Eva Aeppli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eva Aeppli (* 2. Mai 1925 in Zofingen; † 4. Mai 2015 in Honfleur, Frankreich[1]) war eine Schweizer Materialkünstlerin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter einer anthroposophisch ausgerichteten Lehrerfamilie war in Jugendjahren von der Lektüre von Wolfgang Langhoffs autobiografischem Bericht Die Moorsoldaten regelrecht erschüttert worden und verarbeitete dies nach dem Besuch der Gewerbeschule in Basel (1943 bis 1945) künstlerisch.[2] Sie lebte ab 1953 in Frankreich und wurde durch lebensgrosse, oft düstere Textilpuppen, vorzugsweise aus Seide und Samt, bekannt. Die Themen ihrer Kunst waren Traurigkeit, Einsamkeit und Tod. Später verliess sie das Interesse an vergänglichen Puppen und sie begann symbolhafte Bronzeskulpturen herzustellen.[2]

Eva Aeppli war die erste Ehefrau von Jean Tinguely.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La Table, 1967
  • Groupe 48 (Die Gruppe der 48), 1969–1970

Stilbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mit hinfälligen Körpern kauern oder liegen sie [die Puppen] auf schadhaften Stühlen oder Sesseln oder gruppieren sich in schlaffen Samtgewändern zum Chor einer Tragödie. Ihre federgewichtigen, bis zu Krallen ausgewachsenen Spinnenfinger schlenkern an kraftlosen Armen, die bis aufs Skelett abgemagerten Körper tragen ausgezehrte, teilnahmslose oder gespenstisch leidvolle Gesichter, die oft maskenhaft erstarrt sind. Mit landläufigen Puppen haben diese menschengrossen Schreckensboten nichts zu tun. Sie verwandeln jeden Raum in ein Asyl, ein Totenhaus, in dem die Schatten der Lebenden apathisch dahinvegetieren. Und niemand kann sich dieser Atmosphäre entziehen.“

art – Das Kunstmagazin, November 1981, S. 89[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Basler Künstlerin Eva Aeppli zwei Tage nach ihrem 90. Geburtstag gestorben, Basellandschaftliche Zeitung online, 4. Mai 2015, abgerufen am 4. Mai 2015.
  2. a b c Renée Wolf: Alpträume in Samt und Seide. In: Wolf Uecker (Hrsg.): art – Das Kunstmagazin. Gruner + Jahr, November 1981, ISSN 0173-2781, S. 80–90.
  3. Rezension, SonntagsZeitung, 19. Juli 2020.