Waischenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waischenfeld
Waischenfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waischenfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 51′ N, 11° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 372 m ü. NHN
Fläche: 57,2 km²
Einwohner: 3071 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91344
Vorwahl: 09202
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 197
Stadtgliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
91344 Waischenfeld
Webpräsenz: www.waischenfeld.de
Bürgermeister: Edmund Pirkelmann (BBS)
Lage der Stadt Waischenfeld im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger Land Bayreuth Bayreuth Landkreis Hof Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Landkreis Tirschenreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Amberg-Sulzbach Prüll Warmensteinacher Forst-Nord Waidacher Forst Waidacher Forst Veldensteiner Forst Neubauer Forst-Nord Waischenfeld Lindenhardter Forst-Südost Lindenhardter Forst-Nordwest Langweiler Wald Bayreuth Heinersreuther Forst Goldkronacher Forst Glashüttener Forst Forst Neustädtlein am Forst Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Emtmannsberg Haag (Oberfranken) Seybothenreuth Creußen Warmensteinach Weidenberg Schnabelwaid Prebitz Plech Mistelgau Mistelbach (Oberfranken) Hummeltal Hummeltal Heinersreuth Goldkronach Glashütten (Oberfranken) Gesees Gefrees Eckersdorf Bischofsgrün Bischofsgrün Bindlach Betzenstein Bad Berneck im Fichtelgebirge Speichersdorf Kirchenpingarten Waischenfeld Plankenfels Pegnitz (Stadt) Mehlmeisel Hollfeld Fichtelberg (Oberfranken) Aufseß Ahorntal Bischofsgrüner Forst Pottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild

Waischenfeld ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bayreuth. Der staatlich anerkannte Luftkurort mit der 1122 erstmals erwähnten Burg Waischenfeld liegt im oberen Tal der Wiesent in der Fränkischen Schweiz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waischenfeld gliedert sich in 29 Stadtteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Breitenlesau, Eichenbirkig, Gösseldorf, Hannberg, Köttweinsdorf, Langenloh, Löhlitz, Nankendorf, Seelig, Waischenfeld.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Plankenfels, Mistelgau, Ahorntal, Gößweinstein, Wiesenttal und Aufseß.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Sebastian von Rotenhan (16. Jahrhundert) mit Bamberg und Weÿſchenfeld (rechts oben). Nach Osten (oben) ist die Karte stark verzerrt.
Waischenfeld, Lithografie (um 1840) von Theodor Rothbarth nach einer Zeichnung von Carl Käppel
Blick vom Burgberg über die Kirche in die Stadt an der Wiesent

Die Burg Waischenfeld wurde 1122 erstmals urkundlich erwähnt. König Ludwig der Bayer verlieh Waischenfeld 1315 die Stadtrechte. Burg und Stadt Waischenfeld kamen nach dem Tod des Stadtherren Konrad II. von Schlüsselberg 1348 in den Besitz des Bistums Bamberg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Aus der Zeit von 1680 bis 1751 ist das Waischenfelder Malefizbuch, ein Buch mit Gerichtsprotokollen für Stadt und Amt Waischenfeld, erhalten. Das Obervogtamt des Hochstifts Bamberg kam mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zu Bayern.

Ab 1943 war in Waischenfeld eine aus Berlin ausgelagerte Dienststelle der nationalsozialistischen Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe unter Wolfram Sievers ansässig. Am 14. April 1945 wurde Waischenfeld von den Amerikanern besetzt; Sievers wurde zwei Wochen später in der Nähe aufgegriffen und später im Nürnberger Ärzteprozess zum Tode verurteilt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Bayerischen Gebietsreform wurde die Stadt Waischenfeld mehrmals vergrößert. Am 1. Januar 1971 wurden zunächst die ehemaligen Gemeinden Gösseldorf und Seelig eingegliedert. Der Gemeindename Gösseldorf hatte im Jahr 1870 den bis dahin gültigen Namen Heroldsberg abgelöst. Am 1. Januar 1972 kam ein Teil der ehemaligen Gemeinde Nankendorf hinzu. Hannberg, Langenloh und Rabeneck (Zusammenschluss der Gemeinden Eichenbirkig und Köttweinsdorf im Jahr 1865), die vorher zum Landkreis Pegnitz gehörten, folgten am 1. Juli 1972.[4] Waischenfeld selbst kam vom aufgelösten Landkreis Ebermannstadt zum Landkreis Bayreuth. Am 1. Januar 1977 nahm Waischenfeld den größeren Teil der aufgelösten Gemeinde Breitenlesau auf. Am 1. Mai 1978 wurde ein Gebietsteil von Plankenfels in die Stadt Waischenfeld umgegliedert.[5] Zum 1. September 2010 kam ein Teil des gemeindefreien Gebiets Löhlitzer Wald hinzu.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Edmund Pirkelmann (Bürgerblock Breitenlesau-Siegritzberg).

