Erich Bloch (Schriftsteller)

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Else Levi-Mühsam und Dr. Bloch, ca. 1982

Erich Bloch (geboren am 4. August 1897 in Konstanz; gestorben am 5. Februar 1994 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller.

Blochs Vater Moritz Bloch (1868–1946) war Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Konstanz.[1] Erich Bloch studierte Jura, Philosophie, Literatur- und Kunstgeschichte in Freiburg und war dann als Schriftsteller, Dozent und Verlagsleiter (Druckerei Jakob Stadler) tätig. 1933 mussten er und seine Frau sich infolge der nationalsozialistischen Verfolgung auf einen Bauernhof auf der Höri-Halbinsel (Michaelshof in Horn[2]) zurückziehen, wo sie gemeinsam mit jüdischen Flüchtlingen als Landwirte arbeiteten, solange das noch möglich war. 1939[3] wanderten sie schließlich nach Palästina aus. Nach vorübergehendem Aufenthalt in einem Kibbuz arbeitete und lebte Erich Bloch als Landwirt in den deutschsprachigen Siedlungen Shavei Zion und Nahariya im Norden Israels. Hier gründete und organisierte er über einen Zeitraum von 25 Jahren den Kulturzirkel „Oneg Shabat“. 1969[3] (nach anderen Quellen 1968 oder 1970) kehrte Bloch aus Israel nach Deutschland zurück und nahm seine schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Sein bekanntestes Werk ist die Geschichte der Juden von Konstanz (1971), für die Bloch sämtliche nicht vernichteten Unterlagen aufgearbeitet und die Überlebenden befragt hatte. 1982 gründete Dr. Bloch die Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz; heute Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek. Die Bücher kaufte er oder erhielt sie aus Schenkungen. Nach seinem Tod übergab Blochs Frau den Großteil seiner privaten Büchersammlung, seinem Wunsch gemäß, an die Bibliothek. Sein Nachlass wird im Stadtarchiv von Konstanz aufbewahrt. Im Chérisy-Quartier ist eine Straße nach Erich Bloch benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte der Juden von Konstanz im 19. und 20. Jahrhundert. Stadler, Konstanz, 1971; 3. unveränd. Auflage 1996, ISBN 3-7977-0355-4.
  • zusammen mit W. Trapp: Das verlorene Paradies. Ein Leben am Bodensee 1897–1939. Thorbecke Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-7995-6833-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Bosch: Bloch, Erich, in: Baden-Württembergische Biographien. Band 3. Kohlhammer, Stuttgart 2002, S. 22–24.
  • Barbara Buchmann: Unermüdlich für die Versöhnung. Erich Bloch (1897–1994), in: 400 Jahre Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz. Bad Buchau 2004, S. 127–131.
  • Lena Kreppel: Deutsch.Jüdisch.Israelisch. Identitätskonstruktionen in autobiographischen und essayistischen Texten von Erich Bloch, Jenny Cramer und Fritz Wolf, in: Epistemata. Würzburger wissenschaftliche Schriften. Reihe Literaturwissenschaft. Band 750. Königshausen & Neumann, Würzburg 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stolpersteine-konstanz.de/moritz_bloch.htm
  2. Broschüre "Literarische Radwege" des Deutschen Literaturarchivs Marbach (PDF; 1,1 MB)
  3. a b Datum lt. Verlagstext in seinem Buch „Die Geschichte der Juden“