Domburg

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Domburg
Flagge des Ortes Domburg
Flagge
Wappen des Ortes Domburg
Wappen
Provinz Zeeland Zeeland
Gemeinde Flagge der Gemeinde Veere Veere
Fläche
 – Land
 – Wasser
6,7 km2
6,68 km2
0,02 km2
Einwohner 1.675 (1. Jan. 2017[1])
Koordinaten 51° 34′ N, 3° 30′ OKoordinaten: 51° 34′ N, 3° 30′ O
Bedeutender Verkehrsweg N287
Vorwahl 0118
Postleitzahlen 4336, 4356–4357, 4361, 4363
Lage von Domburg in der Gemeinde Veere
Lage von Domburg in der Gemeinde VeereVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Domburg ist ein niederländisches Seebad mit knapp 1.675 Einwohnern an der Nordseeküste.[1] Es liegt auf der Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland und ist Verwaltungssitz der Gemeinde Veere. Wahrzeichen der Stadt ist der Wasserturm (niederländisch watertoren), der weithin auf Walcheren zu sehen ist und auch Ortsunkundigen den Weg nach Domburg weist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domburg entstand in der Nähe eines alten römischen Tempels, der für die Göttin Nehalennia erbaut wurde. Der Tempel wurde im 3. Jahrhundert überflutet, 1647 jedoch wiederentdeckt.

Domburg erlangte seine Stadtrechte im Jahr 1223. Die Stadt bezeichnet sich seit 1834 offiziell als Badeort und ist damit der älteste Badeort in Zeeland, Badetourismus gab es jedoch schon vorher.

Ende des 14. Jahrhunderts entstand in Domburg eine Parochialkirche, die im scheldegotischen Baustil errichtet wurde und ursprünglich Johannes dem Täufer geweiht war.

Carmen Sylva, Oktober 2016

Im Jahr 1889 besuchte die Schriftstellerin und rumänische Königin Elisabeth zu Wied Domburg. Sie verweilte häufig in der heute als Rijksmonument geschützten Villa von Carl Erbschloe, die er anschließend nach ihrem Pseudonym Villa „Carmen Sylva“ umbenannte.[2]

Anfang des 20. Jahrhunderts wirkten in Domburg eine Reihe von Künstlern, darunter Piet Mondrian, Jan Toorop und Mies Elout-Drabbe (1875–1956).[3] Der Maler Lesser Ury hielt sich die Sommer 1912 und 1913 in dem Seebad auf.

Kultur und Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Juni, beginnend mit dem Freitag nach St. Johannis, findet die Kirmes statt. Dabei schießen die Mitglieder des örtlichen Schützenvereins De Dumburgse Gaaitschiete auf Eichelhäher, dargestellt durch einfache Holzklötze, die auf je einer Spitze von insgesamt 2 dreizackigen Pfählen gesteckt werden. Der mittlere Block wird dabei in der Regel mit einem Schaubild und einem politischen Kommentar versehen (im Prinzip wie bei den großen Karnevalswagen in z. B. Düsseldorf oder Köln). Geschossen wird mit altertümlichen Gewehren, oftmals Vorderlader, freihändig im Sitzen. Die Wettbewerbe dauern den gesamten Tag. Samstags findet im Rahmen der Kirmes ein Ringstechen statt. Auch dies dauert den ganzen Tag mit verschiedenen Wettbewerben.

Im August jedes Jahres findet zudem das bekannte Ringreiten statt, bei dem die Reiter im Galopp mit ihrer Lanze einen an einer Schnur aufgehängten Ring aufspießen müssen. Dieser „Bauernsport“ wird auch als Ringstechen bezeichnet und hat seinen Ursprung in Wehrtüchtigkeitswettbewerben kriegsdienstpflichtiger Bauern seit dem Mittelalter.

Jedes Jahr findet im September in Domburg und umliegenden Orten ein Jazz-Festival namens „Jazz by the Sea“ statt.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dünen des Ortes sind größtenteils Teil des Naturschutzgebietes Manteling, welches das Hinterland im Nordwesten Walcherens gegen den Seewind schützen soll.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Domburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Domburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kerncijfers wijken en buurten 2017 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 12. April 2018 (niederländisch)
  2. Rijksmonumenten: Villa Carmen Sylva
  3. Francisca van Voten: Marie Jeannette Sophie Lucia Drabbe. Moen. Tussen Toorop en Mondriaan : de kunstenares Mies Elout-Drabbe 1875-1956 Den Boer/de Runter, Vlissingen, 2004, ISBN 9074576486
  4. Geschichte Marie Tak van Poortvliet Museum in Domburg