Friedrich Hechelmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Friedrich Hechelmann (* 28. Februar 1948 in Isny im Allgäu) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler des Phantastischen Realismus, Filmemacher, Buchillustrator und Autor.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Hechelmann besuchte von 1965 bis 1969 die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Von 1969 bis 1972 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er war Meisterschüler bei Rudolf Hausner, der als bedeutender Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus starken Einfluss auf seine künstlerische Arbeit nahm und das erste Bild seines Schülers kaufte. 1972 erhielt Hechelmann den Preis der Wiener Akademie und präsentierte seine erste Ausstellung in der Galerie im Stock in Wien.

1977 bezog er den Schiedelhof bei Isny, wo er das Bauwerk nach seinen Vorstellungen umbaute. 1981 zog er in diese Gebäude um und entwickelte dort ein Garten- und Parkbiotop. 1993 erlangte Hechelmann ein einstiges Schlossereigebäude in Weitnau-Hofen, dessen Um- und Neubau er ebenfalls gestaltete und dessen Architektur er konstruierte. Im selben Jahr wurde dort die Kunsthalle Schwaben durch seinen Galeristen Joseph Baschnegger eröffnet. In dieser wurden Hechelmanns Werke sowie Ausstellungen anderer Künstler präsentiert.

1980 wurde Hechelmann von August Everding zur Ausstattung der Verfilmung der Oper Hänsel und Gretel beauftragt. Im Folgejahr bat ihn Herbert von Karajan, das Ouvertürenprospekt für die Verfilmung der Oper Das Rheingold zu malen.[1]

Ab 1998 gab er Kurse an der Wiener Kunstakademie im Rahmen der Sommerakademie. 1999 begann er mit der Planung des Ausbaus des mittleren Schlossflügels von Schloss Isny. Noch im selben Jahr zog die Kunsthalle Schwaben ins Schloss Isny um. Es entstand die Kunsthalle Schloss Isny im durch Hechelmann ausgebauten Schlossflügel. Gleichzeitig war er Mitgründer der Friedrich Hechelmann und Schloss Isny Kunst- und Kulturstiftung.

Hechelmann illustrierte zahlreiche Bücher und schuf außerdem Gemälde und Zeichnungen. Seine Gemälde zeichnen sich durch ihre visionären Darstellungen aus. Er drückte in seiner Kunst die „Ehrfurcht vor der Schöpfung“ aus und wollte mit seinen Werken der Naturentfremdung entgegenwirken.[2] Im Jahr 2015 errichtete Hechelmann fünfzehn Bronzeskulpturen, die geheimnisvollen Wesen aus der Fabel- und Mythenwelt nachempfunden sind. Sie sind in der Dauerausstellung Engel/Bronzen in der Kunsthalle Schloss Isny ausgestellt.[1] 1994 ließ die Porzellan-Manufaktur Ludwigsburg von Hechelmann ein Teeservice-Dekor gestalten. Es zeigt eine mythisch-naturalistische Phantasiewelt: Den Hirtengott Pan, umgeben von mythischen Pflanzen, Insekten und Amphibien.

2017 verfasste Hechelmann sein erstes literarisches Werk – den Märchenroman Manolito. Ein Jahr später veröffentlichte er den Folgeroman Livia.[1]

Zahlreiche Fernsehsender porträtierten Hechelmann und berichteten mehrfach über sein Werk, darunter ARD, ZDF, SWR, BR, 3SAT, Arte, SDR und Regio-TV. Zudem war Hechelmann selbst als Filmemacher tätig. In verschiedenen Filmproduktionen übernahm er die Rolle des Drehbuchautors, des Regisseurs, des Theater-Choreographs oder des Bühnenbildners. 1985 wurde sein Film Ein Weihnachtstraum mit dem Prix Jean D'Arcy ausgezeichnet und im Folgejahr nahm dieser Film am Prix Jeunesse teil. Der Film Das Gnomenwirtshaus wurde im Jahr 1979 ebenfalls von der ARD zur Teilnahme am Prix Jeunesse ausgewählt.[1]

