Donskoi

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Donskoi (Begriffsklärung) aufgeführt.
Stadt
Donskoi
Донской
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Tula
Stadtkreis Donskoi
Bürgermeister Boris Minaschkin
Gegründet 1773
Stadt seit 1939
Fläche 41 km²
Bevölkerung 64.552 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1574 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 210 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 48746
Postleitzahl 30176x
Kfz-Kennzeichen 71
OKATO 70 412
Geographische Lage
Koordinaten 53° 58′ N, 38° 19′ OKoordinaten: 53° 58′ 0″ N, 38° 19′ 0″ O
Donskoi (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Donskoi (Oblast Tula)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Tula
Liste der Städte in Russland

Donskoi (russisch Донско́й) ist eine russische Stadt mit 64.552 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Oblast Tula. Sie liegt 65 km südöstlich der Gebietshauptstadt Tula.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1572. Ursprünglich wurde die Gegend Bobriki genannt, in Anlehnung an das Flüsschen Bobrik, dessen Name wiederum von Bobr – zu deutsch Biber – abstammt und vermutlich auf den damals reichhaltigen Bestand dieser Tiere in den Flüssen Zentralrusslands zurückgeht.

Verklärungskirche auf dem Bobrik-Berg

1773–1776 ließ Zarin Katharina die Große bei Bobriki ein Anwesen für ihren unehelichen Sohn errichten, der nach dem Ortsnamen den Familiennamen Bobrinski erhielt. Heute sind von diesem Landgut nur noch ein Kirchengebäude aus dem Jahr 1778 und das Familienmausoleum der Bobrinskis erhalten geblieben.

1881 wurden in der Umgebung des Ortes Braunkohlelagerstätten erschlossen. Zum Abbau wurde eine Bergarbeitersiedlung angelegt, die den Namen Donskoi in Anlehnung an den nahe fließenden Don erhielt. 1939 wurde Donskoi der Status einer Stadt verliehen.

2005 wurden die zuvor selbständige Stadt Sewero-Sadonsk (17.249 Einwohner) und die Siedlungen städtischen Typs Komsomolski, Nowougolny, Podlesny, Rudnew, Sadonje und Schachtjorski (zusammen 19.659 Einwohner; alle Angaben 2002) nach Donskoi eingemeindet, sodass sich die Einwohnerzahl der Stadt mehr als verdoppelte. Die Gesamteinwohnerzahl aller zusammengeschlossenen Orte ist jedoch bereits seit etwa 1970 rückläufig.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
Donskoi Sewero-Sadonsk Komsomolski Nowougolny Podlesny Rudnew Sadonje Schachtjorski gesamt
1939 13.385 10.203 12.732 36.320
1959 30.310 23.159 7.430 4.697 6.224 5.327 77.147
1970 33.402 22.417 2.932 6.289 5.556 3.769 4.450 3.779 82.594
1979 35.411 21.792 2.423 6.106 4.406 3.243 3.213 3.363 79.957
1989 36.158 20.378 2.120 7.224 2.886 2.693 2.318 3.051 76.828
2002 32.745 17.249 2.983 7.277 1.796 2.190 1.451 3.962 69.653
2010 64.552  

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute spielt der Braunkohleabbau nahe Donskoi nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Stadt verfügt über gut 30 Industriebetriebe, darunter Maschinenbau-, Möbel- und Textilfabriken. Es gibt in Donskoi einen Bahnhof, von dem aus Verbindungen unter anderem nach Tula, Nowomoskowsk, Kaluga, aber auch Sysran und andere Orte der Wolga-Region bestehen. Die nächste Fernstraße ist die M 4, die das nahe gelegene Uslowaja passiert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Donskoy, Tula Oblast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien