Ernst Fleischl von Marxow

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Ernst Fleischl von Marxow

Ernst Fleischl Edler von Marxow (* 5. August 1846 in Wien; † 22. Oktober 1891 ebenda) war ein österreichischer Physiologe und Erfinder.

Leben[Bearbeiten]

Ernst Fleischl Edler von Marxow, Sohn von Karl Fleischl Edlem von Marxow und seiner Frau Ida, geb. Marx, studierte erst Mathematik, Physik und Chemie, dann Medizin an den Universitäten in Wien und in Leipzig. 1870 wurde er in Wien zum Dr. med. promoviert und war zunächst – wie schon während seiner Studienzeit – Assistent von Ernst Wilhelm von Brücke, dann Prosektor am Anatomischen Institut und Assistent von Carl von Rokitansky. Bei einer Obduktion infizierte er sich an der Hand mit Leichengift, ein Daumen musste amputiert werde. Als Folge davon litt er lebenslang unter schmerzhaften Neuromen im Amputationsstumpf, die sein enger Freund Sigmund Freud ab 1884 mit Kokain zu behandeln versuchte. Die suchtbildende Wirkung wurde dabei erst im Behandlungsverlauf entdeckt, Spätfolgen dieser Verletzung waren dann auch die Ursache seines Todes.

Fleischl wandte sich nach seinem Unfall der Nerven- und Muskelphysiologie zu und war 1872 Assistent von Carl Friedrich Wilhelm Ludwig in Leipzig, nach seiner Rückkehr nach Wien 1873 dann wieder bei Ernst Wilhelm von Brücke, bei dem er sich als Privatdozent habilitierte. 1880 wurde er a.o. Professor für Physiologie an der Universität Wien. Im Jahr 1884 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Er befasste sich mit Kreislaufproblemen und leistete Beiträge zur Nerven- und Muskelphysiologie sowie zur physikalischen und physiologischen Optik. Er konstruierte mehrere Messgeräte, verbesserte das 1872 von Gabriel Lippmann entwickelte Kapillarelektrometer und erfand das Hämometer. Er berichtete über die Weltausstellung 1876 in Philadelphia. 1883 gelang ihm die erste Ableitung der elektrischen Gehirntätigkeit über die Kopfhaut, womit er eine wesentliche Voraussetzung für die Elektroenzephalografie schuf.

Fleischl wurde zum Ritter des Franz-Joseph-Ordens ernannt und war ab 1887 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Ueber den Bau der Sogenannten Schilddrüse, des Frosches. Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1868.
  • Eine Lücke in Kant's Philosophie und Eduard von Hartmann. Rösner, Wien 1872.
  • Untersuchung über die Gesetze der Nervenerregung. Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1875–80.
  • Die Doppelte Brechung des Lichtes in Flüssigkeiten. Wien 1884.
  • Die Deformation der Lichtwellenfläche im Magnetischen Felde. Wien 1885.
  • Mittheilung, betreffend die Physiologie der Hirnrinde. Zentralblatt Physiologie, 1890
  • Gesamte Abhandlungen. Hrsg. von Otto Fleischl von Marxow. Mit einer bibliographischen Skizze von Sigmund Exner. Barth, Leipzig/Wien 1893.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Peter Medwed: Ernst Fleischl von Marxow (1846–1891). Leben und Werk. Medienverlag Köhler, Tübingen 1997, ISBN 3-932694-02-3 (Zugleich Dissertation an der Universität Tübingen).
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Weblinks[Bearbeiten]