Freitag lab.ag

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Freitag lab. ag
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1993
Sitz Zürich, Schweiz

Leitung

  • Hans Häfliger (Geschäftsführer)[1]
  • Markus Hermann Helbling (Präsident des Verwaltungsrats)[1]
Branche Herstellung von Taschen und Accessoires
Website www.freitag.ch

Die Freitag lab AG (Eigenschreibweise FREITAG lab.ag [1]) ist ein Schweizer Hersteller von Taschen und Accessoires aus gebrauchten Materialien, hauptsächlich Lkw-Planen. Die Aktiengesellschaft Freitag lab.ag hat ihren Sitz in Zürich und ist benannt nach ihren Gründern Markus und Daniel Freitag.

Freitag-Shop an der Geroldstrasse 17 in Zürich West, Turm aus 19[2] Frachtcontainern, neben der Hardbrücke und Bahnhof Hardbrücke am Rande des ehemaligen Maag-Zahnradwerkes

Geschichte[Bearbeiten]

1993, ein Jahrzehnt nach dem Nürnberger Unternehmen Ortlieb, entwickelten die beiden aus Davos stammenden Brüder, Grafikdesigner Markus Freitag und Daniel Freitag, eine Messengerbag aus alten Lkw-Planen, gebrauchten Fahrradschläuchen und Autogurten.

Inspiriert wurden die beiden passionierten Fahrradfahrer von New Yorker Fahrradkuriertaschen einerseits und andererseits vom Fernlastverkehr auf der Zürcher Hardbrücke – dem Panorama ihrer WG-Küche. Die wasserdichten und robusten Taschen lösten bald eine neue Welle in der Taschenwelt aus. Seither haben die Brüder Freitag über 40 Modelle zur Serienreife entwickelt.

Die Freitag lab.ag hat ihren Sitz in Zürich und zählt heute rund 150 Mitarbeiter. Freitag verarbeitet jährlich 350 Tonnen Lkw-Planen, 18'000 Fahrradschläuche und 150'000 Autogurte. Die Fabrik – Design, Produktion, Verpackung, Lager, Büro – fand bis 2011 auf dem Zürcher Maag-Areal statt und anschliessend in Zürich-Oerlikon im Gewerbehaus NOERD. Auf ca. 7’500 Quadratmetern werden hier die Planen zerlegt, gewaschen und die Taschen von Hand zugeschnitten.

Anschliessend werden diese nach Bulgarien, Portugal, Tschechien, und Tunesien sowie in der Schweiz verschifft, um dort in externen Nähereien verarbeitet zu werden.

Das Kultlabel fand in der Folgezeit zahlreiche Nachahmer, wie kultbag, cargo:bags oder Lumabags. [3]

Produkte[Bearbeiten]

Freitag Messengerbag

Durch die Verwendung rezyklierter Materialien ist jedes Freitag-Produkt ein Unikat[4] – die Taschen sind in unzähligen Farben und Designs erhältlich.

Aus der ersten Kuriertasche F13 TOP CAT ist die Produktlinie Fundamentals mit heute über 40 verschiedenen Modellen – von der Smartphone-Hülle uber die Einkaufstasche bis zur Notebook-Tasche – entstanden. Daneben wurde 2010 die Kollektion Freitag Reference am Markt eingeführt.

Seit 2003 ist eine der ersten Freitag-Top-Cat-Messengerbags in der Designsammlung des MoMA in New York zu finden.[5] Ebenso findet sich ein Modell Top Cat, Classic L in der Daueraustellung im größten europäischen Taschenmuseum, im Tassenmuseum Hendrikje in Amsterdam (Inv.Nr. 3596).

Freitag vertreibt seine Produkte weltweit über 460 Geschäfte und über die zehn Flagshipstores in Zürich (zwei Geschäfte), Davos, Lausanne, Berlin, Köln, Hamburg, Wien und zwei in Tokio.

Seit 2014 macht Freitag auch Kleider aus dem neuen Material F-ABRIC: Von Grund auf selbstentwickelte Textilien aus Bastfasern, in Europa mit minimalem Ressourceneinsatz produziert und vollständig biologisch abbaubar.

Beschaffenheit der Materialien[Bearbeiten]

Lkw-Planen aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe („Tarpaulin“) enthalten Weichmacher (da PVC ein hartes und sprödes Material ist und für eine solche Anwendung unbrauchbar wäre). Die verwendeten Planen genügen nicht den Richtlinien für Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen könnten oder die Verwendung im unmittelbaren Lebensumfeld von Menschen finden sollen. Sie entsprechen lediglich den Richtlinien der technischen Konfektion.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2013: SwissAward 2012 in der Kategorie Wirtschaft
  • 2012: GfM-Marketingpreis – Jahrespreis der Stiftung fur Marketing in der Unternehmensfuhrung
  • 2011: Design Preis Schweiz MERIT fur eine kontinuierliche schweizerische Designleistung fur Daniel und Markus Freitag
  • 2009: Design Preis Schweiz in der Kategorie Newcomer: „V30 Freitag Skid“ von Designer Colin Schaelli
  • 2009: Aufnahme des Modells (043) in die Sammlung Innovation & Fortschritt des LVR-Industriemuseums[6]
  • 2006: Gold für den „F-Shop“ Hamburg beim 7. Internationalen Architekturpreis contractworld.award
  • 2006: Bronze für die Fotostrecke Renegade (Fotograf Noe Flum) vom Art Directors Club Schweiz
  • 2005: Dragnet wurde in Paris auf der Who’s Next Fashion trade show als Meilenstein der „urban fashion” präsentiert
  • 2003: Aufnahme des Modells Top Cat in die Designsammlung des Museum of Modern Art in New York[5]
  • 2003: Master of Swiss Web für den „F-CUT“ als beste Schweizer Website
  • 2003: Gold für den F-Cut vom Art Directors Club Europe in der Kategorie New & Mixed Media / Interactive Media
  • 2003: Gold für den F-Cut vom Art Directors Club Schweiz in der Kategorie Electronic Publishing
  • 1999: Eidgenössischer Preis für Design
  • 1997: Aufnahme Prototyp von 1993 in die Sammlung des Museums für Gestaltung, Zürich

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2012: Freitag – Out of the Bag. Museum für Gestaltung Zürich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lars Müller (Hrsg.): Freitag – Individual Recycled Freeway Bags. Photos von Jules Spinatsch, Text von Max Küng, engl. Übersetzung von Jim Stewart. Lars Müller Publishers, Baden 2001, ISBN 3-907078-47-0.
  • Museum für Gestaltung Zürich, Renate Menzi (Hrsg.): Freitag – Ein Taschen-Buch. Lars Müller Publishers, Baden 2012, ISBN 978-3-03778-278-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Eintrag der «FREITAG lab.ag» im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. http://www.freitag.ch/media/stores/zurich
  3. Ingrid Loschen: Reclams Mode- und Kostümlexikon Reclam, Stuttgart 2011, 6. Auflage, ISBN 978-3-15-010818-5, S.200
  4. Welt.de: Die Karriere der Kuriertasche, 24. Oktober 2004, abgerufen am 9. Juni 2015
  5. a b http://www.moma.org/collection/object.php?object_id=88035 Modell Top Cat in der Designsammlung des Museum of Modern Art in New York
  6. Freitagtasche im LVR-Industriemuseum, abgerufen am 9. Juni 2015