Effektives Potential

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Effektives Potential im Gravitationsfeld

Das effektive Potential ist ein Begriff aus der Mechanik, der bei der Behandlung von Zentralkräften, wie der Gravitationskraft bei der Planetenbewegung, nützlich ist. Im effektiven Potential sind die potentielle Energie und die azimutale Bewegungsenergie vereinigt.

Nichtrelativistische Mechanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Körper der Masse , der sich in einem Zentralkraftfeld im Abstand vom Kraftzentrum bewegt, hat eine Gesamtenergie, die sich aus der potentiellen Energie und der kinetischen Energie zusammensetzt. In Polarkoordinaten ergibt sich:

Den azimutalen Anteil der kinetischen Energie kann man durch den Betrag des Drehimpulses , der bei einer Zentralkraft konstant ist, ausdrücken und mit der potentiellen Energie zusammenfassen zum effektiven Potential :

wodurch das effektive Potential definiert ist als:

Den zweiten Term auf der rechten Seite dieser Gleichung bezeichnet man auch als Zentrifugalpotential oder Drehimpulsbarriere.

Man hat es in Gleichung nun nur noch mit einer gewöhnlichen Differentialgleichung in der radialen Koordinate zu tun. Die Lösung einer solchen geschieht durch Anwendung der Methode der Trennung der Veränderlichen mit den Bewegungskonstanten und als Parametern.

Für ergeben sich zunächst zwei Schnittpunkte und mit der effektiven Potentialkurve, zwischen denen sich der Körper auf seiner Bahn bewegt. Für das Minimum des effektiven Potentials fallen beide Distanzen zusammen und man erhält eine Kreisbahn.

Allgemeine Relativitätstheorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der allgemeinen Relativitätstheorie erhält das effektive Potential Korrekturterme höherer Ordnung. Die Konstanten der Bewegung in der Schwarzschild-Metrik sind nicht mehr und , sondern und . Es gilt:

,

sodass das effektive Potential in der allgemeinen Relativitätstheorie als

dargestellt werden kann. Dieses Potential enthält den konstanten Term der Ruheenergie, gegen den das Potential für auch strebt, und ist für , den Schwarzschild-Radius, imaginär. Objekte mit einem Radius kleiner ihrem Schwarzschildradius nennt man schwarze Löcher.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Goldstein: Classical Mechanics. Addison-Wesley, 1980, ISBN 0-201-02918-9, S. 76 f. (englisch).
  • Volker Meden (RWTH Aachen): Skript zur Vorlesung Theoretische Physik I (Mechanik). 2012, S. 11 (web.physik.rwth-aachen.de [PDF; abgerufen am 19. Dezember 2016]).