Donny Hathaway

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Plattenlabel der Single The Closer I Get to You, 1978

Donny Hathaway (* 1. Oktober 1945 in Chicago, Illinois; † 13. Januar 1979 in New York) war ein mit dem Grammy ausgezeichneter amerikanischer Soulsänger, Musiker und Songschreiber, der vor allem durch seine Duette mit Roberta Flack berühmt wurde. Zwei davon, Where Is the Love (1972) und The Closer I Get to You (1978), erreichten die Top 5 der US-Charts und wurden mit Gold ausgezeichnet. Außerdem gehört Hathaways Komposition This Christmas (1970) zu den beliebtesten und am meisten gecoverten Weihnachtsliedern der USA.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donny Hathaway wuchs in St. Louis, Missouri auf. Bereits mit drei Jahren sang er im Kirchenchor, im Kindesalter lernte er Klavier spielen. Dank seines herausragenden Klavierspiels erhielt er 1965 ein Stipendium für die Howard University in Washington, D.C. Nach drei Jahren verließ er die Universität, um als Songschreiber, Musiker und Produzent zu arbeiten. Ende der 1960er Jahre war Hathaway Produzent bei Curtis Mayfields Label Curtom Records. Dort nahm er 1969 seine erste Single I Thank You Baby auf.

1970 erschien sein erstes Album Everything Is Everything, auf dem er die Kritiker vor allem durch seine einzigartige Stimme begeisterte. Sein zweites selbstbetiteltes Album wurde ein weiterer kommerzieller wie von Seiten der Kritik beachteter Erfolg. Nach seinem folgenden Album mit Partnerin Roberta Flack nahm er zunächst einige Soundtracks auf, darunter das Thema zur Serie Maude. 1978 folgte dann ein weiteres Duett mit Roberta Flack: The Closer I Get to You. Während seiner eigenen Karriere produzierte Hathaway weiterhin Alben anderer Künstler.

Im Laufe seiner Karriere litt Donny Hathaway zunehmend an Depressionen und musste sich mehrmals in Behandlung begeben. Auch seine Freundschaft zur Duettpartnerin Roberta Flack litt unter Hathaways Gesundheitszustand, sodass die beiden erst nach sechs Jahren wieder ein gemeinsames Album aufnehmen wollten. Während die Sessions für die Aufnahme bereits liefen, wurde Hathaway am 13. Januar 1979 tot auf dem Bürgersteig unter dem Fenster seines Zimmers im Essex House Hotel in New York aufgefunden.[2] Seine Duette mit Flack, You Are My Heaven und Back Together Again, standen 1980 posthum in den Charts, letztgenannter Titel erreichte sogar die britischen Top 3.[3] Das dazugehörige Album Roberta Flack Featuring Donny Hathaway enthält neben diesen beiden Duetten nur Soloaufnahmen von Flack.[4]

Der Rolling Stone listete Hathaway 2008 auf Rang 49 der 100 besten Sänger aller Zeiten.[5]

Hathaways Tochter, Lalah Hathaway, folgte ihrem Vater ins Showgeschäft und gewann für ihre R&B-Aufnahmen bis heute drei Grammys.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[6][7][8] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1970 Everything Is Everything
Atco 332
300! 73
(25 Wo.)
33
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Juli 1970
Produzenten: Donny Hathaway, Ric Powell, King Curtis
1971 Donny Hathaway
Atco 360
300! 89
(21 Wo.)
6
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. April 1971
Produzenten: Donny Hathaway, Arif Mardin, Jerry Wexler
1972 Roberta Flack & Donny Hathaway
Atlantic 7216
300! 3 Gold
(39 Wo.)
2
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Mai 1972
mit Roberta Flack
Charteintritt in UK erst im Juni 1980
Produzenten: Arif Mardin, Joel Dorn
1973 Extension of a Man
Atco 7029
300! 69
(13 Wo.)
18
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Juni 1973
Produzent: Arif Mardin
1980 Roberta Flack Featuring
Donny Hathaway
Atlantic 16013
31
(7 Wo.)
25 Gold
(24 Wo.)
4
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1979
Roberta Flack feat. Donny Hathaway
Produzenten: Eric Mercury, Roberta Flack

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1972 Donny Hathaway Live
Atco 386
300! 18 Gold
(38 Wo.)
4
(34 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1971
A-Seite: The Troubadour, LA
B-Seite: The Bitter End, NYC
Produzenten: Arif Mardin, Jerry Wexler
1980 In Performance
Atlantic 19278
300! 300! 68
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1980
Aufnahmen: The Troubadour, LA,
The Bitter End und Carnegie Hall, NYC
Produzent: Arif Mardin
2004 These Songs for You, Live!
Rhino 78075
300! 300! 78
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juni 2004
Aufnahmen: The Bitter End und Carnegie Hall, NYC /
University of California und The Troubadour, LA

weitere Livealben

  • 2014: Live at the Bitter End 1971 (2 LPs; Atco/Rhino 541097)

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1972 Come Back Charleston Blue
Atco 7010
300! 198
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Juni 1972
Supervisor: Quincy Jones

