Einjähriges Berufkraut

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Einjähriges Berufkraut
Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)

Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Berufkräuter (Erigeron)
Art: Einjähriges Berufkraut
Wissenschaftlicher Name
Erigeron annuus
(L.) Desf.

Das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus), auch Weißes Berufkraut oder Feinstrahl genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Berufkräuter (Erigeron) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava ..., Band 9, 1846
Blütenkorb

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einjährige Berufkraut wächst als ein- oder zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 100 Zentimetern. Der Stängel ist selbstständig aufrecht. Die Laubblätter sind einfach mit gesägtem bis fast glattem Blattrand.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. In einem schirmrispigen Gesamtblütenstand sind zahlreiche körbchenförmige Teilblütenstände angeordnet, das endständige Blütenkörbchen wird hierbei von den seitlichen überragt. Die grünen Hüllblätter sind fast gleich lang und wenig behaart.

Die weißen bis blasspurpurfarbenen Zungenblüten (Strahlenblüten) sind 4 bis 10 Millimeter lang und 0,6 bis 1 Millimeter breit. Die gelben Röhrenblüten sind 2 bis 2,8 Millimeter lang. Der Pappus der Röhrenblüten ist sehr kurz und einreihig.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; es wurden Chromosomenzahlen von 2n = 27, 36 oder 54 ermittelt.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner bis zu 1 Meter tief in den Boden eindringenden Wurzel gilt das Einjährige Berufkraut als Pionierpflanze. Er vermehrt sich weit gehend ungeschlechtlich, d. h. Samen werden auch ohne Befruchtung gebildet (Apomixis).

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich kommt das Einjährige Berufkraut in Nordamerika vor.[2] Er hat sich aber seit dem 18. Jahrhundert als Neophyt eingebürgert in Europa, in der Türkei, im Kaukasusraum, in Indien, China, Korea, auf Réunion, in Neuseeland, Nicaragua und Panama.[2] In Österreich ist die Art zerstreut bis häufig in allen Bundesländern. In Deutschland nimmt die Verbreitung grob von Süden nach Norden ab. Im Schwarzwald ist er häufig anzutreffen, in einigen norddeutschen Gebieten kommt er nur selten vor. Das Einjährige Berufkraut ist auch in der Schweiz verbreitet, wo er aufgrund seines Ausbreitungspotenzials und der Schäden in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit bzw. Ökonomie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten aufgenommen wurde.[3][4]

Das Einjährige Berufkraut gedeiht meist in Auwäldern, feuchten Wiesen und Ruderalfluren.

Das Einjährige Berufkraut kommt in Mitteleuropa häufig zusammen mit Solidago gigantea in Gesellschaften der Klasse Artemisietea vor.

Nordischer Feinstrahl (Erigeron annuus subsp. septentrionalis)

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Aster annuus durch Carl von Linné. Die Neukombination Erigeron annuus (L.) Desf. wurde 1804 durch René Louiche Desfontaines veröffentlicht. Weitere Synonyme für Erigeron annuus (L.) Desf. sind: Phalacroloma annuum (L.) Dumort., Stenactis annua (L.) Less.

In Mitteleuropa existieren mehrere Unterarten, deren Verbreitung zum Teil noch unzureichend erforscht ist:

  • Vielblättriger Feinstrahl (Erigeron annuus (L.) Desf. subsp. annuus): Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 27 oder 54.[1]
  • Nordischer Feinstrahl (Erigeron annuus subsp. septentrionalis (Fernald & Wiegand) Wagenitz, Syn.: Erigeron ramosus var. septentrionalis Fernald & Wiegand): Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 27.[1]
  • Ästiger Feinstrahl oder Striegelhaariger Feinstrahl (Erigeron annuus subsp. strigosus (Willdenow) Wagenitz)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 915.
  2. a b Erigeron im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  3. Bundesamt für Umwelt BAFU: Invasive gebietsfremde Arten. (admin.ch [abgerufen am 6. August 2019]).
  4. S. Buholzer, M. Nobis, N. Schoenenberger, S. Rometsch: Liste der gebietsfremden invasiven Pflanzen der Schweiz. Hrsg.: Infoflora. (infoflora.ch [abgerufen am 6. August 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien