Dallgow-Döberitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dallgow-Döberitz
Dallgow-Döberitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dallgow-Döberitz hervorgehoben
Koordinaten: 52° 32′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 66,54 km2
Einwohner: 9700 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14624
Vorwahl: 03322
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 056
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilmsstraße 41
14624 Dallgow-Döberitz
Webpräsenz: dallgow.de
Bürgermeister: Jürgen Hemberger (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Dallgow-Döberitz im Landkreis Havelland
Brieselang Dallgow-Döberitz Falkensee Friesack Gollenberg (Havelland) Großderschau Havelaue Ketzin/Havel Kleßen-Görne Kotzen (Havelland) Märkisch Luch Milower Land Mühlenberge Nauen Nennhausen Paulinenaue Pessin Premnitz Rathenow Retzow Rhinow Schönwalde-Glien Seeblick Stechow-Ferchesar Wiesenaue Wustermark BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Dallgow-Döberitz [ˈdalgoː-] ist eine amtsfreie Gemeinde im Osten des Landkreises Havelland in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Dallgow-Döberitz grenzt im Norden an Falkensee, im Osten an Berlin-Staaken, im Süden an Potsdam-Groß Glienicke und an die Döberitzer Heide und im Westen an Wustermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören der Ortsteil Seeburg und die bewohnten Gemeindeteile Ausbau, Dallgow, Engelsfelde, Neu-Döberitz, Neurohrbeck, Rohrbeck und Sperlingshof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dallgow-Döberitz hat insbesondere eine militärgeschichtliche Bedeutung. Die Errichtung des Truppenübungsplatzes Döberitz unter Kaiser Wilhelm II. in den Jahren 1892–1895 hat die Entwicklung und das heutige Erscheinungsbild des Ortes nachhaltig geprägt. So ist zum Beispiel die Heerstraße, welche als heutige B 5 von Dallgow-Döberitz bis in die Mitte von Berlin führt, bereits damals als Aufmarschstraße bis Dallgow-Döberitz ausgebaut worden. Das ehemalige Truppenübungsplatzgelände ist heute ein Naturschutzgebiet.

Dorf Döberitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döberitz war lange Zeit ein idyllischer und friedlicher Ort, umgeben von dichten Kiefernwäldern, in dem bereits im Jahre 1713 eine Kirche errichtet wurde. Als im Jahre 1892 das preußische Militär das Gelände für einen neuen Truppenübungsplatz beanspruchte, mussten alle Einwohner ihr Dorf verlassen. Die zurückgelassenen Gebäude des Dorfes wurden jedoch zunächst nicht abgerissen. Die ehemaligen Bewohner durften ihr Dorf auf dem Übungsplatz auch weiterhin für noch lange Zeit in übungsfreien Zeiten besuchen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Dorf ab 1945 für eine kurze Zeit wieder neu besiedelt. Mit der Bodenreform in der DDR wurden die über 4000 Hektar des Truppenübungsplatzes Döberitz enteignet und als Land an die sogenannten Neubauern verteilt und wieder landwirtschaftlich genutzt, wobei um 1952 auch eine neue Hofstelle entstand. Dieser Übungsplatz wurde jedoch bald wieder vom Militär, der Sowjetarmee, beansprucht, denn 1957 enteignete man die betroffenen Bewohner, die Döberitz innerhalb kürzester Zeit wieder verlassen mussten. In den Folgejahren wurden die Gebäude restlos abgetragen oder zerstört, so dass heute nur noch wenige kleine Mauerreste und Fundamente sichtbar sind. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1991 ist die ehemalige Dorfstelle aufgrund der Gefahren unzugänglich geblieben.[3] Seit 2004 befindet sich das gesamte Gebiet im Besitz der Heinz Sielmann Stiftung, die hier eine eingezäunte Wildnis-Kernzone errichtete. Seit 2009 liegt die ehemalige Dorfstelle inmitten dieser Wildnis-Kernzone und ist damit unzugänglich.[4] Die alte Haupt-Zufahrtsstraße von Dallgow nach Döberitz und von dort weiter nach Krampnitz, die fälschlicherweise noch heute in fast allen Landkarten als Nebenstraße eingetragen ist, ist heute nur noch fragmenthaft erhalten und dient auf dem kurzen besterhaltenen Teilstück vom Dallgower Sperlingshof bis vor dem Zaun der Wildnis-Kernzone als Wanderweg.

Olympisches Dorf für die Sommerspiele 1936[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Olympisches Dorf (Berlin)

In Dallgow errichtete man in den Jahren von 1934 bis 1936 ein Olympisches Dorf, welches heute zu großen Teilen nur noch als Ruine erhalten ist und im Zuge der Gebietsreform in den 1990er Jahren, unter dem Protest der Dallgower Gemeindevertretung, der Nachbargemeinde Wustermark zugeschlagen wurde – Wustermark führt nun die Olympischen Ringe im Wappen.

Militärgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Hauptartikel: Flugplatz Döberitz und Truppenübungsplatz Döberitz

Die militärische Nutzung des Gebietes um das Dorf Döberitz wurde 1713 unter Friedrich Wilhelm I. aufgenommen. Im September 1753 folgte unter Friedrich II. dort ein erstes Großmanöver, das zur Irreführung des Auslandes während des Siebenjährigen Kriegs in der Literatur verfälschend dargestellt, mit bereits 44.000 Soldaten abgehalten wurde.

Bis 1890 wurden Schießübungen der Berliner und Potsdamer Truppen auf dem Schießplatz in Tegel durchgeführt. Wegen der Mängel des Platzes forderte die preußische Heeresführung ein ständiges Trainingsgelände. Der damalige Chef des Generalstabes vom Gardekorps entschied sich für das Gelände um Döberitz. 1892 wurde der damalige Generalstabsoffizier von Bredow mit der Geländebesichtigung und der Festlegung der Grenzen beauftragt. Die Landvermessungen und die Verhandlungen des Militärfiskus mit den betroffenen Gemeinden begannen 1893, und bis 1894 wurde dafür vom Militärfiskus das Gelände einer erworbenen Fläche von ca. 4.400 Hektar um Döberitz requiriert. Das Dorf musste verlassen werden, das umliegende Gelände wurde großflächig gerodet. Auf Geheiß des Militärs baute man die Heerstraße (heutige B 5) als direkte Verbindung zwischen Berlin und dem Truppenübungsplatz aus.

Obelisk auf dem Truppenübungsplatz, den Kaiser Wilhelm II. errichten ließ, wurde durch Vandalismus stark beschädigt (2012)
Barackenlager Döberitz vor 1900 mit den ersten Wellblechbaracken
Truppenübungsplatz, die sogenannte „Wüste“ Döberitz 1904

Anfänglich in Großzelten untergebracht, wurden die Soldaten – mit Zwischenstation in Wellblechbaracken – bis 1914 in feste Häuser umgesiedelt. Das Lager, Barackenlager genannt, entstand an der Berlin-Hamburger Chaussee zwischen Rohrbeck im Westen und Dallgow im Osten. Ab 1910 wurden in Döberitz auch Flugversuche unternommen und, ebenfalls bis 1914, daraufhin Fliegerkasernen und der Flugplatz gebaut. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Lager auch Internierungs- und Kriegsgefangenenlager, zuerst als Teil des Barackenlagers (Neulager) selbst, ab 1915 in zwei eigens neu gebauten Lagern bei Rohrbeck und Dyrotz. Insgesamt waren bis Oktober 1918 dort mehr als 30.000 Gefangene aus 7 Nationen inhaftiert. Nach 1918 von der Interalliierten Militär-Kontrollkommission überwacht, wurden viele kriegstechnischen Anlagen (darunter z. B. der erste Flugsimulator) demontiert oder zerstört.

Militärgeschichtlich relevant ist neben der ursprünglich allein für Infanterie, Artillerie und Kavallerie gedachten militärischen Ausbildungsstätte Döberitz, dass die deutsche Militärluftfahrt mit der ersten „Provisorischen Fliegerschule“ 1910 in Dallgow-Döberitz ihren Anfang nahm.

