Dirk Löhr

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Dirk Löhr (* 7. Oktober 1964 in Essen)[1] ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Löhr ist Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik an der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld. Als Privatdozent war er zudem an der Ruhr-Universität Bochum tätig (Verzicht 2013).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Dirk Löhr mit einer Arbeit zum Themenkomplex Unternehmensbewertung. Mit Unternehmensnachfolgestrategien befasste sich seine Habilitationsschrift.

Zunächst arbeitete Löhr als wissenschaftlicher Assistent und gleichzeitig als freier Mitarbeiter einer Steuerberatungsgesellschaft. Im Anschluss daran wurde ihm die Prokura eines internationalen Hotelkonzerns übertragen, wobei er u. a. auch für die Börseneinführung der Aktien der Muttergesellschaft in den Amtlichen Handel zuständig war. 1996 wechselte er zur Deutschen Bahn AG und war hier in der Funktion eines Hauptabteilungsleiters tätig. Gleichzeitig wirkte er innerhalb der DB Dialog GmbH als Mitglied des Aufsichtsrats.

1997 nahm Löhr die Berufung auf die Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Bilanzierung und Steuern der Fachhochschule Trier an, die später in Steuerlehre und Ökologische Ökonomik umbenannt wurde. 2001 nahm er eine einjährige Gastprofessur an der BTU Cottbus an, wo er das Fach Volkswirtschaftslehre, insb. Umweltökonomie vertrat. Seit 2001 ist er auch in einer Heidelberger Kanzlei als Steuerberater tätig.[2] Löhr unterrichtet zudem in einer privaten Akademie für die Ausbildung von Grundstückssachverständigen.[3] Er ist Mitglied im Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten des Landkreises Birkenfeld (seit 2012: Rheinhessen-Nahe), Mitglied des Oberen Gutachterausschusses des Landes Rheinland-Pfalz sowie Sprecher im Zentrum für Bodenschutz und Flächenhaushaltspolitik. Ab 2009 führte Löhr einige Einsätze als Consultant für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit / Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Kambodscha im Bereich „Sicherung der Landrechte“ durch. Er ist außerdem Autor zahlreicher Fachbeiträge zu den Themenkreisen Steuern, Bilanzierung und Unternehmensbewertung, Rentenökonomie, Umweltökonomik und Flächenhaushaltspolitik.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert sich Löhr als Referent bei Einrichtungen, die sich den freiwirtschaftlichen Ideen Silvio Gesells,[4] dem Werk von Henry George[5] sowie dem Ordoliberalismus verpflichtet wissen. Seit 1997 ist er Vorstandsmitglied der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft 1950 e. V. Er ist als Autor einer Reihe wohlwollend-kritischer Aufsätze zur Freiwirtschaft bekannt.[6] 1988 erhielt Dirk Löhr von der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung den Karl-Walker-Preis „für wissenschaftliche Arbeiten über die Verselbständigung der Finanzmärkte gegenüber der Realwirtschaft sowie über Wege zur Überwindung der Arbeitslosigkeit“ verliehen.[7] Der Preis ist nach einem der bedeutendsten Schüler Silvio Gesells benannt. 2013 wurde er zum Vizepräsidenten der International Union for Land Value Taxation für Deutschland gewählt, 2016 übernahm er mit Susanne Hartard den Vorsitz der Vereinigung für Ökologische Ökonomie.[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Löhr, Fred Harrison (Hrsg.): Das Ende der Rentenökonomie – Wie wir globale Wohlfahrt herstellen und eine nachhaltige Zukunft bauen können. Metropolis, 2017, ISBN 978-3-7316-1226-1. (Mason Gaffney gewidmet)
  • Prinzip Rentenökonomie: Wenn Eigentum zu Diebstahl wird. Metropolis-Verlag, Marburg, 2013, ISBN 978-3-7316-1013-7
  • Capitalization by formalization? - Challenging the current paradigm of land reforms. In: Land Use Policy 2012, doi:10.1016/j.landusepol.2012.01.001
  • Abschied vom Steuerstaat – Auf dem Weg zum Hüter des Gemeinwohls wäre für den Staat eine Anleihe bei Henry George von Vorteil.. In: Humane Wirtschaft, Ausgabe 05-2012, September/Oktober 2012, Download (.pdf; 1,3 MB) (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)
  • The euthanasia of the rentier – A way towards a steady-state economy?. In: Ecological Economics 2011, doi:10.1016/j.ecolecon.2011.11.006
  • External Costs as Driving Forces of Land Use Changes. In: Sustainability 2/2010, S. 1035–1054.
  • Nullzins und Nullwachstum – Renaissance einer alten Idee. In: Zeitschrift für Sozialökonomie, 47. Jahrgang, November 2010, S. 3–20
  • Die Plünderung der Erde: Anatomie einer Ökonomie der Ausbeutung; ein Beitrag zur ökologischen Ökonomik. Verl. für Sozialökonomie, Kiel, 2009, ISBN 978-3-87998-455-8
  • Flächenhaushaltspolitische Varianten einer Grundsteuerreform. In: Wirtschaftsdienst, 88. Jg. (2008), H. 2, S. 121–129, Download (.pdf).
  • Umweltgüter als Common Property Resources. In: Zeitschrift für Umweltpolitik und Umweltrecht, 1/2008, S. 49–75
  • Wie eine ‚unsichtbare Hand‘ nach der Allmende greift – Eine Kritik der Property-Rights-Theorie. In: Zeitschrift für Sozialökonomie, 44. Jahrgang, September 2007, S. 12–30
  • Handelbare Flächenausweisungskontingente: Eine gute Idee auf Abwegen. In: Zeitschrift für Umweltpolitik und Umweltrecht,4/2006, S. 529–544
  • Zur Umlaufsicherung von Buchgeld – Eine kurze Kritik der entsprechenden Vorschläge. In: Zeitschrift für Sozialökonomie, Nr. 147 (42. Jahrgang), Dezember 2005, S. 30ff
  • Mittelständische Familienunternehmen im Generationenwechsel: die Gestaltung des Übergangs als Aufgabe des strategischen Risikomanagements, Shaker, Aachen, 2001, ISBN 3-8265-9404-5
  • Bundes-Bodenschutzgesetz in der betrieblichen und steuerlichen Praxis. mit Lothar Knopp. Verl. Recht und Wirtschaft, Heidelberg 2000, ISBN 3-8005-1244-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. umwelt-campus.de
  2. Kanzlei Schlatter
  3. sprengnetter.de
  4. Zum Beispiel: Mündener Gespräche der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft; eingesehen am 13. Februar 2009
  5. Zum Beispiel http://www.theiu.org/speakers-bios-presentations/ The IU (eingesehen am 26. Oktober 2013)
  6. Zum Beispiel: Zur Umlaufsicherung von Buchgeld – Eine kurze Kritik an entsprechenden Vorschlägen (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 177 kB) eingesehen am 13. Februar 2009
  7. Homepage der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft; Mündener Gespräche 1986–1990 (mit einem Foto des Preisträgers); eingesehen am 18. Oktober 2009
  8. Vorstand der VÖÖ, voeoe.de, abgerufen am 27. Juni 2017.