Elstal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

52.5412.9947Koordinaten: 52° 32′ 24″ N, 12° 59′ 24″ O

Elstal
Gemeinde Wustermark
Höhe: 47 m
Einwohner: 3403 (31. Jul. 2013)[1]
Eingemeindung: 2002
Postleitzahlen: 14627 alt, 14641 neu

Elstal ist ein Ortsteil der havelländischen Gemeinde Wustermark.

Geschichte[Bearbeiten]

Elstaler Wasserturm
Campus des Bildungszentrums Elstal

Entstehung bis 1945[Bearbeiten]

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf freier Flur der Verschiebebahnhof Wustermark angelegt. 1909 ging der Bahnhof in Betrieb. Er wurde zu einem der größten Rangierbahnhöfe in Deutschland. Der Bau von Wohnungen für die Bahnmitarbeiter verzögerte sich durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Am 1. November 1918 wurde aus Teilen der Gemarkungen Dyrotz, Hoppenrade, Buchow-Karpzow und Ferbitz der Gutsbezirk Elstal mit einer Fläche von etwa 184 Hektar gebildet, worauf in den folgenden Jahren die Eisenbahnersiedlung Elstal entstand. 1920 konnten die ersten Wohnungen bezogen werden. Im selben Jahr wurde in der Siedlung eine Schule erbaut. Auch das Bahnbetriebswerk Wustermark neben dem Rangierbahnhof entstand im selben Zeitraum. Zum Bahnbetriebswerk Wustermark gehörten zwei Ring-Lokschuppen, zwei Drehscheiben, vier Bekohlungsanlagen und ein 56 Meter hoher Wasserturm, der zum Wahrzeichen der Ortschaft wurde.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Elstal aufgelöst und eine eigenständige Gemeinde Elstal gegründet. Aus dem Gutsbezirk Dyrotz wurde ihr zusätzlich eine Fläche von 40 Hektar zugeordnet. 1930 erhielt die junge Kommune, die zu diesem Zeitpunkt aus 86 Häuserblöcken mit insgesamt 376 Haushalten bestand, einen Marktplatz mit einem größeren Geschäftskomplex, in dem eine Fleischerei, eine Bäckerei und weitere Geschäfte untergebracht waren. 1936 wurde auf dem Marktplatz eine evangelische Kirche errichtet.

1936 fanden in Berlin die XI. Olympischen Sommerspiele statt. Für die Sportler wurde ab 1934 in Dallgow-Döberitz an der Grenze zu Elstal ein Wohnkomplex gebaut, das sogenannte Olympische Dorf. Nach den Olympischen Spielen wurde das Olympische Dorf militärisch genutzt, daneben ließen die Nationalsozialisten weitere Kasernen und einen Fliegerhorst errichten.

1945 bis heute[Bearbeiten]

Ab 1945 wurde der stark zerbombte Bahnhof sowie die Siedlung wieder aufgebaut, das Olympische Dorf diente als Heimstätte des SASK Elstal. Der Verschiebebahnhof Wustermark wurde 1963 in Wustermark Rangierbahnhof umbenannt. Der zum Bahnhof gehörende Personenhaltepunkt heißt seit 1996 Elstal.

1992 richtete die Gemeinde den sogenannten DEMEX-Park ein, ein 350.000 m² großes Gewerbegebiet, auf dem 2009 das 10.300 m² große Einkaufsdorf Designer Outlet Berlin eröffnet wurde. Durch das 6. Gemeinde-Neugliederungs-Gesetz im Oktober 1996 wurde das Olympische Dorf, das vorher auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Dallgow lag, Elstal zugeschlagen.

Im Jahr 1997 verlegte das Theologische Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (heute: Bildungszentrum Elstal) seinen Sitz von Hamburg-Horn nach Elstal. Auf dem Gelände der Fachhochschule befinden sich neben einem Campus weitere Bildungseinrichtungen sowie unter anderem die Verwaltungszentrale des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und der Europäisch-Baptistischen Missionsgesellschaft. Das Oncken-Archiv, das ebenfalls auf dem Gelände des Bildungszentrums liegt, beherbergt neben umfangreichen Sammlungen zur Geschichte des Baptismus und der Freikirchen auch den Nachlass des Wuppertaler Soziologieprofessors Peter Dienel. Er gilt als Erfinder des Bürgerbeteiligungsverfahrens Planungszelle.

Am 31. Dezember 2002 wurde die Gemeinde Elstal nach Wustermark eingegliedert. Ein Teil des bereits erwähnten Rangierbahnhofs wurde 2008 vom Rail & Logistik Center Wustermark (RLCW) übernommen. Seit 2002 findet auf dem Bahnhof jährlich ein Eisenbahnfest statt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

  • Eisenbahnersiedlung
  • Eulenspiegelsiedlung
  • Heideländer
  • Karl-Marx-Straße
  • Kiefernsiedlung
  • Kirschsteinsiedlung
  • Olympisches Dorf
  • Radelandberg
  • Scharnhorstsiedlung
  • Stahlhaussiedlung
  • Steinhaussiedlung
  • Thälmannplatz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört der Rangierbahnhof, der seit 1993 unter Denkmalschutz steht. Besonderes Interesse findet auch das 1936 errichtete Olympische Dorf. Hier werden Führungen angeboten.

Am südlichen Ortsrand befindet sich ein 3.500 Hektar großes Schaugehege; es wurde 2006 von der Sielmannstiftung als Teil des Projektes Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide eröffnet.

Im Mai 2014 eröffnete in Elstal in der Nähe der B 5 Karls Erlebnis-Dorf. Zusätzlich zu diversen Attraktionen, gibt es dort auch den Bauernmarkt und die Hofküche von Karls. Auch gibt es dort einen direkten Zugang zum Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaften.

Verkehr[Bearbeiten]

Elstal hat einen Bahnhalt an der Berlin-Lehrter Eisenbahn, bedient von der RB 13 sowie vom RE 4. Er befindet sich am Rangierbahnhof Wustermark.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elstal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite der Gemeinde (abgerufen am 19. August 2013)