Gladio

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Gladio (ital. „Kurzschwert“; von lat. Gladius) war der Codename für eine geheime paramilitärische Einheit der NATO in Italien, die im Fall einer Invasion von Truppen des Warschauer Paktes Guerilla-Operationen und Sabotage gegen diese durchführen sollte.

1990 wurde diese italienische Geheimarmee aufgedeckt und ähnliche Stay-behind-Organisationen in weiteren westeuropäischen Staaten bekannt gemacht. Diese wurden daraufhin in vielen Berichten mit dem Begriff (Operation) Gladio zusammengefasst. Darunter sind SDRA8 in Belgien, BDJ-TD in Deutschland, Red Sheepskin in Griechenland, Absalon in Dänemark, I&O in den Niederlanden und Counter-Guerilla in der Türkei. Nach dem Ende des Kalten Krieges 1990 sollen diese Gruppen aufgelöst worden sein.

Wieweit diese Verbände von der US-amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) und/oder dem britischen Secret Intelligence Service (MI6) gebildet und gelenkt wurden und ob sie an Terroranschlägen beteiligt waren, wird in der historischen Forschung kontrovers diskutiert. Mehrere europäische Staaten haben parlamentarische Untersuchungskommissionen dazu eingesetzt. Die NATO hat bisher keine Informationen dazu veröffentlicht.

Italien[Bearbeiten]

Ab 1950 wurden in Italien Agenten für Guerillaoperationen und Sabotage gegen Besatzertruppen des Warschauer Pakts ausgebildet. Dazu wurden europaweit geheime, illegale Waffendepots angelegt. Die Existenz der Untergrund-Armee wurde geheim gehalten und war nur einem kleinen Kreis von Regierungsmitgliedern bekannt. In den einzelnen Ländern wurde die Anwerbung und Führung der Agenten meist von Unterabteilungen der jeweiligen nationalen Geheimdienste übernommen. Die militärische Befehlsgewalt hatten die geheimen Kommandostellen Allied Clandestine Committee und Clandestine Planning Committee im NATO-Hauptquartier SHAPE im belgischen Mons.[1]

Die Stay-behind-Offiziere trainierten zusammen mit den US-amerikanischen Special Forces und dem britischen Special Air Service,[2] etwa auf einem geheimen Militärstützpunkt bei Capo Marrargiu auf Sardinien. Im Umfeld der Mitglieder der Geheimarmeen gab es einen Kreis von zivilen Unterstützern, die erst im Ernstfall des Einmarschs von sowjetischen Truppen aktiviert werden sollten. Die Einheiten wurden über CIA und MI6 unter anderem mit Maschinengewehren, Sprengstoff, Munition und Funkgeräten ausgestattet. Diese wurden in geheimen Waffenlagern versteckt, die sich in Erdverstecken, vor allem in Waldgebieten, oder in unterirdischen Bunkern befanden.[2]

Als Vorbild diente das Special Operations Executive, eine britische Spezialeinheit, die während des Zweiten Weltkrieges selbst verdeckte Operationen hinter feindlichen Linien ausgeführt und Widerstandsgruppen wie die Résistance unterstützt und ausgebildet hatte. Die Mitglieder der so gebildeten Geheimarmeen kamen aus militärischen Spezialeinheiten, Nachrichtendiensten oder aus dem Rechtsextremismus, letztere teilweise mit kriminellem Hintergrund.[3]

Zerstörter Hauptbahnhof von Bologna nach dem Bombenanschlag 1980, bei dem 85 Menschen starben.

Die italienische Geheimarmee Gladio soll die Regierungsteilnahme der KPI zu verhindern versucht haben. Dazu soll sie mit SISMI-Mitgliedern und Neofaschisten zwischen 1969 und 1985 viele Terroranschläge verübt haben. Dies soll Höhepunkt der in den 1950er Jahren begonnenen verdeckten Operation Demagnetize der CIA gewesen sein. 1990 wurde auch eine Verbindung zu der Geheimloge Propaganda Due (P2) vermutet. Behörden verfolgten und diffamierten linksradikale Personen und Gruppen als Verantwortliche, indem Beweismittel gefälscht wurden. Die Empörung der Öffentlichkeit darüber sollte die in Italien traditionell starke Kommunistische Partei schwächen. Gladio wird Mitwirkung an vier Bombenexplosionen in Mailand und Rom, darunter dem Bombenanschlag auf der Piazza Fontana (17 Tote) im Dezember 1969 und dem Anschlag von Bologna 1980 (85 Tote) nachgesagt.[4]

1984 untersuchte der Untersuchungsrichter Felice Casson ein Bombenattentat von 1972 mit drei Todesopfern, dessen Täter nicht ermittelt worden waren. Er fand viele Unstimmigkeiten in den früheren Untersuchungsergebnissen, die auf gezielte Manipulation und Beweisfälschung deuteten. Schließlich fand er den Rechtsextremisten Vincenzo Vinciguerra, einen Ordine Nuovo-Angehörigen, der ein umfangreiches Geständnis ablegte:[4] Er sei von Personen aus dem Staatsapparat gedeckt worden und dass das Attentat Teil einer umfassenden Strategie gewesen. Ferner sagte er im Prozess: „Man musste Zivilisten angreifen, Männer, Frauen, Kinder, unschuldige Menschen, unbekannte Menschen, die weit weg vom politischen Spiel waren. Der Grund dafür war einfach. Die Anschläge sollten das italienische Volk dazu bringen, den Staat um größere Sicherheit zu bitten. […] Diese politische Logik liegt all den Massakern und Terroranschlägen zu Grunde, welche ohne richterliches Urteil bleiben, weil der Staat sich ja nicht selber verurteilen kann.“[5] Dieses Vorgehen bezeichnete er später als Strategie der Spannung. Casson ermittelte daraufhin weiter und fand heraus, dass Mitarbeiter des SISMI, des Vorgängers SID, Neofaschisten und Gladio-Angehörige zwischen 1960 und 1980 viele politisch motivierte Terroranschläge und Morde in Italien begangen hatten. Dabei hatte ein informelles Netzwerk von Personen in staatlichen Stellen durch Verbreitung von Falschinformationen und Fälschung von Beweisen dafür gesorgt, dass die Verbrechen linksextremen Terroristen zugeordnet wurden, vor allem den Roten Brigaden.[5][4][6] Eine zentrale Rolle soll dabei auch die wilde Loge Propaganda Due unter Licio Gelli gespielt haben.

Vinciguerra sagte 1990 zum Guardian: „Der Weg des Terrors wurde von getarnt agierenden Personen verfolgt, die zum Sicherheitsapparat gehörten, oder die durch Weisung oder Zusammenarbeit mit dem Staatsapparat verbunden waren. Jede einzelne der Gewalttaten nach 1969 passte genau in ein einheitliches, organisiertes Schema … Die Avanguardia Nazionale wurde ebenso wie der Ordine Nuovo für einen Kampf mobilisiert, der Teil einer antikommunistischen Strategie war. Diese entstammte nicht etwa staatsfernen Institutionen, sondern dem Staatsapparat selbst, genauer dem Bereich der Verbindungen des Staats zur NATO.“[7]

Die Untersuchungskommission Terrorismus und Massaker (1994–2000) des italienischen Senats stellte fest: „Diese Massaker wurden organisiert oder unterstützt von Personen in Institutionen des italienischen Staates und von Männern, die mit dem amerikanischen Geheimdienst in Verbindung standen.“[4] Der italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti bestätigte am 3. August 1990 auf eine Parlamentsanfrage hin die Existenz einer „Operation Gladio” des SISMI. Er gab an, dass Gladio auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern existiere. Im Oktober 1990 wurden Briefe des von den Roten Brigaden entführten und ermordeten Politikers Aldo Moro bekannt. Unter diesem Druck sagte Andreotti aus, dass die Operation Gladio, entgegen seinen ursprünglichen Aussagen, noch bis in die späten 1970er Jahre gelaufen und die NATO maßgeblich an der illegalen Operation beteiligt gewesen sei.[5]

Das löste einen europaweiten politischen Skandal aus und führte zu parlamentarischen Anfragen in mehreren Ländern und zu Untersuchungskommissionen in Italien, Belgien und der Schweiz. Am 5. November 1990 erklärte der NATO-Sprecher Jean Marcotta, dass „die NATO niemals einen Guerillakrieg oder Geheimaktionen in Betracht gezogen hat.“ Einen Tag später bezeichnete ein anderer NATO-Sprecher dies als inkorrekt. Die Journalisten erhielten ein kurzes Kommuniqué, das besagte, dass die NATO sich grundsätzlich nicht zu geheimen militärischen Angelegenheiten äußere und Marcotta gar nichts hätte sagen sollen.[8] Die Presse protestierte gegen dieses Verhalten. In der Berichterstattung dominierte in der Folge die Aussage, dass die Geheimarmeen Teil einer NATO-Organisation waren.[9]

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Bund Deutscher Jugend[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bund Deutscher Jugend

Im September 1952 wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Technische Dienst (TD) bekannt, eine Unterorganisation des Bundes Deutscher Jugend (BDJ). Der ehemalige SS-Angehörige Hans Otto wollte aus dieser Gruppe aussteigen. Er sagte vor der Kriminalpolizei aus, die Gruppe habe überwiegend aus etwa 100 ehemaligen Waffen-SS- und Wehrmachtsangehörigen bestanden. Sie habe Waffenlager angelegt und für den Fall einer sowjetischen Invasion Guerillatechniken trainiert.[5] Sie sei maßgeblich von der CIA finanziert worden.[10] Die US-Geheimdienste kooperierten damals mit ehemaligen Nationalsozialisten, vor allem mit Mitarbeitern des SD und der SS.[11]

Norbert Juretzko, ein ehemaliger Agent des Bundesnachrichtendienstes, war Anwerber für Unterstützer des BDJ-TD in Deutschland. Seinen Angaben nach rekrutierte er diese unter konservativen oder rechtsextremen eingestellten Bürgern, um die als notwendig erachtete streng antikommunistische Ausrichtung der Organisation sicherzustellen. Sie hätten eine Funkausbildung und ein militärisches Funkgerät erhalten und im Ernstfall vor allem Kommunikationsaufgaben übernehmen sollen.[12]

Bei einer Razzia der deutschen Polizei wurde bekannt, dass die USA die Gruppe monatlich mit 50.000 DM finanziert und mit Waffen, Munition und Sprengstoff beliefert hatten. Im Odenwald fand man ein Waffenlager mit Maschinengewehren, Granaten, leichten Artilleriegeschützen und Sprengstoff.[13] Ferner fand man eine Liste mit 40 deutschen Führungspersonen, die als nicht zuverlässig antikommunistisch eingestuft wurden und als Attentatsopfer vorgesehen waren, darunter der damalige SPD-Parteichef Erich Ollenhauer, Herbert Wehner, Heinrich Zinnkann und einige SPD-Oberbürgermeister.[14] Für eine möglichst effiziente Ausführung der Attentate hatte der BDJ-TD Mitglieder in die SPD geschleust.[15]

Mehrere Mitglieder wurden festgenommen. Nachdem die Bundesanwaltschaft den Fall übernommen hatte, entließ Oberbundesanwalt Carlo Wiechmann die Verdächtigten am 1. Oktober 1952 wieder. Die hessische Polizei und das Bundesjustizministeriums wurden nicht darüber informiert. Das führte zu erheblichen politischen Irritationen.[10] Der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD) meinte dazu: „Die einzige rechtliche Erklärung für diese Entlassungen kann für uns nur sein, daß die Leute in Karlsruhe erklärt haben, daß sie im amerikanischen Auftrag tätig waren.“[16] Wer in der Bundesanwaltschaft die Freilassung der Verhafteten veranlasste, konnte nie geklärt werden.[14]

Die USA erklärten am 2. Oktober 1952 erstmals, sie hätten den BDJ-TD aufgebaut und finanziert, diese Aktivitäten jedoch ein halbes Jahr zuvor eingestellt. Von einem Fortbestehen der Organisation habe man nichts gewusst. Zur Untersuchung der Vorgänge wurde eine deutsch-amerikanische Untersuchungskommission gebildet, die im November 1952 wieder eingestellt wurde. Als offizielles Ergebnis wurde mitgeteilt, die USA hätten keine Kenntnis von den illegalen Tätigkeiten des BDJ-TD gehabt.[14][17]

Eine andere westdeutsche Stay-behind-Gruppe leitete der frühere Wehrmachtsangehörige Heinrich Hoffmann und Hans Rues, eine weitere (Codename Kiebitz 15) der ehemalige Wehrmachtsoffizier Walter Kopp.[18][19] Die CIA-Zentrale beklagte im April 1953 das Aufsehen über diese Gruppen in deutschen Medienberichten. Daher wurden einige Gruppen aufgelöst. Laut dem US-Historiker Timothy Naftali zeigen die veröffentlichten CIA-Dokumente, die früheren Nationalsozialisten unter den Mitgliedern hätten den Informationsmangel des Westens über die Sowjetunion für sich selber ausgenutzt.[19]

Oktoberfestattentat 1980[Bearbeiten]

Hauptartikel: Oktoberfestattentat

Die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat am 26. September 1980 ergaben, dass Gundolf Köhler die Bombe zum Eingang der Theresienwiese transportiert und dort abgelegt hatte. Seine Verbindungen zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann waren aufgedeckt worden, Beweise für weitere Tatbeteiligte aus diesem Umfeld hatten die Ermittler jedoch nicht gefunden.

Der Schweizer Historiker Daniele Ganser nimmt seit 2005 eine Beteiligung einer deutschen Gladio-Gruppe an dem Attentat an. Er betrachtet Waffendepots des Rechtsextremisten Heinz Lembke, die die Ermittler 1981 fanden, als Depots einer Gladio-Einheit, und geht davon aus, dass Mitglieder der Wehrsportgruppe Hoffmann Sprengstoff von dort bezogen und beim Oktoberfestattentat einsetzten. Staatliche Ermittler haben diese Zusammenhänge bestritten und Lembkes Waffenlager aus dessen individueller Furcht vor einer sowjetischen Invasion erklärt. Ganser behauptet, damit solle eine Stay-behind-Gruppe und somit die mögliche Beteiligung der NATO und des BND an dem Attentat verdeckt werden.[20]

Heinz Lembke war 1980 in den Verdacht geraten, anderen Rechtsextremisten militärischen Sprengstoff und Training im Umgang damit angeboten zu haben. Nach seiner Festnahme 1981 gab er den Ermittlern über 20 seiner Waffendepots preis und kündigte ein umfassendes Geständnis über deren Zweck an, wurde aber am Vortag der Vernehmung erhängt in seiner Haftzelle gefunden. Tobias von Heymann veröffentlichte 2008 Akten aus dem Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR: Danach sollen unter anderem vom Wohnort Lembkes aus regelmäßige Funkkontakte einer Stay-behind-Untergruppe zum Bundesnachrichtendienst erfolgt sein. Mögliche Verbindungen Lembkes zum BND und zu Gundolf Köhler hatten die Ermittler seinerzeit nicht untersucht. - Der Journalist Ulrich Chaussy, der seit Jahrzehnten zum Oktoberfestattentat forscht, hält die Beteiligung weiterer Rechtsextremisten daran für wahrscheinlich, die Beteiligung einer Gladio-Einheit jedoch für Spekulation.[21] Auch Werner Dietrich, Rechtsanwalt einiger Attentatsopfer, sieht keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür. Philipp Gessler (taz) urteilte, Ganser bewege sich hier auf „dünnem Eis“.[22]

