Flucht in Ketten

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Filmdaten
Deutscher TitelFlucht in Ketten
OriginaltitelThe Defiant Ones
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1958
Länge96 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieStanley Kramer
DrehbuchNedrick Young
Harold Jacob Smith
ProduktionStanley Kramer
MusikErnest Gold
KameraSam Leavitt
SchnittFrederic Knudtson
Besetzung

Flucht in Ketten ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Produzenten und Regisseurs Stanley Kramer aus dem Jahr 1958 mit Tony Curtis und Sidney Poitier in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Häftlingen John „Joker“ Jackson und Noah Cullen gelingt bei einem Gefangenentransport die Flucht. Da sie mit Ketten aneinandergefesselt sind, müssen sie sich miteinander arrangieren und ihre persönlichen Schwierigkeiten in den Griff bekommen, wenn ihre Flucht erfolgreich sein soll. Doch dies scheint nicht so einfach, denn John ist ein Weißer mit rassistischen Vorurteile und der Farbige Noah ein Großmaul.

Im Verlauf des Films ändert sich das Verhältnis zwischen beiden, speziell John wird mit seinen eigenen rassistischen Vorurteilen konfrontiert. Als sie in der Nacht in ein Dorf kommen, um sich zu versorgen, werden sie nach einem Einbruch in eine Tankstelle gefangen genommen, aber von einem ehemaligen Häftling, der in dem Dorf lebt, heimlich freigelassen und können flüchten. Auf der Farm einer früh verwitweten Frau finden sie zunächst Unterschlupf und können sich unter Zuhilfenahme der dortigen Gerätschaften von der Kette befreien. John und die Frau kommen einander näher. Als sich ihre Verfolger nähern, planen John und Noah, mit dem auf dem Hof vorhandenen Wagen zu fliehen. Noah wird von der Farmerin in eine angeblich sichere Richtung zur nächsten Bahnstrecke geschickt. Als John erfährt, dass Noah belogen wurde, da zwischen der Farm und der Bahnstrecke ein tödlicher Sumpf liegt, verlässt er die Farmerin, was zur Folge hat, dass er von dem Sohn der Frau angeschossen wird, kann Noah aber trotzdem einholen und ihn warnen.

Gemeinsam schaffen sie es zur Bahn, während sich die Polizisten nähern. Noah schafft es auf einen Wagen des vorbeifahrenden Zugs und wäre damit vor der Verfolgern gerettet, doch es gelingt ihm nicht, den geschwächten John heraufzuziehen. Daraufhin springt er wieder ab und erwartet singend den Sheriff, den verletzten John im Arm haltend.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thematik des Films, Rassismus in den Vereinigten Staaten, war Ende der 1950er Jahre ein heißes Eisen. Erste Wahl für die Rolle des Joker war Robert Mitchum. Damaligen Medienberichten zufolge soll er sich geweigert haben, „mit einem Neger zu spielen“. Dies wurde jedoch von Tony Curtis, der die Rolle des Joker übernahm, in seiner Autobiographie dementiert. Auch Marlon Brando und Kirk Douglas waren für die Rolle im Gespräch. Beiden war die Thematik aber nicht geheuer und sie sagten ab.

Flucht in Ketten ist einer der wenigen Filme, die fast völlig ohne Filmmusik auskommen. Neben einzelnen Worksongs, gesungen von Noah, erklingt die einzige Musik aus dem Transistorradio eines Mannes in der Gruppe von Helfern, die dem Sheriff bei seiner Suche zur Seite stehen.

Tony Curtis hatte sich dafür eingesetzt, dass sein Co-Star Sidney Poitier eine angemessene Gage bekam, was in der damaligen Zeit für einen afroamerikanischen Darsteller nicht üblich war.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche Filmbranchenblatt Blickpunkt: Film lobte den Film wegen dessen Aufruf gegen Rassismus und der schauspielerischen Leistungen von Sidney Poitier und Tony Curtis.

Reclams Filmführer führte aus: „Ein wohlmeinender Film, der in Einzelheiten auch realistisch und spannend gestaltet und durchweg gut gespielt ist. Insgesamt wirkt aber die Dramaturgie zu schematisch. Das begrüßenswerte Engagement gegen den Rassenhaß wird allzu lehrhaft abgehandelt.“ [1]

Im film-dienst war zu lesen: „Packender, visuell starker und ausgezeichnet gespielter Film – in seinen moralischen Absichten vielleicht etwas überdeutlich.“[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sidney Poitier wurde für seine Rolle in diesem Film auf der Berlinale 1958 mit dem Silbernen Bären in der Kategorie „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet.

Bei der Golden Globe Award-Verleihung 1959 konnte Flucht in Ketten – bei Nominierungen in insgesamt sechs Kategorien – den Preis für den besten Film in der Kategorie Drama gewinnen.

Bei der Oscar-Verleihung 1959 war er gar in neun Kategorien nominiert („Bester Hauptdarsteller“ – Tony Curtis, „Bester Hauptdarsteller“ – Sidney Poitier, „Bester Nebendarsteller“ – Theodore Bikel, „Beste Nebendarstellerin“ – Cara Williams, „Beste Regie“, „Bester Schnitt“, „Bester Film“), konnte aber lediglich in zwei Kategorien, „Beste Kamera“ (Schwarzweiß-Film) und „Bestes Originaldrehbuch“ einen Oscar erringen.

Im selben Jahr erhielt der Film zudem den New York Film Critics Circle Award.
Und ebenfalls 1959 wurde der Film mit dem United Nations Award der BAFTA Awards ausgezeichnet.

Neuverfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher wurde die Geschichte der Flucht zweier Gefangener mit unterschiedlicher Hautfarbe zweimal neu erzählt:

Adaption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1963 komponierte der DDR-Komponist Karl-Rudi Griesbach seine Oper in vier Bildern „Der Schwarze, der Weiße und die Frau“ auf ein eigenes Libretto auf Grundlage dieses Films.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reclams Filmführer, 2.A. 1973, ISBN 3-15-010205-7
  2. Flucht in Ketten. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 29. Januar 2017.