Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Fraunhofer IIS)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 32′ 50,01″ N, 11° 1′ 10,52″ O

Fraunhofer-Institut für
Integrierte Schaltungen IIS
Fraunhofer-Institut für  Integrierte Schaltungen IIS
Hauptgebäude
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Erlangen
Außenstellen: Nürnberg, Fürth, Dresden, Bamberg, Waischenfeld, Coburg, Würzburg, Ilmenau, Deggendorf
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Informatik, Informationsverarbeitung, Telekommunikation
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Albert Heuberger
Mitarbeiter: 950
Homepage: www.iis.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, auch in der Kurzbezeichnung Fraunhofer IIS genannt, ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG). Das Institut hat seinen Sitz in Erlangen, seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung im Bereich der Informatik der Informationsverarbeitung und der Telekommunikation zuzuordnen. Fraunhofer IIS ist das größte Institut der Fraunhofer-Gesellschaft. Weitere Standorte des Instituts sind in Nürnberg, Fürth, Dresden, Bamberg, Waischenfeld, Coburg, Würzburg, Ilmenau und Deggendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fraunhofer IIS besteht unter seinem heutigen Namen seit dem Jahr 1990. Das Institut bildete sich aus der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Integrierte Schaltungen, die ihrerseits 1985 aus der Zentrum für Mikroelektronik und Informationstechnik GmbH in Erlangen entstanden ist. Diese Arbeitsgruppe bestand aus den beiden Abteilungen Angewandte Elektronik (AIS-A) und Bauelementetechnologie (AIS-B). 2003 wurde daraus das Fraunhofer IIS, die Abteilung IIS-B wurde 2003 zum Fraunhofer IISB Im Jahr 1992 wurde die Einrichtung für die Automatisierung des Schaltkreis- und Systementwurfs (EAS) in Dresden als Außenstelle des Fraunhofer IIS gegründet. Die nächste Erweiterung des Fraunhofer IIS erfolgte 1995 mit der Gründung des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Verkehrslogistik und Kommunikationstechnik (AVK) in Nürnberg.

Im Jahr 1998 wurde das Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) gegründet. Dieses ist eine gemeinsame Abteilung des Fraunhofer IIS, Erlangen und des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, Saarbrücken & Dresden. Seit 2000 befindet sich das Entwicklungszentrum in Fürth. Im Jahr 2013 wurde der neue Standort des Fraunhofer EZRT in Fürth-Atzenhof eröffnet.

Im Jahr 1987 erzielten die Wissenschaftler von einer Gruppe um Karlheinz Brandenburg einen Durchbruch bei der Kompression von Audiosignalen und konnten einen ersten in Echtzeit arbeitenden Vorläufer von MP3 vorstellen.

Im Jahr 2000 wurde in Ilmenau eine Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie (AEMT) als Außenstelle des Fraunhofer IIM gegründet, aus der 2004 das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) entstand.

Im Jahr 2011 war Fraunhofer IIS einer der Gründungspartner des Energie Campus Nürnberg.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wissenschaftler forschen auf dem Gebiet der Mikroelektronik, der Informationsverarbeitung, der Telekommunikation, der Audio- und Multimediatechnik, dem digitalen Rundfunk, der Hochfrequenztechnik, der Lokalisierung und Navigation, der Satellitennavigation, der Logistik und der Automation im Maschinen- und Anlagenbau. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Kameratechnik für das digitale Kino. Bilderfassung und Bilderkennung sind Schlüssel für die Qualitätskontrolle in der Fertigung, bei der Produktionsautomatisierung und in der Medizintechnik. Zu diesem Zweck werden auch intelligente Bildsensoren, Hochgeschwindigkeitskameras und Ultrafeinfokus-Röntgensysteme entwickelt.

In der Dresdner Außenstelle „Entwurfsautomatisierung“ (EAS) werden Verfahren für den rechnergestützten Entwurf von elektronischen und heterogenen Systemen sowie Prototypen von Hardware- und Software-Systemen entwickelt. Siehe auch Electronic Design Automation.

Die „Arbeitsgruppe für Supply Chain Services“ (SCS), früher „Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft“ (ATL), in Nürnberg entwickelt innovative Lösungen für den Transport von Personen, Gütern und Informationen.

Das „Engineering Center for Smart Objects in Logistics“ (EC-SOL) in Fürth nutzt die Fortschritte bei den Basistechnologien für die Realisierung von intelligenten logistischen Objekten und erforscht neue Einsatzmöglichkeiten.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vielseitige Kooperation besteht mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Das Fraunhofer IIS ist Mitglied folgender Fraunhofer-interner Verbünde und Allianzen:

  • Fraunhofer-Verbund Informations- und Kommunikationstechnik (IuK)
  • Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik (VµE)
  • Fraunhofer-Verbund Verteidigung und Sicherheitsforschung (VVS)
  • Fraunhofer-Allianz Vision
  • Fraunhofer-Allianz Digital Cinema
  • Fraunhofer-Allianz Grid Computing

Eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Audio- und Multimediatechnik besteht mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau. Dieses Fraunhofer-Institut ist 2004 aus einer zum Fraunhofer IIS gehörenden Arbeitsgruppe entstanden.

Ausgründungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1986 sind durch Ausgründungen in die freie Wirtschaft insgesamt zehn Unternehmen entstanden. Ihre Produkte und Dienstleistungen umfassen u. a. die Gebiete

  • Bewegungsanalysesysteme
  • Elektronikschaltungen für Spezialanwendungen und Nischenprodukte
  • Machbarkeitsstudien über ATE-Module und Messgeräte, Qualitätsmessungen im Audiobereich
  • Entwicklung industrieller Kameras und Photonics-Equipment
  • Röntgenkameras, automatische Röntgenprüfsysteme und Qualitätssicherungssysteme
  • Entwicklung von Audiocodecs (AACplus, mp3PRO) für Mobilgeräte und niedrige Datenraten
  • Rundfunküberwachung sowie Einbettung von Audiowasserzeichen.

Daneben wurde 1997 eine Tochterfirma der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet, die Innovationszentrum für Telekommunikationstechnik GmbH IZT. Arbeitsbereiche sind die Mess-, Prüf- und Informationstechnik sowie drahtlose Anwendungen und digitaler Rundfunk. Das Unternehmen entwickelt serienreife Produkte und schließt mit Kleinserienfertigung die Lücke zwischen Prototypen und Serienprodukten.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den 13 Standorten sind rund 950 Mitarbeiter tätig.

Das Budget von 130 Millionen Euro pro Jahr wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von 22 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.

Geschäftsführender Leiter des Fraunhofer IIS ist seit dem 1. Oktober 2011 Albert Heuberger, der die Nachfolge Heinz Gerhäusers antrat, der von 1998 bis 2011 diese Position innehatte. Die stellvertretende Institutsleitung haben Bernhard Grill und Randolf Hanke inne. Leiter des Dresdner Institutsteils Entwurfsautomatisierung (EAS) ist Peter Schneider.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]