Kunsthalle im Schloss Isny im Allgäu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hechelmann führte 1999 die Umbauarbeiten der geriatrischen Klinik und des Pflegeheims im Schloss Isny zur Kunsthalle Schloss Isny durch.[1] Vorgänger der Kunsthalle im Schloss Isny war 1993 die Gründung der Kunsthalle Schwaben in Hofen. Jährlich zu Ostern und in den Sommerferien findet in der Kunsthalle Isny ein Kursprogramm Sommerakademie: Die Schule des Sehens für gegenständliche Malerei statt. In der Kunsthalle im Schloss Isny werden die Dauerausstellung Friedrich Hechelmann, seine Bronzenplastiken sowie wechselnde Sonderausstellungen präsentiert. Neben der Kunsthalle Schloss Isny befindet sich seit 2010 die Städtische Galerie und seit 2020 das Städtische Museum Isny im Schloss.[3]

Friedrich-Hechelmann-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Anwesen mit dem Kloster St. Georg, der Kirche St. Georg und Jakobus und den zugehörigen Grünanlagen wurde 1997 als Übergangslösung an eine Isnyer Bürgergemeinschaft verkauft. Die Ende Dezember 1998 gegründete rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts Friedrich Hechelmann und Schloß Isny Kunst- und Kulturstiftung – kurz Friedrich-Hechelmann-Stiftung – übernahm 1999 das Anwesen bis auf die Nebengebäude. Der Zweck der Stiftung ist das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Benediktinerkloster Schloss Isny und die dazugehörenden Grundstücke zu erhalten und unterhalten, das künstlerische Werk und den Nachlass Hechelmanns zu sichern sowie Kunst und Kultur in der Stadt Isny und der Region Allgäu zu fördern. Durch Zuschüsse der Stadt Isny, des Landesdenkmalamts und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg wurden Stuckarbeiten wiederhergestellt/freigelegt. Die Restauration wurde durch private Spenden ermöglicht. Laufende Kosten deckt die Stiftung vor allem durch Vermietungen wie beispielsweise an die Kunsthalle im Schloss, die Städtische Galerie und das Städtische Museum Isny ab. Ebenfalls werden Kosten durch Zustiftungen oder Erbschaften gedeckt.[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchillustrationen und Bildbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinderbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gegen den Strom. Filmporträt über Friedrich Hechelmann von Heinz Dieckmann, ZDF, 1973.
  • Das Riesenspielzeug. Verfilmung durch den SDR, Drehbuch und Regie: Friedrich Hechelmann. ARD, 1976.
  • Das Gnomenwirtshaus. Verfilmung durch den SDR. Drehbuch, Figuren, Ausstattung und Regie: Friedrich Hechelmann. Der Film wurde von der ARD zur Teilnahme am Prix Jeunesse ausgewählt. ARD, 1979.
  • Ein Weihnachtstraum. Verfilmung durch den SDR. Drehbuch, Ausstattung, Szenenbilder, Gesamtleitung: Friedrich Hechelmann. ARD, 1984.
  • Hechelmanns Traumtheater. Drehbuch, Ausstattung, Szenenbilder, Figuren und Regie: Friedrich Hechelmann. SDR, 1987.
  • Friedrich Hechelmann und seine Bibel. Filmdokumentation von Susanne Bausch, SWR, 2005.[1]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Biographie. In: Kunsthalle Schloss Isny. Abgerufen am 1. Dezember 2020.
  2. Über Friedrich Hechelmann. In: Kunsthalle Schloss Isny. Abgerufen am 1. Dezember 2020.
  3. Städtische Galerie im Schloss - Kunst im Schloss Isny. In: Kunsthalle Schloss Isny. Abgerufen am 20. November 2020.
  4. Stiftung. In: Kunsthalle Schloss Isny. Abgerufen am 1. Dezember 2020.
  5. Prämiert | Manolito ist Natur-Buchtipp des Monats Dezember 2017. In: knesebeck-verlag.de. Abgerufen am 12. Januar 2021.