
Mengerskirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mengerskirchen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 34′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 30,82 km²
Einwohner: 5702 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35794
Vorwahl: 06476
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 3
35794 Mengerskirchen
Webpräsenz: www.mengerskirchen.de
Bürgermeister: Thomas Scholz (CDU)
Lage der Gemeinde Mengerskirchen im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-Pfalz Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Lahn-Dill-Kreis Bad Camberg Beselich Brechen (Hessen) Dornburg (Hessen) Elbtal (Hessen) Elz (Westerwald) Hadamar Hünfelden Limburg an der Lahn Limburg an der Lahn Löhnberg Mengerskirchen Merenberg Runkel Selters (Taunus) Villmar Waldbrunn (Westerwald) Weilburg Weilmünster WeinbachKarte
Über dieses Bild
Die Karte der Topographische Aufnahme der Rheinlande auf der Mengerskirchen verzeichnet ist

Der Marktflecken Mengerskirchen ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mengerskirchen grenzt im Norden an die Gemeinde Greifenstein (Lahn-Dill-Kreis), im Osten an die Gemeinde Löhnberg, im Süden an die Gemeinden Merenberg und Waldbrunn (alle drei im Landkreis Limburg-Weilburg), sowie im Westen an die Gemeinden Neunkirchen, Elsoff und Oberrod (alle drei im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktflecken Mengerskirchen besteht aus fünf Ortsteilen:

Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Mengerskirchen. Die jeweiligen Ortsteile werden durch einen Ortsvorsteher im Ortsbeirat vertreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebackhaus und Armenhaus aus Probbach, Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Heute im Freilichtmuseum Hessenpark.

Der Ort Mengerskirchen wurde das erste Mal erwähnt in einer Urkunde des Chorherrenstiftes St. Lubentius in Dietkirchen an der Lahn im Jahre 1279. Der heutige Ortsteil Winkels wurde bereits 1243 erstmals erwähnt, Waldernbach 1296, Probbach 1299 und Dillhausen 1307. Als „oppidum“ wurde Mengerskirchen 1307 bezeichnet. Urkundlich bestätigt sind die Stadtrechte allerdings erst am 18. Februar 1321. Im Jahr 1481 kam das Marktrecht hinzu.

In der Nähe von Mengerskirchen führte die Wallburg „Rentmauer“ vorbei, die den damaligen Bewohnern Schutz bot. Für das Jahr 1313, in dem vermutlich auch der Bau der Burg Mengerskirchen begann, sind ein eigener Pfarrer sowie die Funktion als Mittelpunkt des „Calenberger Cents“ verbürgt. Zusammen mit den Gerichten Beilstein, Haimau (heute Löhnberg) und Nenderoth wurde auf dem Kalenbergskopf, einem Höhenkamm zwischen Arborn, Mengerskirchen und Nenderoth ein Zentgericht abgehalten. 1481 stellte Kaiser Friedrich III. ein Privileg für einen Jahrmarkt aus, der am 14. September bei Mengerskirchen abgehalten werden durfte.

Von 1343 bis 1561 blieb Mengerskirchen unter der Herrschaft der älteren nassauisch-beilsteinschen Linie, ab dann fiel es zusammen mit den restlichen Besitztümern Nassau-Beilsteins zurück an Nassau-Dillenburg. Graf Otto II. von Nassau-Dillenburg vermachte Mengerskirchen seiner Gemahlin Adelheid von Vianden als Witwensitz.

Am Schnittpunkt der zwei alten Handelsstraßen Hohe Straße von Herborn nach Limburg und Rheinstraße von Köln nach Frankfurt errichteten sie eine damals wichtige Zollstätte. Deren Amtsbezirk (Sprengel) umfasste Almenrod, Arborn, Cödlingen, Dillhausen, Helmenrod, Nenderoth, Nieder- und Oberprobbach (heute nur noch Probbach), Obershausen, Odersberg und Winkels. Damit war Mengerskirchen größer als die eigentliche Residenz Beilstein. Das Schloss in Mengerskirchen beherbergte mit mehrmaligen Unterbrechungen bis zum Jahr 1816 das Amt Mengerskirchen. Der letzte Amtmann trat in diesem Jahr in den Ruhestand und das Amt wurde mit dem Amt Weilburg vereinigt.

Im Jahre 1867 schuf Preußen durch eine Neuordnung des im Jahr zuvor annektierten Herzogtums Nassau unter anderem den Oberlahnkreis, zu dem auch Mengerskirchen ab diesem Zeitpunkt gehörte. Der Oberlahnkreis ging mit der Gebietsreform in Hessen 1974 in dem Landkreis Limburg-Weilburg auf.

