Karls Erlebnis-Dorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Karls Markt
Rechtsform OHG
Gründung 1921
Sitz Rövershagen
Leitung

Robert Dahl

Mitarbeiterzahl

700 fest, 2800 saisonal

Branche Freizeitpark
Website www.karls.de
Stand: 2017

Unter dem Namen Karls Erlebnis-Dorf (oder Karls Erlebnishof bzw. ehm. Karls Erdbeerhof) betreibt das Unternehmen Karls Markt OHG derzeit fünf landwirtschaftlich thematisierte Freizeitparks in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Zum Unternehmen gehören außerdem noch das Barbycafé in Loburg und Karls Pier 7 in Warnemünde. Eigentümer ist die Familie Dahl.

Erdbeer Obelisk und Erdbeerkörbchen des Dorfs in Rövershagen bei Rostock

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Dahl, der Großvater des heutigen Firmenleiters Robert Dahl, bewirtschaftete seit 1921 einen Hof in der Nähe von Rostock. Die Erzeugnisse verkaufte er auf dem Wochenmarkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie nach Warnsdorf in die Nähe von Lübeck, wo Karl Dahls Sohn Karl-Heinz den landwirtschaftlichen Betrieb fortsetzte. Der Hof, der sich nun auf Erdbeeranbau spezialisiert hatte, wurde Lieferant für die Schwartauer Werke.[1]

Mit der Wende 1989 kündigte Schwartau die Verträge, da die nun verfügbaren Lieferungen aus Osteuropa billiger waren. Um den Hof nicht aufgeben zu müssen, plante Karl-Heinz Dahl einen Direktverkauf der Erdbeeren in Lübeck und Travemünde. Hierzu ließ er von einem Bootsbauer 15 Verkaufsbuden in Erdbeerform bauen. Vorbild dafür waren die Buden auf einem Tennisturnier in Wimbledon, die Dahl auf einem Foto gesehen hatte.[2]

Der damals 22-jährige Robert Dahl eröffnete dann 1993 auf Geheiß seines Vaters Karl-Heinz einen Erdbeerhof in Rövershagen bei Rostock direkt an der B 105, einer der Hauptrouten für Ostseetouristen. Neben Erdbeeren verkaufte er dort bald auch in einem Hofladen Kaffee und Kuchen, Würstchen und Erzeugnisse aus der Region. Auf diese Weise entwickelte sich der Erdbeerhof mit der Zeit zu einem der größten Bauernmärkte Deutschlands. Seit 2001 trägt er den Namen des Großvaters, „Karls Erlebnis-Dorf“.[1]

Im Jahre 2012 wurde ein zweiter Erlebnishof in Zirkow auf Rügen eröffnet, 2014 folgten Höfe in Warnsdorf und in Elstal bei Berlin, seit März 2016 gibt es ein fünftes Erlebnis-Dorf in Koserow auf Usedom. Im Jahr 2018 wurde das Barbycafé in Loburg in Sachsen-Anhalt eröffnet.

Am Standort Elstal ist außerdem der Bau eines Erdbeerlandes mit Übernachtungsmöglichkeiten geplant. Auf dem Areal der ehemaligen Löwen-Kaserne sollen auf 71 Hektar ein Badesee und bis zu 400 Ferienhäuser mit 2000 Betten entstehen. Die Investitionssumme beträgt 100 Mio. Euro, Baubeginn ist für 2019 geplant. Im Frühjahr 2021 soll das Erdbeerland eröffnet werden.[3][4]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karls Erlebnisdorf in Rövershagen
Das Gelände des Erlebnisdorfes in Koserow.

Karls Erlebnis-Dörfer sind eine Mischung aus Hofladen, gläserner Manufaktur, Restaurantbetrieb und Fahrgeschäften. Der Eintritt ist generell kostenlos. Für einige Attraktionen ist eine Benutzungsgebühr zu entrichten, es gibt aber auch Tages- und Jahreskarten, mit denen alle Fahrgeschäfte unbegrenzt genutzt werden können. Die Erlebnis-Dörfer sind ganzjährig geöffnet. Im Hofladen gibt es Lebensmittel und Gegenstände aus eigener Produktion, vorrangig rund um das Thema Erdbeere, zu kaufen. In den Manufakturen an den einzelnen Standorten wird unter anderem Kaffee geröstet, Seife, Bonbons, Eiscreme und Schokolade hergestellt, Marmelade gekocht und Brot gebacken. Die Produkte werden sowohl vor Ort als auch in einem Onlineshop verkauft. Zu den weiteren Attraktionen zählen z. B. Rutschen, ein Maislabyrinth, eine Eisskulpturenausstellung, Traktorfahrten und die größte Kaffeekannensammlung der Welt mit über 50.000 Kannen (Stand: 2017).[1][5]

Daneben verfügt das Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern über ca. 300 Hektar Erdbeerfelder, die von Mai bis September abgeerntet werden. An drei Standorten können die Früchte auch selbst gepflückt werden. Zudem werden die dort angebauten Erdbeeren an etwa 400 Verkaufsständen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin angeboten. Insgesamt erntet Karls jährlich 5000 Tonnen Erdbeeren.[6][7] Mit 1,2 Millionen Besuchern im Jahr 2014 ist das Erlebnis-Dorf in Rövershagen die meistbesuchte Touristenattraktion Mecklenburg-Vorpommerns.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karls Erlebnis-Dorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bernhard Bartsch: Karls Erdbeerhof: Der Apple unter den Erdbeeren. In: brand eins. Nr. 02, 2015.
  2. a b Steffen Fründt: Eine spektakuläre Erfolgsstory der Nachwendezeit. Welt Online, 27. September 2014; abgerufen am 24. März 2016.
  3. Elstal bekommt neues Erdbeer-Land auf Karls.de, abgerufen am 1. März 2017.
  4. Jens Wegener: Für 100 Millionen: Karls baut Freizeitpark. In: Märkische Allgemeine. 16. Februar 2017, abgerufen am 1. März 2017.
  5. Karls Erlebnis-Dorf: Die 50.000. #Kaffeekanne, Facebook, 6. August 2017.
  6. Carolin George: Ein Besuch im Zentrum des Erdbeerwahnsinns. Welt Online, 8. Juni 2015; abgerufen am 24. März 2016.
  7. Abschnitt „Karls Erdbeeren“ auf karls.de, abgerufen am 24. März 2016.

Koordinaten: 54° 9′ 37,5″ N, 12° 13′ 51,4″ O