Frank Cali

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Francesco Paolo Augusto „Frank“ Calì (* 26. März 1965 in New York City, New York[1]; † 13. März 2019[2] auf Staten Island, New York) war ein US-amerikanischer Mafioso und zum Zeitpunkt seiner Ermordung Boss der Gambino-Familie.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Calis Eltern – Augusto Cali und Agata Cesare – stammen aus Palermo auf Sizilien, wo sein Vater ein Haushaltswarengeschäft betrieb.

Augusto Cali betrieb in Bensonhurst eine Videothek und war ein Partner von Domenico Adamita, der wiederum ein enger Freund und Geschäftspartner des Mafia-Bosses Gaetano Badalamenti war. Badalamenti hatte in den 1980er Jahren die berüchtigte Pizza Connection maßgeblich mitorganisiert. Gegen Augusto Cali wurde trotz dieser Verbindung nie ermittelt, sodass sein Strafregister sauber blieb.[1]

Frank Cali war der Neffe von John, Joseph und Rosario Gambino.

Kriminelle Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cali begann seine kriminelle Karriere als Teenager, indem er als Laufbursche für Mafiagrößen wie John D’Amico und John Gotti in der 18th Avenue in Brooklyn arbeitete.[1] In den späten 1990er Jahren wurde Frank zum Capo befördert und stieg, laut Mafia-Experte Jerry Capeci im Oktober 2012 zum Underboss (stellvertretenden Oberhaupt) der Gambino-Familie auf.[4] Zuvor hatte Capeci berichtet, dass Domenico Cefalu der neue Boss der Familie geworden sei. Sowohl Cefalu als auch Cali gehörten zur Sizilianischen Fraktion. Bereits im Juli 2013 sollte letzterer neues Oberhaupt der Familie werden, was er zunächst aber ablehnte.[5] Im August 2015 wurde er es dann doch, nachdem Cefalu, der sich altersbedingt zurückziehen wollte, ihm seinen Posten nochmals angeboten hatte.[3]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. März 2019 wurde Frank Cali vor seinem Haus auf Staten Island von mindestens sechs Schüssen getroffen und danach von einem Pick-up überfahren. Er starb noch am selben Tag im Krankenhaus. Als Täter gilt ein Anhänger der QAnon-Bewegung, welcher Cali beschuldigte, Teil einer groß angelegten Verschwörung zu sein.[6][7] Ein Gericht erklärte ihn im Juni 2020 für verhandlungsunfähig.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Attilio Bolzoni: Franky Boy, the invisible boss who wanted to have Palermo back. In: Repubblica.it. 8. Februar 2008, abgerufen am 14. März 2019 (englisch).
  2. Ali Winston, Nate Schweber, Jacey Fortin, Liam Stack: Frank Cali, Reputed Gambino Mob Boss, Is Shot and Killed on Staten Island. In: nytimes.com. 13. März 2019, abgerufen am 14. März 2019 (englisch).
    New York: Mutmaßlicher Mafiaboss Francesco Cali erschossen. In: Spiegel Online. 14. März 2019, abgerufen am 14. März 2019.
  3. a b John Marzulli: Staten Island mobster takes Gambino leadership: report. In: New York Daily News. 21. August 2015, archiviert vom Original am 20. Dezember 2015; abgerufen am 14. März 2019 (englisch).
  4. Gambinos Mine Their Sicilian Roots To Find New Underboss. In: Gangland News. 25. Oktober 2012, archiviert vom Original am 9. März 2019; abgerufen am 14. März 2019 (englisch).
  5. Murray Weiss: Mob Pick for Gambino Godfather Turns Down the Job. In: DNAinfo New York. 18. Juli 2013, archiviert vom Original am 20. Juli 2013; abgerufen am 14. März 2019 (englisch).
  6. Mafia-Boss in New York ermordet. In: orf.at. 14. März 2019, abgerufen am 14. März 2019.
  7. Meghan Keneally, Aaron Katersky: Man who shot mob boss Francesco "Franky Boy" Cali believed in QAnon, though he had Trump's "full support": Court docs, ABC News, 22. Juli 2019.
  8. Frank Donelly: Alleged mob-boss killer found mentally unfit to stand trial, silive.com, 3. Juni 2020.
VorgängerAmtNachfolger
Domenico CefaluOberhaupt der
Gambino-Familie“ der Amerikanischen Cosa Nostra
2015–2019
unbekannt