Erich Stern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erich Stern (* 1889 in Berlin; † 1959 in Zürich) war ein deutscher Psychiater, Psychologe und Pädagoge, der insbesondere durch seine Veröffentlichungen über Themen der Psychosomatik bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Stern wurde 1889 in Berlin geboren. Zwischen 1909 und 1915 studierte Stern Technik und Medizin in Berlin, Lausanne, Karlsruhe und Straßburg. 1915 erfolgte die Promotion zum Dr. med. in Straßburg, 1917 zum Dr. phil. in Gießen. 1920 wurde Stern in experimenteller Psychologie und Pädagogik in Gießen habilitiert und wurde dort 1924 außerordentlicher Professor für Philosophie und Pädagogik. 1927 wurde er Dozent am Pädagogischen Institut und Vorstand des Instituts für Psychologie, Jugendkunde und Heilpädagogik in Mainz. 1933 wurde Erich Stern wegen seiner jüdischen Herkunft nach §4 des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen und emigrierte nach Paris. Er arbeitete dort bis 1940 an der Clinique de neuro-psychiatrie infantile der Sorbonne als Assistant étranger. Stern überlebte die Besatzung durch die Nazis in Südfrankreich und schloss sich 1940 der Résistance an. Von 1950 bis 1955 arbeitete er an der Medizinischen Fakultät der Sorbonne. 1948 war er Attaché, 1950–1956 Chargé de Recherches am Centre national de la recherche scientifique. Danach siedele er nach Kilchberg bei Zürich über. Erich Stern starb 1959 in Zürich.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jugendpsychologie. Hirt, Breslau 1923.
    • Jugendpsychologie. Eine Einführung in die Psychologie der Entwicklung von der Geburt bis zum Abschluss der Pubertaet. 4,. vollkommen durchgesehene und neu bearbeitete Auflage. Hippokrates, Stuttgart 1950.
  • Seelische Stoerungen und Schwererziehbarkeit bei Kindern und Jugendlichen. Hirt, Breslau 1932.
  • Die Emigration als psychologisches Problem. Selbstverlag, Boulogne-sur-Seine 1937.
  • Experimentelle Persoenlichkeitsanalyse nach dem Murray-Test (T.A.T.). Beschreibung, Anwendung, Interpretation und diagnostische Bedeutung. Rascher, Zürich 1952.
  • Lebenskonflikte als Krankheitsursachen. Eine Einführung in die psychosomatische Medizin. Rascher, Zürich 1952.
  • Die Unverheirateten. Enke, Stuttgart 1957.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Putzke, Elmar Brähler: Erich Stern und die Spezifitätsdebatte. In: Adolf-Ernst Meyer, Ulrich Lamparter (Hrsg.): Pioniere der Psychosomatik. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte ganzheitlicher Medizin. Asanger, Heidelberg 1994.
  • Michael Putzke, Elmar Brähler: Erich Stern – Ein im Exil vergessener Pionier der Psychosomatik. In: Adolf-Ernst Meyer, Ulrich Lamparter (Hrsg.): Pioniere der Psychosomatik. Asanger, Heidelberg 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]