Flaumiger Wiesenhafer

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Flaumiger Wiesenhafer
Flaumiger Wiesenhafer (Avenula pubescens)

Flaumiger Wiesenhafer (Avenula pubescens)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Wiesenhafer (Avenula)
Art: Flaumiger Wiesenhafer
Wissenschaftlicher Name
Avenula pubescens
(Huds.) Domort.

Der Flaumige Wiesenhafer (Helictotrichon pubescens (Huds.) Pilg., Syn.: Avenula pubescens (Huds.) Dumort.; Avenochloa pubescens (Huds.) Holub; Avena pubescens Huds.), auch als Flaumhafer bezeichnet, gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae). Der Flaumige Wiesenhafer ist ein gutes Futtergras, das jedoch keine Beweidung oder Überdüngung verträgt. In einigen Bundesländern Deutschlands steht er auf deren Roten Listen, da seine Bestände durch Intensivierung der Landwirtschaft vielerorts stark zurückgehen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist ein 30 cm bis 120 cm groß werdendes Süßgras. Seine Blätter und Blattscheiden sind weich behaart. Die Blattspreite ist charakteristisch flach, im Durchmesser erscheint sie V-förmig. Das Blatthäutchen wird etwa 5 bis 7 mm lang.

Die Ährchen stehen in drei- bis fünfästigen Rispen. Das meist 3-blütige Ährchen ist etwa 10 bis 17 mm lang. Wenigstens eine Hüllspelze wird so lang wie das Ährchen. Die unteren sind einnervig, die oberen zumeist dreinervig. Die ungekielte Deckspelze bildet zwei oder drei Grannen aus.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.[1]

Flaumiger Wiesenhafer (Avenula pubescens)

Verbreitung und Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flaumige Wiesenhafer ist von Europa bis zum Kaukasus und zur Mongolei verbreitet.[2] Er besiedelt Frischwiesen, Frischweiden, Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Trocken- und Halbtrockenrasen und Ruderalfluren auf mäßig nährstoffreichen, oft kalkhaltigen, trockenen bis schwach feuchten Böden. Er ist eine Charakterart der Ordnung Arrhenatheretalia elatioris, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Mesobromion erecti vor.[1] In den Allgäuer Alpen steigt die Art im Tiroler Teil am Geißhorn bis zu 2080 Metern Meereshöhe auf.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • E. Foerster: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes - Ein Schlüssel zum Bestimmen im blütenlosen Zustand. Manuskript Kleve-Kellen 1982.
  • Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Unsere Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsen. 11. Auflage. Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07613-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 246.
  2. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Avenula - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 3. November 2016.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 170. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Avenula pubescens – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien