Ernst Iossifowitsch Neiswestny

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Ernst Neiswestny (links) wird durch Wladimir Putin ausgezeichnet, 2000

Ernst Iossifowitsch Neiswestny (russisch Эрнст Иосифович Неизвестный, wiss. Transliteration Ėrnst Iosifovič Neizvestnyj; * 9. April 1925 in Swerdlowsk; † 9. August 2016 in New York[1]) war ein sowjetischer bzw. russischer Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Neiswestny: Der Prophet

Ernst Neiswestny wurde 1925 in Swerdlowsk (heute Jekaterinburg) geboren.

Im Alter von 17 Jahren meldete er sich freiwillig zur Roten Armee. Am Ende des Großen Vaterländischen Krieges wurde er schwer verwundet und als tot gemeldet. Vermeintlich postum wurde er mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet, seiner Familie wurde die offizielle Todesmitteilung zugesandt. Neiswestny hatte jedoch wider Erwarten überlebt. In den 1930er Jahren fielen seine Eltern den stalinschen Säuberungen zum Opfer.

1947 schrieb er sich an der Kunstakademie in Riga ein. Danach setzte er sein Studium am Surikow-Institut in Moskau und an der philosophischen Fakultät der Lomonossow-Universität fort.

Seine Skulpturen waren oft aus Teilen des menschlichen Körpers zusammengesetzt. Er bevorzugte es, Skulpturen aus Bronze herzustellen, aber die Monumentalskulpturen sind aus Beton gefertigt. Die bekanntesten Monumentalwerke vereinigte Neiswestny in einem Zyklus, an dem er seit 1956 arbeitete. Als bestes Werk dieses Zyklus gilt die Skulptur „Lebensbaum“.

Für seine Arbeiten wurde Neiswestny vom damaligen sowjetischen Staatsoberhaupt Nikita Chruschtschow kritisiert, der die Skulpturen 1962 auf einer Ausstellung als „degenerierte Kunst“ bezeichnete. Chruschtschow fragte: „Warum verzerrst du die Gesichter der sowjetischen Menschen?“. Später schuf Neiswestny eine Skulptur Chruschtschows, die auf dessen Grab aufgestellt wurde. Die Gestaltung des Grabes erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch Chruschtschows durch Neiswestny.

Die bedeutendsten Werke aus sowjetischer Zeit sind „Prometheus“ im Pionierlager Artek (1966) und „Lotusblüte“ in der Nähe des Assuan-Staudammes in Ägypten (1971).

1976 emigrierte Neiswestny über die Schweiz in die USA.

In den 80er Jahren hielt Neiswestny Vorlesungen in den Universitäten von Oregon und Berkeley. Es hatte mehrere erfolgreiche Ausstellungen in der Magna Gallery in San Francisco. Ende der 80er schuf er als Auftragswerk der Magna Gallery den Zyklus „Man through the Wall“, der dem Zusammenbruch des Kommunismus gewidmet ist.

1996 beendete Neiswestny sein 15 m hohes Monumentalwerk „Maske der Trauer“, das den Opfern der Repressionen in der Sowjetunion gewidmet ist. Die Skulptur wurde in Magadan errichtet. Im selben Jahr erhielt Neiswestny den Staatspreis der Russischen Föderation.

Ernst Neiswestny: Maske der Trauer

Im Jahr 2000 wurde er mit dem Orden der Ehre ausgezeichnet.[2]

Bis zu seinem Tod lebte Neiswestny in New York und arbeitete an der University of Columbia.

In Uttersberg in Schweden gibt es ein Museum mit Skulpturen Neiswestnys. Einige seiner Skulpturen wurden von Papst Johannes Paul II. für die Vatikanischen Museen erworben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Russian-American sculptor Ernst Neizvestny dies in New York. TASS, 10. August 2016, abgerufen am 12. August 2016 (englisch).
  2. Wladimir Putin: Указ Президента Российской Федерации от 06.04.2000 г. № 643 О награждении орденом Почета Неизвестного Э.И. 6. April 2000, abgerufen am 12. August 2016 (russisch, „Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation vom 6. April 2000 N 643 ‚Über die Auszeichnung E. I. Neiswestnys mit dem Orden der Ehre‘“).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Iossifowitsch Neiswestny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien