Felice Casson

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Felice Casson

Felice Casson (* 5. August 1953 in Chioggia, Provinz Venedig) ist ein italienischer Richter und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begeistert von den Rechtswissenschaften, absolvierte er sein Studium an der Universität Padua und begann 1980 als Staatsanwalt seine Karriere im Richteramt. Er war außerdem der Hauptankläger in den Prozessen gegen die Direktoren von EniChem und Montedison, bei denen es um eine Umweltkatastrophe und den Tod von 157 Arbeitern aufgrund der PVC-Produktion in Marghera, ein vorwiegend zur Petrochemie genutzter Industriebezirk in der Nähe von Venedig ging. Im Jahr 2005 legte er das Richteramt nieder, um als ein Kandidat der Mitte-links-Koalition für das Amt des Bürgermeisters von Venedig zu kandidieren. Allerdings unterstützten zwei Mitte-links-Parteien den früheren Bürgermeister Massimo Cacciari, der die Wahl mit einer handvoll Stimmen knapp für sich entscheiden konnte. Des Weiteren stand Casson während der Parlamentswahlen in Italien 2006 als Senatoren-Kandidat auf der Liste der Linksdemokraten (ital.: Democratici di Sinistra, DS) und wieder als Senatoren-Kandidat auf der Liste der Demokratischen Partei (ital. Partito Democratico, abgekürzt PD) bei den Parlamentswahlen 2008. Er konnte die Wahl jeweils für sich entscheiden und gehört dem Senat damit seit April 2006 an. Zwischen Februar 2010 und März 2013 war er Vizepräsident dieser Parlamentskammer. 2015 trat er zur Bürgermeisterwahl in Venedig an.

Gladio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casson entdeckte die Existenz von Gladio, einer Stay-behind-Organisation zur Zeit des Kalten Krieges, während er den Angriff auf drei Carabinieri von 1972 untersuchte, für den zwei Neo-Faschisten verurteilt wurden. Einer der verurteilten Terroristen war Vincenzo Vinciguerra, dessen Geständnis Casson zur Aufdeckung der Geheimorganisation verhalf. Als Ergebnis seiner Entdeckung wurden 622 Personen als Mitglieder der Geheimorganisation ermittelt, darunter zwei ehemalige hochrangige Amtsträger, diese waren Premierminister bzw. Präsident.[1][2][3]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lo stato violato (1985 – „The Raped State“)
  • Servizi segreti e il segreto di stato (1992 – „Secret Services and State Secret“)
  • La fabbrica dei veleni (2007 – „The poison factory“)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. L’Ufficio R.E.I. del SIFAR, tra Confindustria e Gladio. In: AgoraVox Italia. 24. April 2014 (agoravox.it [abgerufen am 7. Januar 2017]).
  2. Antonino Arconte: L'ultima missione. G-71 e la verità negata. Quando tutto è menzogna, dire la verità è un atto... rivoluzionario! Con CD-ROM. Antonino Arconte, 2017, ISBN 978-88-900678-2-2 (google.de [abgerufen am 7. Januar 2017]).
  3. Charles Zorgbibe: Histoire de l'Otan. Editions Complexe, 2002, ISBN 978-2-87027-917-5 (google.de [abgerufen am 7. Januar 2017]).