Friedrich Hechelmann

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Friedrich Hechelmann (* 28. Februar 1948 in Isny im Allgäu) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler des Phantastischen Realismus, Filmemacher, Buchillustrator und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Hechelmann besuchte von 1965 bis 1969 die Höhere Graphische Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Von 1969 bis 1972 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er war Meisterschüler bei Rudolf Hausner, der als bedeutender Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus starken Einfluss auf seine künstlerische Arbeit nahm und das erste Bild seines Schülers kaufte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974 Zwerg Nase von Wilhelm Hauff, Illustrationen von Hechelmann. Nord-Süd, Schweiz.
  • 1975 Vier Andersen-Märchen. Nord-Süd, Schweiz.
  • 1976 Das Riesenspielzeug. Nord-Süd, Schweiz.
  • 1978 Klein Zaches, genannt Zinnober (E.T.A. Hoffmann). Kunstverlag Weingarten.
  • 1980 Deutsche Märchen (2 Bände). Winkler, München.
  • 1980 Justus Suppenstroh. Artemis/Winkler, Zürich/München.
  • 1982 Deutsche Balladen. Winkler, München.
  • 1982 Phantastes (George MacDonald). Hirmer, München.
  • 1983 Münchhausen. Hirmer, München.
  • 1984 Ein Weihnachtstraum. Hirmer, München.
  • 1985 Tristan – Die Minnegrotte. Bertelsmann, München.
  • 1988 Ophelias Schattentheater (Michael Ende). K. Thienemanns, Stuttgart.
  • 1990 Das große Bilderbuch zum Schreiben. Edition Weitbrecht, Stuttgart.
  • 1994 Hechelmann Sommernachtstraum (William Shakespeare). Edition Weitbrecht, Stuttgart.
  • 1996 Orpheus und Eurydike (Antje Vollmer). Edition Weitbrecht, Stuttgart.
  • 1998 Das Fräulein von Scuderi (E.T.A. Hoffmann). Das Beste, Stuttgart – Zürich – Wien.
  • 2002 Insel II, 79,6 × 76,6 cm, 35 Farbenserigraphie, 80 Exemplare
  • 2002 Pans versunkener Garten. Aquamarin.
  • 2004 Das große Buch der Feen und Elfen von Andreas Gößling, mit 55 Bildern Hechelmanns. Knaur.
  • 2004 Friedrich Hechelmanns Decamerone von Giovanni Boccaccio. Knaur.
  • 2006 Hundert Schmetterlinge schenk ich dir. Knaur.
  • 2006 Die Bibel (Altes und Neues Testament) illustriert von Hechelmann. Künstlerbibel, Pattloch.
  • 2007 Ein Strauss voll Glück. Knaur.
  • 2009 Momo (Michael Ende). Thienemann, Stuttgart/Wien.
  • 2009 Balladen und Gedichte von Friedrich Schiller, mit Bildern von Hechelmann. Weltbild.
  • 2010 Die Rückkehr der Engel. Knaur.
  • 2011 Geisterritter von Cornelia Funke, mit Bildern von Friedrich Hechelmann. C. Dressler, Hamburg.
  • 2012 Das Buch der Märchen. Thiele, München.
  • 2013 Nils Holgersson. Knesebeck, München.
  • 2014 Ein Sommernachtstraum. Thiele, München.
  • 2017 Manolito. Knesebeck, München 2017, ISBN 978-3-95728-060-2.
  • 2018 Livia. Knesebeck, München 2018, ISBN 978-3-95728-076-3.

Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 ließ die Porzellan-Manufaktur Ludwigsburg ein Teeservice-Dekor von Friedrich Hechelmann gestalten. Es zeigt eine mythisch-naturalistische Phantasiewelt: Den Hirtengott Pan, umgeben von mythischen Pflanzen, Insekten und Amphibien.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Ausstellungsraum Titel/Bemerkung
1972 Wien Galerie im Stock Preis der Wiener Akademie. Er illustrierte sein erstes Märchenbuch "Zwerg Nase".
1982 München Villa Stuck Premiere des illustrierten Buches "Phantastes".
1988 Kempten (Allgäu) Marstall 18.000 Besucher in sechs Wochen.
1989/90 Osnabrück Dominikaner-Kirche Bis dahin größte Hechelmann-Ausstellung mit nahezu 100 Tafel-Bildern aus der Zeit 1970 bis 1989, Plissee-Gewändern, Illustrationen von 1976 bis 1989 und Fernsehfilmen von 1976 bis 1989.
1990 Leningrad (St. Petersburg) Benois-Museum im Sommerpalast Peter des Großen Auf Einladung der Sowjetischen Kulturstiftung. Mehr als 40.000 Besucher. Die Eremitage erhält ein Original aus dem Illustrationszyklus "Phantastes" von 1981 als Geschenk.
1990 Lindau Stadtmuseum Hechelmann-Ausstellung in der Vorweihnachtszeit.
1991 Langenargen Museum Langenargen Sommerausstellung Friedrich Hechelmann.
1993 Weitnau-Hofen Kunsthalle Schwaben Eröffnung der Kunsthalle mit einer ständigen Präsentation der Werke Friedrich Hechelmanns.
2005 Kempten (Allgäu) Fürstäbtliche Residenz Das druckgraphische Werk von Friedrich Hechelmann wird erstmals vollständig ausgestellt.
2010 Isny Kunsthalle im Schloss Isny Ausstellungseröffnung und Buchpremiere von "Die Rückkehr der Engel".
2012 Schwäbisch Gmünd Museum im Prediger Ausstellung der großformatigen Tafelbilder Friedrich Hechelmanns unter dem Titel "Meister des Lichts"
2016 Isny Kunsthalle im Schloss Isny Ausstellung "Engel / Bronzen"
2017 Isny Kunsthalle im Schloss Isny Ausstellungseröffnung und Buchpremiere von "Manolito"

