Fahrzeug-Werke Lueg

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Fahrzeug-Werke Lueg AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1868 (AG: 2000)
Sitz Bochum, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Martijn Storm, Sprecher des Vorstands
  • Benjamin Kaiser, Vorstand Pkw
  • Stefan Jansen, Vorstand Nfz
Mitarbeiterzahl 2.388[1]
Umsatz 1,1 Mrd. Euro[2]
Branche Automobilhandel
Website www.lueg.de
Stand: 10. Dezember 2021

Stammsitz in Bochum

Die Fahrzeug-Werke Lueg AG ist einer der größten Mobilitätsanbieter in Deutschland und einer der wichtigsten Vertriebs- und Servicepartner der Daimler AG.[3]

1868 als Wagenfabrik in Bochum gegründet, hat sich Lueg bis heute zu einer Automobilhandelsgruppe mit fast 2.400 Mitarbeitern an 31 Standorten in Europa entwickelt. Neben dem klassischen Autohausgeschäft entwickelt und realisiert die Lueg-Gruppe Mobilitätskonzepte, allen voran in den Bereichen Flotten-Schadenmanagement,[4] Parkraumvermietung und E-Mobility, sowie Fahrzeug-Aufbauten.[5]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung im Jahr 1868 als Wagenfabrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1868 wurde die Friedr. Lueg Wagenfabrik in Bochum gegründet. Zunächst war die Firma im Kutschen- und Stellmachereigeschäft tätig. Nach dem Tod des Gründers Friedrich Lueg im Jahr 1890 wurde das Unternehmen von der Witwe Helene Lueg weitergeführt, bis 1896 der Sohn des Firmengründers, Friedrich Oscar Lueg, die Geschäftsführung übernahm. Unter seiner Leitung beschäftigt sich die frühere Kutschenfabrik seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend mit dem Automobil, und zwar zunächst sowohl als Fabrikant von Karosserien aus der eigenen Werkstatt sowie als Händler von Automobilen der Marken Oldsmobile (1902), Adler (1908) und Saurer-Wien (1911).[6]

1914–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 kam es zum Vertragsabschluss mit der Firma Benz & Cie., der nach dem Zusammenschluss der Firmen Daimler und Benz auf das fusionierte Unternehmen überging und bis heute Grundlage der 100-jährigen Partnerschaft mit der Daimler AG ist.[7] Die Fahrzeug-Werke Lueg nahmen in den folgenden Jahren den Vertrieb weiterer Automobilmarken auf: 1923 AGA, 1926 Wanderer, 1929 Dixi und 1930 BMW.

In den Jahren 1924 und 1925 errichtete Lueg in Bochum das Friedrich-Lueg-Haus, das bei seiner Eröffnung im September 1925 das größte Ausstellungshaus Deutschlands war.

Nachdem nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs der freie Handel mit Automobilen zum Stillstand gekommen war, konzentrierte sich das Unternehmen auf seine frühere Rolle als Hersteller von Aufbauten und Karosserien.[8] Am 4. November 1944 wurde die Wagenfabrik in Bochum im Zuge des schweren Luftangriffes auf die Stadt Bochum völlig zerstört.

1945–1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg nahmen die Fahrzeug-Werke Lueg 1947 wieder den Vertrieb und Service von Automobilen auf. Unter der Führung von Paul Mahnert, Schwiegersohn des 1947 verstorbenen Friedrich Oscar Lueg, firmierte die vormalige Kommanditgesellschaft zur Fahrzeug-Werke Lueg GmbH um und reaktivierte die Geschäftsbeziehungen zu BMW und zur Daimler-Benz AG. 1958 wurde der Vertriebsvertrag für Mercedes-Benz erneuert, indem die Fahrzeug-Werke Lueg GmbH den Status eines Großvertreters der Daimler-Benz AG erhielten.[9]

In den 1960er Jahren entstanden neben den Standorten Essen und Bochum weitere Betriebe in Gladbeck, Witten, Recklinghausen, Velbert, Castrop-Rauxel und Bottrop. 1968 wurde Deutschlands größte Nutzfahrzeug-Reparaturwerkstatt in Wattenscheid eröffnet.

1990 übernahm das Unternehmen in Zwickau den ehemaligen VEB-Kraftverkehr. Am 1. Juli 1990, wurde die Autohaus Lueg GmbH gegründet, die heute drei Mercedes-Benz Center in Zwickau, Hohenstein-Ernstthal am Sachsenring sowie in Stollberg betreibt.

1991 wurden neue Verkaufshäuser in Bottrop und Marl eröffnet.

Entwicklung seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 firmierte das Unternehmen in die Fahrzeug-Werke Lueg AG um. Die Gesellschaftsanteile werden weiterhin ausschließlich von den Familien der Gründer gehalten. 2001 kam es zum Neubau eines Pkw-Centers in der Weststadt Essen und zur Eröffnung neuer Center in Recklinghausen und Witten. Mit der Übernahme der Vertriebsrechte für Mercedes-Benz in Mülheim an der Ruhr erweiterte die Fahrzeug-Werke Lueg AG ab 2003 ihr Geschäftsgebiet.

Die Lueg AG erweiterte ihr Markenspektrum durch Aufnahme des Vertriebs und Service für die Daimler-Konzernmarken smart (seit 1999) sowie Chrysler und Jeep (2000–2010). Seit 2003 vertreibt der Konzern über die Tochterfirma Lueg sportivo GmbH mit Sitz in Meerbusch die Marken Ferrari und Maserati. 2004 erwarb die Lueg AG die Essener van Eupen-Gruppe mit acht Autohäusern im Ruhrgebiet und im Sauerland und erweiterte das Sortiment um die Marken Opel, Volvo und Saab. 2009 übernahm Lueg das smart Center am Einkaufszentrum CentrO in Oberhausen.

2009 wurde eine Neustrukturierung der Mercedes-Benz Center im Ruhrgebiet eingeleitet. Der Standort in Gladbeck wurde im Februar 2009 aufgegeben und die Arbeitsplätze abgebaut.[10] Zur Vermeidung weiterer betriebsbedingter Kündigungen wurde ein Vorruhestandsprogramm aufgelegt, in dessen Zuge der Personalstamm reduziert wurde. Die zunächst von der Schließung bedrohten Standorte Gelsenkirchen und Marl sollten erhalten bleiben.[11] 2010 bis 2011 wurde das Gelände des Standortes am Stammsitz Bochum komplett umgebaut. Die Wiedereröffnung erfolgte am 9. Oktober 2011. Im Mai 2019 gab der Konzern bekannt, den Vertrieb der Marke Opel aufgrund veränderter Rahmenbedingungen für Händlerverträge einzustellen und die Autowelt van Eupen-Standorte in Essen und Mülheim an der Ruhr aufzugeben.[12]

Im Jahr 2019 übernahm der Konzern sechs Standorte der Mercedes-Benz Automobil AG (MERBAG) in der Zentralschweiz. Der Verkauf umfasste die Geschäftsbetriebe inklusive sämtlicher bestehender Arbeitsverträge der rund 200 Mitarbeiter.[13]

Im Mai 2020 wurde das Mercedes-Benz Center Witten mitsamt aller Mitarbeiter nach Bochum (Pkw) und Recklinghausen (Nfz) verlegt. Im Spätsommer folgte die Verlegung des Centers Marl nach Recklinghausen. Im November 2020 wurde der Pkw-Service des Centers Wattenscheid ebenfalls nach Bochum verlegt.

Im Oktober 2021 schloss sich die Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH (WAS) mit über 600 Mitarbeitern der LUEG Gruppe an. Jährlich werden bei WAS rund 1.600 Fahrzeuge für Kunden aus über 40 Ländern gefertigt.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lueg-Gruppe bietet autorisierten Vertrieb und Service für sieben Automobilmarken.

Neben den Automobilmarken Mercedes-Benz und smart des Herstellers Daimler AG gehören dazu im Pkw-Bereich die Marke Ferrari, die seit 2003 von der Tochterfirma Lueg sportivo GmbH repräsentiert wird. Die Automobilmarke Volvo wird seit 2010 an zwei Standorten in NRW von der Volvo Centrum Rhein Ruhr GmbH (VCRR) geführt.

Im Bereich der Nutzfahrzeuge leistet Lueg autorisierten Vertrieb und Service für die Daimler-Marken Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge und Mitsubishi Fuso. Die Lueg Gewa GmbH ist spezialisiert auf Fahrzeugaufbauten, Reparaturen und Lackierungen.

Weitere Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lueg Assekuranz GmbH als Versicherungsdienstleister
  • Lueg Solutions GmbH als Vertragspartner der Fahrzeugvermietung Mercedes-Benz Rent
  • Mobexo GmbH als Mobilitätsanbieter im Flottengeschäft
  • Lueg Basecamp GmbH als Anbieter für Flotten- und Parkraumlösungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten aus der LUEG AG. Lueg, abgerufen am 2. Juni 2020.
  2. https://www.lueg.de/unternehmen/die-lueg-ag/zahlen-und-fakten/
  3. https://www.automobilwoche.de/article/20170404/NACHRICHTEN/170409964/exklusiv---durch-niederlassungsverkaeufe-neuer-groesster-mercedes-benz-haendler-deutschlands
  4. https://www.autohaus.de/nachrichten/einstieg-beim-start-up-mobexo-lueg-investiert-in-flottengeschaeft-2433692.html
  5. https://spotfolio.com/2018/10/31/kostenlose-e-mobilitaet-1-mio-e-grossinvestor-lueg-ag-steigt-bei-uze-mobility-ein/
  6. Vgl. Fahrzeug-Werke LUEG GmbH (Hrsg.): 1868–1968: Ein Jahrhundert LUEG – 100 Jahre im Familienbesitz. Essen 1968, S. 10
  7. Vgl. Prott, Stefan/Glücksberg, Dirk: Dauer im Wechsel. Die LUEG-Story, In: 100 Jahre Kfz-Gewerbe, Autohaus-Sonderheft, 22. Juni 2009, S. 55
  8. Handelsbetrieb: Dauer im Wechsel – Die Lueg-Story. Autohaus, 18. Juni 2009, abgerufen am 26. Dezember 2016.
  9. Vgl. Prott/Glücksberg: Dauer im Wechsel. Die LUEG-Story, S. 56
  10. Oliver Schmeer, Michael Bresgott: Lueg plant Premium-Bau für die Region. WAZ, 23. Februar 2009, abgerufen am 26. Dezember 2016.
  11. Lueg hält an Gelsenkirchen und Marl fest. Autohaus, 19. Februar 2009, abgerufen am 26. Dezember 2016.
  12. https://www.kfz-betrieb.vogel.de/neuer-opel-vertrag-van-eupen-hat-genug-a-817344/
  13. https://www.automobilwoche.de/article/20190909/NACHRICHTEN/190909906/erstes-auslandsengagement-lueg-kauft-sechs-standorte-in-der-schweiz