Dirk Alvermann (Historiker)

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Dirk Alvermann (* 1965 in Berlin) ist ein deutscher Historiker und Archivar.

Dirk Alvermann studierte ab 1988 Archivwissenschaft und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Università degli Studi La Sapienza in Rom. 1993 legte er die Magisterprüfung in Berlin ab. Alvermann war 1994 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Im Jahr 1995 wurde er in Berlin promoviert mit einer von Eckhard Müller-Mertens angeregten und von Michael Borgolte betreuten Arbeit zum Thema Reichsintegration und Herrschaftspraxis unter Kaiser Otto II.[1] Anschließend war Alvermann Mitarbeiter im Landesarchiv Greifswald und im Landesarchiv Magdeburg – Landeshauptarchiv. Seit 1998 ist er Leiter des Universitätsarchivs Greifswald. Alvermann ist Mitglied der Historischen Kommission für Pommern und war von 2001 bis 2011 als Schriftleiter der Baltischen Studien Vorstandsmitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e. V. Seit 2011 ist er Beisitzer im Vorstand der Gesellschaft.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die mittelalterliche Diplomatik, die Archivistik sowie die pommersche Landesgeschichte und Universitätsgeschichte. In seiner Dissertation untersucht er mit den Methoden der Itineraranalyse von Müller-Mertens Reichtsstruktur und Herrschaftspraxis Ottos II. Er konzentriert sich dabei nicht nur auf den nordalpinen Raum, sondern zieht in seine Betrachtung auch Italien mit ein. Alvermann stellt im Ergebnis fest, dass, „die Strukturmerkmale des frühmittelalterlichen ostfränkisch-deuschen Reiches, die Müller-Mertens auf der Grundlage des Itinerars Ottos I. beschrieb, auch für die Regierungszeit Ottos II. bestätigt“ werden. Es zeigen sich jedoch „teilweise Diskontinuitäten im Hinblick auf Reichsstruktur und Herrschaftspraxis“.[2] So wird unter Otto II. ganz Thüringen zu einer Nahzone königlicher Herrschaft. Die beiden süddeutschen Herzogtümer Bayern und Schwaben blieben auch unter Otto II. Fernzonen der königlichen Herrschaft. Vor allem zu den hohen Kirchfesten suchte Otto II. die „politischen Zentralräume“ im Norden auf. Italien war sowohl für die Regierungszeit Ottos I. als auch für seinen Sohn eine „Entwicklungs- und Aufbauphase“.[3] Dabei ist die Präsenz in Salerno „vielleicht das auffälligste Zeichen für eine Herrschaftsintensiverung im langobardischen Süden“ unter Otto II.[4] Gemeinsam mit dem Historiker Nils Jörn ist Dirk Alvermann Herausgeber des Biographisches Lexikon für Pommern.[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Königsherrschaft und Reichsintegration. Eine Untersuchung zur politischen Struktur von regna und imperium zur Zeit Kaiser Ottos II. (967) 973–983 (= Berliner historische Studien. Bd. 28). Duncker und Humblot, Berlin 1998, ISBN 3-428-09190-6 (Zugleich: Berlin, Humboldt-Universität, Dissertation, 1995).

Herausgeberschaften

  • „... die letzten Schranken fallen lassen“. Studien zur Universität Greifswald im Nationalsozialismus. Böhlau, Köln u. a. 2015, ISBN 978-3-412-22398-4.
  • mit Karl-Heinz Spieß: Quellen zur Verfassungsgeschichte der Universität Greifswald. (= Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald. Bd. 10, 1–3). 3 Bände. Steiner, Stuttgart 2011–2014;
    • Band 1: Benjamin Müsegades, Sabine-Maria Weitzel: Von der Universitätsgründung bis zum Westfälischen Frieden. 1456–1648. 2011, ISBN 978-3-515-09655-3;
    • Band 2: Marco Pohlmann-Linke, Sabine-Maria Weitzel: Die schwedische Großmachtzeit bis zum Ende des Großen Nordischen Krieges 1649–1720. 2012, ISBN 978-3-515-09834-2;
    • Band 3: Sabine-Maria Weitzel, Marco Pohlmann-Linke: Von der Freiheitszeit bis zum Übergang an Preußen 1721–1815. 2014, ISBN 978-3-515-10420-3.
  • mit Irmfried Garbe: Ernst Moritz Arndt. Anstöße und Wirkungen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 5: Forschungen zur Pommerschen Geschichte. Bd. 46). Böhlau, Köln u. a. 2011, ISBN 978-3-412-20763-2.
  • mit Karl-Heinz Spieß: Bausteine zur Greifswalder Universitätsgeschichte. Vorträge anlässlich des Jubiläums „550 Jahre Universität Greifswald“ (= Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald. Bd. 8). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09151-0.
  • mit Nils Jörn und Jens E. Olesen: Die Universität Greifswald in der Bildungslandschaft des Ostseeraums (= Nordische Geschichte. Bd. 5). Lit, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-8258-0189-2.
  • mit Irmfried Garbe und Manfred Herling: Gerhardt Katsch: Greifswalder Tagebuch 1946–47. Ludwig, Kiel 2007, ISBN 978-3-937719-70-2 (Mehrere Auflagen).
  • mit Birgit Dahlenburg: Greifswalder Köpfe. Gelehrtenporträts und Lebensbilder des 16.–18. Jahrhunderts aus der pommerschen Landesuniversität. Hinstorff, Rostock 2006, ISBN 3-356-01139-1 (Rezension).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu die Besprechungen von Wolfgang Eggert in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Bd. 109 (2001), S. 202–204; Klaus Naß in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 57 (2001), S. 734–735 (Digitalisat); Matthias Becher in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 47 (1999), S. 358–359.
  2. Dirk Alvermann: Königsherrschaft und Reichsintegration. Eine Untersuchung zur politischen Struktur von regna und imperium zur Zeit Kaiser Ottos II. Berlin 1998, S. 271.
  3. Dirk Alvermann: Königsherrschaft und Reichsintegration. Eine Untersuchung zur politischen Struktur von regna und imperium zur Zeit Kaiser Ottos II. Berlin 1998, S. 280.
  4. Dirk Alvermann: Königsherrschaft und Reichsintegration. Eine Untersuchung zur politischen Struktur von regna und imperium zur Zeit Kaiser Ottos II. Berlin 1998, S. 283.
  5. Homepage des Verlages Böhlau: Biographisches Lexikon für Pommern. Band 1. Content.