Fonterutoli

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Fonterutoli ist ein Ortsteil von Castellina in Chianti in der Provinz Siena, Region Toskana in Italien.

Panorama von Fonterutoli, im Hintergrund Siena
Panorama von Fonterutoli

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt ca. 4,5 km südöstlich des Hauptortes Castellina in Chianti und 13 km nördlich der Provinzhauptstadt Siena im westlichen Teil des Chianti senese östlich des Elsatals (Val d’Elsa)[1] bei 502 m und hat ca. 80 Einwohner[2]. Der Ort Quercegrossa (Ortsteil von Monteriggioni und Castelnuovo Berardenga) liegt ca. 5 km südlich, Vagliagli (Castelnuovo Berardenga) liegt ca. 4 km südöstlich, Staggia Senese (gehört heute zu Poggibonsi) liegt 10 km westlich. Am Poggio di Fonte Rutoli (Gemeindegebiet von Radda in Chianti) wenige Meter östlich von Fonterutoli entspringt der Torrente Staggia.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name entstammt der Bezeichnung Fons Rutili[3] (Fonte di Rutilio, dt. Brunnen des Rutilio). Erstmals historisch erwähnt wird der Ort 998, als Otto III. die Kirchengebiete der Diözesen von Arezzo, Fiesole und Siena definierte.[4] Erste Besitzer der Burg waren die Herren aus Staggia Senese.[5] Die Vallombrosaner der Badia a Passignano[1] (Abbazia di San Michele[4], gehört heute zu Tavarnelle Val di Pesa) unterhielten die Kirche San Miniato, dies wurde 1177 von Papst Alexander III. in einem Dokument bestätigt.[5] Am 29. März 1201 trafen sich in dieser Kirche die Vertreter von Siena und Florenz, um über Montalcino und Semifonte (liegt heute im Gemeindegebiet von Barberino Val d’Elsa nahe dem Ortsteil Petrognano, wurde 1202 von Florenz gewaltsam eingenommen und zerstört[6]) zu verhandeln.[4] Sechs Jahre später, am 6. Oktober 1208[1] fand in der Burg ein Treffen zwischen den Regierenden von Siena und Florenz statt, in dem Siena auf das Gebiet von Poggibonsi verzichtete.[5] Weitere Verhandlungen zwischen den beiden Republiken fanden hier 1245 statt. Seit 1435 gehört der Ort der Familie Mazzei, die dort bis heute Weinbau betreibt. Erhebliche Schäden entstanden im Ort 1944, als Fonterutoli erheblich unter dem Zweiten Weltkrieg litt.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche San Miniato
Etruskische Nekropole Poggino
  • Chiesa di San Miniato, Kirche im Ortskern. Wurde im Inneren im 17. Jahrhundert verändert, die Fassade und der Campanile wurden im 20. Jahrhundert erneuert.[4]
  • Villa Mazzei, im 16. Jahrhundert entstandenes Gebäude, das Teile der alten Ortsbefestigung integriert hat. Der Garten entstand am Ende des 19. Jahrhunderts[4] und ist zum Teil im Stile eines Englischen Landschaftsgarten und zum Teil in dem eines italienischem gestaltet, wobei der italienische wohl zuerst entstand.[3] Die Loggia zur Gartenseite entstand 1921.[4]
  • Necropoli del Poggino, Etruskische Grabstätten kurz östlich von Fonterutoli. Die fünf Grabstätten entstanden im 7. und 5. Jahrhundert v. Chr.[7] Viele Ausgrabungsstücke befinden sich heute im Museo Archeologico del Chianti senese (im Castello di Castellina in Chianti) im Hauptort Castellina in Chianti.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fonterutoli liegt an der Staatsstraße Strada Statale 222, die auch Via Chiantigiana genannt wird und Siena mit Florenz verbindet.
  • Der nächste Haltepunkt einer Bahnstrecke befindet sich in Castellina Scalo, einem Ortsteil von Monteriggioni. Der Bahnhof befindet sich ca. 9 km südwestlich an der Bahnstrecke Siena-Empoli.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enrico Bosi, Giovanna Magi: I Castelli del Chianti. Bonechi Editrice, Florenz 1979, ISBN 88-7009-000-0, S. 85 f.
  • Ovidio Guaita: Villa di Fonterutoli. In: Le ville della Toscana. Newton & Compton Editori, Rom 1997, ISBN 88-8183-787-0, S. 378 ff.
  • Emanuele Repetti: FONTE RUTOLI (Fons Rutoli) in Val d’Elsa. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, italienisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fonterutoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Emanuele Repetti: FONTE RUTOLI (Fons Rutoli) in Val d’Elsa.
  2. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Siena, abgerufen am 4. Oktober 2015 (italienisch)
  3. a b Ovidio Guaita: Le ville della Toscana.
  4. a b c d e f g Fondazione Musei Senesi. Eco Museo Chianti
  5. a b c Enrico Bosi, Giovanna Magi: I Castelli del Chianti.
  6. Emanuele Repetti: SEMIFONTE, SIMIFONTE, o SOMMOFONTE in Val d’Elsa. (pdf) In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846)
  7. EcoMuseoChianti zu den Grabstätten Necropoli etrusca del Poggino di Fonterutoli, abgerufen am 5. Oktober 2015 (italienisch)
  8. Musei Senesi zu der Amphore Anfora attica dalla necropoli del Poggino di Fonterutoli im Museo Archeologico del Chianti senese, abgerufen am 5. Oktober 2015 (italienisch)

Koordinaten: 43° 26′ N, 11° 18′ O