Der dafür eingerichtete Flugplatz befand sich im nordwestlichen Teil des Truppenübungsplatzes bei Priort. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde hier das erste Fliegerbattailion Deutschlands gegründet, und während des Krieges wurden zahlreiche Jagdpiloten und Luftbeobachter in Döberitz ausgebildet. Ab 1914 war hier das Fliegerbataillon Nr. 1 stationiert, in dem 1916 auch Manfred von Richthofen ausgebildet wurde. Am 1. August 1914, dem Tag, an dem Deutschland in den Ersten Weltkrieg eintrat, wurde die Fliegerersatzabteilung 2 (FEA 2) in Döberitz aufgestellt, die im August 1915 nach Schneidemühl verlegt wurde. Am 29. April 1916 wurde die Riesenflieger-Ersatzabteilung (RFEA) aufgestellt, später nach Köln verlegt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Deutschland durch den Versailler Vertrag die Unterhaltung von Militärstreitkräften eingeschränkt. Unter anderem wurde die Luftwaffe verboten (bis Januar 1927) und der Flugplatz geschlossen. Doch trotz des Verbots begann bereits in den 1920er Jahren erneut der Flugbetrieb, zunächst getarnt als Werbefliegerei. Auf Befehl Hitlers wurde 1936 die Legion Condor von Döberitz aus zur Unterstützung des faschistischen Generals Francisco Franco gegen die demokratische Regierung im spanischen Bürgerkrieg nach Guernica (Spanien) beordert. Dieser Einsatz galt als Test der deutschen Luftwaffe und muss als kriegsvorbereitend für den Zweiten Weltkrieg gesehen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Truppenübungsplatz ab 1947 der Roten Armee als Übungsgelände. Im Jahre 2000 wurden im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Deklarierung der Döberitzer Heide als Naturschutzgebiet (1997) alle verbliebenen Anlagen des Flugplatzes abgerissen.

1919/20 war die Marine-Brigade Ehrhardt in Dallgow-Döberitz untergebracht und marschierte in der Nacht vom 12. auf den 13. März 1920 auf der Heerstraße nach Berlin als Auftakt zum Kapp-Putsch.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg nutze die Reichswehr den Übungsplatz und seine Einrichtungen. Bis in den Zweiten Weltkrieg wurde der Truppenübungsplatz immer weiter ausgebaut.

Bis 1930 hatte sich ein Zentrum der politischen Reaktion gebildet, das auch Versteck für die Schwarze Reichswehr war. Während der Zeit des Nationalsozialismus entstand in Döberitz eines der größten militärischen Schulungszentren für Piloten (Fliegerhorst Elsgrund) und Infanterie (Olympisches Dorf und Löwen-Adler-Kasernen) sowie Stützpunkte für Artillerie, Luftnachrichten (Hottengrund/Kladow) und Flugabwehr (Elstal). Die zum Übungsplatz gehörenden Kasernen befanden sich weiter auf dem Gelände des alten Barackenlagers.

Bemerkenswerterweise war das Areal, das den Alliierten sehr wohl als militärischer Standort bekannt war, nie Ziel massiver Bombardierungen. Nur vereinzelt schlugen britische Fehlabwürfe und sowjetische Artilleriegranaten dort ein. Das Gros der Einrichtungen überstand den Krieg unbeschadet.

Ab 1944 bis Kriegsende existierten in Dallgow-Döberitz Außenstellen des KZ Sachsenhausen für Männer und des KZ Uckermark für Mädchen und junge Frauen sowie ein Zwangsarbeiterlager, in dem sowjetische Zwangsarbeiter interniert waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kurzfristig als Flüchtlingslager umgenutzt, übernahm die Rote Armee 1947 das Areal und stationierte dort bis zu 20.000 Soldaten. 1992 endete die militärische Nutzung des Geländes mit dem Abzug der russischen Truppen. Seit 1996 nutzt die Bundeswehr (Garnison Spandau) im Süden einen kleinen Teil des Geländes wieder zu Übungszwecken.

Die Kasernengebäude wurden ab 1994 entkernt und werden seither nach und nach abgerissen. Die entstehenden Brachen werden als Neubaugebiete erschlossen, die sich erneut am Grundriss der ehemaligen Lagerstruktur ausrichten. Eines der letzten erhaltenen Gebäude des Barackenlagers Döberitz und somit Symbol für die bewegte Militärgeschichte des Ortes war das in Leichtbauweise errichtete Offizier-Casino aus dem Jahr 1895. Es gehörte zu einer denkmalgeschützten Gebäudegruppe. Während die beiden massiven Gebäude (Wasserturm und Baracke 34) denkmalgerecht wiederhergestellt werden konnten, verfiel das Kasino immer mehr. Der Abriss erfolgte im März/April 2014.

