Franz Thoma (Orgelbauer)

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Franz Thoma (getauft 10. August 1746 in Unterhalden bei Buchenberg; † 9. Februar 1817 in Aitrang) war ein deutscher Orgelbauer.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thoma heiratete in Aitrang am 23. November 1778 Anna Barbara Freiwiß (* 16. Mai 1753; † 13. Januar 1803), die Tochter des Orgelbauers Balthasar Freiwiß. Es ist davon auszugehen, dass sein Meister ihn geschätzt hat, indem er ihm erlaubte seine Tochter zu heiraten und ihn zum Nachfolger seiner Werkstatt machte. Die übernahm er 1783 nach dem Tod von Freiwiß. Aus der Ehe sind zehn Kinder hervorgegangen. Wenige Wochen nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er am 21. Februar 1803 ein weiteres Mal: Theresia Widmayr († 18. Juni 1846) aus Lotterberg. Mit ihr hatte er weitere fünf Kinder. Die meistens Kinder starben früh. Am längsten überlebte Tochter Josepha Barbara (1807–1880). Sie lebte zeitlebens in Aitrang im „Orgelmacher“-Haus Nr. 21.

Die bekannteste Orgel von Thoma ist die in Schlehdorf.[1] Sie wurde 1997–2000 von Münchner Orgelbau Johannes Führer restauriert und auf den Zustand der Erbauung durch Thoma zurückgeführt. Wie viele Orgeln aus der Zeit im süddeutsch-alpenländischen Raum hat sie im Pedal nur 12 Pfeifen für die 18 Töne von C–f0 (repetierend ab c0).

Werkliste (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Symbol einer Weltkugel Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen
1782 Weilheim in Oberbayern Mariae Himmelfahrt
Standort
II/P 22 nicht erhalten; 1864 ersetzt durch Neubau von Max Maerz.
1782 Eching am Ammersee St. Peter und Paul
Standort
St. Peter und Paul (Eching am Ammersee) 11 (cropped).jpg
I/P 9 2000 Neubau von Rudolf Kubak im alten Gehäuse.
1783 Schlehdorf Kloster Schlehdorf
Standort
St. Tertulin Schlehdorf 19 (retouched).jpg
II/P 18 2000 Rückführung auf den Zustand der Erbauung durch Münchner Orgelbau Johannes Führer
Orgel
1786 Ettal Kloster Ettal
Standort
Chororgel; 1803 nach Bayerniederhofen verkauft.
1800 Ohlstadt St. Laurentius
Standort
St Laurentius Ohlstadt 10 (cropped).jpg
I/P 12 1975 Umbau und Erweiterung auf II/18 im alten Gehäuse durch Günter Ismayr.
Orgel
1803 Lermoos St. Katharina
Standort
1804 Serfaus Mariä Himmelfahrt
Standort
1805 Tösens

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
  • Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. Florian Noetzel Verlag, Heinrichshofen-Bücher, Wilhelmshaven 1994, ISBN 3-7959-0598-2.
  • Alfred Reichling, Matthias Reichling: Orgelgeschichte der Pfarrei Schlehdorf. In: Die Orgeln der Pfarrei Schlehdorf und der Pfarrei Ohlstadt und ihre Geschichte. Kath. Pfarrgemeinde St. Tertulin Schlehdorf, Schlehdorf 2011, S. 8–9 (253. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Balz: Göttliche Musik. Orgeln in Deutschland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2062-9, S. 180–181 (230. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde).