Eingetragener Kaufmann

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Die Bezeichnung Eingetragener Kaufmann oder Eingetragene Kauffrau gibt in Deutschland an, dass ein Einzelunternehmer, das heißt eine natürliche Person, als Kaufmann bzw. Kauffrau im Handelsregister eingetragen ist. Üblich sind die Abkürzungen e.Kfm. bzw. e.Kfr. oder geschlechtsneutral e.K..[1]

Damit findet auf die Geschäfte des eingetragenen Kaufmanns das Handelsgesetzbuch Anwendung.

Der Kaufmann wird im Handelsregister in Abteilung A eingetragen. Die Eintragung ist bei einem Istkaufmann deklaratorisch, d. h., die Kaufmannseigenschaft besteht auch ohne Eintragung. Bei einem Kannkaufmann erlangt dieser erst durch die Eintragung die Kaufmannseigenschaft. Sie ist hier also konstitutiv für die Kaufmannseigenschaft.

Firma[Bearbeiten]

Der Kaufmann führt eine Firma, d. h. eine Bezeichnung, unter der er im Geschäftsverkehr auftritt. Diese wird im Handelsregister eingetragen. Bei der Auswahl der Firma sind die Firmengrundsätze des § 18 HGB zu beachten.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Einzelunternehmung ist die häufigste Unternehmensform in Deutschland. Der Inhaber der Einzelunternehmung, also der eingetragene Kaufmann, trägt die volle persönliche Haftung für alle Verbindlichkeiten des Unternehmens. Im Jahre 2009 war der e.K. mit 2,2 Millionen Einträgen die häufigste eingetragene Rechtsform in Deutschland, gefolgt von der GmbH mit 473.782.[2]

Vorteile[Bearbeiten]

Zu den Vorteilen des eingetragenen Kaufmanns zählt eine schnelle Entscheidungsfindung. Es sind keine aufwendigen Abstimmungsprozesse erforderlich, da der eingetragene Kaufmann allein verantwortlich und entscheidungsberechtigt ist. Hierdurch gibt es auch keine Konflikte über die Art der Unternehmensführung oder über die Aufteilung der Gewinne.

Nachteile[Bearbeiten]

Der Nachteil dieser Rechtsform gegenüber anderen liegt im Haftungsrisiko, da der Kaufmann persönlich und unbeschränkt für seine geschäftlichen Entscheidungen haftet. Auch ist seine Kapitalbeschaffungsmöglichkeit auf das eigene Vermögen beschränkt, d.h. er kann das Kapital nicht durch den Verkauf von Anteilen oder Aktien aufstocken. Im Unterschied zu einem nicht eingetragenen Gewerbetreibenden ist er zur Erstellung einer Bilanz über sein Vermögen und seine Verbindlichkeiten verpflichtet (geändert seit April 2008); eine Befreiung hiervon ist wiederum möglich, wenn 500.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht überschritten werden (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz von 2009, § 241a HGB).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://dejure.org/gesetze/HGB/19.html
  2. Berliner Morgenpost: Zwei Buchstaben, die Schlecker ruinierten, vom 01.02.12, abgerufen 11.06.15
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