Erich Kock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Erich Bernhard Kock (* 19. September[1] 1925 in Münster; † 14. Januar 2016 in Köln-Müngersdorf[2]) war ein deutscher Schriftsteller, Publizist und Autor zahlreicher Sachbücher, Biographien, Kurzgeschichten, Dokumentationen und Porträts in Film und Fernsehen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Kock wuchs im Münsteraner Kreuzviertel und besuchte das Gymnasium Paulinum.[3] Sein Vater starb, da war Kock gerade elf Jahre alt. Seine erste Ehefrau, mit der er zwei Kinder hatte, starb mit 32 Jahren. Kock heiratete erneut, war sechsfacher Vater und lebte mit seiner Familie in Köln-Müngersdorf.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Kock war als Soldat in Ungarn und in Kriegsgefangenschaft in Bordeaux. Im Stacheldrahtseminar von Chartres begann er bei Abbé Franz Stock das Studium der katholischen Theologie, Philosophie und Germanistik. Ab 1953 arbeitete er journalistisch, zunächst für Zeitungen und Zeitschriften. Später ging er zum Rundfunk und schuf für das Fernsehen mehr als 100 Filme zu theologischen, kunst- und zeitgeschichtlichen Themen und veröffentlichte und etliche Bücher.[5] Er verfasste Schriften über Persönlichkeiten der Geschichte und Gegenwart wie Heinrich Böll, Julien Green, Reinhold Schneider, Dompropst Bernhard Lichtenberg, Abbé Franz Stock, Franziska Schervier und den seligen Nikolaus Groß. Mit Nelly Sachs, Julien Green, Robert Spaemann, Ernst Jünger, Lew Kopelew, Gabriel Marcel und Josef Pieper war er befreundet.[6] Er war ein persönlicher Freund von Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., und engagierte sich jahrzehntelang als Autor in der von Ratzinger mitbegründete katholische Zeitschrift „Communio“.[5] 1977 wurde Kock mit dem Katholischen Journalistenpreis ausgezeichnet.

Von 1961 bis 1968 unterstützte er Heinrich Böll als dessen persönlicher Sekretär und Berater. Er war wesentlich mit Recherchen an den Werken „Ansichten eines Clowns“ und „Ende einer Dienstfahrt“ beteiligt. Später war er 22 Jahre lang für den Deutschen Caritasverband tätig und war vom 1. September 1971 bis 30. September 1990 Chefredakteur der Zeitschrift Caritas in NRW.[5] 1990 erhielt er den „Silbernen Brotteller“ des Deutschen Caritas-Verbandes.

Kock veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Leo Bretelle und Georg Clamor.

Erich Kock wurde am 21. Januar 2016 auf dem Gemeindefriedhof in Köln-Müngersdorf beigesetzt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preis der Presse und der Kritik, Festival der UNDA, Monte Carlo (1963)
  • Silberne Taube, Festival der UNDA, Monte Carlo (1966)
  • Förderstipendium des Landes NRW (1976)
  • Journalistenpreis (1977)
  • Silberner Brotteller des Dt. Caritasverbandes (1990)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Kock im Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren, abgerufen am 15. Januar 2016
  2. WDR Kulturnachrichten vom 14. Januar 2016: Publizist Erich Kock gestorben (Memento des Originals vom 15. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www1.wdr.de, abgerufen am 15. Januar 2016
  3. Johannes Loy: „Ein Besuch bei dem katholischen Schriftsteller und Publizisten Erich Kock in Köln Den Großen der Zeit begegnet“, Westfälische Nachrichten, 31. Januar 2014
  4. 7 Fragen an Erich B. Kock, Homepage der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands, abgerufen am 27. Oktober 2013
  5. a b c Uli Kreikebaum: WDR Kulturnachrichten vom 14. Januar 2016: Erich Kock im Porträt Weit mehr als Heinrich Bölls rechte Hand, Kölner Stadtanzeiger vom 16. September 2015
  6. Johannes Loy: „Der katholische Journalist und Publizist Erich Kock ist mit 90 Jahren gestorben Seine Stimme hatte stets Gewicht“, Westfälische Nachrichten, 16. Januar 2016