Elektrische Tatrabahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Poprad-Tatry–Starý Smokovec–Štrbské Pleso
Starý Smokovec–Tatranská Lomnica
Strecke der Elektrische Tatrabahn
Kursbuchstrecke:183, 184
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:1,5 kV =
Höchstgeschwindigkeit:60 km/h
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0 Poprad-Tatry Anschluss von Hauptbahn Žilina–Košice
Haltepunkt, Haltestelle
3 Veľký Slavkov
Haltepunkt, Haltestelle
4 Nová Lesná
Haltepunkt, Haltestelle
10 Pod Lesom
Haltepunkt, Haltestelle
11 Dolný Smokovec
   
nach Tatranská Lomnica
Bahnhof, Station
14 Starý Smokovec
Haltepunkt, Haltestelle
14 Nový Smokovec
Haltepunkt, Haltestelle
15 Sibír
Haltepunkt, Haltestelle
16 Tatranské Zruby
Haltepunkt, Haltestelle
17 Tatranská Polianka
Haltepunkt, Haltestelle
19 Danielov dom
Haltepunkt, Haltestelle
20 Nová polianka
Bahnhof, Station
22 Vyšné Hágy
Haltepunkt, Haltestelle
27 Popradské pleso
Bahnhof, Station
29 Štrbské Pleso
Strecke – geradeaus
Zahnradbahn nach Štrba

Strecke – geradeaus
von Štrbské Pleso
Bahnhof, Station
0 Starý Smokovec Anschluss von Poprad-Tatry
   
nach Poprad
Haltepunkt, Haltestelle
1 Pekná Vyhliadka
Haltepunkt, Haltestelle
2 Horný Smokovec
Haltepunkt, Haltestelle
3 Tatranská Lesná
Haltepunkt, Haltestelle
4 Stará Lesná
Kopfbahnhof – Streckenende
6 Tatranská Lomnica Anschluss von Studený Potok/Kežmarok

Als Elektrische Tatrabahn (slowakisch Tatranská elektrická železnica, TEŽ; ungarisch Tátrai villamosvasút) werden die elektrisch betriebenen Schmalspurbahnen in der slowakischen Hohen Tatra bezeichnet. Erbaut von der k.k. priv. Kaschau-Oderberger Bahn, sollten die Strecken die Hohe Tatra für den Tourismus erschließen. Die Tatrabahn stellt heute das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel im slowakischen Teil der Hohen Tatra dar.

Beginn der touristischen Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung des Tourismus in der Hohen Tatra begann mit der Inbetriebnahme der Kaschau-Oderberger Bahn im Jahre 1871. Durch die Fertigstellung der Waagtalbahn 1878 rückte die Tatra noch näher an Pozsony (Pressburg, Bratislava) und Wien heran. Von Wien aus war der Reiseweg zur Tatra nun kürzer als der nach Tirol. Ab 1896 führte eine dampfbetriebene Zahnradbahn vom Bahnhof Csorba aus ins Gebirge.

Zur Verbindung der Kurorte am Südfuß der Tatra richtete man 1904 eine O-Buslinie ein, die Gleislose Bahn Poprad–Starý Smokovec, die aber wegen technischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten schon 1906 wieder eingestellt werden musste.

Bau der elektrischen Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im selben Jahr begann die Tátrai Villamos HÉV (Tatra Elektrische Nahverkehrsbahngesellschaft) von Poprad (Deutschendorf) aus mit dem Bau eines Netzes meterspuriger elektrischer Adhäsionsbahnen nach Starý Smokovec (deutsch Altschmecks, ungarisch Ótátrafüred) und Štrbské Pleso sowie nach Tatranská Lomnica (Tatralomnitz). Der Linienverkehr mit Triebwagen begann am 20. November 1908 auf der 13,6 km langen Teilstrecke von Poprad nach Starý Smokovec. Ursprünglich war für diesen ersten Abschnitt eine Fahrdrahtspannung von 550 V Gleichspannung gewählt worden. Ab 13. August 1912 war das Netz vollständig in Betrieb. Ab dieser Zeit wurden die elektrischen Anlagen modernisiert und mit einer Einspeisung von 1500 V Gleichspannung betrieben. Die Trennstelle der Einspeisung war in Starý Smokovec. Mit elektrischer Energie versorgt wurde die Bahn von einem Dampfkraftwerk in Poprad.[1]

Interessant war bei der Trennstelle in Starý Smokovec auch eine riesige Akkubatterie mit 794 Gliedern. Sie glichen Stromschläge in den Leitungen aus, und gleichzeitig dienten sie als Notquelle für den Fall des Ausfalles des Kraftwerkes. In solch einem Fall konnte die Spannung zwei Stunden gehalten werden, und ein Notbetrieb der Züge bis zur nächsten Station sowie Notspeisung der Züge in den Stationen realisiert werden.[1]

Modernisierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1965–1969 wurden die Strecken umfassend modernisiert. Im Reisezugverkehr kamen nunmehr 18 neue straßenbahnähnliche Gelenktriebwagen der Baureihe 420.95 zum Einsatz, welche von ČKD Tatra in Prag geliefert wurden.

Ende der 1980er-Jahre wurde die Strecke im Stadtgebiet von Poprad neu trassiert. Seitdem mündet die Strecke rechtwinklig von Norden kommend in den Bahnhof Poprad-Tatry ein und endet an einem Hochbahnsteig über den normalspurigen Gleisen der Hauptstrecke Žilina–Košice.

Mit der Indienststellung von 15 Fahrzeugen der Baureihe 425.95 wurden die alten Fahrzeuge Baureihe 420.95 ab 2000 ausgemustert und verschrottet.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2018 wurden bei Stadler in der Schweiz neue Fahrzeuge bestellt, die sowohl für die Zahnradbahn Štrba–Štrbské Pleso also auch für das im Adhäsionsbetrieb befahrene Netz genutzt werden können. Industrie- und Pressemeldungen[2] ist zu entnehmen, dass mit den neuen Fahrzeugen beide Netzteile befahren werden sollen, mit einer Verbindung beider Teilnetze ist zu rechnen.

Sturmschäden 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. November 2004 zerstörte ein Orkan große Teile der Waldgebiete im Süden der Hohen Tatra. Dabei wurden durch umgestürzte Bäume alle in den Waldgebieten gelegenen Streckenabschnitte unbefahrbar. Erst zu Ostern 2005 konnte im Abschnitt Poprad–Starý Smokovec der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Am 27. Mai 2005 waren alle Streckenabschnitte wieder instand gesetzt. Dabei mussten insgesamt über 300 Fahrleitungsmasten provisorisch wieder aufgerichtet oder neu aufgebaut werden.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elektrische Tatrabahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jindřich Bek, Josef Janata, Jaroslav Veverka: Malý atlas lokomotiv 2. Elektrická a motorová trakce. Nadas-Verlag, Prag 1969, Seite 94
  2. Stadler gewinnt Tailor-made-Auftrag in der Slowakei. In: stadlerrail.com. 17. Oktober 2018, abgerufen am 22. Oktober 2018.