Staten Island

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Staten Island (Begriffsklärung) aufgeführt.
Verwaltung
US-Bundesstaat: New York
Verwaltungssitz:
Gründung: 1683
Demographie
Einwohner: 443.728  (2000)
Bevölkerungsdichte: 2928,9 Einwohner/km²
Geographie
Fläche gesamt: 265,5 km²
Wasserfläche: 114,0 km²
Karte
Karte von Richmond County innerhalb von New York
Website: www.statenislandusa.com
Staten Island (gelb) liegt im Südwesten von New York City (die Flughäfen La Guardia im Norden und J. F. Kennedy im Süden sind blau eingefärbt).

Staten Island [ˌstætənˈaɪlənd] ist eine Insel an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Insel bildet einerseits einen der fünf Stadtbezirke (Boroughs) der Stadt New York und andererseits das Richmond County des Bundesstaates New York.

Geographie[Bearbeiten]

Staten Island (Richmond) liegt südwestlich der Insel Manhattan und westlich des auf Long Island gelegenen Stadtteils Brooklyn. Im Norden befindet sich die Upper New York Bay und im Osten der Kanal The Narrows, der die Insel von Long Island trennt und die Lower New York Bay. Mit Long Island ist die Insel über die (in Richtung Staten Island) mautpflichtige Verrazano-Narrows-Brücke verbunden. Zwischen Staten Island und Manhattan verkehrt die kostenlose Staten Island Ferry für Fußgänger. Im Westen und Norden wird die Insel durch den schmalen Arthur Kill und den Kill Van Kull vom Bundesstaat New Jersey getrennt. Nach New Jersey führen die (in Richtung Staten Island) mautpflichtige Goethals Bridge, die Bayonne Bridge und die Outerbridge Crossing.

Die höchste Erhebung der Insel, der Todt Hill (125 m), ist auch zugleich der höchste Punkt der Stadt New York.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf Staten Island wurden Funde der Clovis-Kultur gemacht, die auf eine 14.000 Jahre alte Besiedlung schließen lassen. 1520 waren die Expeditionsteilnehmer um Giovanni da Verrazano die ersten Europäer, die Staten Island entdeckten. Zwischen 1624 und 1667 gehörte die Insel zu den Niederlanden. Während dieser Zeit fand dort ein Krieg der niederländischen Siedler gegen Indianer (sog. Schweinekrieg) statt. 1667 wurde die Insel an die Engländer abgetreten, die über 100 Jahre über das Gebiet herrschten, bis die USA 1776 unabhängig wurden. Staten Istland wurde 1898 ein Stadtbezirk von New York. Am 21. November 1964 wurde die Verrazano-Narrows-Brücke eröffnet, die die Insel mit Brooklyn verbindet, was in den folgenden Jahrzehnten zu einer starken Bevölkerungszunahme führte. Staten Island ist 2012 durch den Hurrikan Sandy besonders hart getroffen worden[1].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Historic Richmond Town liegt zentral auf Staten Island

Neben einigen sehenswerten Wohnhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert befindet sich auf Staten Island unter anderem das Conference House aus dem Jahr 1680 und das Voorlezer's House aus dem Jahr 1695, die beiden ältesten noch erhaltenen Schulgebäude in den USA.

Die Historic Richmond Town ist eine historische Stadt und ein Museumskomplex im Stadtteil Richmondtown. Das Gelände umfasst über 30 historische Gebäude, die aus dem späten 17. Jahrhundert bis aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen.[2] Das Museum zeigt den kolonialen, amerikanischen Stil.

Es gibt viele Parks, wie den Staten Island Greenbelt im zentralen Teil der Insel sowie den Wolfe’s Pond Park, Great Kills Park und Conference House Park an der südlichen Küste. An der St. George Esplanade wurde zum Gedenken an die Bewohner von Staten Island unter den Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 das Mahnmal Postcards eingeweiht.

Eine Fähre verkehrt von Staten Island zur berühmten Freiheitsstatue (Statue of Liberty).

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name stammt vom Niederländischen Staaten Eylandt („Ständeinsel“), nach den Staaten Generaal („Generalstaaten“), dem Parlament der damaligen Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Die Insel gehörte der damaligen Kolonie Neu-Amsterdam in Nieuw Nederland oder Nova Belgica.

Bevölkerung, Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

Strandansicht
Straßenecke auf Staten Island

Staten Island ist mit einer Einwohnerzahl von rund 440.000 der bevölkerungsärmste Stadtteil von New York. Das Stadtbild mit Vorstadtcharakter wird von locker gebauten Wohngebieten und Grünanlagen geprägt.

Auf der Insel befinden sich bedeutende Schiffswerften und Erdölraffinerien, außerdem verschiedene Colleges und ein Campus der Saint John's University.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Insel ist von Manhattan aus mit der Staten Island Ferry und von Brooklyn aus über die Verrazano-Narrows-Brücke erreichbar. Entlang der Ostküste der Insel verkehrt die Eisenbahnlinie Staten Island Railway.

Mülldeponie[Bearbeiten]

Seit 1948 liegt auf Staten Island die Fresh-Kills-Mülldeponie, die der Stadt New York für mehr als ein halbes Jahrhundert als zentrale Müllkippe diente. Der Name leitet sich vom niederländischen Wort für ein Gewässer ab. Es gibt ihn in Varianten mehrfach in der Region. Die Deponie gehörte zu den größten künstlichen Erhebungen der Welt und war für ihre starken Ausgasungen von Methangas berüchtigt. Im März 2001 wurde sie nach zunehmenden Protesten geschlossen; 2003 begann die Renaturierung. Der Schutt des durch Terroranschläge zerstörten World Trade Centers wurde ab 2001/2002 hier gelagert.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Staten Island ist in drei so genannte „Community Boards“ gegliedert, die wiederum in 64 Neighborhoods (Stadtteile) gegliedert sind:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staten Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article110558299/Zu-wenig-Hilfe-In-Staten-Island-kocht-die-Volksseele.html
  2. Karte der Historic Richmond Town

40.571944444444-74.157777777778Koordinaten: 40° 34′ N, 74° 9′ W