Friedrich Witte (Unternehmer)

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Friedrich Witte

Friedrich Martin Sigismund Carl Witte (* 19. Februar 1829 in Rostock; † 31. Juli 1893 in Rostock-Warnemünde) war ein deutscher Apotheker, Fabrikant und Politiker (NLP, LV, DFP).

Leben[Bearbeiten]

1845 ging Witte nach Berlin, um eine Lehre als Apotheker zu beginnen. Danach studierte er Naturwissenschaften in Berlin und Rostock. 1853 erhielt er den Doktortitel.

Fr. Witte Chemischen Fabriken

Wieder in Rostock übernahm er 1856 die Hirschapotheke von seinem Vater. 1862 verkaufte er diese und gründete mit dem Erlös eine chemische Fabrik in der Schnickmannstraße 14 („Fr.Witte.Chemischen Fabriken“). 1871 gelang die Gewinnung von Coffein in kristalliner Form aus Teestaub. Zusammen mit dem aus Güstrow stammenden ersten Chemiker, Dr. Carl Großschopf (1835–1908), wurden in den folgenden Jahren in diesem Gebäude eine Reihe von Produktionsverfahren zur Herstellung besonders reinen Pepsins, von Labpulver, Pepton, Pankreatin und Papain entwickelt. Wittes Pepton erlangte durch die bakteriellen Forschungen von Robert Koch sogar Weltruf. Sehr erfolgreich konnte Witte auf der Weltausstellung 1873 in Chicago damit auftreten. Hier konnte er mit Coffein- und Pepsinprodukten zahlreiche Geschäfte abschließen. Das führte letztendlich dazu, dass Witte Weltmarktführer für diese Produkte wurde. In Wittes Fabrik produzierte Pharmaka wurden weltweit, vor allem aber in die USA und nach Russland exportiert.

Friedrich Witte war neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Unternehmer auch von 1863 bis 1885 Mitglied des Magistrats von Rostock und von 1878 bis 1891 Reichstagsabgeordneter. Am 6. Februar 1891 legte er sein Reichstagsmandat nieder.[1] Als Politiker widmete er sich der Handelspolitik und war Mitbegründer und Vorsitzender des Mecklenburgischen Handelsvereins. Mit Theodor Fontane verband ihn eine langjährige Freundschaft.

Grabstein im Lindenpark

Das Grab Friedrich Wittes befindet sich auf dem ehemaligen Rostocker Friedhof, dem heutigen Lindenpark in der Nähe des Kräwtweges. Der Obelisk konnte nach seiner Sanierung und Ergänzung des fehlenden Porträtreliefs am 25. Oktober 2011 mit einer kleinen Gedenkfeier neu geweiht werden. Möglich wurde dies durch eine großzügige Spende der Jahresköste der Kaufmannschaft Rostock e.V. Das ursprünglich vorhandene Relief-Medaillon stammt von dem amerikanischen Bildhauer Frederick Roth (1872–1944), einem Bruder von Wittes Schwiegertochter, der Frauenrechtlerin Laura Witte. Das neue Relief ist eine Arbeit des Bildhauers Wolfgang Friedrich.

Von den ehemaligen Fabrikgebäuden in der Schnickmannstraße ist lediglich ein Speicher erhalten. In diesem befindet sich heute ein Café und Restaurant, im oberen Teil Wohnungen und Büros.

Literatur[Bearbeiten]

  • Birgit Jürgens: Friedrich Witte - Mecklenburger und Weltbürger. ß Verlag & Medien GbR, Rostock 2014.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 282

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Witte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien