Dorfmark

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Koordinaten: 52° 54′ 8″ N, 9° 45′ 25″ O

Dorfmark
Wappen von Dorfmark
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 15,48 km²
Einwohner: 3206 (2010)
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 29683
Vorwahl: 05163
Dorfmark (Niedersachsen)
Dorfmark

Lage von Dorfmark in Niedersachsen

Die Ortschaft Dorfmark ist heute Ortsteil von Bad Fallingbostel im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in dem als Heidmark bekannten Landstrich in der Lüneburger Heide.

Dorfmark bildet mit 3.206 Einwohnern über 22 % der Gesamteinwohnerschaft, sowie mit einer Fläche von 15,48 km² insgesamt 24 % des Stadtgebietes der Stadt Bad Fallingbostel.

Die Böhme fließt durch Dorfmark und mündet zwischen Hodenhagen und Rethem in die Aller.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Dorfmarks war um 968 (Thormarcon). Neben Thormarcon sind alte Bezeichnungen des Ortes Dorpmarkete (1304–1324), dorpmarke (1330–1352), Dorpmarke (1360) und dorpmarke (1397). Dorfmark ist ein niederdeutscher Name, der „dorp“ und „Mark“, also „Grenze, Grenzgebiet“ enthält. Darunter ist zumeist die Dorfflur zu verstehen, also der Raum, der um ein Dorf herum liegt und zum Dorf gehört.[1]

1927/28 wurde der Ort mit den Bauerschaften Westendorf, Fischendorf, Dorfmark (Ortsteil) und Winkelhausen zusammengeschlossen. Dorfmark gehört seit der Gebietsreform, die am 1. März 1974 in Kraft trat, zu Bad Fallingbostel. Vorher war Dorfmark selbständig.[2]

Hügelgräber der Älteren Bronzezeit sind die augenfälligsten Zeugen früher Besiedlung. Zwischen Dorfmark und Vierde befindet sich bei Brock die Grabanlage "1000-jährige Linde". Sie wurde erst 1972 infolge von Orkanschäden entdeckt. Bei den 1981 durchgeführten Ausgrabungsarbeiten wurden drei nach Ost-West ausgerichtete Körperbestattungen und ein halbwegs intakter Steinkranz freigelegt. Im nördlichen Grab ist der Leichenschatten eines Kindes erkennbar. Als Beigaben fanden sich eine Bronzenadel und ein kleines Keramikgefäß.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Rainer Arndt.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Martins-Kirche Dorfmark
Altes Rathaus Dorfmark
Strandbad Dorfmark
  • Evangelische St. Martins-Kirche
Die Geschichte der Kirche zu Dorfmark reicht zurück in die urkundenarme Zeit um die Jahrtausendwende. Damals stand vermutlich "Up den Thy", also auf dem Gerichts- und Thingplatz, eine Holzkirche, die im 14. Jahrhundert durch einen gotischen Bau abgelöst wurde. Auf den Grundmauern dieser alten Kirche, die auf einer von drei Seiten durch Wasser und Moor geschützten Landzunge neben einem Forellenbach lag, ist 1708 das heutige Gotteshaus errichtet worden. Der hölzerne Glockenturm mit drei Glocken (eine davon aus dem Jahr 1715, zwei Stahlglocken aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg) stammt aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Ausstattung besteht aus einem Taufbecken aus dem Jahre 1465, das mit der plattdeutschen Inschrift: „Keen Minsche hier up Erden kann ohne Döpe seelig werden, de Döpe den Minschen also verklaret, dat he to Gode upfahret“. Der wertvolle Passionsaltar von 1479 ist um 1870 vom Hannoverschen Konsistorialbaumeister Hase neu gefasst und aufgestellt worden. Die Altarbibel ist aus dem Jahr 1610, der Altarleuchter aus 1465 und die Emporen mit der Kanzel stammen aus dem 19. Jahrhundert.
  • Kapelle zu Wense
Zwischen Dorfmark und Soltau liegt das ehemalige Gut Wense, zu dem auch eine Kapelle gehört. (Dies war viele Jahrhunderte Stammsitz der gleichnamigen Familie.) Friedrich Wilhelm von der Wense erbaute im Jahr 1672 anstelle der hölzernen Kapelle eine neue aus Stein, nachdem das Gut im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt war. Der Innenraum besticht durch eine in taubenblau gehaltene, prachtvolle Holzausstattung - bemalt im Stil der Spätrenaissance. Die Tafeln auf dem reich verzierten Altar stellen verschiedene biblische Szenen dar. Das Epitaph an der reich geschmückten Empore über dem Eingang mit einem prächtigen Spätrenaissance-Rahmen erinnert an den Erbauer der Kapelle und seine Familie.
  • Marktplatz
  • Brunnen "Grefel Dojen" auf dem Marktplatz
Dorothee Grünhagen, 1854 geboren, hat 1911 ihre Hofstelle in Obereinzingen errichtet. Da diese am Grefel gelegen ist, wird sie bald nur noch Grefel Dojen genannt. Grefel Dojen ist unverheiratet und führt ein Einsiedlerleben. Es heißt, sie war Fremden gegenüber immer abweisend gewesen, hat man aber ihr Vertrauen gewonnen, so konnte sie in einer unvorstellbaren Natürlichkeit und Frische erzählen. Schwere Männerstiefel gehören stets ebenso zu Grefel Dojen, wie die Zigarre oder die Flinte zum Jagen. Ihr Auftreten galt durch und durch als derb und ehrlich. Grefel Dojen wurde nach Dorfmark umgesiedelt. Auf dem Dorfmarker Marktplatz wurde 2001 ein Denkmal für die urtümliche Frau errichtet. Es zeigt sie mit ihren liebsten Weggefährten, einer Katze und einer Ziege.[4]
  • Bommühle
  • Bürgerpark (Im Bürgerpark sind sogar Pflanzen aus der roten Liste zu finden.)
  • Fischzuchtteiche

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Dorfmark

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weinfest: Wird von der Freiwilligen Feuerwehr organisiert und findet jedes Jahr am Pfingstwochenende statt[5].
  • Schützenfest: Anfang Juli findet jährlich das zweitägige Dorfmarker Schützenfest statt
  • Strandfest: Seit 1928 wird an jedem zweiten Augustwochenende das Strandfest gefeiert. Es lockt jährlich tausende von Zuschauern aus einem weiten Umkreis herbei[6].
  • Krämermarkt: Ende September findet jährlich der Krämermarkt, ein großer Straßenflohmarkt mit Rahmenprogramm, in der Ortsmitte statt[7].
  • Weihnachtsmarkt: Wird am dritten Adventswochenende von einer Gruppe engagierter Künstler der Region und der Stiftung „Kirchspiel Dorfmark“ ein Weihnachtsmarkt veranstaltet.
  • Diverse Aktivitäten der Stiftung Kirchspiel Dorfmark[8].
  • Diverse Aktivitäten des Heimatvereins Kirchspiel Dorfmark[9].
  • Jahrestagung des Bund für Deutsche Gotterkenntnis (Ludendorffer). Die religiös-völkische Weltanschauungsgemeinschaft hält, begleitet von Protesten, jedes Frühjahr zu Ostern ihre Jahrestagung in Dorfmark ab.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Ort ist neben dem Handwerk und der Landwirtschaft der Fremdenverkehr. Die Dorfmark Touristik e.V.[10] ist sowohl für die den Fremdenverkehr in Dorfmark, als auch für die touristische Vermarktung der Kernstadt Bad Fallingbostel zuständig. Im Gewerbegebiet ist eines der größten europäischen Gebrauchtwagenzentren zu finden: Die ALD AutoLeasing D GmbH verkauft dort pro Jahr ca. 10.000 Leasingrückläufer.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Dorfmark

Dorfmark liegt direkt an der BAB 7 Abfahrt 46. Ab der Abfahrt beginnt die Bundesstraße 440 die nach Rotenburg (Wümme) führt. Durch den Ort verläuft in Nord-Süd Richtung von Soltau nach Bad Fallingbostel die Landesstraße L 163 und kreuzt die B 440 im Ort. Dorfmark hat außerdem einen Bahnhof an der Heidebahn von Hannover nach Buchholz in der Nordheide.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Missler (* 1858 in Dorfmark † 1922 in Bremen) wohlhabender und wohltätiger Bremer Kaufmann[11]
  • Erich von Manstein (geb. Fritz Erich von Lewinski, * 24. November 1887 in Berlin; † 10. Juni 1973 in Irschenhausen/Isartal; bestattet in Dorfmark)
  • Hans-Joachim Walde (1942–2013), Leichtathlet. Bronzemedaillengewinner im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, Silbermedaillengewinner im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt.
  • Lilo Wanders (eigentlich Ernie Reinhard; * 1955), Schauspieler und Travestiekünstler, verbrachte Kindheit in Dorfmark
  • Frank Ordenewitz (* 1965), Fußballspieler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorfmark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 225.
  3. Ortsvorsteher Dorfmark
  4. Grefel Dojen in Dorfmark mit Brunnenfoto
  5. Feuerwehr Dorfmark
  6. Strandfest Dorfmark
  7. Krämermarkt Dorfmark
  8. Stiftung Kirchspiel Dorfmark
  9. Heimatverein Kirchspiel Dorfmark
  10. Dorfmark Touristik e.V.
  11. Als Geburtsort von Missler wird an anderer Stelle Bremen angegeben.