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgender Verteilung der 16 Stadtratssitze: [6]

  • CSU: 3
  • SPD: 1
  • BBN (Bürgerblock Nankendorf): 2
  • FWSL (Freie Wähler Stadt und Land): 2
  • WWL (Wählergemeinschaft Waischenfeld-Land): 3
  • WGL (Wählergemeinschaft Löhlitz): 1
  • BBS (Bürgerblock Breitenlesau-Siegritzberg): 2
  • JW (Junges Waischenfeld): 2


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Waischenfeld im Wiesenttal
Wehrturm Steinerner Beutel und Burg Waischenfeld
Luftaufnahme Waischenfeld
  • Die Anna-Kapelle ist ein schlicht gehaltener romanischer Bau. Erstmals erwähnt wurde die Kirche 1509 im Rahmen einer Spendenaktion. Der Altar, der etwa aus dem Jahr 1660 stammt, besitzt barocke Stilelemente. Das Altarbild, 1851 gemalt in Öl vom ehemaligen Pfarrer, zeigt die heilige Anna mit der Jungfrau Maria und dem Jesuskind auf dem Schoß.
  • Burg Waischenfeld mit Turm Steinerner Beutel. Das Wahrzeichen der Stadt steht westlich der Stadt auf einem Felsplateau. Der runde, etwa 13 Meter hohe Turm steht auf einem Kalksteinfelsen und bildete den nördlichsten Teil der längst nicht mehr bestehenden Burg Waischenfeld. Burg und Turm wurden vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut.
  • Die Stadtkapelle St. Laurentius hat eine barocke Ausstattung und besitzt eine besonders schön gestaltete Strahlenmadonna aus dem 15. Jahrhundert.
  • St. Michael
  • Der Chor der Stadtpfarrkirche Johannes der Täufer stammt aus dem Jahr 1450. Die Kirche wurde 1750 im barocken Stil umgestaltet.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Waischenfeld

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von Oktober 1990 bis Januar 1991 soll der ehemalige Schachweltmeister Bobby Fischer, der seit der Weltmeisterschaft 1972 keine offizielle Partie mehr gespielt hatte und seither untergetaucht war, unerkannt in einem Gasthof in Waischenfeld einquartiert gewesen sein und in dieser Zeit auch gegen verschiedene Personen gespielt haben. Nachdem 1993 ein weiterer ehemaliger Schachweltmeister – Michail Botwinnik – für einige Tage im gleichen Gasthof Quartier nahm, werden dort regelmäßig hochrangige Schachturniere ausgetragen, u. a. Spiele der deutschen Bundesliga.

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet Waischenfeld gibt es die Brauereien Heckel in Waischenfeld, Schroll in Nankendorf und Krug in Breitenlesau.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wagnerfels an der Wiesent ist beachtenswert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Greif: Der SS-Standort Waischenfeld 1934–1945. Hilfswerklager und Ahnenerbe. Erlangen 2006 (Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz Vereins II: Die Fränkische Schweiz, Heimatkundliche Beihefte 16). ISBN 3-7896-0652-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Eintrag in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek (abgerufen am 24. Mai 2011)
  3. Vgl. Thomas Greif: Der SS-Standort Waischenfeld 1934-1945. Hilfswerklager und Ahnenerbe. Erlangen 2000 (Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz Vereins II: Die Fränkische Schweiz, Heimatkundliche Beihefte 16). ISBN 3-7896-0652-9.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 451, 452 und 550.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 675 und 677.
  6. Vorläufiges Ergebnis zur Stadtratswahl 2014 am 16.03.2014 Stadt Waischenfeld
  7. Heinz Gerhäuser Ehrenbürger von Waischenfeld, Artikel auf nordbayern.de (abgerufen am 31. Mai 2011)
  8. a b c Waischenfelder Pfarrer mit Erwähnung der Ehrenbürgerschaft auf den offiziellen Webseiten von Waischenfeld (abgerufen am 24. Mai 2011)
  9. Vater der Großgemeinde, Artikel auf nordbayern.de vom 9. Januar 2011 (abgerufen am 24. Mai 2011)
  10. Ehrenbürger der Stadt Waischenfeld (abgerufen am 24. Mai 2011)
  11. Gunda Zeitler zur Ehrenbürgerin von Waischenfeld ernannt, Artikel auf nordbayern.de (abgerufen am 24. Mai 2011)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waischenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Waischenfeld – Reiseführer