Divine

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Divine (Begriffsklärung) aufgeführt.
Divine-by-origa
Harris Glenn Milstead (1963)

Divine (* 19. Oktober 1945 in Towson, Maryland; † 7. März 1988 in Los Angeles, Kalifornien; bürgerlich: Harris Glenn Milstead) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Sänger aus dem Bereich Hi-NRG und eine Drag Queen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milstead wurde als Sohn des Ehepaares Bernard und Diana Francis Milstead geboren. Schon als Kind spielte er gerne mit Puppen und trug Frauenkleider. Seine Mutter gab an, dass ihr ein Arzt irgendwann gesagt hätte, dass ihr Sohn mehr weiblich als männlich sei. Zudem gab sie an, dass er schon immer gerne gegessen hätte.[1] Glenn, wie er damals genannt wurde, wurde in der Schule häufig verprügelt.[2]

Als Milstead zwölf Jahre alt war, zog seine Familie nach Lutherville, einem Vorort von Baltimore. Dort lernte er bereits in jungen Jahren den Filmemacher John Waters kennen, der damals 17 Jahre alt war.[3] Mit Waters verband ihn die Liebe zu Filmen, vor allem zu Filmen von Russ Meyer. Mit ihm schaute er sich später auch Filme auf LSD an.[4] Mit seiner damaligen Highschoolfreundin ging Milstead auf einen Kostümball und verkleidete sich als Elisabeth Taylor.[5]

Milstead arbeitete zunächst als Friseur, laut seiner Mutter sollte er damit Verantwortung übernehmen.[6] Milstead organisierte Parties für seine Freunde und bezahlte häufig die Rechnungen nicht, die dann oftmals seine Eltern bekamen. Er beteuerte jedoch seine Unschuld, wenn er darauf angesprochen wurde und bestand sogar einen Lügendetektortest.[7]

Laut seiner Freunde kiffte Divine sehr viel. Als er seinen Eltern gestand, dass er schwul sei und Drogen nehme, verstießen sie ihn. Erst sehr viel später erfuhr seine Mutter, dass ihr Sohn Divine ist und rief ihn daraufhin an, um sich wieder mit ihm zu versöhnen.[8]

Ab 1966 wirkte Divine als Mitglied der Filmcrew Dreamlanders in den Spielfilmen von John Waters mit. Unter dessen Regie entstanden Filme wie Pink Flamingos, Female Trouble, Polyester und Hairspray.

Zu Beginn der 1980er Jahre begann Divine mit dem New Yorker Produzenten Bobby Orlando einige Platten aufzunehmen und eroberte die Charts in den USA, Europa und Australien. Divine war damit einer der ersten Künstler, die in den Charts einen Sound etablierten, der später als Dancefloor zu Popularität kommen sollte. Es folgten Auftritte in großen Discotheken in ganz Europa/USA/Asien, unter anderem im Wiener U4.

Divine starb am 7. März 1988 in einem Hotel in Los Angeles am Hollywood Boulevard im Alter von 42 Jahren an einem vergrößerten Herzen und Herzstillstand. Zum Zeitpunkt seines Todes wog er etwa 170 kg. Kurz vor seinem Tod war Divine für die Rolle von Al Bundys Onkel Otto in der Serie Eine schrecklich nette Familie vorgesehen, für die er eigentlich am nächsten Morgen vor der Kamera gestanden hätte.[9] Die 22. Folge der zweiten Staffel wurde ihm gewidmet.

Seine Mutter schrieb später ein Buch über ihren Divine.[10]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er-Jahren veröffentlichte Divine mehrere Dance-Lieder, die Club-Hits in den Vereinigten Staaten, Kanada, Europa und Australien waren. Divines Aufnahmen beinhalteten Synth-Hi-NRG-Musik, die meisten Lieder wurden von Bobby Orlando produziert. In den Vereinigten Staaten wurden Divines höchstplatzierte Songs Native Love (Platz 21 in den Club Play Charts) und Shoot Your Shot (Platz 39 in den Club Play Singles). Divines frühe UK-Veröffentlichungen auf dem Label Design Kommunikation waren Love Reaction, Shake It Up und Shoot Your Shot. Der von Stock Aitken Waterman produzierte Song You Think You’re a Man war der erfolgreichste UK-Hit von Divine, er erreichte Platz 16. Das Lied wurde auch ein Top-10-Hit in Australien, es erreichte dort Platz 8. Divine veröffentlichte auf dem Proto-Label in Großbritannien die Lieder I’m So Beautiful (die Nachfolge-Single von You Think You’re a Man), Walk Like a Man und Twistin’ the Night Away. Diese Proto-Label-Tracks wurden auf dem Album Maid in England veröffentlicht. Eine Zusammenstellung seiner Lieder mit dem Titel The Essential Divine ist auch online erhältlich. Während seiner Karriere traf Divine auch auf Elton John und er bat sie bei einem seiner Konzerte im Madison Square Garden aufzutreten.[11]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[12] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1982 My First Album 35
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1982

Weitere Alben:

  • 1982: Jungle Jezebel
  • 1984: The Story So Far
  • 1988: Maid in England

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[12] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1983 Shoot Your Shot
My First Album
15
(21 Wo.)
9
(12 Wo.)
8
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1983
Shake It Up
The Story So Far
26
(11 Wo.)
82
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1983
Love Reaction
The Story So Far
55
(7 Wo.)
65
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1983
1984 You Think You're a Man
The Story So Far
32
(9 Wo.)
9
(10 Wo.)
16
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1984
I'm So Beautiful
The Story So Far
38
(8 Wo.)
52
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1984
1985 Walk Like a Man
Maid in England
52
(6 Wo.)
28
(1 Wo.)
23
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1985
Twistin' the Night Away
Maid in England
47
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1985
Hard Magic
Maid in England
87
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1985

Weitere Singles:

  • 1981: Born to Be Cheap
  • 1982: Native Love (Step by Step)
  • 1984: T Shirts and Tight Blue Jeans
  • 1987: Little Baby
  • 1987: Hey You!

CD-Neuauflagen:

  • The Story So Far - (1988, Receiver Records, KNOB 3)
  • The Best Of & The Rest Of - (1989, Action Replay Records, CDAR 1007)
  • Maid in England - (1990, ZYX Records, CD 9066)
  • The Best of Divine: Native Love - (1991, "O" Records, HTCD 16-2)
  • The 12" Collection - (1993, Unidisc Music Inc., SPLK-7098)
  • Jungle Jezebel - (1994, "O" Records, HTCD 6609)
  • The Cream of Divine - (1994, Pickwick Group Ltd., PWKS 4228) UK compilation featuring the Proto label 12" versions.
  • Born to Be Cheap - (1994, Anagram Records, CDMGRAM 84) - Live album.
  • Shoot Your Shot - (1995, Mastertone Multimedia Ltd., AB 3013)
  • The Remixes - (1996, Avex UK, AVEXCD 29) - new remixes by Jon of the Pleased Wimmin, Mark Moore, Hybrid, Checkpoint Charlie, Hyper Go Go, & Aquarius.
  • The Originals - (1996, Avex UK, AVEXCD 30)
  • The Best of Divine - (1997, Delta Music, 21 024)
  • Greatest Hits - (2005, Unidisc Music Inc., SPLK-8004)
  • The Greatest Hits - (2005, Forever Gold, FG351) - Dutch compilation featuring some rare mixes.
  • Greatest Hits: The Originals and the Remixes - (2009, Dance Street Records, DST 77226-2) - US 2CD reissue of the 1996 Avex UK CDs.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rosa von Praunheims Film Tally Brown, New York (1971) ist Divine während eines Bühnenauftritts und in einem Interview mit Tally Brown zu sehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  2. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  3. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  4. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  5. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  6. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  7. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  8. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  9. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  10. Francis Milstead: My Son Divine. Alyson Books, ISBN 1-55583-594-5.
  11. I Am Divine | ARTE. Abgerufen am 14. August 2016 (de-de).
  12. a b Chartquellen: DE AT CH UK