Alioth (Stern)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Epsilon Ursae Majoris)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stern
Alioth (ε Ursae Majoris)
StarArrowUL.svg
Ursa major constellation map.png
ε UMa im Sternbild „Großer Bär“
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Großer Bär
Rektaszension 12h 54m 1,75s [1]
Deklination +55° 57′ 35,4″ [1]
Scheinbare Helligkeit 1,75 mag [1]
Typisierung
Spektralklasse A1 III–VIp [2]
B−V-Farbindex −0,02 [3]
U−B-Farbindex 0,01 [3]
R−I-Index −0,03 [3]
Veränderlicher Sterntyp α2 CVn
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit (−12,7 ± 0,2) km/s [4]
Parallaxe (39,51 ± 0,20) mas [1]
Entfernung (82,6 ± 0,4) Lj
(25,3 ± 0,1) pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis −0,21 mag [5]
Eigenbewegung [1]
Rek.-Anteil: (111,91 ± 0,23) mas/a
Dekl.-Anteil: (−8,24 ± 0,19) mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse 2,8 M [5]
Radius 3,9 R [5]
Leuchtkraft

137 L [6]

Oberflächentemperatur 9550 K [5]
Metallizität [Fe/H] 0,00 [6]
Andere Bezeichnungen
und Katalogeinträge
Bayer-Bezeichnung ε Ursae Maioris
Flamsteed-Bezeichnung 77 Ursae Maioris
Bonner Durchmusterung BD +56° 1627
Bright-Star-Katalog HR 4905 [1]
Henry-Draper-Katalog HD 112185 [2]
Hipparcos-Katalog HIP 62956 [3]
SAO-Katalog SAO 28553 [4]
Tycho-Katalog TYC 3845-1190-1[5]
2MASS-Katalog 2MASS J12540170+5557349[6]
Weitere Bezeichnungen FK5 483
WDS 12540+5558
CCDM 12540+5558
Aladin previewer

Alioth (von arabisch ألية, DMG alya ‚Fettschwanz [des Schafs], Gesäß‘) ist der Eigenname des Sterns Epsilon Ursae Maioris (ε UMa) im Sternbild Großer Bär. Er ist der dem „Wagen“ nächste der drei Deichselsterne des Großen Wagens. Alioth besitzt eine scheinbare Helligkeit von 1,8 mag und ist ca. 83 Lichtjahre entfernt. Er ist geringfügig heller als Dubhe und Alkaid und damit der hellste Stern im Sternbild.

Es handelt sich bei Alioth um einen weißen Unterriesen von knapp 3-facher Masse, 4-fachem Durchmesser und über 130-facher Leuchtkraft der Sonne. Seine Oberflächentemperatur liegt bei etwa 9500 K.

Alioth gehört zu einer Gruppe von veränderlichen Sternen, den Alpha-2-Canum-Venaticorum-Veränderlichen, deren charakteristisches Merkmal Magnetfeldschwankungen sind. Alioth zeigt daneben geringe Helligkeitsschwankungen mit einer Amplitude von 0,03 mag und einer Periode von 5,09 Tagen.[7]

Mit vier anderen der sieben hellen Wagensterne gehört Alioth zur sogenannten Bärengruppe, einem Bewegungshaufen von über einhundert über den halben Himmel verteilten Sternen. Unsere Sonne liegt im Bereich dieser Gruppe, bewegt sich aber in eine andere Richtung.

Nach dem „IAU Catalog of Star Names“ der Working Group on Star Names (WGSN) der IAU zur Standardisierung von Sternnamen wurde im Jahr 2016 dem Stern ε Ursae Maioris offiziell der Name „Alioth“ zugewiesen.[8]

Wissenschaftliche Untersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spektrum des Sterns zeigt Besonderheiten, nach denen er als abnormer Ap-Stern klassifiziert wurde. Es zeigt relativ zu den Standardsternen stärkere Linien von Silizium, Strontium und Metallen, dagegen schwächere Linien von Calcium und Magnesium.[9]

Wie bei solchen Sternen typisch wurde für die projizierte äquatoriale Rotationsgeschwindigkeit v∙sin i ein relativ geringer Wert von etwa 30 km/s gemessen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d VizieR: Hipparcos, the New Reduction (van Leeuwen, 2007) – The Astrometric Catalogue
  2. VizieR: NStars project: the Northern Sample. I. (Gray+, 2003)
  3. a b c VizieR: Stellar Photometry in Johnson’s 11-color system (Ducati, 2002)
  4. VizieR: Pulkovo radial velocities for 35493 HIP stars (Gontcharov, 2006)
  5. a b c d VizieR: Fundamental parameters of stars (Allende Prieto+, 1999)
  6. a b VizieR: Extended Hipparcos Compilation (XHIP) (Anderson+, 2012)
  7. VizieR: AAVSO International Variable Star Index VSX (Watson+, 2006–2014)
  8. Bulletin of the IAU Working Group on Star Names, No. 2. IAU Division C Education, Outreach and Heritage, 2016 (PDF; 158 KB).
  9. H. A. Abt, N. I. Morrell: The relation between rotational velocities and spectral peculiarities among A-type stars. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Vol. 99, 1995, doi:10.1086/192182, S. 135–172 (bibcode:1995ApJS...99..135A).
  10. VizieR: Catalog of Stellar Rotational Velocities (Glebocki+ 2005) – Mean V*sin(i) values for stars