Parlamentarische Anfragen[Bearbeiten]

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte im Juni 2009 eine Kleine Anfrage im Bundestag zu möglichen Verbindungen möglicher Hintermänner des Attentats zu „Gladio“. Sie bezogen dabei auf Stasi-Unterlagen und fragten auch nach einem möglichen Zusammenhang mit dem Anschlag von Bologna 1980, den dem Gladio-Netzwerk zugerechnete italienische Rechtsextremisten verübt hatten.[23] Die Bundesregierung antwortete darauf am 22. Juni 2009, dass ihr keine neuen Erkenntnisse darüber vorlägen. Fragen zur Arbeit der Nachrichtendienste des Bundes werde man nur dem zuständigen parlamentarischen Kontrollgremium beantworten.[24]

Im Oktober 2013 antwortete Ronald Pofalla, der für die Geheimdienstkoordination zuständige Chef des Bundeskanzleramts, auf eine „Kleine Anfrage“ der Partei DIE LINKE zu 'Maßnahmen der Bundesregierung zur Aufdeckung der Tätigkeiten von Gladio' („An welchen Übungen hat sich die Stay-Behind-Org. des BND beteiligt?“): „Den bisher ausgewerteten Altunterlagen des BND konnten Hinweise auf sechs Übungen oder Operationen im Sinne der Frage entnommen werden.“[25]

Belgien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Killerbande von Brabant

In Belgien haben Ermittler, Journalisten und Politiker wiederholt den Verdacht geäußert, dass die als Massaker von Brabant bekannt gewordenen Morde der Bande von Nijvel mit Gladio in Verbindung standen. Während einer Serie von äußerst brutalen Raubüberfällen von 1982 bis 1985 hatten bis heute unbekannte Täter 28 Menschen getötet und mehr als 20 verletzt. Die aus drei festen und mehreren wechselnden Mitgliedern bestehende Gruppe führte die bewaffneten Überfälle auf Restaurants, Einzelhändler, Supermärkte und ein Waffendepot mit beinahe militärischer Präzision aus. Die Täter erschossen dabei jeweils wahllos und kaltblütig mehrere unbeteiligte Menschen. Dies führte in der Öffentlichkeit zu dem Verdacht, dass die Vorfälle ein Versuch sein könnten, das Land gezielt zu destabilisieren. In diesem Zusammenhang wurde die belgische Gendarmerie (Rijkswacht), eine Polizeiformation, die teilweise dem belgischen Verteidigungsminister unterstand, verdächtigt. Die bei den Morden verwendeten Tatwaffen waren teilweise aus einem Waffendepot der Polizei gestohlen worden.

Der sozialistische Verteidigungsminister Guy Coeme forderte nach dem Bekanntwerden der italienischen Gladio-Aktivitäten 1990 selbst eine parlamentarische Untersuchung. Diese hatte den expliziten Auftrag zu klären, ob die belgische NATO-Geheimarmee in die Massaker von Brabant verwickelt war. Die Senatoren bestätigten in ihrem öffentlichen Abschlussbericht, dass unter dem Decknamen SDRA8 in Form einer Untereinheit des militärischen Geheimdienstes SGR (Service Général de Renseignement) eine Stay-behind-Armee in Belgien aktiv war. Sie konnten die Frage nach einer Verbindung mit den Terroranschlägen allerdings nicht abschließend beantworten, da sich SGR-Direktor Bernard Legrand strikt weigerte, die Namen der SDRA8-Mitglieder an die Kommission zu übergeben, die diese mit Namen von bekannten Verdächtigen vergleichen wollte. Er blieb bei dieser Haltung, obwohl die Senatoren betonten, dass die Exekutive ihnen gemäß der Verfassung antworten müsse, und obwohl der Vorgesetzte von Legrand, Verteidigungsminister Coeme, die Freigabe der Namen explizit angeordnet hatte.[10]

Schweiz[Bearbeiten]

Hauptartikel: P-26

In der Schweiz bestand bis mindestens 1990 eine geheime Widerstandsorganisation. Sie hatte zuletzt den Tarnnamen Projekt 26 (P-26), unterhielt geheime Waffenlager und bildete Schweizer Bürger (Männer und Frauen) zu Guerillakämpfern aus.[26] Gemäß dem nur teilweise veröffentlichten Bericht der Schweizer Untersuchungskommission von 1991 kooperierte die P-26 nicht mit der CIA, sondern nur mit dem britischen Geheimdienst MI6 und dem britischen Special Air Service. Die P-26 wird daher nicht als direkt mit dem NATO-Netzwerk verbunden angesehen; dies hätte auch einen eklatanten Verstoß gegen die Neutralität der Schweiz dargestellt.[1] Indirekt gab es allerdings laut Daniele Ganser deutliche Zusammenhänge zwischen der P-26 und den Geheimarmeen der NATO-Staaten:

„Die Schweiz hatte aber sehr enge Verbindungen zum britischen Geheimdienst MI6. Die Schweizer trainierten in England, richteten in London eine Funkübermittlungszentrale ein und verwendeten das Harpoon-Funksystem der Nato-Geheimarmeen. Mit dieser engen Verbindung nach London hatte die P-26 natürlich auch direkten Kontakt zur Geheimarmee-Leitstelle; sie war so also indirekt durchaus integriert.“[1]

Die Existenz der P-26 wurde 1990 von der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK-EMD) zur Fichenaffäre aufgedeckt. Der mögliche Zeuge Oberstleutnant Herbert Alboth, ein früheres Mitglied des Spezialdienstes, eines geheimen Armeestabsteils der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA), bot der Kommission an, die „ganze Wahrheit“ aufzudecken. Er wurde kurz vor seiner Aussage tot in seiner Berner Wohnung gefunden, erstochen mit dem eigenen Armee-Bajonett. Die sichergestellten geheimen Unterlagen (alte Schulungs- und Kursunterlagen, Adresslisten von Ehemaligen des Spezialdienstes etc.), für die die unbekannten Täter keinerlei Interesse gezeigt hatten, sowie weitere Tatbestände sprachen gegen die Annahme eines Zusammenhanges zwischen der Tat und der ehemaligen Tätigkeit des Opfers. Die Untersuchungsbehörde vermutete ein Beziehungsdelikt. Alboth war kein Mitglied der P-26.

Die Teile des Untersuchungsberichts, die die Beziehungen der P-26 zum Ausland betreffen (Cornu-Bericht), sind bis heute als geheim eingestuft, da befürchtet wird, dass die Veröffentlichung des gesamten Berichtes „die guten Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten gefährden würde”. Viele Einzelheiten über P-26 sind daher bis heute unbekannt oder sehr fraglich.[27]

Österreich[Bearbeiten]

Im besetzten Nachkriegsösterreich wurde zunächst im Jahr 1947 von antikommunistischen Gewerkschaftern die Absprachen getroffen, eine schlagkräftige Truppe gegen mögliche kommunistische Umsturzversuche aufzustellen. Nachdem diese unter der Führung von Franz Olah bei den Oktoberstreiks 1950 eine entscheidende Rolle in der Niederschlagung des Generalstreikes gespielt hatte, wurde sie mit Unterstützung der CIA zu einer paramilitärischen Geheimarmee ausgebaut, die sich den Tarnnamen Österreichischer Wander-, Sport- und Geselligkeitsverein gab. Spezialeinheiten wurden in der amerikanischen Besatzungszone als Stay-behind ausgebildet und Scheinfirmen sorgten für die finanzielle Abwicklung. Als Franz Olah 1963 Innenminister wurde und international eine Entspannung im Kalten Krieg erkennbar war, wurde diese Organisation jedoch schrittweise aufgelöst, auch weil sie mit der österreichischen Neutralität nicht vereinbar war.

Im Zuge eines innenpolitischen Skandals kamen im Jahr 1969 erstmals Informationen über diese Geheimarmee an die Öffentlichkeit. Diese wurden jedoch erst nach Ende des Kalten Krieges und der Aufdeckung des Gladio-Netzwerkes in Italien in ihrem internationalen Zusammenhang erkannt. Die Besonderheit der österreichischen Stay-behind-Organisation war, dass sie sich ausschließlich auf sozialistische Gewerkschafter stützte. Verbindung zu Terroranschlägen, besonders im Zusammenhang mit rechtsextremen und neonazistischen Gruppierungen konnten dem OeWSGV nicht nachgewiesen werden. Offen geblieben sind in diesem Zusammenhang jedoch Fragen zum Befreiungsausschuss Südtirol, dessen Aktionen in diese Zeitperiode fallen. Es wird jedoch eher vermutet, dass die Südtirol-Aktivisten unwissentlich von der italienischen Gladio unterwandert waren, um die dortige Strategie der Spannung anzuheizen.

Unklar ist weiterhin ob und inwieweit der OeWSGV in Verbindungen mit ähnlichen Geheimarmeen in NATO-Staaten und damit dem Gladio-Netzwerk stand, oder ob es sich dabei um ein auf Österreich beschränktes Phänomen mit verdeckter Unterstützung der USA handelte. Im Jahr 1996 wurden in den USA geheime Dokumente aus der Besatzungszeit veröffentlicht, die zur Auffindung von über 100 versteckten Waffendepots in Österreich, teilweise im Hochgebirge, führten. Ungeklärt ist jedoch, ob diese für die Versorgung von amerikanischen Agenten oder zur Bewaffnung einer antikommunistischen Partisanenarmee gedacht waren.

Türkei[Bearbeiten]

Denkmal für den Journalisten Abdi İpekçi, der im Vorfeld des Militärputschs in der Türkei 1980 von Abdullah Çatlı und dem späteren Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca ermordet wurde.
Hauptartikel: Tiefer Staat

Der türkische Gladio-Zweig wurde unter dem Namen Counter-Guerilla oder Kontra-Guerilla geführt.[10] Eine der maßgeblichen Personen der Counter-Guerilla war der Rechtsextremist und Heroinhändler[28] Abdullah Çatlı, der auch großen Einfluss in der rechtsextremen Partei Graue Wölfe hatte. Çatlı organisierte Straßenkämpfe und die Ausbildung von jungen Anhängern für den Kampf gegen Linksradikale.[29]

Der französischen Monatszeitung Le Monde diplomatique zufolge traf sich Çatlı mehrfach mit Stefano Delle Chiaie in Lateinamerika und im September 1982 in Miami:

„Çatli galt beim türkischen Arm der Organisation Gladio als einer der wichtigsten Männer fürs Grobe. Auch bei den blutigen Ereignissen der Jahre 1976 bis 1980, die die Bedingungen für den Militärputsch vom September 1980 schufen, spielte er eine führende Rolle.“

Kendal Nezan[28]

Ein weiteres Mitglied der türkischen Counter-Guerilla war der Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca. Gemeinsam mit Çatlı ermordete er 1979 den Chefredakteur der großen türkischen Zeitung Milliyet, den Journalisten Abdi İpekçi.[29] Zuvor hatte er in Ankara und Istanbul zusammen mit seinem Freund Çatlı Schießereien und Straßenkämpfe gegen Linksradikale organisiert. İpekçi war besorgt über den zunehmenden, von der extremen Rechten ausgehenden Straßenterror gewesen und hatte daher persönlich beim damaligen CIA-Stationschef Paul Henze (1924–2011) darauf gedrungen, dass der CIA die von İpekçi vermutete Unterstützung der Unruhen einstellen solle.[29]

Der Tod von Çatlı bei einem Verkehrsunfall 1996 löste einen politischen Skandal in der Türkei aus. Der zu diesem Zeitpunkt wegen Mordes mit Haftbefehl in der Türkei und von Interpol gesuchte Çatlı hatte einen vom damaligen Innenminister Mehmet Agar persönlich unterschriebenen Reisepass bei sich, der ihn als Staatsbeamten auswies. Er befand sich in Gesellschaft des Parlamentsabgeordneten der Regierungspartei Sedat Bucak, des stellvertretenden Polizeichefs von Istanbul und der ehemaligen Schönheitskönigin Gonca Us. Nur Bucak, der auch Leiter von umstrittenen, gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) eingesetzten Dorfschützereinheiten im Südosten der Türkei war, überlebte. In dem Unfallwagen fand die Polizei unter anderem mehrere Handfeuerwaffen mit Schalldämpfern. Innenminister Agar hatte zunächst versucht, die Situation damit zu erklären, dass der Polizeibeamte den Gesuchten verhaftet hatte. Als sich dies als Lüge entpuppte, musste er zurücktreten. In der nachfolgenden parlamentarischen Untersuchung wurden zahlreiche Zusammenhänge zwischen Politik, Militär, Geheimdiensten und dem organisiertem Verbrechen in der Türkei aufgedeckt.[30][31] Dieser Komplex wird in der Türkei als Tiefer Staat bezeichnet.

Spanien[Bearbeiten]

Ein Jahr nach dem Tode des spanischen Diktators Franco ermordeten im Mai 1976 rechtsextreme Terroristen zwei linksgerichtete Carlisten. Unter den Attentätern befanden sich der italienische Neofaschist Stefano Delle Chiaie und Mitglieder der Alianza Anticomunista Argentina (AAA), was auf eine Verbindung zum südamerikanischen Schmutzigen Krieg hindeutet.[32]> Dieser Vorfall wurde als das Massaker von Montejurra bekannt. Laut einem CESIS-Bericht war Carlo Cicuttini – der 1972 gemeinsam mit Vincenzo Vinciguerra für den oben beschriebenen Bombenanschlag in Peteano verantwortlich war – 1977 am Blutbad von Atocha beteiligt, bei dem fünf Angehörige der PCE-nahen Gewerkschaft Comisiones Obreras ums Leben kamen. Cicuttini war in Spanien eingebürgert und lebte dort seit 1972, dem Jahr des Peteano-Anschlags.[33]

Als Reaktion auf die umfangreichen Bekenntnisse Giulio Andreottis bestritt Adolfo Suárez, Spaniens erster demokratisch gewählter Ministerpräsident nach Francos Tod, jemals von Gladio gehört zu haben.[34] Suárez’ Nachfolger Leopoldo Calvo-Sotelo gab an, dass Spanien nach dem Beitritt zur NATO nicht über Gladio informiert worden wäre. Auch sagte er, dass ein solches Netzwerk im franquistischen Spanien nicht notwendig gewesen wäre, da „das Regime selber Gladio war“.[35]

General Fausto Fortunato, Leiter des italienischen Geheimdienstes SISMI von 1971 bis 1974, äußerte, dass Frankreich und die USA Spaniens Einstieg in die Organisation Gladio befürworteten, Italien aber sein Veto aussprach. Der spanische Verteidigungsminister Narcís Serra ordnete jedoch eine Untersuchung über Spaniens Verhältnis zu Gladio an.[36][37] Darüber hinaus schrieb die Zeitung Canarias 7 unter Berufung auf den früheren Gladio-Agenten Alberto Volo, dass Anfang August 1991 ein Gladio-Treffen auf Gran Canaria stattgefunden hätte.[38] Volo gab ebenfalls an, in den 1960er und 1970er Jahren als Gladio-Agent Trainings in Maspalomas auf Gran Canaria absolviert zu haben. Die Zeitung El País berichtete außerdem von Vermutungen, dass Gladio in den 1970ern ehemalige Einrichtungen der NASA in Maspalomas genutzt hätte.[39]

Auch der belgische Ex-Geheimagent André Moyen erklärte, dass Gladio in Spanien aktiv gewesen wäre.[40] So hätte Gladio Stützpunkte in Madrid, Barcelona, San Sebastián und auf den Kanaren betrieben.

Griechenland[Bearbeiten]

Das Ziel des britischen Premierministers Winston Churchill war es, die kommunistisch angeführte Widerstandsbewegung EAM an der Machtübernahme nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu hindern. Nach der Niederschlagung eines Aufstands von EAM-Anhängern im April 1944 unter den griechischen Streitkräften in Ägypten wurde eine neue und zuverlässige Einheit aufgestellt, die Dritte Griechische Gebirgsbrigade, von der „fast alle Männer von gemäßigt konservativen bis linken Ansichten“ ausgeschlossen waren.[3] Nach der Befreiung im Oktober 1944 kontrollierte die EAM den größten Teil des Landes. Als sie am 3. Dezember 1944 eine Demonstration in Athen veranstaltete, schossen plötzlich Angehörige rechtsgerichteter und pro-royalistischer paramilitärischer Verbände in die Menge. Gedeckt wurden sie dabei von „britischen Truppen und von Polizisten mit Maschinengewehren (…) die auf Hausdächern Stellung bezogen hatten“. Dabei wurden 25 Demonstranten getötet, darunter ein sechs Monate alter Junge, und 148 verletzt.[41] Dies war der Ausbruch der Schlacht um Athen (Dekemvriana), die dann zum Griechischen Bürgerkrieg führte.

Als Griechenland 1952 der NATO beitrat, wurden die LOK (Lochoi Oreinōn Katadromōn, d. h. Gebirgsjägerkompanien) in das europäische Stay-behind-Netzwerk eingegliedert. Die CIA und LOK bekräftigten am 25. März 1955 ihre Zusammenarbeit in einem Geheimdokument, das von General Trascott für die CIA und von Konstantinos Dovas, dem Stabschef des griechischen Militärs unterzeichnet wurde. Außer der Vorbereitung auf einen sowjetischen Einmarsch gab die CIA den LOK auch Anweisungen zur Verhinderung eines linksgerichteten Militärputsches. Der ehemalige CIA-Agent Philip Agee, der in den USA wegen der Enthüllung sensibler Informationen scharf kritisiert worden ist, behauptet, dass „paramilitärische Gruppen, angeführt von CIA-Beamten, während der sechziger Jahre in ganz Europa operierten“ und betont, dass „vielleicht keine Aktivität der CIA so klar wie diese mit der Möglichkeit internationaler subversiver Tätigkeit in Verbindung gebracht werden könne“.[42]

Emblem der griechischen Militärdiktatur (1967–1974). Der Putsch der rechtsgerichteten Obristen gegen die demokratische Regierung wurde unter Mithilfe des griechischen Stay-Behind-Zweigs durchgeführt.

Die LOK waren beteiligt an dem Putsch, der die Griechische Militärdiktatur (1967–1974) an die Macht brachte.[43] Der Putsch wurde am 21. April 1967 durchgeführt, einen Monat vor dem Wahltag, für den Meinungsumfragen einen überwältigenden Sieg der Zentrumsunion (Enosis Kendrou) von Georgios und Andreas Papandreou vorhergesagt hatten. Unter dem Kommando des Fallschirmjägers Oberstleutnant Kostas Aslanides übernahmen die LOK die Kontrolle über das Verteidigungsministerium, während Brigadegeneral Stylianos Pattakos Kommunikationszentralen, Parlament und Königspalast unter seine Kontrolle brachte und aufgrund ausführlicher Listen 10.000 Personen verhaftete. Phillips Talbot, der amerikanische Botschafter in Athen, missbilligte den Militärputsch und beklagte, dass er eine „Vergewaltigung der Demokratie“ darstelle – worauf Jack Maury, der Chef der CIA-Zentrale in Athen erwiderte: „Wie kann man denn eine Hure vergewaltigen?“[44]

Andreas Papandreou wurde festgenommen und ging dann nach Kanada und Schweden ins Exil, kehrte aber später nach Griechenland zurück, wo er 1981 die Wahl zum Premierminister gewann und die erste sozialistische Regierung Griechenlands nach dem Krieg bildete. Seiner eigenen Aussage nach entdeckte er die Existenz der geheimen NATO-Armee, die den Codenamen Red Sheepskin (Roter Schafspelz)[45] trug, als amtierender Premierminister 1984 und gab Anweisungen zu ihrer Auflösung.

Giulio Andreottis Enthüllungen von 1990 zufolge bestätigte der griechische Verteidigungsminister, dass ein Zweig des Netzwerks, genannt Operation Sheepskin, bis 1988 in seinem Land aktiv war.[46] Die sozialistische Opposition forderte eine parlamentarische Untersuchung der Geheimarmee und ihrer angeblichen Verbindungen zu Terrorismus und dem Militärputsch von 1967. Innenminister Yannis Vassiliadis erklärte, es bestehe kein Bedarf, solche „Phantasien“ zu untersuchen, denn „Sheepskin war einer von 50 NATO-Plänen, die vorsahen, dass dann, wenn ein Land von einem Feind besetzt wird ein organisierter Widerstand bestehen solle. Sheepskin sah geheime Waffenverstecke vor und auch Offiziere, die den Kern eines Guerillakrieges bilden konnten, Mit anderen Worten, es war, national gesehen, ein gerechtfertigter Vorgang.“[47]

Im Dezember 2005 veröffentlichte der Journalist Kleanthis Grivas einen Artikel in der griechischen Sonntagszeitung To Proto Thema, in dem er Sheepskin beschuldigte, 1975 einen Mordanschlag auf den Chef der CIA-Filiale in Athen, Richard Welsh verübt zu haben, sowie 2000 einen Mordanschlag auf den britischen Militärattaché Stephen Saunders. Das US-Außenministerium bestritt dies und ließ verlauten, dass „die griechische Terrororganisation 17. November für beide Mordanschläge verantwortlich“ sei, und dass Grivas’ Hauptindiz das Westmoreland Field Manual sei, welches sowohl vom Außenministerium als auch von einem unabhängigen Untersuchungsausschuss des Kongresses als sowjetische Fälschung bezeichnet hätten. Das betreffende Dokument erwähnt jedoch weder Griechenland noch den 17. November noch Welch. Das Außenministerium wies auch auf die Tatsache hin, dass im Fall des Richard Welsh „Grivas bizarrerweise die CIA beschuldigt, bei der Ermordung eines ihrer eigenen leitenden Beamten beteiligt gewesen zu sein“. Sheepskin könne Stephen Saunders aus dem einfachen Grund nicht ermordet haben, weil „die griechische Regierung sagt, sie habe das Stay-behind-Netzwerk 1988 aufgelöst.

Luxemburg[Bearbeiten]

Nach einem Zeitungsbericht vom 10. November 1990 in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek bestätigte Jacques Santer am 14. November 1990 vor dem Luxemburger Parlament die Existenz einer Stay-behind-Organisation in Luxemburg, verfügte aber als zuständiges Regierungsmitglied deren umgehende Auflösung. Die Organisation war seit 1959 mit Genehmigung des Premiers Pierre Werner aktiviert worden, ihre Steuerung sei durch den luxemburgischen Geheimdienst Service de Renseignement de l’Etat erfolgt, die Koordination erfolgte über eine Dienststelle der NATO. Angehörige der Organisation sowie einzelne Aktionen wurden bisher namentlich nicht offiziell bekannt.[48] Am 17. Dezember 1990 informierte Santer den Verfassungsausschuß des Parlamentes darüber, dass die Organisation nie aus mehr als zwölf Personen bestanden habe und lediglich für die Übermittlung nachrichtendienstlicher Informationen sowie die Ein- und Ausschleusung von Personen vorgesehen war. Handwaffen waren seit 1973 eingelagert worden, ein direkter Zugang dazu war nicht vorgesehen. Am 14. Oktober 1990 wurden die noch lebenden Angehörigen der Organisation über die Auflösung informiert und aufgefordert, ihr Funkmaterial abzugeben.[49]

Im Februar 2013 begann in Luxemburg ein Prozess gegen zwei Polizisten, denen man vorwirft, sie hätten als Angehörige der Brigade mobile de la Gendarmerie (BMG) gemeinsam mit zwei weiteren (inzwischen verstorbenen) Kollegen in den 1980er Jahren Terroranschläge inszeniert, was damals als Bombenlegeraffäre bekannt wurde. In diesem Zusammenhang schilderte der Deutsche Andreas Kramer, laut eigener Aussage Historiker, in einer eidesstattlichen Erklärung die Erinnerungen seines verstorbenen Vaters, der für den deutschen Bundesnachrichtendienst als Verbindungsmann für die Benelux-Staaten gearbeitet haben soll.[50][51] Seinem Sohn zufolge war Kramer Operationsleiter von Gladio und koordinierte Einsätze in Deutschland, Italien, den Benelux-Staaten und der „neutralen“ Schweiz. Das so genannte Allied Clandestine Committee (ACC) sei Teil eines Beschlusses auf höchster Natoebene gewesen.[52] Über Kramers Schreibtisch sollen die Bombenleger-Aktionen koordiniert worden sein. Verwandte von Kramer widersprachen diesen Aussagen.[53][54]

Verurteilung durch das Europäische Parlament[Bearbeiten]

Entschließung des Europäischen Parlaments 1990: Forderung nach Aufklärung der Terrortätigkeit von Gladio und Protestnote gegen die NATO
Gladio-Resolution der EU

Das Europäische Parlament drückte nach einer Sonderdebatte am 22. November 1990 seinen „entschiedenen Protest“ gegenüber der NATO und den beteiligten Geheimdiensten aus.[55] Es ging dabei davon aus, dass die Aktivitäten von der Exekutive ausgingen und keiner parlamentarischen Kontrolle unterlagen, die Legislativen der betroffenen Staaten also nicht involviert waren.[56]


Der italienische Parlamentarier Enrico Falqui (Grüne) betonte in der Sonderdebatte des EP:

„Dieses Europa wird keine Zukunft haben, wenn es nicht auf der Wahrheit und der vollständigen Transparenz seiner Institutionen aufgebaut wird. Daher müssen wir wissen, welche und wie viele Gladio-Netzwerke es in den Mitgliedstaaten der EU gibt.“

Die Forderungen des EP nach der Einsetzung staatlicher Untersuchungsausschüsse wurden in der großen Mehrzahl der EU-Länder nicht umgesetzt, mit Ausnahme von Belgien und Italien sowie dem Nicht-EU-Mitglied Schweiz.

Auflösung[Bearbeiten]

Die Einheiten wurden in mehreren Ländern nach Bekanntwerden der Operation und dem Zerfall der Sowjetunion 1990 offiziell aufgelöst, etwa in Italien und Frankreich. Die geheimen Waffendepots der deutschen Geheimarmee waren nach Angaben des deutschen Kanzleramtsministers Lutz Stavenhagen bereits 1972 aufgelöst und die darin befindlichen Pistolen zerstört worden. Ab diesem Zeitpunkt habe sich die deutsche Geheimarmee nur noch mit dem Funkkommunikations- und Evakuierungstraining befasst. Angesichts von Funden großer Mengen an Kriegswaffen in illegalen unterirdischen Verstecken nach diesem Zeitpunkt, unter anderem im Fall Lembke 1981 (siehe unten), wurden diese Angaben jedoch von dem Schweizer Historiker Daniele Ganser angezweifelt.[57] Im Dezember 1990 gab die Bundesregierung in einer Pressemitteilung bekannt, dass der deutsche Zweig im April 1991 vollständig aufgelöst werden solle.[57] Es ist bis heute nicht bekannt, ob Gladio nach dem Ende des Kalten Kriegs vollständig eingestellt wurde und was mit der gelagerten Ausrüstung passiert ist.

Untersuchungen[Bearbeiten]

Der italienische Spitzenpolitiker Giulio Andreotti machte die Existenz Gladios 1990 erstmals öffentlich bekannt.

Die bisher einzige länderübergreifende, unabhängige Untersuchung zu Gladio war ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich. Der Historiker Daniele Ganser schrieb über die Ergebnisse:

„Die Stay-behind-Armeen waren dem Volk, dem Parlament und den meisten Regierungsmitgliedern unbekannt und bildeten in ganz Westeuropa ein unsichtbares, koordiniertes, geheimes Sicherheitsnetz. In einigen Ländern, aber nicht in allen, mutierten die Sicherheitsnetze jedoch auch zu Terrorzellen. […] Washington, London und der italienische militärische Geheimdienst befürchteten, dass der Einzug der Kommunisten in die [italienische] Regierung die Nato von innen heraus schwächen könnte. Um dies zu verhindern, wurde das Volk manipuliert: Rechtsextreme Terroristen führten Anschläge aus, diese wurden durch gefälschte Spuren dem politischen Gegner angelastet, worauf das Volk selber nach mehr Polizei, weniger Freiheitsrechten und mehr Überwachung durch die Nachrichtendienste verlangte.“[5]

Auf der Webseite des Forschungsprojekts sind eine Vielzahl von Dokumenten im Original einsehbar, darunter die Berichte der staatlichen Untersuchungskommissionen in Italien, Belgien und der Schweiz. Die Forschungsergebnisse flossen in das ursprünglich im Jahr 2005 auf Englisch erschienene Buch NATO-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung ein.[58] Eine Kurzversion der Ergebnisse findet sich in dem Artikel Nato-Geheimarmeen und ihr Terror der Schweizer Tageszeitung Der Bund,[5] eine ausführlichere Darstellung liefert der 28-seitige Artikel Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies aus der Zeitschrift The Whitehead Journal of Diplomacy and International Relations.[10]

Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse im Jahr 2004 war Anlass für zahlreiche Presseartikel, unter anderem in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) und im Spiegel.

Die Journalistin Regine Igel hat für ihr Buch Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien italienische Justizakten gesichtet und Interviews mit Richtern und Staatsanwälten geführt. Es gilt als fundierteste deutschsprachige Publikation zur Strategie der Spannung in Italien.[59]

Eine dreiteilige Fernsehdokumentation der BBC von 1992 (siehe unten) ist eine der umfangreichsten öffentlich zugänglichen Quellen für Informationen und Zeugenaussagen zu Gladio. Videomitschnitte der Sendungen sind auch im Internet verfügbar.

Im Rahmen ihrer Geschichtsreihe Timewatch strahlte die britische BBC 1992 eine Dokumentation von Alan Francovich in drei Teilen zu je etwa 50 Minuten über Gladio aus. Zahlreiche Schlüsselpersonen der Operation kommen darin in teilweise anonymisierten Interviewsequenzen zu Wort, darunter das wegen Mordes verurteilte Gladio-Mitglied Vincenzo Vinciguerra, ehemalige Spitzenfunktionäre der italienischen Militärgeheimdienste und eine Reihe von hohen in Italien eingesetzten CIA-Agenten. Die Filme sind die einzigen Dokumente, in denen maßgeblich beteiligte Personen selbst berichten. So stammt etwa das obige, mittlerweile weitverbreitete Zitat von Vinciguerra ursprünglich aus einem der Interviews (Gladio Part 2, ab ca. 4:00 min). Darüber hinaus sprechen Vorsitzende und Mitglieder der staatlichen italienischen und belgischen Untersuchungskommissionen sowie Journalisten über ihre Erkenntnisse.

Die drei Teile der Dokumentation haben die Titel Gladio. Part 1 – The Ring Masters (Die Direktoren), Gladio. Part 2 – The Puppeteers (Die Puppenspieler) und Gladio. Part 3 – The Foot Soldiers (Die Fußsoldaten; Aufnahmen auch unter dem Titel Operation Gladio – Behind False Flag Terrorism … (part 3) bei video.google.com zu finden).

Im Rahmen der Reihe Geschichte am Mittwoch strahlte ARTE am 16. Februar 2011 die vom SWR produzierte Dokumentation Gladio – Geheimarmeen in Europa (Deutschland 2010, 85 Min.) aus. Die Autoren Frank Gutermuth und Wolfgang Schoen zeichnen die Entstehung von Gladio in Deutschland und Italien nach und beleuchten die Hintergründe des Anschlags von Bologna und des Oktoberfestattentats.

Das Außenministerium der USA gab im Jahr 2006 als Reaktion auf die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse der ETH Zürich eine umfangreiche Pressemitteilung heraus.[60] Darin wurde eines der von Ganser zitierten Dokumente, das United States Army Field Manual 30-31B,[61] als sowjetische Fälschung und die Terrorismusvorwürfe insgesamt als falsch bezeichnet. Ganser nannte als Anhaltspunkte für die Echtheit des Dokuments Aussagen von US-Geheimdienstmitarbeitern wie Ray Cline, einen ehemaligen CIA-Führungskader, und den Ex-Chef der italienischen P2-Loge, Licio Gelli. Beide hätten die Echtheit des Handbuchs bezeugt.[62]

Das Field Manual 30-31B wurde erstmals in den 1970er Jahren in europäischen Medien veröffentlicht. Laut dem Geheimdienstforscher Giuseppe de Lutiis kündigte als erstes die türkische Zeitung Baris seine Veröffentlichung an, jedoch verschwand der Journalist, in dessen Besitz das Dokument gelangt war, vor der Veröffentlichung spurlos. Er bleibt bis heute verschwunden. Auf die spanische Zeitung Triunfo und das italienische Wochenmagazin Europeo wurde später Druck ausgeübt, das Dokument nicht zu veröffentlichen. Als 1981 die Tochter von Licio Gelli auf dem Flughafen von Rom verhaftet wurde, fanden sich in ihrem Gepäck Teile des Dokuments.[63]

Künstlerische Verarbeitung[Bearbeiten]

  • Der Drehbuchautor und Schriftsteller Martin Maurer stellte Gladio und die Strategie der Spannung in den Mittelpunkt seines Polit-Thrillers Terror von 2010. Bei der fünf Jahre dauernden Recherche[64] für das Buch, auch in Italien, führte er zahlreiche Video-Interviews mit Experten und Zeitzeugen, z. B. mit Daniele Ganser, dem Rechtsanwalt Werner Dietrich, Karl-Heinz Hoffmann, Ex-Chef einer Wehrsportgruppe und ehemaliger Mit-Verdächtiger des Oktoberfestattentats, und dem Ex-Linksterroristen Michael „Bommi“ Baumann, die er begleitend auf einem eigenen Blog online stellte.[65] Ursprünglich sollte das Material die Basis für einen Fernseh-Dokumentarfilm Maurers bilden, er fand jedoch keine Geldgeber bzw. Produzenten.[64]
  • Der Schriftsteller Wolfgang Schorlau machte das Oktoberfestattentat und die potenzielle Verstrickung von Gladio zu einem der Themen seines Kriminalromans Das München-Komplott: Denglers fünfter Fall.[66]
  • In dem türkischen Politthriller Tal der Wölfe – Gladio von 2009 kommt ein pensionierter türkischer Geheimagent vor Gericht. Er macht daraufhin seine jahrelange Tätigkeit für den türkischen Geheimdienst öffentlich und enthüllt zahlreiche Aktivitäten des so genannten Tiefen Staats.[67]

Literatur[Bearbeiten]

Allgemein
  • Richard Cottrell: Gladio, Nato's Dagger at the Heart of Europe: The Pentagon-Nazi-Mafia Terror Axis. Progressive Press, 2011, ISBN 1615776877
  • Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. orell füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06106-0
  • Jens Mecklenburg: Gladio: Die geheime Terrororganisation der NATO. Espresso, 1997, ISBN 3-88520-612-9
Italien
  • Regine Igel: Terrorjahre: Die dunkle Seite der CIA in Italien. Herbig, München 2006, ISBN 3-7766-2465-5
  • Gerhard Feldbauer: Agenten, Terror, Staatskomplott: Der Mord an Aldo Moro, Rote Brigaden und CIA. Papy Rossa, Köln 2000, ISBN 3-89438-207-4
  • Regine Igel: Andreotti: Politik zwischen Geheimdienst und Mafia. Herbig, München 1996, ISBN 3-7766-1951-1
  • Emanuele Bettini: Gladio: la repubblica parallela. Ediesse, 1996, ISBN 8823002206
  • Gerardo Serravalle: Gladio. Edizioni Associate, 1991, ISBN 8826701458
Österreich
Bundesrepublik Deutschland
  • Leo A. Müller, Werner Raith (Hrsg.): Gladio, das Erbe des Kalten Krieges: Der NATO-Geheimbund und seine deutschen Vorläufer. Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3-499-12993-0
  • Ulrich Stoll: Gladio: Späte Spuren einer NATO-Geheimarmee. In: Thomas Leif (Hrsg.): Mehr Leidenschaft Recherche. Skandal-Geschichten und Enthüllungsberichte. Ein Handbuch zur Recherche und Informationsbeschaffung. Verlag für Sozialwissenschaften, 2003, ISBN 3-531-14126-0, S. 177-184
Niederlande
  • Bob de Graaff, Cees Wiebes: Gladio der vrije jongens: een particuliere geheime dienst in Koude Oorlogstijd. SDU, 1992, ISBN 9012066115
  • Paul Koedijk: Dossier Gladio. De Koude Burgeroorlog in Nederland. Vrij Nederland, 18. Juli 1992 (PDF-Download)
  • Paul Koedijk: Dossier Gladio. Nederland was voorbereid op een nieuwe wereldoorlog. Vrij Nederland, 11. Juli 1992 (PDF-Download)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Katrin Holenstein: CIA finanzierte staatlich organisierten Terror. (Basler Zeitung, Basel 16. Dezember 2004; PDF)
  2. a b Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. Cass, London 2005, ISBN 3-8000-3277-5, S. 1 ff.
  3. a b Peter Murtagh, The Rape of Greece. The King, the Colonels, and the Resistance (London, Simon & Schuster, 1994), S.29, zitiert bei Daniele Ganser (2005), p.213
  4. a b c d  Gunther Latsch: Die dunkle Seite des Westens. In: Der Spiegel. Nr. 15, 2005, S. 48–50 (online).
  5. a b c d e f Daniele Ganser: Nato-Geheimarmeen und ihr Terror. Der Bund, Bern, 20. Dezember 2004, S. 2 ff.
  6. Karl Hoffmann: Vor 25 Jahren: Bomben-Anschlag im Bahnhof von Bologna. In: Deutschlandfunk. 2. August 2005, abgerufen am 20. Juli 2008.
  7. Ed Vulliamy: Secret agents, freemasons, fascists… and a top-level campaign of political ‘destabilisation’. The Guardian 12/ 5. Dezember 1990, S. 12
  8. The European, 9. November 1990
  9. Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. London 2005, S. 25
  10. a b c d e Daniele Ganser: Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. In: The Whitehead Journal of Diplomacy and International Relations 6/Nr. 1, South Orange NJ, 2005, S. 69 ff.
  11. Markus Perner: Fremde Heere West – Gladio in Europa. In: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Gladio: Die geheime Terrororganisation der NATO. 1997, S. 16 ff.
  12. Norbert Juretzko, Wilhelm Dietl (Hrsg.): Bedingt dienstbereit. Ullstein, 2004, ISBN=3-550-07605-3
  13. Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. London 2005, S. 195
  14. a b c Heiko Buschke: Deutsche Presse, Rechtsextremismus und nationalsozialistische Vergangenheit in der Ära Adenauer. Campus, 2003, ISBN 3-593-37344-0, S. 210-218
  15. Christopher Simpsons: Der amerikanische Bumerang: NS-Kriegsverbrecher im Sold der USA. Ueberreuter, 1988, ISBN 3-8000-3277-5, S. 180 ff.
  16.  Alles für Deutschland. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1952, S. 6–8 (online).
  17.  Im Ernstfall froh. In: Der Spiegel. Nr. 49, 1952, S. 6–7 (online).
  18. Timothy Naftali: New Information on Cold War Stay-Behind Operations in Germany and on the Adolf Eichmann Case (PDF; 721 kB)
  19. a b Julian Borger: Why Israel’s capture of Eichmann caused panic at the CIA (The Guardian, 8. Juni 2006)
  20. Daniele Ganser: NATO's Secret Armies: Operation GLADIO and Terrorism in Western Europe. London 2005, S. 207-209
  21. Ulrich Chaussy: Oktoberfest - Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann. Christoph Links, 2014, S. 213-222
  22. Philipp Gessler (taz, 7. August 2009): Viele offene Fragen.
  23. Deutscher Bundestag, Drucksache 16/13305, 4. Juni 2009: Kleine Anfrage der Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, Jerzy Montag, Volker Beck (Köln), Monika Lazar, Silke Stokar von Neuforn, Wolfgang Wieland, Josef Philip Winkler und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Oktoberfest-Attentat – Stasi-Notizen und Indizien betreffend Beteiligung der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ sowie Verbindungen zu „Gladio“ (PDF, 161 kB)
  24. Deutscher Bundestag, Drucksache 16/13527, 22. Juni 2009: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, Jerzy Montag, Volker Beck (Köln), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (PDF, 344 kB)
  25. Bundestagsfraktion Die LINKE: „Maßnahmen der Bundesregierung zur Aufdeckung der Tätigkeiten von Gladio“. In: Deutscher Bundestag Drucksache 17/14815 – Kleine Anfrage. 17. September 2013, abgerufen am 7. Dezember 2013 (PDF; 98 kB).
  26. Lucien Fluri (Solothurner Zeitung, 14. Juli 2012): Ehemalige «Geheimarmee» P-26: Die Geheimhaltung in Fleisch und Blut
  27. Nikolaus Ramseyer: Schweizer Geheimtrupp passte zum Gladio-Konzept der USA. (Basler Zeitung, Basel, 16. Dezember 2004, PDF)
  28. a b Kendal Nezan: Türkei – Drehscheibe des Drogenhandels, Verbrecher mit Diplomatenpaß. In: Le Monde diplomatique. 10. Juli 1998, abgerufen am 10. Mai 2013 (deutsche).
  29. a b c Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. London 2005, S. 237
  30. René Althammer, Sabine Küper: Ein Staat als Dealer: Heroinlieferant Türkei ARD-Sendung Kontraste – 19. Juni 1997. In: Rundfunk Berlin-Brandenburg. 17. April 1997, abgerufen am 15. Oktober 2008.
  31. Boris Kalnoky: Ein sicherer Hafen für die türkischen Schmuggler. In: Welt Online. 2. September 2008, abgerufen am 15. Oktober 2008.
  32. Sergio Sorin Las relaciones secretas entre Pinochet, Franco y la P2. Conspiración para matar (Equipo Nizkor, 4. Februar 1999)
  33. Miguel González: Un informe oficial italiano implica en el crimen de Atocha al 'ultra' Cicuttini, relacionado con Gladio. In: ELPAÍS.com. 2. Dezember 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  34. Andreu Manresa: Suárez afirma que en su etapa de presidente nunca se habló de la red Gladio. In: ELPAÍS.com. 18. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  35. Calvo Sotelo asegura que España no fue informada, cuando entró en la OTAN, de la existencia de Gladio. In: ELPAÍS.com. 21. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  36. Juan Arias: Italia vetó la entrada de España en Gladio, según un ex jefe del espionaje italiano. In: ELPAÍS.com. 17. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  37. Serra ordena indagar sobre la red Gladio en España. In: ELPAÍS.com. 16. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  38. La 'red Gladio' continúa operando, según el ex agente Alberto Volo. In: ELPAÍS.com. 19. August 1991, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  39. Carmelo Martín: Indicios de que la red Gladio utilizó una vieja estación de la NASA en Gran Canaria. In: ELPAÍS.com. 26. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  40. Félix Monteira: La red secreta de la OTAN operaba en España, según un ex agente belga. In: ELPAÍS.com. 14. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  41. Ganser (2005), S. 213–214 (sein Zitat)
  42. Philip Agee, Louis Wolf, Dirty Work: The CIA in Western Europe (Secaucus: Lyle Stuart Inc., 1978), S.154 (Zitiert bei Daniele Ganser (2005) S.216)
  43. Richard Norton-Taylor, The Gladio File: did fear of communism throw West into the arms of terrorists? The Guardian, 5. Dezember 1990
  44. Chronology, Secret Warfare: Operation Gladio and NATO's Stay-Behind Armies, ETH Zürich
  45. NATO's secret network 'also operated in France. The Guardian, 14. November 1990, S. 6
  46. Nato's secret network 'also operated in France' The Guardian, 14. November 1990
  47.  Daiel Ganser: NATO Geheimarmeen in Europa Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. 2 Auflage. Orell Füssli Verlag AG, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06106-0, S. 345.
  48. Michel Thiel: Bommeleeër-Affäre: Stay behind: kalter Krieg oder kalter Kaffee? In: Luxemburger Wort. 29. September 2008
  49. Steve Remesch: Bommeleeër-Affäre: Luxemburgs Schattenkämpfer, Der Santer-Bericht zu „Stay behind“ zum Nachlesen. In: Luxemburger Wort. 29. September 2008
  50. Markus Kompa: In Luxemburg kocht Stay Behind hoch. In: Telepolis. 27. Februar 2013
  51. Eidesstattliche Erklärung (PDF; 1,3 MB)
  52. "Es war Nato gegen Nato" tageswoche.ch vom 10. April 2004
  53. Bommeleeër: Zeuge Kramer als Lügner entlarvt? In: Luxemburger Wort. 13. Mai 2013
  54. Markus Kompa: Skyfall – Zeuge Kramer fällt tief. In: Telepolis. 15. Mai 2013
  55. Entschließung zur Gladio-Affäre. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften C324/ 24. Dezember 1990
  56. Daniele Ganser (Neue Zürcher Zeitung, 15. Dezember 2004): Die Geheimarmeen der Nato.
  57. a b Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. London 2005, S. 195
  58. siehe Literaturverzeichnis
  59. Conrad Lay: Buchrezension zu: Terrorjahre – Die dunkle Seite der CIA in Italien. In: SWR2. 26. November 2006, abgerufen am 1. September 2008 (RTF; 18 kB).
  60. US-Außenministerium: Misinformation about „Gladio/Stay Behind“ Networks Resurfaces 20. Januar 2006
  61. General William C. Westmoreland, Chief of Staff of the US Army (Headquarters, Department of the Army, Washington D.C.): US Field Manual 30-31B 18. (März 1970, PDF; deutsche Übersetzung bei Regine Igel: Andreotti, München 1997, Anhang S. 345–358)
  62. Raul Zelik: Die SPD sprach von Ku-Klux-Klan. Freitag, 2. Mai 2008
  63. Regine Igel: Terrorjahre: Die dunkle Seite der CIA in Italien. München 2006, S. 110
  64. a b Marcus Klöckner: Von der perversen Logik des Staatsterrorismus. Interview mit Martin Maurer. Telepolis, 13. Januar 2011
  65. Weblog des fiktiven Kameramanns Marc Burth, der Hauptperson des Buches
  66. Wolfgang Schorlau: Das München-Komplott: Denglers fünfter Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2009, ISBN 978-3-462-04132-3
  67. Rüdiger Suchsland: Filmkritik zu Tal der Wölfe 3 – Gladio. arteckock.de, eingesehen am 20. Dezember 2009