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1978 The Best of Donny Hathaway
Atco 107
300! 300! 51
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1978

weitere Kompilationen

  • 1972: The Most Beautiful Songs of Roberta Flack and Donny Hathaway (2 LPs, Splitalbum; Atlantic 60031)
  • 1990: A Donny Hathaway Collection (Atlantic 82092)
  • 2010: Original Album Series (Box mit 5 CDs; Atlantic 8122 79837 6; VÖ: 26. Februar)
  • 2011: Flashback with Donny Hathaway (Atlantic 528200)
  • 2013: Never My Love: The Anthology (Box mit 4 CDs; Atco/Rhino 8122 79654 3; VÖ: 11. November)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[6][7][9][10] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dance
1969 I Thank You Baby
300! 300! 45
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Februar 1969
als June and Donnie, mit June Conquest
Autoren: Curtis Mayfield, Donny Hathaway
1970 The Ghetto
Everything Is Everything
300! 87
(8 Wo.)
23
(11 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Oktober 1969
Autoren: Leroy Hutson, Donny Hathaway
1972 Little Ghetto Boy (Live)
Donny Hathaway Live
300! 300! 25
(7 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: März 1972
Autoren: Earl DeRouen, Edward Howard
1971 You’ve Got a Friend
Roberta Flack & Donny Hathaway
300! 29
(12 Wo.)
8
(13 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Mai 1971
mit Roberta Flack
Autor und Original: Carole King, 1971
1971 You’ve Lost That Lovin’ Feelin’
Roberta Flack & Donny Hathaway
300! 71
(6 Wo.)
30
(6 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Oktober 1971
mit Roberta Flack
Autoren: Barry Mann, Cynthia Weil, Phil Spector
Original: The Righteous Brothers, 1964
1972 Giving Up
Donny Hathaway
300! 81
(5 Wo.)
21
(7 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: April 1972
Autor: Van McCoy
Original: Gladys Knight & the Pips, 1964
1972 I Thank You
300! 94
(5 Wo.)
41
(5 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: März 1972
mit June Conquest
Reissue von I Thank You Baby
1972 Where Is the Love?
Roberta Flack & Donny Hathaway
29
(7 Wo.)
5 Gold
(13 Wo.)
1
(13 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Mai 1972
mit Roberta Flack
Grammy (Pop Vocal Duo)
Autoren: Ralph MacDonald, William Salter
1972 I Love You More Than You’ll Ever Know
Extension of a Man
300! 60
(6 Wo.)
20
(10 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: September 1972
Autor: Al Kooper
Original: Blood, Sweat & Tears, 1968
1973 Love, Love, Love
Extension of a Man
300! 44
(9 Wo.)
16
(11 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Juni 1973
Autoren: J. R. Bailey, Ken Williams
Original: J. R. Bailey, 1972
1973 Come Little Children
Extension of a Man
300! 300! 67
(9 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Dezember 1973
Autor: Donny Hathaway
1978 The Closer I Get to You
Blue Lights in the Basement
42
(4 Wo.)
2 Gold
(20 Wo.)
1
(19 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Januar 1978
mit Roberta Flack
Autoren: Reggie Lucas, James Mtume
1980 You Are My Heaven
Roberta Flack Featuring Donny Hathaway
300! 47
(11 Wo.)
8
(17 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Januar 1980
mit Roberta Flack
Autor: Stevie Wonder
1980 Back Together Again
Roberta Flack Featuring Donny Hathaway
3
(11 Wo.)
56
(8 Wo.)
8
(14 Wo.)
6
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1980
mit Roberta Flack
Autoren: Reggie Lucas, James Mtume
1980 Don’t Make Me Wait Too Long
Roberta Flack Featuring Donny Hathaway
300! 300! 300!
beide Lieder als Albumtracks in den Dancecharts
mit Roberta Flack
Autor: Stevie Wonder

weitere Singles

  • 1970: Thank You Master (For My Soul) (VÖ: Juni)
  • 1970: Voices Inside (Everything Is Everything) (VÖ: August)
  • 1970: This Christmas (VÖ: Dezember)
  • 1971: Magnificent Sanctuary Band (VÖ: Mai)
  • 1971: Put Your Hand in the Hand (VÖ: Juli)
  • 1972: I Thank You (mit June Conquest; VÖ: März)
  • 1972: Come Back Charleston Blue (mit Margie Joseph; VÖ: Juli)
  • 1973: Magdelana
  • 1978: You Were Meant for Me (VÖ: August)
  • 2013: Never My Love (VÖ: 20. April)
  • 2015: Don’t Turn Away

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die US-Rockband Fall Out Boy widmet Donny Hathaway den Song What a Catch, Donnie. Erschienen ist der Track auf dem Album Folie à Deux von 2008.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 283 f – ISBN 0-312-02573-4

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ascap.com/press/2014/1203-top-holiday-songs-100-years
  2. Biografie auf soulwalking.co.uk; abgerufen am 4. Dezember 2012
  3. http://www.musicvf.com/Roberta+Flack+%2526+Donny+Hathaway.art
  4. https://www.discogs.com/Roberta-Flack-Featuring-Donny-Hathaway-Roberta-Flack-Featuring-Donny-Hathaway/release/6086526
  5. 100 Greatest Singers of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010; abgerufen am 9. August 2017 (englisch).
  6. a b c d e Chartquellen: UK Billboard Hot 100 Billboard 200 Billboard R&B-Alben (ab 1999)
  7. a b c d e Gold-/Platin-Datenbank US
  8. Joel Whitburn: Top R&B Albums 1965–1998, ISBN 0-89820-134-9
  9. Joel Whitburn: Hot R&B Songs 1942–2010: 6th Edition, ISBN 978-0-89820-186-4
  10. Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974–2003, ISBN 978-0-89820-156-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]