Friedrich Rehmer

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Friedrich Rehmer (* 2. Juni 1921 in Berlin; † 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Rehmer wuchs in Berlin-Neukölln in einer Arbeiterfamilie auf. Nach der Schule machte er eine Schlosserlehre und arbeitete als Justierer. Noch Ende der 1930er Jahre nahm er an Ausflügen und Aktivitäten der mittlerweile verbotenen Bündischen Jugend teil. Überlebende Freunde berichteten, dass er anarchistischen Gedankengängen nachgegangen sei.

Von 1938 bis 1940 besuchte er erfolgreich das Heilsche Abendgymnasium in Berlin-Schöneberg zur Vorbereitung auf das Abitur. Anschließend wurde er wegen seiner herausragenden Kenntnisse in Erdkunde und Geschichte dort als Aushilfslehrer beschäftigt. Aus gemeinsamen Schularbeiten bei seiner Mitschülerin Eva Rittmeister entwickelte sich unter Anleitung ihres Mannes, dem Psychoanalytiker Dr. John Rittmeister, ein oppositioneller Diskussionszirkel, dem auch Rehmers Verlobte Liane Berkowitz angehörte.

1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und an der Ostfront mit einer Beinverletzung schwer verwundet. Er konnte deshalb an der Zettelklebeaktion seiner Freunde gegen die Propagandaausstellung „Sowjetparadies“ nicht teilnehmen. Im Zusammenhang mit der nach der Festnahme von Harro Schulze-Boysen erfolgten Verhaftungswelle wurde er im November 1942 im Lazarett Britz verhaftet und als Mitglied der Organisation Rote Kapelle am 18. Januar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Rehmer wurde durch Zeugenaussagen schwer belastet, die ihn der Wehrkraftzersetzung im Lazarett beschuldigten mit Aussagen wie „Der Krieg ist verloren“ und „Für die Verbrechen in der Sowjetunion müssen sich Deutsche noch in Jahrhunderten schämen“.

Seine Verlobte Liane Berkowitz brachte in der Haft die gemeinsame Tochter Irina zur Welt, die im Oktober 1943 in einem Kinderheim in Eberswalde unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regina Griebel, Marlies Coburger, Heinrich Scheel: Erfasst? Das Gestapo-Album zur Roten Kapelle. Eine Foto-Dokumentation. Audioscop, Halle 1992, ISBN 3-883-84044-0.
  • Kurt Schilde (Hrsg): Eva-Maria Buch und die „Rote Kapelle“. Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Eine Schrift der Bruno-und-Else-Voigt-Stiftung. Overall, Berlin 1992, ISBN 3-925961-06-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]