Enchanter

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Enchanter (englisch für „Zauberer“) ist ein Fantasy-Textadventure von Infocom aus dem Jahre 1983. Es spielt im Zork-Universum[1] und sollte ursprünglich als Zork IV auf den Markt kommen.[2] Es ist der erste Teil der Enchanter-Trilogie. Die anderen beiden Teile sind Sorcerer (1984) und Spellbreaker (1985).

Handlung[Bearbeiten]

Der böse Hexenmeister Krill verbreitet Chaos und Zerstörung. Der „Circle of Enchanters“ (deutsch: Zirkel der Zauberer) getraut sich nicht, ihm Einhalt zu gebieten. In der Hoffnung, dass Krill ihn nicht wahrnehmen oder zumindest nicht als Bedrohung einschätzen würde, wird ein Zauberei-Anfänger (der Spieler) ausgesandt, um Krill zu stoppen. Im Verlauf des Spiels steigern sich die Fähigkeiten des Spielers als Zauberer, dadurch allerdings auch die Bedrohung durch Krill.

Spielprinzip und Technik[Bearbeiten]

Enchanter ist ein Textadventure, das heißt, es gibt keinerlei grafische Elemente. Umgebung und Geschehnisse werden als Bildschirmtext aus- und die Handlungen des Spielers ebenfalls als Text über die Tastatur eingegeben. Der Parser des Spiels versteht über 700 Wörter, was Enchanter zum Zeitpunkt des Erscheinens zu einem der technisch fortgeschrittensten Textadventures machte. Das Spiel enthält 74 Räume und 33 Objekte.[1]

Magiesystem[Bearbeiten]

Das System der Zaubersprüche beruht teilweise auf der Erdsee-Saga von Ursula K. LeGuin und teilweise auf dem vancianischen System des Rollenspiel-Regelwerks Dungeons & Dragons. Wie bei Vance müssen Zaubersprüche erst im Gedächtnis "gespeichert" werden, bevor sie genutzt werden können, und wie bei LeGuin wird ein Zauberspruch durch einen Nonsensbegriff repräsentiert. Dieser Begriff kann dann im Spiel als Verb genutzt werden. Beispielsweise bringt der Zauberspruch "FROTZ" Objekte zum Leuchten; die Eingabe >FROTZ BOOK bringt entsprechend ein Buch zum Leuchten. Dieses Magiesystem, das sich durch alle drei Spiele der Enchanter-Trilogie zieht und in abgewandelter Form auch in den Nachfolgespielen Beyond Zork und Zork Zero Anwendung findet, deutet sich erstmals in Zork II an, wo gegen Ende mit Hilfe eines Zauberstabs Magie ausgeübt werden kann.[3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Neben dem Spiel enthielten die frühen Veröffentlichungen von Enchanter ein gedrucktes, fiktives Essay „A Brief History of Magic“ sowie eine auf alt getrimmte Schriftrolle mit Siegel (aus Gummi).
Der Roman Enchanter von Robin Wayne Bailey hat eine vergleichbare Handlung und spielt im gleichen Universum wie das Computerspiel, beinhaltet aber gänzlich andere Charaktere.[4]
Frotz, ein Z-machine-Emulator, hat seinem Namen von einem der Zaubersprüche aus Enchanter.

Rezeption[Bearbeiten]

In zeitgenössischen Reviews wurden die Puzzles und der leistungsstarke Parser positiv hervorgehoben. Die banale Story wurde negativ angemerkt.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Review auf ACG
  2. Enchanter auf infocom-if.org
  3. Nick Montfort: Twisty Little Passages. MIT Press 2003. S. 140.
  4. Enchanter (Roman) bei Shelfari.com
  5. Creative Computing, März 1984, S. 153
  6. Computer Gaming World, Dezember 1983, S. 43f.