Am 2. September 1898 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Mengerskirchen. Damit bildete sie mit den bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren Braunfels, Obertiefenbach und Weilburg den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie am 3. September 1906 bei der Bezirksversammlung in Obertiefenbach in einer Stärke von 30 Mitgliedern antrat.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Dillhausen, Probbach, Waldernbach und Winkels eingegliedert. Mengerskirchen wurde zum Sitz der Gemeindeverwaltung der gleichnamigen Großgemeinde bestimmt.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Maienburg bei Winkels
  • Schloss in Mengerskirchen
  • Sauerbrunnen in Dillhausen und Probbach
  • Burgruine Maienburg (Eigenburg) bei Winkels
  • Katholische Pfarrkirche St. Michael zu Probbach (erbaut 1873 im neuromanischen Stil, 1901–1903 im Stil des Jugendstils neu gestaltet)
  • Kath. Pfarrkirche zu Winkels, erbaut 1880
  • Kath. Pfarrkirche Maria Magdalena Mengerskirchen, erbaut 1959
Innenansicht der Kirche Maria Magdalena in Mengerskirchen

Freizeitmöglichkeiten und sportliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund um die höchste Erhebung in der Gegend, dem Knoten, der sich am Rand der Gemeinde Mengerskirchen erhebt, können Interessierte sich während der Wintermonate dem Langlauf widmen. Im Sommer bieten die beiden Stauseen Seeweiher Mengerskirchen und Waldsee die Möglichkeit zu baden.

Am Badesee Seeweiher Mengerskirchen wird ein Campingplatz betrieben. Dort besteht seit 1978 eine Wochenendhaussiedlung mit 66 Häusern. In Dillhausen und Probbach gibt es Mineralwasserquellen – in der Bevölkerung Sauerborn genannt. Sie sind beliebte Wanderziele.

Blick vom Gipfel des Knotens über den Lahnwesterwald
Blick über den Seeweiher Richtung Mengerskirchen
Sauerborn bei Probbach

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Mengerskirchen, jetzt Rathaus

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,7 %
30,0 %
10,2 %
2,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,3 %p
+2,0 %p
-2,8 %p
+2,1 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 57,7 14 59,0 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,0 7 28,0 7
FWG Freie Wähler- und Wählerinnengemeinschaft Mengerskirchen 10,2 3 13,0 3
BL Bunte Liste 2,1 1
Gesamt 100,0 25 100,0 25
Wahlbeteiligung in % 53,7 47,3

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jeweiligen Ortsteile werden durch einen Ortsvorsteher im Ortsbeirat vertreten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mengerskirchen ist nicht direkt an das Fernstraßennetz angeschlossen. Die nächsten Anschlussstellen an die Bundesstraße 49 befinden sich in den Gemeinden Merenberg und Löhnberg (ca. 5 km entfernt). Die nächsten Anschlussstellen an die Bundesautobahn 45 befinden sich in der Stadt Herborn (ca. 18 km). Seit der Stilllegung der Kerkerbachbahn 1958 existiert keine Bahnlinie mehr. Die Entfernung zum Flughafen Frankfurt beträgt etwa 85 km.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Mengerskirchen gibt es eine Grundschule sowie eine Haupt- und Realschule. Darüber hinaus werden weiterführende Schulen in Weilburg und Limburg an der Lahn besucht.

Franz-Leuninger-Schule

Im Ortsteil Mengerskirchen befindet sich die Franz-Leuninger-Schule. Hierbei handelt es sich um die Grundschule der Gemeinde. Sie ist nach dem aus Mengerskirchen stammenden Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Franz Leuninger benannt.

Westerwaldschule

Im Ortsteil Waldernbach befindet sich die am 21. Oktober 1977 eröffnete Westerwaldschule, eine Haupt- und Realschule für die Gemeinden Mengerskirchen, Merenberg, Waldbrunn (außer Ellar) und Beselich (Ortsteil Heckholzhausen).

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten Mengerskirchen
  • Kindergarten Waldernbach
  • Kindergarten Winkels und Probbach
  • Kindergarten Dillhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Mengerskirchen, gegr. 1898 (einschl. Fanfarenzug seit 1966 und Jugendfeuerwehr seit 1. Oktober 1994)
  • Freiwillige Feuerwehr Dillhausen, gegr. 1927 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 29. April 1992)
  • Freiwillige Feuerwehr Probbach, gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 1. April 1984)
  • Freiwillige Feuerwehr Waldernbach, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 1. Juli 1972)
  • Freiwillige Feuerwehr Winkels, gegr. 1928 (einschl. Blasorchester seit 1953 und Jugendfeuerwehr seit 30. März 1985)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2.  Franz-Josef Sehr: Feuerwehr-Bezirkstage um die Jahrhundertwende. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2000. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 1999, ISBN 3-927006-29-7, S. 187-189.
  3. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 5. Januar 1971 — IV A 1 — 3 k 08/05 (95) — 13/70 — Betrifft: Zusammenschluß der Gemeinden Dillhausen, Mengerskirchen, Probbach, Waldernbach und Winkels im Oberlahnkreis zur Gemeinde „Mengerskirchen“ (StAnz. 3/1971 S. 111)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mengerskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien