Gladio
Gladio (auch Operation Gladio; italienisch für „Kurzschwert“; von lateinisch Gladius) war eine Stay-behind-Organisation in Italien, die dort im Fall einer Invasion von Truppen des Warschauer Paktes Guerilla-Operationen und Sabotage gegen die Invasoren durchführen sollte. Sie entstand 1956 aus der Zusammenarbeit des italienischen Militärgeheimdienstes Servizio Informazioni Forze Armate (SIFAR) mit der US-amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) und war seit 1964 in die NATO integriert. Sie hatte rund 600 paramilitärisch ausgebildete Mitglieder und eine unbekannte Zahl ziviler Unterstützer. Sie verfügten über 139 Waffenlager und trainierten regelmäßig mit anderen Stay-behind-Gruppen.
Gladio wurde im August 1990 öffentlich bekannt und im November 1990 aufgelöst und für illegal erklärt. Gladios Beteiligung an Terroranschlägen der 1970er und 1980er Jahre in Italien wurde jahrelang untersucht, aber nicht bewiesen. Ähnliche frühere Stay-behind-Organisationen wurden ab 1990 auch in anderen Staaten Westeuropas bekannt.
Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufbau und Ziele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Regierung Badoglio hatte 1943 zunächst Benito Mussolinis Militärgeheimdienst Servizio Informazioni Militare (SIM) übernommen, bis das Office of Strategic Services (OSS) der USA dessen Auflösung anordnete. Der Geheimdienst SIFAR wurde 1949 als Nachfolgeorganisation des SIM gegründet. 1956 vereinbarten die CIA als Nachfolgerin des OSS und SIFAR vertraglich ihre Zusammenarbeit beim Aufbau der Gladio-Einheiten. Hauptverantwortlich dafür war Gerry Miller, der CIA-Vertreter in Italien. Er übergab William Colby, dem späteren CIA-Direktor, die paramilitärische Ausbildung der Gladiokräfte. Deren Trainingsbasis war der Militärstützpunkt Capo Marrargiu auf Sardinien. Die CIA bezahlte die Teilnehmer, Waffen, Kommunikationsmittel und sonstiges Material.[1]
Der Gründungsvertrag zwischen SIFAR und CIA von 1956 sah keinen internen Einsatz von Gladio gegen den Kommunismus vor. Doch 1958 erklärte SIFAR der CIA, dass die Friedensmission der Gladioeinheit Alpine Star die Kontrolle und Neutralisierung kommunistischer Aktivitäten einschließe. Ein Planungsdokument von 1959 sprach von Aktivitäten gegen „interne Suversionen“. Gemeint war laut der späteren Kontrollkommission die Abwehr von Aufständen, die eine legitime Regierung gefährdet hätten. Somit sollten zumindest Teile von Gladio nicht erst im Fall einer Invasion von außen aktiv werden. Effektive innenpolitische Aktionen Gladios sind jedoch nicht belegt.[2]
Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]SIFAR wählte für Gladio Personen mit strikt antikommunistischer Haltung aus, die man als geeignet für den verdeckten Widerstand gegen eine zukünftige „kommunistische Invasion“ einstufte. Die ersten Gladio-Einheiten von 1956 kamen aus der Sezione Calderini: Diese verdeckt operierende Geheimdienstabteilung hatte Marschall Pietro Badoglio 1943 kurz nach der Kapitulation Italiens gegenüber den Alliierten gegründet. Weitere Mitglieder kamen aus der Partisanengruppe Brigate Osoppo, gegründet im Dezember 1943 in Udine. Sie bestand vor allem aus Katholiken, Laizisten, Liberalen und Sozialisten. Die ersten operativen Gladio-Einheiten von 1956 stammten aus dem dritten Freiwilligenkorps der Osoppo-Partisanen (Osoppo-Terzo Corpo volontari della libertà). Dieses hatte nach dem Kriegsende 1945 als paramilitärische Gruppe in der Region Friaul und Julisch Venetien fortbestanden, um die kommunistischen Partisanen der Brigate Garibaldi und Titopartisanen in Jugoslawien zu bekämpfen.[3]
Gladios Mitgliederzahl ist unklar. Laut einem streng geheimen SIFAR-Dokument vom 1. Juni 1959 plante man damals für Gladio eine Truppenstärke von 1.672 Aktiven plus 1.500 Reservisten.[4] Nach offiziellen Angaben von 1990 hatte Gladio insgesamt 622 Mitglieder, darunter viele ehemalige und aktuelle Militärs sowie unauffällige Zivilisten mit gewöhnlichen Handwerker- oder Beamtenberufen. Laut einem Medienbericht von 1990 sollte jedes Mitglied seinerseits 12 bis 15 Unterstützer rekrutieren. Darum schätzten manche Autoren das theoretische Rekrutierungspotential von Gladio auf bis zu 15.000 Unterstützer.[5] Der Politikwissenschaftler Franco Ferraresi hielt die offizielle Mitgliederzahl für viel zu niedrig.[6] Der Historiker John Prados schätzt, dass schon die CIA allein mehr als 600 italienische Gladio-Agenten rekrutierte, die ihrerseits rund 2000 weitere Mitarbeiter angeworben hätten.[1] Laut dem Historiker Thomas Riegler hatte Gladio jedoch nie mehr als 622 Mitglieder. Davon seien bis 1967 erst die Hälfte, bis 1990 die übrigen rekrutiert worden. Die meisten waren maximal 45 Jahre alt, viele jünger. Sie wurden von Italiens Nordostgrenze bis Bologna stationiert und fünf Gladio-Bereichen zugeteilt: Information und Propaganda, Guerillakampf, Sabotage, Flucht und Entlastung.[7]
Nach den 1990 ausgehändigten Gladio-Dokumenten sollen 3,5 Prozent der Mitglieder früher oder aktuell Faschisten gewesen sein. Die Aufnahme von 1.300 Personen, darunter mehreren Faschisten, sei abgelehnt worden. Der Untersuchungsrichter Felice Casson, der Gladios Existenz 1990 aufgedeckt hatte, vermutete eine Manipulation dieser Liste.[8]
Ausrüstung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Hauptquartier, das Centro Adestramento Guastatori (CAG) auf Sardinien, war mit Bunkern, Trainingsanlagen und zwei Flugzeuglandebahnen ausgestattet. Die Gladio-Einheiten besaßen 139 Waffenlager, die mit tragbaren Schusswaffen, darunter Maschinengewehren, rückstoßfreien Gewehren und Gewehren für Scharfschützen, Sprengstoff, Munition, Handgranaten, Mörsern, Messern, Dolchen, Funkgeräten, Radiosendern, Ferngläsern und Werkzeugen ausgestattet waren.[7] Diese Depots (genannt Nasco) waren in Erdlagern, oft in Waldgebieten, unterirdischen Bunkern oder Polizei- und Armeegebäuden versteckt. Die meisten Depots wurden von 1961 bis 1963, das letzte 1971 angelegt. Bis März 1991 fand der Kontrollausschuss Comitato Parlamentare di Controllo sui Servizi di Informazione e di Sicurezza (Copasis) darin 144 Maschinengewehre, 180 Winchestergewehre, 242 Pistolen, davon 32 mit Schalldämpfer, sowie 619 Kilogramm C4-Sprengstoff, 843 Handgranaten und 29 Brandsätze. Bei einer Schusswaffe pro Mann hatte Gladio demnach zuletzt mindestens 566 Mitglieder. Zusätzliche Spezialkräfte wie Alpine Star hatten ihre eigenen Waffen. Nach Aussage des Generals Geraldo Serravalle (Gladio-Leiter von 1971 bis 1974) waren die Waffen zuvor in 48 Baracken der Carabinieri sowie 15 Armeebaracken deponiert und stammten von der „O Organisation“.[9]
Integration in die NATO
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab 1964 wurde Gladio wie zuvor andere europäische Stay-behind-Gruppen der NATO unterstellt.[10] Damit war Gladio Teil des kollektiven Sicherheitssystems, das die USA nach dem Zweiten Weltkrieg in Zusammenarbeit mit befreundeten Geheimdiensten in Europa aufgebaut hatten. Zur Koordination ihrer Stay-behind-Truppen hatten die westeuropäischen Regierungen im Brüsseler Pakt von 1948 (ein Jahr vor der NATO-Gründung) das Clandestine Committee of the Western Union (CCWU) gegründet. Dieses wurde 1951 zum Clandestine Planning Committee (CPC) umgewandelt und den Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) in Brüssel angegliedert. Ab 1957 bildete das CPC zwei Unterabteilungen, darunter das Allied Clandestine Committee (ACC). Dieses war fortan für die Koordination der meisten westeuropäischen Stay-behind-Gruppen zuständig, darunter Gladio. Es bestimmte ihre politischen Richtlinien und organisierte gemeinsame Trainings auf Stützpunkten der USA und Großbritanniens. Die jeweiligen nationalstaatlichen Teilgruppen sollten in der Friedenszeit ihrerseits Stützpunkte aufbauen, weitere Mitglieder rekrutieren und mit SHAPE je eigene Operationen für die Kriegszeit planen. Ab 1980 organisierte das ACC jährliche internationale Trainingskurse, zuletzt im Oktober 1990. Danach lösten die meisten NATO-Staaten ihre Stay-behind-Gruppen auf.[11]
Ausbildung und Training
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ausgebildete Gladio-Offiziere trainierten zusammen mit Spezialkräften der US-Armee und dem britischen Special Air Service. Zwischen 1973 und 1983 fanden mehrere gemeinsame Übungen mit Stay-behind-Kräften des Bundesnachrichtendienstes statt, etwa bei US Special Forces in Bad Tölz und Fort Bragg (North Carolina).[12] Die gemeinsamen Übungen mit anderen Stay-behind-Gruppen erfolgten alle drei Jahre, zuerst auf einer Basis in Großbritannien, 1980 und 1986 in Italien, 1983 in Frankreich.[9]
Teilauflösung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Februar 1972 fanden Polizisten in Aurisina bei Triest zufällig ein Waffenlager, das zu Gladio gehörte (Nasco 203). Die Waffencontainer waren jedoch an eine 400 Meter entfernte Stelle transportiert worden. Ein Teil der ursprünglich darin deponierten Sprengmittel fehlte, darunter rund fünf Kilogramm des C4, und war gegen andere Sprengstoffe ausgetauscht worden. Die Polizei ließ das übrige C4 aus einem der Container detonieren, um es unschädlich zu machen. Ab April 1972 ließ General Serravalle dieses Depot in Absprache mit dem Servizio Informazioni Difesa (SID) ganz auflösen, da es außerhalb von Gladio bekannt geworden war und er keine unkontrollierbare bewaffnete Bande leiten wollte.[9]
Im Oktober 1972 fand Serravalle in Interviews mit 15 lokalen Gladioleitern (die meisten davon aus der Gegend Friaul) heraus, dass sieben davon eine präventive Aktion gegen lokale Kommunisten verlangten, die sie als sichere Unterstützer einer sowjetischen Invasion einstuften. Ein Angebot des CIA-Leiters in Italien Howard Stone, Gladio stärker zu finanzieren, falls es auch gegen innenpolitische Gegner eingesetzt würde, lehnte Serravalle als Verstoß gegen den bilateralen Vertrag mit den USA von 1956 ab. Der neue Vertrag vom Dezember 1972 sah keine inneren Einsätze von Gladio vor. Fortan reduzierten die USA ihre Finanzbeiträge zu Gladio auf 3000 US-Dollar pro Jahr, stellten Materiallieferungen und die Nutzung ihrer Militärbasis auf Sardinien ein. Der als unzuverlässig geltende Oberst Aldo Specogna, der die Guerillaeinheiten Alpine Star und Sea Star im Nordosten Italiens führte, wurde im September 1973 abgelöst. Der Vertrag von 1972 lief 1975 aus und wurde nicht mehr erneuert. 1976, nach einem weiteren Fund von Waffen aus einem Gladiodepot in Friaul, ließ Specognas Nachfolger Giuseppe Cismondi die Waffen von 600 früher von Specogna befehligten Gladiomitgliedern einziehen und löste ihre Einheiten auf, die er für unzuverlässig hielt. Die USA sahen diese Verkleinerung von Gladio als Bruch ihres Bündnisvertrags mit Italien. Die CIA, die die meisten Waffen an Gladio geliefert hatte, war vor der Teilauflösung nicht informiert worden und stellte ihre Finanzhilfen für Gladio daraufhin ganz ein.[13]
Parallele Strukturen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Mai 1965 trafen sich Generalstabschef General Giuseppe Aloia und weitere hochrangige Militärs Italiens mit Neofaschisten in einem Hotel in Rom zum Kongress über einen „Guerra Rivoluzionaria“ und gründeten die paramilitärischen Nuclei per la Difesa dello Stato (NDS). Darin kooperierten Militärs, Geheimdienstmitarbeiter und Neofaschisten (etwa von Ordine Nuovo und Avanguardia Nazionale). Sie wollten mit verdeckten Aktionen und Anschlägen („nicht-orthodoxer Kriegsführung“) Kommunisten bekämpfen und den Staat destabilisieren.[14]
1973 plante die Teilgruppe Rosa dei Venti Zusammenstöße mit Linken und Morde an Politikern, um Chaos zu erzeugen und ein Eingreifen des Militärs herbeizuführen. Dieses sollte dann die Macht übernehmen und die Partito Comunista Italiano (PCI) entmachten. Im November 1973 ließ Untersuchungsrichter Giovanni Tamburino aus Padua einige Neofaschisten und den Major Amos Spiazzi verhaften, nachdem er ihre Kontakte entdeckt hatte. Aufgrund des umfassenden Geständnisses des Neofaschisten Roberto Cavallero wurde schließlich auch der frühere SID-Chef General Vito Miceli verhaftet. In seiner späteren Analyse des Ermittlungsverlaufs beschrieb Tamburino Rosa dei Vente als den illegalen, operativen Arm des vom Militärgeheimdienst SID geführten und gedeckten, legalisierten Gladio-Netzwerks in Italien. Die Staatsbehörden hätten seine Ermittlungen zu Rosa dei Venti 1973 aktiv behindert und damit eine frühzeitige Aufdeckung von Gladio verhindert.[15]
Cavallero wies 1974 in Verhören und einem schriftlichen Text („Memoriale Cavallero“) auf eine verdeckte militärische „X-Organisation“ hin und warnte vor einem drohenden Putsch durch den Staat selbst („Colpo dello Stato“) zur Systemstabilisierung. 1975 beschuldigte er Spiazzi, Neofaschisten von Ordine Nuovo gezielt für eine „Strategie der Spannung“ einzusetzen, um einen Rechtsruck in Italien herbeizuführen. Ab 1990 wertete die Commissione Stragi Cavalleros Aussagen für Gladio aus und widerlegte damit frühere Regierungsangaben, die Hinweise auf Gladio als Fiktion abgetan hatten. Die Untersuchung ergab jedoch auch, dass jene „Organisazione X“ illegal, ohne CIA- oder NATO-Auftrag und von Gladio strukturell unabhängig agiert hatte. Viele Neofaschisten gehörten zu beiden Organisationen, die dieselbe antikommunistische Ideologie teilten. Doch nur einigen Mitgliedern von Rosa dei Venti konnten Terrorpläne und Anschläge nachgewiesen werden, etwa in Südtirol. Dem Historiker Aldo Giannuli zufolge ließ der Geheimdienst SID bewusst radikalere Ableger neben Gladio als „Sicherheitsventil“ zu: Falls eine Gruppe wie die Rosa dei Venti enttarnt wurde, blieben andere wie Gladio und die rechtsextremen NDS umso mehr geschützt.[16]
Im November 1996 entdeckte Giannuli in einem ausgelagerten Archiv des Ufficio Affari Riservati ungeordnete deklassifizierte Dokumente des hochgeheimen illegalen Netzwerks L'Anello (auch Noto Servizio genannt). Dieses hatte der ehemalige SIM-General Mario Roatta schon 1945 gegründet. Es diente laut Giannuli als weitere Parallelstruktur zu Gladio, nämlich als besonderes Verbindungsglied oder Puffer zwischen dem offiziellen SID, Rechtsextremen und der Regierung, besonders unter Giulio Andreotti. Das Nebeneinander von Gladio, den NDS und L’Anello sei eine bewusste Dezentralisierungsstrategie gewesen: Wenn die Justiz gegen eine Organisation ermittelte, sollten die anderen deren operative Aufgaben übernehmen, um diese verdeckt fortzusetzen. Die politische Führung habe Gladio für an NATO-Richtlinien angepasste Sabotage, die NDS zur Infiltration der Armee, die Rosa dei Venti für verdeckte Terroranschläge und L’Anello für politische „Drecksarbeit“ wie Entführungen und Lösegeldübergaben etc. genutzt.[17]
Aufdeckung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Anschlag in Peteano von 1972 hatten unbekannte Täter drei Polizisten mit einer Autobombe getötet, einen weiteren schwer verletzt. 1976 wurde bekannt, dass der Anschlag mit C4 ausgeführt worden war, das eventuell aus dem Depot bei Aurisiana stammte. Der Geheimdienst SID hatte das Verfolgen von Spuren zu italienischen Neofaschisten gestoppt, und ein Sprengstoffgutachten war gefälscht worden. Ab 1978 wurde das Verfahren neu aufgerollt. General Giuseppe Santovito, Chef des neuen Militärgeheimdienstes Servizio per le Informazioni e la Sicurezza Militare (SISMI), benannte den geflüchteten Neofaschisten Carlo Cicuttini vom Movimento Sociale Italiano als Haupttäter. 1979 stellte sich der ebenfalls tatverdächtige Vincenzo Vinciguerra Italiens Polizei. Er und Cicuttini wurden angeklagt. Im Juni 1983 fand der ermittelnde Richter Felice Casson anonyme Hinweise auf weitere neofaschistische Täter und ließ sieben Mitglieder der Terrorgruppe Ordine Nuovo festnehmen. Daraufhin legte Vinciguerra ein umfangreiches Geständnis ab, um seinen ebenfalls inhaftierten Bruder zu entlasten. Er gestand die Tat in Peteano und weitere Bombenanschläge, verschwieg aber weitere Tatbeteiligte und erklärte: Nicht seine Gruppe, sondern andere, von Geheimdiensten angeheuerte Rechtsextreme hätten die Anschlagsserie verübt, um eine Eskalationsspirale und ein autoritäre Regierung herbeizuführen. Er selbst habe die Teilnahme daran und Mordpläne am damaligen Innenminister Mariano Rumor abgelehnt und stattdessen den Anschlag in Peteano verübt. Damit habe man sich an Sicherheitskräften des Innenministeriums rächen wollen, die die Neofaschisten für ihre Strategie der Spannung benutzt hätten.[18]
Im Strafprozess ab 1986 verschwieg Vinciguerra weiterhin die Identität seiner Mittäter und erklärte: Obwohl der Anschlag sich gegen den Staat gerichtet habe, habe das geheime Netzwerk, das Rechtsextreme für eigene Ziele benutzt habe, die Täter von Peteano gedeckt und das Verfolgen der Spuren zu ihnen verhindert. Dieses Netzwerk (gemeint war Gladio) sei ab 1945 als Parallelstruktur zu den Sicherheitskräften für den Fall einer sowjetischen Invasion gegründet worden und sei von der NATO abhängig. Ab 1969 habe man es innenpolitisch für die Strategie der Spannung eingesetzt. Viele Mitglieder des Ordine Nuovo seien Teil davon. – Im Urteil gegen Vinciguerra 1987 belastete das Gericht vor allem die hohen Offiziere der Carabinieri Giovanni Battista Palumbo und Dino Mingarelli, sie hätten die Täter von Peteano gedeckt. Palumbo gehörte zur faschistischen Propaganda Due (P2), Mingarelli war in den Solo Plan von 1969 verwickelt. Auch Marco Morin, der das Sprengstoffgutachten gefälscht hatte, hatte engen Kontakt zu Rechtsextremen. Später wurden alle höheren Offiziere und mutmaßlichen Hintermänner jedoch freigesprochen.[19]
Im Dezember 1989 erfuhr Casson von Waffendepots, die der frühere SISMI-Chef Admiral Fulvio Martini nach dem Anschlag in Peteano vor Ermittlern zu verbergen versucht hatte. Daraufhin beantragte Casson Zugang zu den SISMI-Akten dazu. Im Juli 1990 erlaubte Italiens Ministerpräsident Giulio Andreotti ihm schließlich den Zugang zum Gladio-Archiv in Forte Braschi (Rom). Damit deckte er die Existenz dieser Organisation auf. Als Gründe dafür vermutet man, dass Gladio nach dem Fall der Berliner Mauer (9. November 1989) für Italiens Verteidigungspolitik irrelevant geworden war, oder dass Andreotti von weit gefährlicheren Verbindungen der Geheimdienste zu italienischen Rechtsterroristen ablenken wollte.[20]
Casson berichtete der parlamentarischen Antiterrorkommission von seiner Entdeckung. Diese lud Andreotti am 2. August 1990 vor und verpflichtete ihn, Italiens Parlament innerhalb von sechzig Tagen über Umfang und Zweck von Gladio zu berichten. Am 3. August 1990 räumte Andreotti die Existenz von Gladio vor der Kommission ein und behauptete, die Organisation sei 1972, als er noch Verteidigungsminister Italiens war, aufgelöst worden. Er versprach, fristgerecht einen detaillierten Bericht vorzulegen. Am 18. Oktober 1990 sandte er der Kommission einen zwölfseitigen Bericht, der mit Gladio auch weitere europäische Staybehinds offenbarte. Drei Tage später verlangte er die Rücksendung, um den Bericht zu überarbeiten. Kommissionsleiter Libero Gualtieri sicherte das Original zuvor mit Fotokopien. Ein Kommissionsmitglied machte den Vorgang publik und löste damit einen monatelangen, weit über Italien hinausreichenden Skandal zu verdeckten Stay-behind-Strukturen aus. Am 24. Oktober 1990 legte Andreotti den redigierten Bericht vor; darin fehlten einige Seiten der Erstfassung. Doch der Bericht deckte auf, dass Gladio hunderte zivile Mitglieder gehabt hatte, die kurzfristig ohne Parlamentsbeschluss mobilisiert werden und sich aus versteckten Depots bewaffnen konnten. Am 9. November 1990 musste Andreotti einräumen, dass Gladio nach 1972 in den militärischen Geheimdienst eingegliedert worden, also wahrscheinlich noch aktiv war.[21]
Andreotti hatte die Existenz einer verdeckten Organisation der Geheimdienste 1974 und 1978 strikt bestritten. Aldo Moro, der 1978 ermordete Führer der Democrazia Cristiana, hatte zuvor in einem Privatbrief Furcht vor einer Schattenorganisation geäußert, die zusammen mit anderen westlichen Geheimdiensten in Italiens Destabilisierung verwickelt sein könnte. Erst als Casson diesen Brief fand, räumte Andreotti die Existenz Gladios öffentlich ein: Dies berichtete der britische Investigativjournalist Ed Vulliamy im Dezember 1990. Nach seiner Recherche sollte Gladio bereits ab 1959 zur „internen Subversion“ (Unterdrückung) und Notstands-Politik eingesetzt werden. Er verwies auf vielfältige Bezüge der Geheimdienste Italiens zur P2 und auf Aussagen hoher Geheimdienstoffiziere, wonach Teile von Gladio, die Zugang zu Waffenlagern hatten, unabhängig vom NATO-Befehl einen Bürgerkrieg gegen die Linksparteien Italiens vorbereiten und einleiten wollten.[22]
Die parlamentarische Kontrollkommission für die Geheimdienste wies bis März 1992 nach, dass Italiens Ministerpräsident Antonio Segni am Zustandekommen des Gründungsvertrags Gladios von 1956 beteiligt gewesen war und auch die Richtlinie von 1959 unterzeichnet hatte. Auch Aldo Moro (1963–1968, 1974–1976) wusste über Gladio Bescheid, ebenso Francesco Cossiga lange vor seiner Regierungszeit (1979–1980). Giulio Andreotti kannte 1972 die meisten Details zu Gladio. Ab 1984 hatten neue Regierungschefs nur noch ein kurzes Dossier dazu erhalten. Amintore Fanfani, der als zu links und unzuverlässig galt, erfuhr nichts von Gladio, ebenso wenig Emilio Colombo (1970–1972) und Giovanni Spadolini (1981–1982). Die Geheimdienste ließen auch das Parlament und Teile der Exekutive bewusst im Dunkeln. Sie entschieden nach ihrer NATO-Antikommunismus-Strategie, ob und wen sie in welchem Maß über Gladio informierten. In der Kommission gab es heftigen Streit über den Kenntnisstand der Regierungen: Während die Geheimdienstvertreter angaben, man habe sämtliche Ministerpräsidenten Italiens seit 1956 nahtlos und fristgerecht bei der Amtsübergabe über Gladio informiert, zeigten die Dokumente Informationslücken, besonders zwischen 1972 und 1984.[23]
Folgen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Italien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 27. November 1990 beschloss Italiens Parlament, Gladio endgültig aufzulösen. Am selben Tag entschied Andreotti, der Commissione Stragi die Namen aller freiwilligen Gladiomitglieder zu geben; dies tat sonst kein anderer NATO-Staat. Die Namensliste gelangte bald an die italienische Presse; dies hatte erhebliche negative Folgen für einige Gladiomitglieder, die sich von der Regierung verraten fühlten.[20]
Mehrere Justizbehörden erhielten Zugriff auf die Gladioakten. In Rom klagte Casson den Admiral Fulvio Martini (SISMI-Direktor 1984–1991) und den General Paolo Inzerilli (Gladio-Kommandeur 1974–1986, SISMI-Stabschef 1989–1991) wegen einer gemeinsamen politischen Verschwörung an. Die Militärjustiz in Padua klagte mehrere Gladio-Offiziere an, darunter Gerardo Serravalle. Italiens damaliger Staatspräsident Francesco Cossiga, der Gladio öffentlich vehement verteidigte, zeigte sich daraufhin selbst derselben Straftat an, um die Rechtmäßigkeit von Gladio zu beweisen.[24] Ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn wegen seiner Rolle beim Aufbau von Gladio blieb erfolglos.[25]
Die Justiz erhielt 1990 rund 146.000 Dokumente aus dem Gladioarchiv. Viele hatte SISMI zerstört, unmittelbar nachdem Casson den Archivzugang erhalten hatte. Vor allem Dokumente für die Kontakte zur CIA fehlten. In den vorgelegten Dokumenten fanden weder die Kommissionen noch die Strafverfolger Beweise für Gladios Beteiligung an Terroranschlägen für die Strategie der Spannung. Casson nahm an, dass Gladiomitglieder neben dem Anschlag in Peteano weitere Anschläge verübt hatten und Täternamen unkenntlich gemacht worden waren, konnte dies aber nicht beweisen.[26]
Generalstaatsanwalt Giorgio Azzariti argumentierte, Gladio könne nicht als verfassungswidrige Geheimgesellschaft eingestuft werden, da sie als staatliche Struktur militärischer Geheimhaltung unterworfen gewesen sei. Der Gründungsvertrag von 1956 sei nur eine Anwendung des Nordatlantikvertrags von 1949 gewesen und habe daher keine parlamentarische Autorisierung benötigt. Dass manche Mitglieder Gladio für Verbrechen nutzen wollten, mache die Organisation nicht illegal.[24]
1992 erklärte der Geheimdienstausschuss, Gladio habe die Verteidigung Italiens im Kalten Krieg rechtmäßig und pflichtgemäß ausgeübt. Dagegen erklärte die Commissione Stragi in ihrem vorläufigen Bericht von 1992: Da SIFAR keine internationalen Verträge schließen durfte, sei Gladio von Anfang an illegal und in die Strategie der Spannung verwickelt gewesen. Der zweite Kommissionsvorsitzende Giovanni Pellegrino hielt Gladio nicht für illegal, schloss jedoch eine illegale Benutzung nicht aus. Ein Minderheitsbericht der Partito Democratico urteilte: Gladio habe linksgerichtete Kräfte von der Regierung fernhalten sollen, dazu Rechtsextreme für verdeckte paramilitärische Einheiten rekrutiert und sich mit den terroristischen NDS, Geheimdiensten, Militärs, P2-Mitgliedern, CIA und NATO vernetzt.[27]
Ab 1972 hatte die PCI ihre früher aufgebauten bewaffneten Selbstschutzverbände allmählich aufgelöst. Ab März 1990 hatte sie sich vom Stalinismus losgesagt. Im Juni 1991 klagten konservative Politiker die PCI jedoch an, sie habe eine mit Gladio vergleichbare bewaffnete Geheimorganisation für einen Putsch aufgebaut („Rote Gladio“). 1994 stellte der Generalstaatsanwalt das Verfahren ein, da zwar Teilnahme von PCI-Mitgliedern an Waffenkursen im früheren Ostblock, aber kein strafbares Maß ihrer Verbände festzustellen sei.[24]
Weil die Gerichte Gladio als rechtmäßig im Rahmen der NATO-Verteidigung einstuften, blieben eine bloße Mitgliedschaft oder Führungsrolle straffrei. Bereits 1978 war SID-General Vito Miceli von der Anklage eines Putschversuchs der Rosa dei Venti und Bildung geheimer bewaffneter Gruppen freigesprochen worden, weil diese als staatlich autorisiert galten.[28] Nur Einzelne, die Geheimdienststrukturen für Straftaten benutzt hatten, wurden bestraft. Wie 1987 Vincento Vinciguerra wegen des Anschlags in Peteano, so erhielten der Neofaschist Carlo Maria Maggi und der Geheimdienstbeamte Maurizio Tramonte 2015 (bestätigt 2017) wegen des Bombenanschlags in Brescia 1974 lebenslange Haft.[29] Die SISMI-Offiziere und P2-Mitglieder Pietro Musumeci und Giuseppe Belmonte erhielten Haftstrafen wegen schwerer Strafvereitelung und Verleumdung: Sie hatten nach dem Anschlag von Bologna (1980) fingierte Beweise gestreut, um Spuren zu Gladio-Agenten und Rechtsterroristen zu verwischen.[30] Am 3. Juli 2001 sprach Roms Schwurgericht die SISMI- und Gladio-Leiter Fulvio Martini, Paolo Inzerilli und Giovanni Invernizzi letztinstanzlich frei: Die angeklagte Tat habe rechtlich nicht existiert, da Gladio von der damaligen Politik und der NATO legitimiert gewesen sei.[31]
1993 hatte Paolo Inzerilli den Verein Associazione Italiana Volontari Stay Behind gegründet, dem hunderte frühere Gladiomitglieder beitraten. 1995 hatte er eine autobiografische Rechtfertigungsschrift veröffentlicht.[32] Nach Inzerillis Freispruch 2001 veranstaltete der Verein wöchentliche Pressekonferenzen und jährliche Gedenkfeiern am Nationalmonument Sacrario Militare di Redipuglia, um Gladio und seine Mitglieder als staatstreue Patrioten zu rehabilitieren. Der Verein fordert Entschädigungen für die Einbußen seiner Mitglieder während der Strafverfolgung.[33]
Trotz der strafrechtlichen Entlastung hinterließ die Gladio-Affäre ein tief gespaltenes Italien. Der schon in den 1970er Jahren entstandene Eindruck eines „Schattenstaates“ (Stato parallelo), der die Demokratie im Kalten Krieg missachtet und bedroht, die Grenzen von Recht und Gesetz aufgelöst habe, blieb bestehen.[34]
NATO
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf Andreottis Bekanntgabe von Gladio regierte die NATO anfangs widersprüchlich. Am 5. November 1990 gab ein Sprecher des SHAPE in Brüssel zunächst an, man habe durch die Presseveröffentlichungen der letzten Tage zum ersten Mal von Gladio gehört. Eine solche Organisation gebe es im Rahmen der militärischen Struktur der NATO nicht und habe es auch nie gegeben. Andreotti sah sich durch dieses offizielle Statement bloßgestellt, zumal er der Terrorismuskommission mit Verweis auf NATO-Geheimhaltungsvorschriften den Zugriff auf die Gladio-Akten verwehrt hatte. Er drängte vehement auf ein Dementi der NATO und war damit erfolgreich. Am Folgetag gab ein anderer Sprecher der NATO eine Erklärung heraus: Die Angaben vom Vortag seien irrig; überhaupt kommentiere die NATO Vorgänge, die der militärischen Geheimhaltung unterlägen, grundsätzlich nicht.[35]
Ihre konkrete Rolle für Gladios Aktivitäten hielt die NATO weiter unter Verschluss. 1991 lehnte sie einen Antrag zur Freigabe von Dokumenten dazu ab und behauptete laut dem Historiker Daniele Ganser 2001, diese Organisation sei nie Teil der NATO gewesen.[36]
Andere europäische Staaten
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Andreottis Bekanntgabe Gladios zwang andere europäische Regierungen zur Stellungnahme. Bis Ende Oktober 1990 bestätigten die Regierungen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Norwegen und Österreich die Existenz ähnlicher Stay-behind-Gruppen in ihren Staaten.[37]
Das Europäische Parlament protestierte nach einer Sonderdebatte am 22. November 1990 deutlich gegen die NATO, die beteiligten Geheimdienste und deren Geheimhaltung von Gladio. Es nahm an, dass die Staatsregierungen die Gladio-Aktivitäten ohne parlamentarische Kontrolle veranlasst hatten.[38] Darauf wurden in mehreren EU-Staaten parlamentarische Anfragen gestellt und Untersuchungskommissionen eingesetzt.
Untersuchungen ungeklärter Terroranschläge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mehrere italienische Parlamentsausschüsse untersuchten jahrelang, ob Gladio an unaufgeklärten Terroranschlägen beteiligt gewesen war.[39] Die 1988 eingesetzte Commissione Stragi tat dies bis 2001 und kam zu keinem definitiven Ergebnis. Daher blieb der Verdacht bestehen und regte viele Spekulationen an.[40]
Der Schweizer Historiker Daniele Ganser interpretierte die europäischen Stay-behind-Gruppen in seiner Dissertation von 2005 (deutsch 2008) als zentral gelenkte NATO-Geheimarmeen in Europa.[41] Historiker haben Gansers Zentralsteuerungsthese bestritten. Laut Olav Riste bereiteten sich die Nachrichtendienste der meisten NATO-Staaten institutionell unabhängig von der NATO auf einen Einmarsch des Warschauer Pakts vor.[42]
Ganser machte Gladio für etliche Terroranschläge der 1970er und 1980er Jahre in Italien und anderswo verantwortlich und legte dabei auch einen NATO-Auftrag nahe.[43] Er stellte Gladio als Teil eines geopolitischen Netzwerks der USA dar, das staatlich gedeckten Terrorismus benutze, um schärfere Sicherheitsmaßnahmen durchzusetzen. Es habe False-Flag-Anschläge durchgeführt und Linken angelastet, rechtsgerichtete Staatsstreiche veranlasst und Oppositionsgruppen zerstört. Dieses Netzwerk habe als „fast perfektes Manipulationssystem“ funktioniert, um Sorgen des Pentagon vor der Sowjetunion in Ängste der eigenen Bevölkerungen umzuwandeln. Obwohl Ganser dazu nur wenige Primärbelege anführte, darunter ein gefälschtes KGB-Dokument, griffen viele Publikationen und Webseiten seine Thesen auf.[44]
Laut Hans Woller (2010) gibt es für Gladios Terrorbeteiligung nur einige Indizien, aber keine harten Beweise.[45] Tobias Hof (2015) sah „keinerlei aussagekräftige Beweise“ für die These, Gladio habe Linksterroristen gefördert; in welchem Maß Geheimdienste und Gladio den Rechtsextremismus „bewusst förderten und instrumentalisierten“, müsse noch erforscht werden.[46] Auch Vladimiro Satta (2016) fand in den parlamentarischen Untersuchungsberichten dazu keine Anhaltspunkte, dass staatliche und geheimdienstliche Gruppen wie Gladio für Terroranschläge verantwortlich waren. Er betonte, dass auch der Untersuchungsrichter Felice Casson Gladio nicht für das Attentat von Peteano verantwortlich gemacht und die Gruppe zwar für illegitim, aber nicht für beteiligt an Terroranschlägen gehalten und darum kein Gladio-Mitglied deswegen angeklagt hatte.[47] Daniele Gansers diesbezügliche Thesen gelten daher als widerlegt.[48]
Jedoch benutzten italienische Rechtsextremisten für ihre Anschläge in den 1960er Jahren auch Waffen, die aus früheren Lagern von Gladio stammten. Dies war laut der Historikerin Deborah Kisatsky eine unbeabsichtigte Folge der US-amerikanischen Versuche, den Aufstieg linksgerichteter Parteien in Italien zu bremsen oder zu vereiteln.[49] Michaela Koller-Seizmair vermutet eine Beteiligung von Gladio-Mitgliedern an Anschlägen in Südtirol, die auf Anschläge des Befreiungsausschusses Südtirol reagierten.[50]
Thomas Riegler bestätigte 2020 das negative Forschungsergebnis: Außer zum Anschlag in Peteano wurde kein spezifischer Bezug von Gladio zu unaufgeklärten Bombenanschlägen in Italien gefunden. Trotz intensiver Untersuchung fand man keinen Bezug der USA oder der NATO zum Bombenanschlag auf der Piazza Fontana 1969 in Mailand. Riegler verwies jedoch auf folgende von Daniele Ganser nicht berücksichtigte Sachverhalte: 1963 hatte William King Harvey, CIA-Leiter in Rom, den SIFAR-Vertreter Renzo Rocca gedrängt, Italiens damalige Koalitionsregierung durch Bombenanschläge auf Partei- und Zeitungsbüros der Christdemokraten zu sabotieren und diese Linken anzulasten. Agenten der USA und der NATO waren laut Riegler oft vorab über Anschlagspläne der parallelen neofaschistischen Gruppen (NDS, Rosa dei Venti und andere) informiert, verhinderten deren Taten aber nicht. Die Täter hatten hochrangige Komplizen in Italiens Geheimdiensten, die die Justiz irreführten, falsche Spuren legten und Tätern mit gefälschten Pässen zur Flucht ins Ausland verhalfen. 2015 wurden ein Neofaschist und ein Geheimdienstagent als gemeinsame Haupttäter des Anschlags in Brescia von 1974 überführt und verurteilt. 2019 fand man im Gladiohauptquartier Cape Marrargiu Protokolle von 1965 bis 1968, wonach Carabinieri damals in Sabotage, „unorthodoxer Kriegsführung“ und Umgang mit Sprengsätzen ausgebildet worden waren, die denen beim Anschlag in Mailand 1969 benutzten Sprengsätzen ähnelten. Daher hält Riegler Gladios Beteiligung an unaufgeklärten Anschlägen der „bleiernen Jahre“ weiterhin für möglich.[51]
Dokumentarfilme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1992 strahlte die britische British Broadcasting Corporation (BBC) die dreiteilige Dokumentation Operation Gladio von Alan Francovich aus. Darin kamen viele Beteiligte zu Wort, zum Teil anonym, darunter ehemalige Spitzenfunktionäre der italienischen Militärgeheimdienste und einige in Italien eingesetzte CIA-Agenten.[52]
2011 sendete die ARD erstmals den Dokumentarfilm Gladio – Geheimarmeen in Europa von 2001.[53]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kommissionsberichte
- Commissione parlamentare d'inchiesta sul terrorismo in Italia e sulle cause della mancata individuazione dei responsabili delle stragi („Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Terrorismus in Italien und zu den Gründen für das Versäumnis, die Verantwortlichen für die Massaker zu ermitteln“; Kurzform: Commissione Stragi):
- Decisioni adottate dalla Commissione nella seduta del 22 marzo 2001 in merito alla pubblicazione degli atti e dei documenti prodotti e acquisiti („Beschlüsse der Kommission vom 22. März 2001 zur Veröffentlichung von erstellten und erlangten Rechtsakten und Dokumenten“). Doc. XXIII n. 64, Band 2, 22. März 2001 (PDF).
- Relazioni sull'inchiesta condotta su episodi di terrorismo in Alto Adige presentate rispettivamente dai senatori Boato e Bertoldi („Berichte zur Untersuchung von Terroranschlägen in Südtirol, vorgelegt von den Senatoren Boato und Bertoldi“), Doc. XXIII n. 52, 22. April 1992 (PDF).
- Relazione sull'inchiesta condotta sulle vicende connesse all'operazione Gladio („Bericht zur Untersuchung der Ereignisse im Zusammenhang mit der Operation Gladio“), Doc. XXIII n. 51, 14./15. April 1992 (PDF).
- Prerelazione sull'inchiesta condotta dalla Commissione in ordine alle vicende connesse all'operazione Gladio, con annessi gli atti del dibattito svoltosi sul documento stesso („Vorläufiger Bericht zur von der Kommission durchgeführten Untersuchung zu den Vorgängen im Zusammenhang mit der Operation Gladio, einschließlich des Verlaufs der Debatte über das Dokument selbst“), Doc. XXIII n. 36, 9. Juli 1991 (PDF).
- Relatione del Comitato Parlamentare per i Servizi die Informazione e Sicurezza e per il Segreto die Stato sulla « Operazione Glado» („Bericht des parlamentarischen Ausschusses für Nachrichten- und Sicherheitsdienste sowie Staatsgeheimnisse zur ‚Operation Gladio‘.“) Doc. XLVIII n. l, 4. März 1992; Druckausgabe: Editione della Camera dei Deputati, Rom 2002, ISBN 88-920020-0-7.
Italienische Werke
- Luca Micheletta: Dal «Gladio» al piccone: Cossiga, la stay-behind italiana e la lunga ombra della soglia di Gorizia nel 1990-91. In: A cura di Giulia Caccamo Politica: La soglia di Gorizia e la difesa del confine orientale italiano. Franco Angeli, Mailand 2025, ISBN 978-88-351-8944-2, S. 95–110.
- Paolo Biondani: La ragazza di Gladio e altre storie nere. Fuoriscena, Mailand 2024, ISBN 979-12-225-0011-9.
- Vladimiro Satta: I nemici della Repubblica: Storia degli anni di piombo. Rizzoli, Mailand 2016, ISBN 978-88-586-8347-7.
- Giacomo Pacini: Le altre Gladio. Lotta segreta anticomunista in Italia 1943-1991. Einaudi, Turin 2014, ISBN 978-88-06-21383-1.
- Sandra Bonsanti: Il gioco grande del potere. Da Gelli al caso Moro, da Gladio alle stragi di mafia. Chiarelettere, Mailand 2013, ISBN 978-88-6190-467-5.
- Sergio Flamigni: Dossier Gladio. (1997) Erweiterte Neuauflage, Kaos Edizioni, Mailand 2012, ISBN 978-88-7953-241-9.
- Andrea Pannocchia, Franco Tosolini: Gladio. Storia di finiti complotti e di veri patrioti. Edizioni Gino Rossato, Valdagno 2009, ISBN 978-88-8130-113-3 (Rezension).
- Giovanni Fasanella, Claudio Sestieri, Giovanni Pellegrino: Segreto di stato: la verità da Gladio al caso Moro. Einaudi, Turin 2000, ISBN 978-88-06-15625-1.
- Paolo Cucchiarelli, Aldo Giannuli: Lo Stato parallelo: l'Italia "oscura" nei documenti e nelle relazioni della Commissione stragi. Gamberetti, Rom 1997, ISBN 88-7990-024-2.
- Luigi Grimaldi: Da Gladio a Cosa Nostra: storie di traffici d'armi, corruzione, mafia, banche e servizi segreti tra Capaci e Sarajevo. (Vorwort von Felice Casson) Edizioni Kappa Vu, Udine 1993.
- Giuseppe D'Avanzo, Giovanni Maria Bellu: I giorni di Gladio. Come morì la Prima Repubblica. Sperling & Kupfer, Mailand 1991, ISBN 88-200-1255-3.
Englische Werke
- Angelica Krystel von Kumberg: Operation Gladio: The Two Italies and the Years of Lead. In: Péter Marton, Gary Thomasen, Csaba Békés, András Rácz (Hrsg.): The Palgrave Handbook of Non-State Actors in East-West Relations. Palgrave Macmillan / Springer VS, Cham (Schweiz) 2024, ISBN 978-3-031-40545-7, S. 1133–1152.
- Niccolò Petrelli: Through a Glass, Darkly: US-Italian Intelligence Cooperation, Covert Operations and the Gladio ‘Stay-Behind’ Programme. In: Diplomacy & Statecraft 35 (1), Taylor & Francis, London 2024, doi:10.1080/09592296.2024.2303859, S. 148–181.
- Francesco Cacciatore: Stay-behind networks and interim flexible strategy: the ‘Gladio’ case and US covert intervention in Italy in the Cold War. In: Intelligence and National Security Band 36, Ausgabe 5, April 2021, doi:10.1080/02684527.2021.1911436, S. 642–659.
- Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy: Neofascist Terrorism and Coup Plots, 1969-1980. Sussex Academic Press, Sussex 2021, ISBN 978-1-78976-110-8, S. 215–242 (Kapitel 13 und 14).
- Thomas Riegler: Gladio – myth and reality: The origins and function of stay behind in the case of post-war Austria. In: Adrian Hänni, Thomas Riegler, Przemyslaw Gasztold (Hrsg.): Terrorism in the Cold War, Band 2: State Support in the West, Middle East and Latin America. Bloomsbury, London 2020, ISBN 978-0-7556-3655-6, S. 15–41.
- Richard Cottrell: Gladio: NATO's Dagger at the Heart of Europe. Progressive Press, San Diego 2015, ISBN 978-1-61577-688-7.
- Paul L. Williams: Operation Gladio: The Unholy Alliance between the Vatican, the CIA, and the Mafia. Prometheus Books, New York 2015, ISBN 978-1-63388-478-6.
- Leopoldo Nuti: The Italian ‘Stay-Behind’ network – The origins of operation ‘Gladio’. In: Journal of Strategic Studies Band 30, 2007, Nr. 6, doi:10.1080/01402390701676501, S. 955–980.
- Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. Cass, London 2005, ISBN 3-8000-3277-5.
- Arthur E. Rowse: Gladio: The Secret U.S. War to Subvert Italian Democracy. In: CovertAction Quarterly, Ausgabe 49, Sommer 1994, ISSN 1067-7232.
- Philip Willan: Puppetmasters: The Political Use of Terrorism in Italy. Constable, London 1991, ISBN 0-09-470590-9 (Kapitel 7: The Gladio Conspiracy).
Deutsche Werke
- Jens Mecklenburg (Hrsg.): Gladio. Die geheime Terrororganisation der Nato. Elefanten Press, Berlin 1997, ISBN 3-88520-612-9.
- Leo A. Müller: Gladio – das Erbe des Kalten Krieges: Der Nato-Geheimbund und sein deutscher Vorläufer. Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3-499-12993-0.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Daniele Pistolato: “Operazione Gladio”: L’esercito segreto della Nato e l’Estremismo Nero. Universität Padua, Padua 2024
- Emiliano Di Marco: L’Ufficio R.E.I. del SIFAR, tra Confindustria e Gladio. Agora Vox, 24. April 2014
- Radioradicale.it: Processo Gladio. 3. Juli 2001 (Originalurteile aller Instanzen)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 John Prados: William Colby and the CIA: The Secret Wars of a Controversial Spymaster. University Press of Kansas, Lawrence 2009, ISBN 0-7006-1690-X, S. 53
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 225
- ↑ Giacomo Pacini: Le altre Gladio, Turin 2014, S. XI–XXI (Einleitung), hier S. XVI–XVIII (PDF-Auszug S. 4f.)
- ↑ Parlamentsbericht 2001, S. 49 (Tabelle); Le forze speciali del SIFAR e l'operazione Gladio. SIFAR, 1. Juni 1959 (Faksimile)
- ↑ Paul L. Williams: Operation Gladio, 2015, S. 39; Paul Ginsborg: Italy and Its Discontents, Palgrave Macmillan, London / New York 2006, ISBN 1-4039-7394-6, S. 144 und Fn. 41f.; Philip Willan: Puppetmasters, London 1991, S. 138–141
- ↑ Franco Ferraresi: A secret structure codenamed Gladio. In: Italian Politics 7, 1992, S. 29–48, hier S. 37
- 1 2 Thomas Riegler: Gladio - Myth and Reality, London 2020, S. 16
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 228
- 1 2 3 Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 222f.
- ↑ Leopoldo Nuti: The Italian ‘Stay-Behind’ network, in: Journal of Strategic Studies 30 (2007), S. 972
- ↑ Simone Selva: Gladio Networt (1945–Early 1990s). In: Jan Goldman (Hrsg.): The Central Intelligence Agency: An Encyclopedia of Covert Ops, Intelligence Gathering, and Spies. ABC-Clio, Santa Barbara (Kalifornien) 2015, ISBN 978-1-61069-092-8, S. 157f.
- ↑ Erich Schmidt-Eenboom, Ulrich Stoll: Die Partisanen der NATO: Stay-Behind-Organisationen in Deutschland 1946-1991. Pustet, Regensburg 2015, ISBN 978-3-86153-840-0, S. 182
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 223f.
- ↑ Mirco Dondi: L’eco del boato. Storia della strategia della tensione 1965-1974. (2015) Editori Laterza, Rom 2023, ISBN 978-88-581-5165-5, S. 25–85, besonders S. 65–70 (Gründung und Ziele der NDS)
- ↑ Giovanni Tamburino: Dietro tutte le trame. Gianfranco Alliata e le origini della strategia della tensione. Donzelli, Rom 2022, ISBN 978-88-552-2739-1, S. 185–310
- ↑ Paolo Cucchiarelli, Aldo Giannuli: Lo Stato parallelo, Rom 1997, S. 28–35
- ↑ Stefania Limiti: L'Anello della Repubblica. La scoperta di un nuovo servizio segreto. Dal fascismo alle Brigate rosse. Chiarelettere, Mailand 2014, ISBN 978-88-6190-558-0, S. 45–62 und S. 118–125
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 87f.
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 90–93
- 1 2 Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 229
- ↑ Rita Di Giovacchino: Il libro nero della Prima Repubblica. Fazi Editore, Rom 2012, ISBN 978-88-6411-880-2, S. 95f.
- ↑ Ed Vulliamy: Secret agents, freemasons, fascists… and a top-level campaign of political ‘destabilisation’. The Guardian, 5. Dezember 1990 (Nachdruck)
- ↑ Parlamentsbericht 2001, S. 14f. (nicht informierte Regierungsmitglieder); S. 103–106 (Streit um Kenntnisstand)
- 1 2 3 Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 230f.
- ↑ Sergio Flamigni: Dossier Gladio, Mailand 2012, S. 522
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 232
- ↑ Juan Avilés: The Strategy of Tension in Italy, Sussex 2021, S. 231
- ↑ Sergio Flamigni: Dossier Gladio, Mailand 2012, S. 233 und 520
- ↑ Benedetta Tobagi: Una stella incoronata di buio. Storia di una strage. Einaudi, Turin 2019, ISBN 978-88-06-24151-3, S. 280–315
- ↑ Sergio Flamigni: Dossier Gladio, Mailand 2012, S. 155–162
- ↑ Sergio Flamigni: Dossier Gladio, Mailand 2012, S. 535–539
- ↑ Paolo Inzerilli: Gladio: La verità negata. Edizioni Analisi / Sovera, Bologna 1995
- ↑ Antonino Arconte: L’ultima missione. G-71 e la verità negata. Edizioni Arconte, Olbia 2002, ISBN 88-900678-2-9
- ↑ Angelica Krystel von Kumberg: Operation Gladio, London 2024, S. 755–757
- ↑ Giuseppe D'Avanzo, Giovanni Maria Bellu: I giorni di Gladio. Come morì la Prima Repubblica. Sperling & Kupfer, Mailand 1991, S. 102–104. Vgl. auch Franco Ferraresi: A secret structure codenamed Gladio. In: Italian Politics, Jg. 7 (1992), S. 29–48, hier: S. 33.
- ↑ Daniele Ganser: The Ghost of Machiavelli: An approach to Operation Gladio and Terrorism in Cold War Italy. In: Crime, Law & Social Change Nr. 45 / 2006, doi:10.1007/s10611-006-9015-7, S. 111–154, hier S. 148f., Fußnoten 7–8
- ↑ Rita Di Giovacchino: Il libro nero della Prima Repubblica. Rom 2012, S. 96
- ↑ Entschließung zur Gladio-Affäre. Europäische Gemeinschaft, 24. Dezember 1990 (PDF)
- ↑ Tobias Hof: Staat und Terrorismus in Italien 1969–1982. De Gruyter, Berlin 2011, ISBN 978-3-486-70431-0, S. 373
- ↑ Tobias Hof: The Moro Affair – Left-Wing Terrorism and Conspiracy in Italy in the Late 1970s. In: Historical Social Research Band 38, 2013, Nr. 1, S. 232–256, hier S. 241 (PDF); David Moss: Lost Leaders. In: Ruth Glynn, Giancarlo Lombardi (Hrsg.): Remembering Aldo Moro. The Cultural Legacy of the 1978 Kidnapping and Murder. Routledge, Abingdon (New York) 2012, S. 38–61, hier S. 41
- ↑ Daniele Ganser: NATO's Secret Armies, London 2005; Introduction (PDF S. 1)
- ↑ Olav Riste (Hrsg.): "Stay Behind": A Clandestine Cold War Phenomenon. Journal of Cold War Studies, Band 16, Nr. 4, Oktober 2014, doi:10.1162/JCWS_a_00515, S. 35–59
- ↑ Daniele Ganser: NATO's Secret Armies, London 2005, PDF S. 3–14 (A terrorist attack in Italy) und 63–83 (The secret war in Italy)
- ↑ Thomas Riegler: Gladio - Myth and Reality, London 2020, S. 15f.
- ↑ Hans Woller: Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert. Beck, München 2010, S. 309
- ↑ Tobias Hof: Anti-Terrorismus-Gesetze und Sicherheitskräfte in der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien und Italien in den 1970er und 1980er Jahren. In: Johannes Hürter (Hrsg.): Terrorismusbekämpfung in Westeuropa: Demokratie und Sicherheit in den 1970er und 1980 Jahren. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2015, S. 7–34, hier S. 22f., Fn. 84
- ↑ Vladimiro Satta: I nemici della Repubblica: Storia degli anni di piombo. Mailand 2016, S. 431 und S. 967, Fn. 115
- ↑ James Callanan: Eisenhower, the CIA, and Covert Action. In: Chester J. Pach (Hrsg.): A Companion to Dwight D. Eisenhower. Wiley-Blackwell, Hoboken (New Jersey) 2017, ISBN 978-0-470-65521-4, S. 350–369, hier S. 352; Olav Riste: “Stay Behind”: A Clandestine Cold War Phenomenon. In: Journal of Cold War Studies Band 16, 2014, Heft 4, S. 35–59
- ↑ Deborah Kisatsky: The United States and the European right, 1945-1955. Ohio State University Press, Columbus (Ohio) 2005, ISBN 0-8142-0998-X, S. 21
- ↑ Michaela Koller-Seizmair: Die Interessen und Aktivitäten der DDR-Staatssicherheit in Südtirol. In: Zeitschrift für Politik. Neue Folge, Band 53, Nr. 4 (Dezember 2006), S. 454–472
- ↑ Thomas Riegler: Gladio - Myth and Reality, London 2020, S. 17f.
- ↑ Operation Gladio: The Hidden History of U.S. Sponsored False Flag Terrorism in Europe. InformationLiberation.com, 12. Oktober 2006
- ↑ Horst Peter Koll: Lexikon des internationalen Films. Filmjahr 2011. Schueren, Marburg 2012, ISBN 978-3-89472-750-5, S. 509