Fernsehfilme und Filmporträt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Titel Titel Bemerkung
ZDF 1973 Gegen den Strom Filmporträt von Heinz Dieckmann über Friedrich Hechelmann.
ARD 1976 Das Riesenspielzeug Verfilmung durch den Süddeutschen Rundfunk Stuttgart (SDR). Drehbuch und Regie: Friedrich Hechelmann.
ARD 1978 Das Gnomenwirtshaus Verfilmung durch den SDR. Drehbuch, Figuren, Ausstattung und Regie: Friedrich Hechelmann. Der Film Das Gnomenwirtshaus wird von der ARD zur Teilnahme am

„Prix Jeunesse“ ausgewählt.

BR 1979 Filmporträt über den Maler im Bayerischen Fernsehen.
1980 Hänsel und Gretel Ausstattung der Oper für die Verfilmung im Auftrag von August Everding.
1981 Rheingold Ouvertürenprospekt für die Verfilmung im Auftrag von Herbert von Karajan.
ARD 1984 Ein Weihnachtstraum Verfilmung durch den SDR. Drehbuch, Ausstattung, Szenenbilder, Gesamtleitung: Friedrich Hechelmann.
BR 1984 Ein Weihnachtstraum Entstehungsfilm des Bayerischen Fernsehens über Ein Weihnachtstraum.
SDR 1987 Hechelmanns Traumtheater Drehbuch, Ausstattung, Szenenbilder, Figuren und Regie: Friedrich Hechelmann.
SDR 1987 Ich wollt’ ich wär’ ein Vogel Filmporträt über Friedrich Hechelmann von Gerhard Konzelmann
SWR 2005 Friedrich Hechelmann und seine Bibel von Susanne Bausch

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Prix Jean D’Arcy für Ein Weihnachtstraum in Paris
  • 1986: 1. Bundeskunstbuchpreis des Innenministeriums für Tristan
  • 2011: Troisdorfer Bilderbuchpreis: "Preis der Kinderjury" für Hechelmanns Illustrationen zum Literaturklassiker MOMO von Michael Ende

Kunsthalle im Schloss Isny im Allgäu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger der Kunsthalle im Schloss Isny war 1993 die Gründung der Kunsthalle Schwaben in Hofen. Durch diese konnte eine große Zahl der großformatigen Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Sammlung Zeit der Götter mit ca. 60 Marmor- und Bronzerepliken hellenistischer Skulpturen (darunter eine Kopie des Barberinischen Fauns) ist eine Dauerleihgabe von Friedrich Hechelmann an die Kunsthalle. Jährlich zu Ostern und in den Sommerferien findet in der Kunsthalle Isny ein Kursprogramm Sommerakademie: Die Schule des Sehens für Gegenständliche Malerei statt.

Friedrich-Hechelmann-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Anwesen mit dem Kloster St. Georg, der Kirche St. Georg und Jakobus und den zugehörigen Grünanlagen wurde 1997 als Übergangslösung an eine Isnyer Bürgergemeinschaft verkauft. Die Ende Dezember 1998 gegründete rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts Friedrich Hechelmann und Schloß Isny Kunst- und Kulturstiftung – kurz Friedrich-Hechelmann-Stiftung – übernahm 1999 das Anwesen, bis auf die Nebengebäude. Der Zweck der Stiftung ist das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Benediktinerkloster Schloss Isny und die dazugehörenden Grundstücke zu erhalten und unterhalten, das künstlerische Werk und den Nachlass Friedrich Hechelmanns zu sichern sowie Kunst und Kultur in der Stadt Isny und der Region Allgäu zu fördern.

Die Restaurationsarbeiten wurden zu großen Teilen von Friedrich Hechelmann, Josef Baschnegger, Rolf und Hans Müller und Annemarie und Walter Lautermann finanziert. Laufende Kosten deckt die Stiftung vor allem durch Vermietungen, wie beispielsweise an die Kunsthalle im Schloss, ab.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]