Ernst Koslitsch

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Ausstellungsansicht „Ich kann beim besten Willen kein Boot erkennen“, Fotoarbeit, Wien
Farbfotografie, Fotokunst, Wien
Close Encounter with Tower, 2019

Ernst Koslitsch (* 1977 in Wagna, Steiermark) ist ein österreichischer bildender Künstler. Er lebt und arbeitet in Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Koslitsch begann seine berufliche Laufbahn zunächst als Koch und absolvierte seine Lehre im Restaurant Hager in Hallein bei Salzburg. Nach seiner Ausbildung ging er nach Wien, um dort seinen Zivildienst im St. Anna Kinderspital abzuleisten. Anschließend arbeitete er in Restaurants und Hotels im In- und Ausland. Eine seiner letzten Tätigkeiten als Chef de Partie war auf dem Passagierschiff Seabourn des britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation.

Nach seinem Auslandsaufenthalt begann er einen Workshop für Fotografie und absolvierte anschließend zwischen 2003 und 2010 ein Kunststudium. Von 2011 bis 2018 war er Gründungsmitglied des Unternehmens 12 Munchies[1] in Wien-Währing.

Werdegang als Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koslitsch besuchte ab 2003 die Universität für angewandte Kunst im Bereich Fotografie bei Gabriele Rothemann. Weiters studierte er ab 2008 an der Akademie der bildenden Künste Wien Bildhauerei und performative Kunst bei Monica Bonvicini. Es folgte die Diplomarbeit im Jahr 2010 mit dem Titel „Ich kann beim besten Willen kein Boot erkennen“.[2] Es handelte sich hierbei um eine Fotoarbeit, in der es um Bemalungen von Kriegsschiffen aus dem Ersten Weltkrieg ging. Die Bemalungen, auch bekannt als razzle dazzle Paintings, hatten die Aufgabe, den Gegner zu verwirren. Neben der Fotoarbeit entstanden seine ersten skulpturalen Arbeiten aus Plastikfolien und gelbem Holz.

Schon während seines Studiums stellte Koslitsch seine Arbeiten aus. 2008 kam es zu seiner ersten Einzelausstellung in der neuen Galerie im Universalmuseum Joanneum bei Graz mit dem Ausstellungstitel Notopia.[3] Kurator der Ausstellung war Günther Holler-Schuster. Seine Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koslitsch arbeitet mit dem Medium Fotografie, Skulptur und Objekt. 2017 begann er, mit einfachsten Mitteln zu malen und sich intensiver mit Zeichnung zu befassen. Seine gelben Wandskulpturen haben den Sammelbegriff „Yellowuniverse“. Es sind Arbeiten aus gelben gebrauchten Doka-Platten, die üblicherweise auf Baustellen Verwendung finden. Daraus entstanden zwischen 2015 und 2019 große dreidimensionale Wandskulpturen. Inhaltlich geht es in seinen Arbeiten um Wahrnehmung, Konspiration, Manipulation und Täuschung. Des Weiteren befasst er sich mit Fake News, Ufos und Themen wie Star Trek und Science-Fiction.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: portrait-Dialog-Experiment, forum Stadtpark, Graz
  • 2007: a piece of water-zwischenspiel, Vertikale Galerie/Verbund, Wien
  • 2007: Plat(t)form 07, Fotomuseum Winterthur, Schweiz
  • 2008: Notopia, Neue Galerie, Graz
  • 2008: Konstruierte Realitäten, Fotogalerie, Wien
  • 2009: living form - living spaces, Galerie 5020[4], Salzburg
  • Kunstwerk: Wallpiece, Yellowuniverse, Flatland, Wandarbeit, Ernst Koslitsch
    Seven of nine, Wallpiece, Skulptur
    2009 „anlehnen verboten“ Kooperation mit Lea Titz, smallest gallerie, Graz
  • 2010: Milk Drop Coronet, Camera Austria im Rahmen des Steirischen Herbst 2010
  • 2011: Home Sweet Home, Valenica, Spanien
  • 2012: curated by_Alexander Streitberger: Prozesse[5], Galerie Raum mit Licht, curated by_vienna
  • 2013: PARALLEL Vienna 2013, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt, Parallel Vienna (Kunstmesse)
  • 2014: photo graz 014, Kunstfreiraum Papierfabrik (Gruppenausstellung)
  • 2017: Präsentation Raum mit Licht, viennacontemporary 2017, Galerie Raum mit Licht
  • 2018: UNFRAMED/FRAMED, Galerie Raum mit Licht (Gruppenausstellung)
  • 2019: Flying things and other objects, Artwalk18, Atelierrundgang 2019

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Ankaufspreis des Landes Steiermark
  • 2007: Sophie und Emanuel Sohn Stipendium
  • 2007: ECB Photo Award/Ausstellung[6]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Koslitsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Phil Fichtinger: 12 Munchies. In: about 12 Munchies-a city guide. Vienna Würstelstand, 26. Oktober 2014, abgerufen am 22. Mai 2019 (englisch).
  2. Universität für angewandte Kunst: Diplomausstellung. In: ERNST KOSLITSCH „ICH KANN BEIM BESTEN WILLEN KEIN BOOT ERKENNEN“. Klasse Fotografie Gabriele Rothemann, 23. Juni 2010, abgerufen am 10. Mai 2019 (deutsch).
  3. Günther Holler Schuster: Notopia. In: Notopia - Ernst Koslitsch. Universalmuseum Joanneum, 20. Juni 2008, abgerufen am 20. Mai 2019 (deutsch).
  4. Stephan Maier †: Living Spaces - Living Forms: In den Wohn-Landschaften des Gesellschaftlichen. In: Kunstverein 5020 ( Gruppenausstellung). Artmagazine, 17. Mai 2009, abgerufen am 22. Mai 2019 (deutsch).
  5. Alexander Streitberger: »PROZESSE«. In: »PROZESSE« Raum mit Licht. Raum mit Licht/curated by_Alexander Streitberger, 20. September 2012, abgerufen am 22. Mai 2019 (en/de).
  6. WestLicht. Schauplatz für Fotografie: ECB Annual Photography Award 2006: AUSTRIA TODAY. In: ots.at. APA, 15. Januar 2007, abgerufen am 19. Mai 2019 (deutsch).