Zork

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Zork
Zork Box.jpg
Studio Infocom
Publisher Infocom
Leitende Entwickler Tim Anderson, Marc Blank, Bruce Daniels, Dave Lebling
Erstveröffent-
lichung
November 1980
Plattform Amiga, Apple II, Atari 8-Bit, Atari ST, C64, C128, MS-DOS, Mac OS, MSX, PC-98, PC Booter, PlayStation, Schneider CPC, Saturn, TRS-80, TRS-80 CoCo
Spiel-Engine ZIL
Genre Textadventure
Thematik Fantasy
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur
Medium Diskette, Kassette (Mini-Zork I), CD-ROM (Anthology), Download
Sprache Englisch

Zork ist ein frühes Computerspiel des US-amerikanischen Unternehmens Infocom. Wegen des limitierten Speicherplatzes damaliger Heimcomputer und Datenträger erfolgte die Veröffentlichung in drei unabhängig voneinander spielbaren Teilen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zork I

Das Spiel beginnt in der unmittelbaren Umgebung eines weiß gestrichenen Holzhauses inmitten eines Waldes. Der Spieler beginnt das Spiel ohne eine klare Aufgabe, nach dem Betreten des Holzhauses und dem dortigen Auffinden eines Zugangs zum „Great Underground Empire“ wird aber schnell klar, dass es das Ziel des Spiels ist, 20 wertvolle Artefakte zu stehlen und in einer Vitrine im Holzhaus zu deponieren.

Zork II

Im zweiten Teil des Spiels erkundet der Spieler das Reich des „Wizard of Frobozz“, eines alten Zauberers, den der Spieler bekämpfen und besiegen muss.

Zork III

Im dritten Teil des Spiels gilt es, den „Dungeon Master“ aufzuspüren, ihn zu besiegen und seine Nachfolge anzutreten.

Spielprinzip und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zork war ein Fantasy-Textadventure (erst das zweite nennenswerte Textadventure überhaupt), was bedeutet, dass alle Räume und Ereignisse der Spielwelt in Worten beschrieben werden und das Spiel mittels eines Parsers, der Befehle wie „Open the Mailbox“ („Öffne den Briefkasten“) oder „Attack the Troll with the Sword“ („Greife den Troll mit dem Schwert an“) verarbeitet, vom Spieler gesteuert werden kann. Die Zork-Fantasiewelt hat viele satirische Züge, welche u. a. die Bürokratie und Finanzpolitik der heutigen Zeit veralbern. Im Spiel kam u. a. der sogenannte „Grue“ vor, eine in dunklen Behausungen lebende Kreatur, die man sich von Jack Vance entliehen hatte.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zork wurde ursprünglich 1977 von den Studenten Marc Blank und Dave Lebling vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) in MDL auf einem Großrechner der Marke DEC PDP-10 programmiert. Vorbild war das Spiel Adventure der Informatiker William Crowther und Don Woods. Ein kommerzieller Markt für Computerspiele existierte noch nicht; so wurde das Spiel zunächst zwischen Studenten verbreitet. Bis 1979 erfuhr das Spiel zahlreiche Verbesserungen und Erweiterungen, an denen die Studenten Tim Anderson und Bruce Daniels signifikant beteiligt waren. Nachdem die meisten Programmierer von Zork 1979 ihr Studium abgeschlossen hatten, gründeten sie am 22. Juni 1979 die Firma Infocom, portierten das Spiel auf die Heimcomputer und vertrieben es kommerziell an ein größeres Publikum. Dabei wurde wegen der geringeren Disketten- und Speichergrößen der Heimcomputer zunächst nur ein Teil des ursprünglichen Zork veröffentlicht, unter dem Namen Zork 1. In den Jahren darauf folgten Zork 2 und Zork 3, die die Geschichte fortführten und inhaltlich zum Teil über das nichtkommerzielle Zork hinausgingen. Später erschienen noch Beyond Zork und Zork Zero. Infocom entwickelte über die Jahre auch andere Textadventures (die Enchanter-Trilogie spielt ebenfalls in der Zork-Welt). Mit „Zork“ meinte man umgangssprachlich unter den MIT-Informatikern ein inhaltsloses Wort wie „Dingsda“. Eine nach Fortran portierte Version des Spiels trug den Titel Dungeon.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Infocom-Spielen sind Zork I bis III auch ohne die gedruckten Zusatzmaterialien der Originalverpackungen lösbar. Entsprechend den damaligen Gepflogenheiten waren sie allerdings auch schwieriger. Mittels sogenannter Interpreter sind sie wie alle Infocom-Spiele nicht nur auf PCs, sondern auf einer großen Zahl von Systemen, von einfachen PDAs über Macs, Amigas und Unix-basierte Systeme bis hin zum Supercomputer spielbar.

