Cusanus Hochschule

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Cusanus Hochschule
Motto „Der freie Geist bewegt sich selbst.“
Gründung 26. Mai 2015
Trägerschaft frei
Ort Bernkastel-Kues
Bundesland Rheinland-Pfalz
Land Deutschland
Website www.cusanus-hochschule.de
Hochschule im Rathaus

Die Cusanus Hochschule ist eine staatlich anerkannte Hochschule in freier Trägerschaft in Bernkastel-Kues/Mosel. Sie wurde im Februar 2014 von einer Gruppe von Akademikern, Studierenden und Bürgern gemeinsam als unselbständige gemeinnützige Stiftung mit einer gemeinnützigen GmbH als treuhänderischem Träger gegründet. Zu den Gründungsstiftern gehört als Institution auch die Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte. Die Cusanus Hochschule ist unabhängig von wirtschaftlichen und politischen und religiösen Interessen. Sie hat keinen kirchlichen Hintergrund. Das Gründungspräsidium bestand aus Harald Spehl (Präsident), Silja Graupe (Professur für Ökonomie und Philosophie, Vizepräsidentin der Cusanus Hochschule), Harald Schwaetzer (Professur für Philosophie, Vizepräsident der Cusanus Hochschule) und Frank Vierheilig (Geschäftsführer der Cusanus Treuhand gGmbH, Kanzler der Cusanus Hochschule). 2016 hat Martin Thomé das Amt des Präsidenten übernommen.

Der Name geht auf Nikolaus von Kues zurück und bezieht sich auf dessen humanistisches Bildungsideal, das die aktive Selbstgestaltung als Teil des Bildungsprozesses versteht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee für die Cusanus Hochschule entstand u. a. in der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte – einem Netzwerk von rund 120 nationalen und internationalen Wissenschaftlern aus Philosophie, Ökonomie, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Geschichte.[1] Am 12. Februar 2014 stifteten über zwanzig Personen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam mit der Kueser Akademie die Cusanus Hochschule als Hochschule in Gründung. Bereits im Januar 2014, vor der Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat, erprobte die Kueser Akademie Zertifikate auf Master-Niveau. Inhalte und Erfahrungen gingen in die Startstudiengänge auf der Master-Ebene ein. Seit 2014 ist die Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte An-Institut der Cusanus Hochschule. Im Oktober 2014 zog die Cusanus Hochschule in das historische Rathaus von Bernkastel.[2] Im Dezember 2014 wurden die vier Startstudiengänge erfolgreich akkreditiert. Dabei wurde die hohe gesellschaftliche Relevanz der Studiengänge von Seiten der Akkreditierungsagentur ausdrücklich gewürdigt.[3] Im Mai 2015 wurde vom zuständigen Ministerium die Betriebserlaubnis erteilt, nachdem Bedenken von Seiten des Wissenschaftsrates vom zuständigen Ministerium und der Hochschule einerseits Rechnung getragen wurden und andererseits entkräftet werden konnten.[4] Daraufhin gründete sich die Cusanus Hochschule Mitte Mai 2015.[5]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule bietet bisher vier Studiengänge an:

  • Im Masterstudiengang „Ökonomie“ positioniert sich die Cusanus Hochschule ausdrücklich als Alternative zu den konventionellen Wirtschaftswissenschaften. Sie will nicht nur eine eindimensionale Wirtschaftswissenschaft, sondern eine plurale Ökonomie (Plurale Ökonomik) lehren und damit eine Alternative zu den etablierten Wirtschaftsstudiengängen bieten.[6] Durch die Integration etwa von Philosophie und Ökonomie sollen die Studierenden lernen, die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaftswissenschaften wahrzunehmen.[7]
  • Im Masterstudiengang „Philosophie“ wird die Philosophie als kritische und gestaltende Stimme in Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt und gepflegt. Hierfür bezieht er existentielle Fragen jenseits verfasster Religiosität und einseitiger kultureller Bindungen ein.[8]
  • Die beiden Bachelorstudiengänge „Ökonomie“ (Schwerpunkt: „Soziale Verantwortung“) und „Philosophie“ (Schwerpunkt: „Soziale Verantwortung“) bieten ökonomisches, kultur- und gesellschaftstheoretisches Wissen, auf dessen Fundament sich philosophische wie ethische Fragestellungen bearbeiten lassen.[9] Die Studia humanitatis sind ein fächerübergreifendes Studienangebot, das als Kernstück aller Studiengänge dem universellen Bildungsverständnis der Hochschule Rechnung tragen soll.

