Friedrichshöhe (Güntersberge)

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Friedrichshöhe
Blick von Osten
nördliche Ortseinfahrt

Friedrichshöhe ist ein zur Ortschaft Stadt Güntersberge der Stadt Harzgerode gehörender Ortsteil im Harz in Sachsen-Anhalt. Der kleine Ort hat etwa 50 Einwohner.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrichshöhe liegt von Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen umgeben am Rand des Unterharzes auf einer Hochfläche südwestlich von Güntersberge. Der Ort war der höchst gelegene und zugleich westlichste Ort Anhalts, die Erhebungen der Umgebung erreichen eine Höhe von bis zu 597 Metern. Durch den Ort führt von Norden nach Süden die Landesstraße L 236, von der nördlich vorbeiführenden Bundesstraße 242 nach Süden über Bärenrode nach Stolberg (Harz). Nördlich der Ortslage verläuft die Selke sowie die Selketalbahn, an der auch ein Haltepunkt besteht. Durch den Ort führt der Selketalstieg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begründet wurde Friedrichshöhe vom Fürsten Friedrich Albrecht von Anhalt-Bernburg der hier auf einer Rodung an der Poststraße von Braunschweig nach Leipzig ein Vorwerk, eine Försterei sowie eine Zollstation errichten ließ. Der Ort lag nahe der Landesgrenze Anhalt-Bernburgs. Etwa drei Kilometer südlich des Orts befand sich ab 1815 das Länderdreieck zwischen dem Königreich Preußen sowie der Herzogtümer Anhalt und Braunschweig. Im Bereich des damaligen Dreiländerecks bestand die Dreiherrenbuche. Zur Zeit der Existenz der Grafschaft Hohnstein handelte es sich um ein Vierländereck. Das hier errichtete Nebenzollamt verfügte über eine Schänke und wurde als Ausspann und Übernachtungsmöglichkeit von durchreisenden Händlern genutzt.

In der Zeit um 1800 umfasste der Ort zehn Feuerstellen. Der Fürst Friedrich Albrecht betrieb im Ort eine Wagen-Möbel und Blechwarenfabrik, zu der fünf Häuser gehörten, die auf der Seite des Gasthofes standen. Sie wurde jedoch im Jahr 1799 aufgegeben. Im Vorwerk bestand eine Brandweinbrennerei. Mit Hilfe von Ochsen wurde dort eine Häckselmaschine sowie eine Schrot- und Mahlmühle betrieben. Abgehend von Friedrichshöhe verlief ein Fürstenweg über Güntersberge bis nach Ballenstedt, der nur mit extra einzuholender Genehmigung befahren werden durfte.[1]

Das fürstliche Vorwerk wurde jedoch in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgegeben.

Friedrichshöhe gehörte zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Harzgerode und seit dessen Auflösung zum Amtsgericht Quedlinburg.

Friedrichshöhe war ein Ortsteil der Stadt Güntersberge und gelangte mit dieser im Rahmen einer Gemeindegebietsreform zur Stadt Harzgerode.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortslage von Friedrichshöhe ist das ursprünglich zur Domäne gehörende Haus Friedrichshöhe 1 im örtlichen Denkmalverzeichnis als Baudenkmal geführt. In der Gemarkung des Orts stehen darüber hinaus ein historischer Grenzstein und eine 1925 errichtete Transformatorenstation unter Denkmalschutz.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das ehemalige Vierländereck besteht die Sage, das sich dort die Grafen von Anhalt, Regenstein, Stolberg und Hohnstein einmal getroffen haben sollen. Jeder hätte in sein Gebiet einen eisernen Pfahl in die Erde gerammt. Über diese vier Pfähle und den den Grenzpunkt markierenden eisernen Pfahl habe man eine große Platte gelegt und dann gemeinsam, aber jeder in seinem Land gespeist.[2] In einer anderen Version ist nur noch von drei Beteiligten die Rede.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Gottschalck, Taschenbuch für Reisende in den Harz, G. Th. Keil, Magdeburg 1806; Reprint, 3. Auflage 2015, Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode, ISBN 978-3-936185-69-0, Seite 171 f.
  2. Ilse Korf, Die Dreiherrenbuche bei Friedrichshöhe in Sagen vom Selketal, Herausgeber: Staatliches Museum Burg Falkenstein, ohne Jahresangabe, Seite 1

Koordinaten: 51° 38′ N, 10° 56′ O