Fritz Roth (Bestatter)

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Fritz Roth (* 1. August 1949 in Odenthal; † 13. Dezember 2012 in Essen) war ein deutscher Bestatter, Trauerbegleiter und Autor aus Bergisch Gladbach. Er ist der Gründer des ersten privaten Friedhofs in Deutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit, u. a. bei den Steyler Missionaren am St.-Michaels-Gymnasium in Steyl (Niederlande), spielte er mit dem Gedanken, katholischer Priester zu werden, studierte dann aber Betriebswirtschaftslehre. Er war zunächst als Manager in einem großen Energieunternehmen tätig. 1983 übernahm er das Bestattungshaus Pütz in Bergisch Gladbach. Es folgte eine Ausbildung zum Trauerpädagogen bei Jorgos Canacakis. Sein Engagement für einen anderen Umgang mit Tod und Trauer in der Gesellschaft machte ihn auch über das Bergische Land hinaus bekannt. 2006 initiierte er das Kunstprojekt Ein Koffer für die letzte Reise.

Schwerpunkt seiner Arbeit war das „Haus der menschlichen Begleitung“ in Bergisch Gladbach. Das Ensemble auf einem licht bewaldeten Hügel an der Stadtgrenze gilt international als Modell. Eher einem Landhotel als einem Bestattungsinstitut ähnelnd, integriert es die Private Trauer-Akademie, die „Villa Trauerbunt“ für trauernde Kinder, die Gärten der Übergänge und Deutschlands ersten privaten Friedhof.

Seit 2010 veranstaltete er in Kooperation mit dem Reiseveranstalter TUI Reisen für Trauernde, die speziell auf die Bedürfnisse trauernder Menschen ausgerichtet sind.

Mit vielen Mitgliedschaften und Engagements, darunter in der International Work Group of Death, Dying and Bereavement (IWG) und der Association for Death, Education and Counseling (ADEC) war er auch international tätig. Er war Mitglied im Bund Katholischer Unternehmer (BKU) und langjähriger Vorsitzender der Diözesangruppe Köln und damit der größten BKU-Regionalgruppe.

Im März 2012 wurde bei Fritz Roth Leberkrebs diagnostiziert.[1] Roth starb am 13. Dezember 2012. Unter großer Anteilnahme fand am 29. Dezember 2012 eine ökumenische Trauerfeier im Altenberger Dom statt, an der rund 2500 Menschen teilnahmen. Dort waren die sterblichen Reste von Fritz Roth in einem roten Sarg aufgebahrt.[2][3][4][5]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: Bürgerpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2007: International Funeral Award in der Kategorie „besondere Dienstleistung“
  • 2008: TASPO Award Dr. Kienzler Award als Unternehmen des Jahres in der Friedhofsbranche
  • 2008: International Funeral Award in der Kategorie ”Best of All”, Branchenpreis
  • 2009: Sieger des Wettbewerbs „Wer nicht wirbt, stirbt! – Werbung in der Bestattungsbranche“ des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur
  • 2009: Ehrenplakette der Handwerkskammer zu Köln
  • 2009: Marketing Award

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Silke Offergeld: Interview mit Fritz Roth: „Redet über den Tod“. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 3. Juli 2012, abgerufen am 19. Januar 2017.
  2. Matthias Niewels: Abschied: Ein roter Sarg für seinen letzten Weg. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 29. Dezember 2012, abgerufen am 19. Januar 2017.
  3. Guido Wagner: Trauerfeier für Fritz Roth: „Leeven Fritz, maach et joot“. In: rundschau-online.de. 30. Dezember 2012, abgerufen am 20. Januar 2017.
  4. Anna Jacobi: Bestatter Fritz Roth: Beerdigung im knallroten Sarg. In: express.de. 21. Januar 2017, abgerufen am 20. Januar 2017.
  5. Fritz Roth: Der Bestatter und die eigene Beerdigung - Alle Videos. In: handwerk.com. Abgerufen am 20. Januar 2017.