Das eingeebnete Flughafengelände wird seit 2004 von der Heinz-Sielmann-Stiftung als Wildfreigehege bewirtschaftet, der Übungsplatz ist seit 1997 ein von Wanderwegen durchkreuztes Naturschutzgebiet geworden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Oktober 2003 wurde Seeburg eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 519
1890 626
1910 918
1925 1 276
1933 2 004
1939 3 220
1946 3 405
1950 4 411
1964 3 749
1971 3 725
Jahr Einwohner
1981 3 375
1985 3 292
1989 3 145
1990 3 062
1991 3 000
1992 2 956
1993 2 992
1994 3 230
1995 3 635
1996 3 944
Jahr Einwohner
1997 4 329
1998 4 665
1999 4 960
2000 5 289
2001 5 528
2002 5 716
2003 7 094
2004 7 439
2005 7 786
2006 8 086
Jahr Einwohner
2007 8 277
2008 8 471
2009 8 576
2010 8 636
2011 8 616
2012 8 714
2013 8 989
2014 9 280
2015 9 700

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 46.9 %
 %
40
30
20
10
0
33,2 %
17,9 %
17,7 %
14,9 %
7,9 %
6,2 %

Die Gemeindevertretung von Dallgow-Döberitz besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Hemberger (FWG) ist seit 2005 Bürgermeister der Gemeinde. Bei der Stichwahl am 28. April 2013 wurde er mit 52,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt für weitere acht Jahre bestätigt. Für ihn stimmten 1386 Wahlberechtigte. Sein Gegenkandidat Alexander Lamprecht (SPD) erhielt 1257 Stimmen und damit 47,6 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,6 %.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das amtliche Wappen der Gemeinde Dallgow wurde erstmals 1938 verliehen. Das erneuerte Wappen aus dem Jahr 1995 wurde grafisch überarbeitet, enthält aber die gleichen gestalterischen Elemente und wurde am 20. April 1998 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber, geteilt durch einen roten Mittelbalken, eine grüne beblätterte auf einem Berg stehende Eiche; der Stamm beseitet von zwei gegeneinandergestellten blauen Pflugscharen; der Balken belegt mit einem silbernen Schwert.“[10]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde besteht – bei Aufhängung an einem Querholz – aus 2 Längsstreifen in den Farben grün und weiß, auf die das Gemeindewappen in der Mitte aufgelegt ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Dallgow-Döberitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Döberitzer Heide

Hauptartikel: Döberitzer Heide
Przewalski-Pferde in der Döberitzer Heide

Der Naturschutzgebiet Döberitzer Heide wird im Sinne der Agenda 21, des Schlussdokuments der internationalen Konferenz für Umweltschutz und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992, im Rahmen des Projekts Konversion Döberitzer Heide und Kasernenumfeld vom ehemaligen Truppenübungsplatz zum Naturschutz- und Naherholungsgebiet umgestaltet.

Auch nach dem Abzug der ehemaligen sowjetischen Truppen ist die Döberitzer Heide zum großen Teil noch Sperrgebiet. Nur wenige Gebiete wurden beräumt. Die Döberitzer Heide ist seit 1997 Naturschutzgebiet, das die Heinz Sielmann Stiftung Anfang 2004 erworben hat, um dort die Naturlandschaft Döberitzer Heide einzurichten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Herbst 2003 besitzt die Gemeinde Dallgow-Döberitz ein Gewerbegebiet auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Die ehemalige Militärfläche wurde mit Mitteln der EU und des Bundes aufwendig munitionsbereinigt, da sie sich auf dem Gebiet einer ehemaligen Schießbahn befindet. Das Gelände hat eine Größe von 23 Hektar und ist für die Gewerbeansiedlung hergerichtet. Zur Erstellung des Gewerbegebietes wurden 37 Gebäude abgerissen und 30.000 m³ Schutt entsorgt. In Dallgow und Seeburg gibt es das große Einkaufszentrum Havelpark Dallgow in unmittelbarer Nähe zur B 5, diverse Hotelbetriebe, mehrere Autohäuser, Handel und diverse Gewerbetreibende.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die vierstreifig ausgebaute Bundesstraße 5 zwischen Nauen und der Berliner Stadtgrenze (Bezirk Spandau). Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Berlin-Spandau an der A 10 (westlicher Berliner Ring).

Der Haltepunkt Dallgow-Döberitz an der Bahnstrecke Berlin–Stendal–Hannover wird von der Regional-Express-Linie RE 4 (Rathenow–Berlin–Jüterbog) und der Regionalbahnlinie RB 13 (WustermarkBerlin-Jungfernheide) bedient.

Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[11] 3 877 3 972 4 113 4 233 4 388 4 497 4 645 4 831
Nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 468 469 480 490 509 516 517 521
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510 512

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marie-Curie-Gymnasium hat eine naturwissenschaftliche Prägung. Es ist im Februar 2005 in ein neues Gebäude umgezogen, das mit dem Brandenburgischen Architektenpreis[12] ausgezeichnet wurde. Es handelt sich bei dem neuen Gebäude um den bis dahin einzigen Neubau eines Gymnasiums in Brandenburg. Seit dem Schuljahr 2009/2010 wurde nach Fertigstellung eines Anbaus der fünfzügige Schulbetrieb aufgenommen.

Das Marie-Curie-Gymnasium Dallgow-Döberitz gelangte als Schauplatz der im Sommer 2007 gedrehten Neuverfilmung des Spielfilms Die Welle zu überregionaler Bekanntheit.

In Dallgow und Seeburg gibt es fünf Kinder- bzw. Horteinrichtungen, da die Gemeinde durch den ungebrochenen Zuzug aus Berlin weiterhin wächst. Ferner gibt es eine kommunale Grundschule, einen Neubau aus dem Jahr 2001 mit zwei Schulstandorten. Der weitere Ausbau der Grundschule ist geplant.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Dallgow-Döberitz verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kai Biermann, Erhard Cielewitz: Flugplatz Döberitz – Geburtsort der militärischen Luftfahrt in Deutschland. Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-371-5.
  • Lutz Münchhoff (Hrsg.): Dallgow-Döberitz im Fluge. Gewidmet der Familie Münchhoff-Carus und ihrer Heimat. Eine Bilderchronik und Luftaufnahmen von heute. Filum-Rubrum-Verlag, Dallgow-Döberitz 2007, ISBN 978-3-940678-00-3.
  • Ursula Kluchert: Dallgow. Chronik eines Dorfes. Filum-Rubrum-Verlag, Dallgow-Döberitz 2009, ISBN 978-3-940678-01-0.
  • Susanne Dost: Das Olympische Dorf 1936 im Wandel der Zeit. Bernd Neddermayer, Berlin 2003, ISBN 3-933254-12-4.
  • Wolfgang Cilleßen: Das Olympische Dorf 1936. GbR Olympisches Dorf, Potsdam/ Berlin 1996, OCLC 247289831.
  • Die Garnisonen Potsdam, Rathenow, Köpenick, Döberitz, Kummersdorf. In: Die Mark Brandenburg. Heft 47, Berlin 1997, ISSN 0939-3676.
  • Brandenburgische Denkmalpflege. Jahrgang 6, 1997, Heft 2, Berlin 2002, ISSN 0942-3397, S. 5–11 u. 40-44.
  • Paul Deickert: Döberitz. Selbstverlag, Döberitz 1930, DNB 572681399.
  • Paul Deickert: Historisches Döberitz – Döberitz, wie es war und wie es ist. überarbeitete und ergänzte 2. Auflage. „Offene Worte“, Berlin 1936, DNB 572681402.
  • Das Olympische Dorf. Unterkunft der Infanterieschule und des I. Btl. des Infanterie-Lehrregimentes. Deutscher Kunstverlag, 1938, 2. Auflage. (im Auftrag der Wehrmacht) der zur Olympiade erschienenen Broschüre „Das Olympische Dorf“.
  • Dorf des Friedens. Das Olympische Dorf erbaut von der Wehrmacht des Deutschen Reiches zur Feier der XI. Olympischen Spiele Berlin 1936. Philipp Reclam jun., Leipzig 1936, DNB 575944021.
  • Wilhelm Doegen (Hrsg.): Kriegsgefangene Völker. Band 1. 6. Auflage. Berlin 1921, DNB 365535133.
  • Erika Stix u. a.: Die Geschichte der Döberitzer Heide. Band 1–9, Berlin 1999–2011, DNB 983153965.
  • Günter Nagel: Truppenübungsplatz Döberitz. In: Die Mark Brandenburg. Heft 47, Marika Großer Verlag, Berlin 2002

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dallgow-Döberitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  3. Dorf Döberitz. (Memento vom 15. Januar 2013 im Internet Archive) auf: doeberitzer-heide.de
  4. Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. auf: sielmann-stiftung.de
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 14-17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 28. April 2013
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  12. Brandenburgischer Architekturpreis 2005 für die Vielfalt der Stadtfunktion und Stadtbildgestaltung vom 30. Mai 2005.