Nachfolger und Derivate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zork via der Z-machine-Implementation Frotz auf einem iPhone

Nach dem Untergang von Infocom erschien 1993 Return to Zork, das als Grafik-Adventure die Zork-Serie weiterführen sollte. Die Firma Activision hatte Infocom übernommen und veröffentlichte 1996 noch das vielbeachtete Zork Nemesis und ein Jahr später das nicht mehr so erfolgreiche Zork: Der Großinquisitor. Im Internet tauchte zeitweilig Hotel New Zork auf der Website von Activision auf – ein Grafikspiel zum Klicken, welches den Spieler zum Kauf von Zork Nemesis inspirieren sollte. Im Rahmen einer Werbekampagne für Zork: Grand Inquisitor programmierten die Infocom-Urgesteine Marc Blank (Gründer) und Michael Berlyn (Programmierer) noch das kleine Spiel Zork – The Undiscovered Underground, welches den Spieler noch einmal im klassischen Textmodus in die Gewölbe des „Great Underground Empire“ entführte. Zusammengefasst wurden 1996 alle Zork-Teile (bis auf den Grand Inquisitor) in einer Zork Special Edition. 2010 wurde Zork als Minispiel in Call of Duty: Black Ops integriert.

Von 2009 bis 2011 existierte mit Legends of Zork ein Browsergame, das von der irischen Firma Jolt Online Gaming für Activision programmiert und gehostet wurde und auf dem Zork-Universum basierte. Das Spiel finanzierte sich über Mikrotransaktionen, wurde jedoch nach zwei Jahren wegen Erfolglosigkeit eingestellt.

In den USA erschienen einige Bücher, die in der Zork-Welt spielten. So schrieb Robin W. Bradley The Lost City of Zork. George Alec Effinger schrieb The Zork Chronicles, welches eine Art Zork ohne Computer sein sollte. Steve E. Meretzky, der maßgeblich an einigen Infocom-Adventures beteiligt war und später für die Adventure-Firma Legend Entertainment arbeitete, schrieb vier Spielbücher. Dabei hat der Leser einen Text vor sich und kann am Ende jeder Seite entscheiden, auf welcher Seite er weiterlesen möchte. Zwei sogenannte "Infocomics", interaktive Comics für Heimcomputer, erschienen 1988 unter den Namen Zork Quest und Zork Quest II.

Einzeltitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zork (1980) von Infocom
  2. Zork II (1981) von Infocom
  3. Zork III (1982) von Infocom
  4. Enchanter (1983) von Infocom
  5. Sorcerer (1984) von Infocom
  6. Wishbringer (1985) von Infocom
  7. Spellbreaker (1985) von Infocom
  8. Beyond Zork (1987) von Infocom
  9. Zork Zero (1988) von Infocom
  10. Return to Zork (1993) von Infocom / Activision
  11. Zork Nemesis (1996) von Activision
  12. Zork: Der Großinquisitor (1997) von Activision

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Computer Gaming World stellte die Qualität des Parsers sowie dessen Geschwindigkeit heraus und bezeichnete das Spiel als „sein Geld wert für jeden, der sich auch nur vage für Adventures interessiert“.[1] Graham Nelson, Erfinder der Programmiersprache Inform und einer der Väter der modernen Interactive Fiction, bezeichnet Zork in seinem Manifest The Craft of the Adventure als Imitat von Adventure, das als Spiel besser funktioniere als das Original, dabei aber weniger Wert auf eine überzeugende Spielumgebung lege. Die wiederkehrenden Bezüge auf die Flathead-Dynastie seien auf Dauer ermüdend, und das Spiel sei im Gegensatz zu späteren Infocom-Spielen fehlerbehaftet.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zork (game franchise) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CGW 2.1 Januar 1982, S. 32. Abgerufen am 15. August 2015.
  2. Graham Nelson: The Craft of the Adventure, S. 5; abgerufen am 2. Dezember 2016