Domgymnasium Verden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Domgymnasium Verden
Domgymnasium verden.jpg
Portal des Domgymnasiums Verden
Schulform Gymnasium
Gründung vor 1002
Adresse

Grüne Straße 32
27283 Verden

Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 54′ 53″ N, 9° 13′ 46″ OKoordinaten: 52° 54′ 53″ N, 9° 13′ 46″ O
Träger Landkreis Verden
Schüler 1331 (Stand Februar 2020)
Lehrkräfte 107 (Stand Februar 2020)
Leitung Dorothea Blume, Michael Spöring (Stellvertreter)[1]
Website www.domgymnasium-verden.de

Das Domgymnasium Verden (kurz Dog oder DoG) ist ein humanistisches Gymnasium in Verden an der Aller. Es ist neben dem Gymnasium am Wall eines der beiden Gymnasien in der Stadt und gilt als eine der ältesten Schulen Deutschlands. Vorläuferin des heutigen Gymnasiums in der Nähe des gotischen Domes zu Verden war eine vor 1002 gegründete Lateinschule. Diese geschichtliche Darstellung ist allerdings bei Stadthistorikern umstritten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1578 fand der Unterricht vermutlich direkt im Dom statt. Nach der Reformation wurde die Domschule 1578 durch Bischof Eberhard von Holle neu strukturiert und reformiert. Die Schulräume wurden im ehemaligen Dormitorium eingerichtet. Anfangs wurden hier vier Klassen unterrichtet, eine fünfte Klasse kam 1651 hinzu. Wegen der steigenden Schülerzahl wurden die Räume mehrfach erweitert. Im November 1872 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort, der nur etwa 200 Meter vom Dom entfernt liegt. Die Schule hatte damals 215 Schüler und 13 Lehrkräfte.[2]

Das Gebäude ist auch heute noch Teil der Schule, die 1956 und 1979 weitere Anbauten erhielt. 2004 bekam das Gymnasium nach Abschaffung der Orientierungsstufe das Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule hinzu, das etwa 200 Meter vom Stammhaus entfernt liegt. Der Anfang November 2005 begonnene Bau einer neuen Turnhalle, welche auch weitere Unterrichtsräume beherbergt, wurde im Januar 2007 abgeschlossen. Die alte Sporthalle wurde zwischenzeitlich vom Gymnasium am Wall benutzt, da deren Sporthallenkapazität nicht ausreichte. Im Sommer 2007 wurde sie dann abgerissen, wodurch Platz für eine Erweiterung des Pausenhofes geschaffen wurde.

Seit dem 18. Juli 2015 ist das Domgymnasium eine anerkannte UNESCO-Projektschule.[3]

Zwei Vereine unterstützen das Domgymnasium finanziell. Der Verein ehemaliger Verdener Domgymnasiasten besteht seit 1928. Die Aufgaben eines Fördervereins übernimmt der Schulverein des Domgymnasiums zu Verden.

Schulleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einigen Jahren bietet das Domgymnasium auch eine Ganztagsbetreuung an.[4] Neben den Pflichtfächern wird, größtenteils nachmittags, eine teilweise ungewöhnliche Auswahl an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften angeboten. Darunter fallen unter anderem mehrere Chöre (Großer Chor, Junger Chor, Kammerchor) und Orchester (Sinfonia Piccola, Kammerorchester, Blasorchester) sowie Bands, Astronomie, Theater, Aquarien und Terrarien, Volieren, Schach oder Weinbau.[5] Seit 1934 hat das Domgymnasium außerdem eine eigene Ruderriege.[6]

Die Schule beherbergt eine große Anzahl an Tieren, wie beispielsweise Ziegen, Aras, Kleinpapageien, Fasane, Schlangen, Schildkröten, Fische und Bienen. Als humanistisches Gymnasium wird neben Latein auch Altgriechisch als Wahlsprache angeboten.

Die historische Bibliothek der Schule und ihre Arbeitsbibliothek haben zusammen rund 85.000 Bände. Dieser Buchbestand gilt als einer der größten an einer öffentlichen Schule in Deutschland. Der historische Buchbestand von etwa 25.000 Bänden beinhaltet insbesondere einen wertvollen Blaeu-Atlas von 1635.[7]

Ehemalige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Domgymnasium Verden (Hrsg.): Die Bibliothek des Verdener Bürgermeisters Pfannkuche. Rekonstruktion eines kulturellen Erbes. Verden 2019.
  • Clemens-August Borgerding (Hrsg.): Domgymnasium zu Verden. Geschichte, Geschichten, Geschichtchen. Verden 2002.
  • Volkrat Stampa: Domgymnasium Verden. Anekdoten und Erinnerungsfragmente. Bremen 2013.
  • Karl Nerger: 400 Jahre Domgymnasium Verden. In: Robert Kienzle (Hrsg.): Heimatkalender für den Landkreis Verden. Verden 1978, S. 123–129.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schulleitung. Domgymnasium Verden, abgerufen am 14. Juni 2020.
  2. Jürgen Siemers: Im Dunkeln waren die roten Wangen nicht zu sehen. Domgymnasium Verden, archiviert vom Original am 27. Februar 2007; abgerufen am 22. Mai 2020.
  3. Unesco-Projekt-Schule. Domgymnasium Verden, abgerufen am 22. Mai 2020.
  4. Ganztagskonzept. Domgymnasium Verden, abgerufen am 22. Mai 2020.
  5. Arbeitsgemeinschaften. Domgymnasium Verden, abgerufen am 14. Juni 2020.
  6. Seit 68 Jahren rudern Gymnasiasten aus Verden erfolgreich. Domgymnasium Verden, archiviert vom Original am 27. Februar 2007; abgerufen am 22. Mai 2020.
  7. Historische Bibliothek. Domgymnasium Verden, abgerufen am 22. Mai 2020.
  8. Eberhard Reuß: Aufgearbeitet? Südwestrundfunk, 2017, abgerufen am 22. Mai 2020. (ab Minute 5:46)