Doctor Yellow

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Doctor Yellow der Baureihe 923 der JR Central

Doctor Yellow (jap. ドクターイエロー, Dokutā ierō) ist der Spitzname für Inspektionszüge der Shinkansen-Baureihen 921, 922, 923, 925 und E926, die den Zustand der Trassen der japanischen Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge überwachen, sowie des Rettungszuges der Shinkansen-Baureihe 941. Die Messzüge sind mit speziellen Geräten ausgestattet, welche den Fahrweg oder die Oberleitung vermessen können und so deren Zustand feststellen können.

Der Spitzname der Züge entstand auf Grund ihrer Funktion als Mess- und Diagnosefahrzeug (Doctor) und der gelben Lackierung (Yellow).

Die Triebzüge sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild sehr ähnlich den Serienfahrzeugen. Alle Inspektionen werden bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der zu messenden Strecke durchgeführt, was beispielsweise 285 km/h auf der Tōkaidō-Strecke ist.

Baureihen der "Yellow Doctor"-Züge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tōkaidō- und San’yō-Shinkansen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 921[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baureihe 921 stellt den Ursprung der Doctor Yellow-Inspektionsfahrzeuge dar. Bei dieser Baureihe handelte es sich nicht um eigenständige Shinkansen-Triebzüge, sondern Einzelwagen, die zunächst von einer Diesel-Lokomotive gezogen wurden, deren Höchstgeschwindigkeit allerdings maximal 160 km/h betrug, also deutlich langsamer als die Shinkansen-Triebzüge. Später wurden diese Messwagen in die Doctor Yellow-Triebzüge der Baureihe 922 eingereiht.

  • 921-1: Einzelwagen, der auf Basis eines Messwagens für das konventionelle Eisenbahnnetz entwickelt wurde und ab 1962 im Einsatz war. Dieser 18 Meter lange Messwagen verfügte über einen kleinen Dieselgenerator mit dessen Hilfe der Wagen bei geringer Geschwindigkeit eigenständig fahren konnte (z.B. für Rangierfahrten). Die Höchstgeschwindigkeit während Tests betrug 200 km/h. Der Wagen wurde 1980 außer Betrieb genommen und anschließend verschrottet.
  • 921-2: Einzelwagen, der aus einem ehemaligen Maronefu (マロネフ) 29-11 Schlafwagen umgebaut wurde. Der Wagen war mit 17,5 Meter etwas kürzer als 921-1, hatten ansonsten aber dasselbe Einsatzprofil. Der Wagen war von 1964 bis 1976 im Einsatz.

Baureihe 922[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 922-10 auf Inspektionsfahrt im Jahr 1998. Am linken Bildrand ist Baureihe 921-1 als Wagen 5 zu erkennen.

Bei der Baureihe 922 handelt es sich um Inspektionstriebzüge, die aus ehemaligen Shinkansen-Prototypen und -Serienfahrzeugen umgebaut oder abgeleitet wurden.

  • 922-0: Aus vier Wagen bestehender Triebzug, der aus Versuchszug B der Baureihe 1000 umgebaut wurde. Er war von 1964 bis 1976 im Einsatz. Der Triebzug bestand aus einem Wagen für die Überprüfung von Signalen und Kommunikationstechnik, zwei Wagen für die Überprüfung der Oberleitungen und einem Materialwagen.
  • 922-10: Neu entwickelter Triebzug aus sieben Wagen, der aus der Baureihe 0 abgeleitet wurde. Baureihe 922-10 wurde von Hitachi gebaut und zwischen 1974 und 2001 von der JR Central betrieben. Die Wagenkästen sind nahezu identisch mit der Baureihe 0, die Innenausstattung unterscheidet sich hingegen selbstredend erheblich:
    • Wagen 1: Test von Signalen und Kommunikationssystemen
    • Wagen 2: Datenverarbeitung
    • Wagen 3: Energieversorgung (inkl. Beobachtungskanzel)
    • Wagen 4: Lager, Sitzplätze für die Mannschaft
    • Wagen 5 (Baureihe 921-1): Test des Fahrweges
    • Wagen 6: Rettungswagen (inkl. Beobachtungskanzel)
    • Wagen 7: Test der Oberleitung
  • 922-20: Neu entwickelter Triebzug aus sieben Wagen, der aus der Baureihe 0 abgeleitet wurde. Baureihe 922-20 wurde zwischen 1979 und 2005 von der JR West betrieben. Baureihe 922-20 ähnelt in vielerlei Hinsicht Baureihe 922-10, mit einigen kleineren Unterschieden:
    • Wagen 1: Test von Signalen und Kommunikationssystemen
    • Wagen 2: Datenverarbeitung, Oberleitungstest
    • Wagen 3: Energieversorgung (inkl. Beobachtungskanzel)
    • Wagen 4: Lager
    • Wagen 5 (kurzer Wagen analog 921-1): Test des Fahrweges
    • Wagen 6: Rettungswagen (inkl. Beobachtungskanzel)
    • Wagen 7: Sitzplätze für die Mannschaft

Baureihe 923[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 923 während einer Inspektionsfahrt auf der Tōkaidō-Shinkansen im Jahr 2013

Die Baureihe 923 wurde aus der Baureihe 700 abgeleitet und können bei einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 270 km/h betrieben werden. An den beiden Endwagen wurden zur Überprüfung des Fahrweges vorwärtsgerichtete Kameras installiert. Die Züge der Baureihe 923 werden aus sieben Wagen gebildet:

  • Wagen 1: Test von Fahrweg, Signalen, Kommunikationssystemen
  • Wagen 2: Hochdruckkammer
  • Wagen 3: Energieversorgung, Datenverarbeitung, Beobachtungskanzel
  • Wagen 4: Test von Fahrweg, Lager
  • Wagen 5: Mehrzweckwagen, Energieversorgung, Beobachtungskanzel, Sitzplätze für die Mannschaft
  • Wagen 6: Besprechungsraum, Test der elektrischen Systeme
  • Wagen 7: Test der Oberleitung

Von der Baureihe 923 wurden zwei Fahrzeuge hergestellt, die nahezu identisch sind und die (Stand Januar 2018) im aktiven Einsatz sind:

  • 923-0 (im Einsatz seit 2000): Triebzug aus sieben Wagen, betrieben von der JR Central
  • 923-3000 (im Einsatz seit 2005): Triebzug aus sieben Wagen, betrieben von der JR West

Baureihe 941[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Baureihe 941 handelt es sich um einen Rettungszug, der aus Versuchszug A der Baureihe 1000 umgebaut wurde. Baureihe 941 war ein Triebzug aus zwei Wagen, der von 1964 bis 1975 im Einsatz war. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 200 km/h. Der Zug erhielt eine gelbe Farbgebung mit einem blauen Streifen unterhalb der Fenster. Die beleuchtete Spitze an den Kopfenden des Zuges wurden durch zwei Scheinwerfer ersetzt und beide Wagen mit beleuchteten Nummernschildern versehen. Der Wagen 941-1 erhielt eine Werkstatteinrichtung, der Wagen 941-2 erhielt 40 Sitzplätze für die Rettungsmannschaft und ein Werkzeugregal.[1]

Tōhoku-, Jōetsu-, Nagano-, Yamagata- und Akita-Shinkansen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 925[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

East i Diagnosezug der JR East, Mai 2001
  • Triebzüge der Baureihe 925, die aus der Baureihe 200 abgeleitet sind:
    • 925/0 (1979 bis 2001): Garnitur aus sieben Wagen; Betrieben von der JR East
    • 925/10 (1982 bis 2002): Garnitur aus sieben Wagen; Betrieben von der JR East

Baureihe E926[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Triebzug der Baureihe E926, der aus der Baureihe E3 abgeleitet ist:
    • E926 (im Einsatz seit 2001): East i Garnitur aus sechs Wagen betrieben von der JR East

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nummer Baureihe Typ Indienststellung Außerdienststellung Einsatzstrecken Betreiber
921-1 Einzelwagen 1962 1980 Tōkaidō, San’yō JNR
922-1 Einzelwagen 1964 1976 Tōkaidō, San’yō JNR
921-31 Einzelwagen 1979 2001 Tōhoku, Jōetsu, Hokuriku JNR, JR East
921-41 Einzelwagen 1997 2002 Tōhoku, Jōetsu, Hokuriku JR East
T1 922-0 4-Wagen-Zug 1964 1976 Tōkaidō JNR
T2 922-10 7-Wagen-Zug 1974 2001 Tōkaidō, San’yō JNR, JR Central
T3 922-20 7-Wagen-Zug 1979 2005 Tōkaidō, San’yō JNR, JR West
T4 923-0 7-Wagen-Zug 2000 Tōkaidō, San’yō JR Central
T5 923-3000 7-Wagen-Zug 2005 Tōkaidō, San’yō JR Central
S1 925-0 7-Wagen-Zug 1979 2001 Tōhoku, Jōetsu JR East
S2 925-10 7-Wagen-Zug 1983 2003 Tōhoku, Jōetsu JR East
S51 E926 6-Wagen-Zug 2001 Tōhoku, Jōetsu, Hokuriku, Yamagata, Akita JR East
941 2-Wagen-Zug 1964 1975 Tōkaidō, San’yō JNR

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doctor Yellow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Series 941 Shinkansen Bullet Train (Doctor Yellow color) - 2 Cars Set - MicroAce A1154. Newhall Station, abgerufen am 26. Oktober 2014 (englisch).