Die Lehrveranstaltungen finden fast ausschließlich in Blockseminaren statt, so dass auch nicht dauerhaft in Bernkastel-Kues wohnhafte Studierende die Möglichkeit eines Studiums erhalten.

Finanzierung und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cusanus Hochschule sowie ihr Träger, die Cusanus Treuhand gGmbH, sind gemeinnützig. Die Hochschule finanziert sich ausschließlich über moderate Studiengebühren, Stiftungen und Schenkungen. Die Cusanus Hochschule legt Wert darauf, dass ihre Mitglieder tatsächlich frei zur Gestaltung der inneren Prozesse von Lehre, Forschung und Verwaltung sind. Sie ist deswegen als gemeinnützige Treuhandstiftung organisiert, die von einer gGmbH getragen wird. Diese Gesellschaft dient ausschließlich dem Hochschulleben. Ohne eigene Ziele zu verfolgen, verwaltet sie als echter Treuhänder die Hochschule im eigenen Namen, aber nicht im eigenen Interesse. Ihre Gesellschafter akzeptieren, dass sie alle Rechte der Hochschule lediglich zu „treuen Händen“ bekommen haben, also unter der Bedingung, von diesen Rechten nicht zu eigenem Vorteil Gebrauch zu machen.[10] Auf diese Weise soll sich die Cusanus Hochschule „selbst gehören.“[11]

Studierendengemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studierenden und der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte haben sich zur Cusanus Studierendengemeinschaft e.V. zusammengeschlossen. Die Mitglieder dieses gemeinnützigen Vereins verstehen sich als „Pioniere einer Hochschulinitiative“ und organisieren eine Vielzahl eigener Aktivitäten im Rahmen etwa von Bildungsveranstaltung und dem studentischen Wohnen.[12] Insgesamt spielte und spielt die Studierendengemeinschaft bei Gründung, Finanzierung und Organisation des Lehrbetriebes eine tragende Rolle.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule ist mit der Kueser Akademie Herausgeber von Coincidentia. Zeitschrift für Europäische Geistesgeschichte. Außerdem ist sie beteiligt an der Reihe Texte und Studien zur europäischen Geistesgeschichte (Hrsg. v. I. Bocken, J. Kreuzer u. H. Schwaetzer, Aschendorff, Münster), der Reihe Philosophie interdisziplinär (Hrsg. v. H. Schwaetzer u. H. Stahl, S. Roderer, Regensburg) und der Reihe Kritische Studien zu Markt und Gesellschaft (Hrsg. v. Silja Graupe, Jakob Kapeller und Walter Ötsch, Metropolis, Marburg).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Die Abweichlerin — Campus Porträt mit Silja Graupe, Deutsche Universitätszeitung März 2015 (PDF)
  2. Cusanus Hochschule zieht ins Rathaus, Triererischer Volksfreund, 30. Oktober 2014
  3. Pressemitteilung
  4. Pressemitteilung (PDF)
  5. Pressemitteilung
  6. Alternatives Ökonomie-Studienangebot startet in Bernkastel-Kues, NNA — News with a difference 24. April 2015. Auch: Broschüre: Master in Ökonomie (M.A.) plural – kritisch – transdisziplinär mit den Schwerpunkten Wirtschaftsgestaltung Gesellschaftsgestaltung unter: http://www.cusanus-hochschule.de
  7. Vgl. Methodenvielfalt in der Ökonomie, moneta — Zeitung für Geld und Geist 1/2015 (S. 10/11)
  8. Broschüre: Master in Philosophie (M.A.) „denken, was wir handelnd zu verantworten haben“ mit dem Schwerpunkt Konzepte von Spiritualität, S. 14, unter: http://www.cusanus-hochschule.de
  9. Raus aus der Monokultur, der Freitag 29. September 2014
  10. Die Vision einer neuen Lehre. Von Silja Graupe, Harald Schwaetzer und Harald Spehl, boell-thema 1/2014 als pdf (S. 28–30)
  11. Vgl. etwa Broschüre: Master in Philosophie (M.A.) „denken, was wir handelnd zu verantworten haben“ mit dem Schwerpunkt Konzepte von Spiritualität, S. 14, unter: http://www.cusanus-hochschule.de
  12. http://cusanus-studierende.de/ (abgerufen am 30. Juli 2015)