Funktionalität (Produkt)

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Die Funktionalität bezeichnet den Grad der Zielgerichtetheit eines Produkts, „funktional“ zu sein, das heißt, für einen bestimmten Anwendungszweck, dem Produktverwender Funktionen mit festgelegten Eigenschaften nutzbringend bereitzustellen.

Grundlegendes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vorgenannten Funktionen sind dazu bestimmt, definierte Anforderungen zu erfüllen. Sofern ein Produkt nicht aufs Geratewohl entwickelt wird, sondern mit Hilfe eines konstruktiven Entwicklungsprozesses entworfen wird, steht an dessen Beginn im einfachsten Falle eine Produktdefinition mit einer Anforderungsliste.[1]

Beim Produktdesign ist die Funktionalität einer der wichtigsten Aspekte.[2]

In der Softwareanforderung ist die Funktionalität – neben Änderbarkeit/Wartbarkeit, Benutzbarkeit, Effizienz, Übertragbarkeit und Zuverlässigkeit – ein wesentliches Qualitätsmerkmal.[3]

Normen aus dem Bereich „Software“, in denen wichtige Produktfunktionen näher umrissen werden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Normen, in denen der Versuch unternommen wird, wichtige Produktfunktionen näher zu umreißen:
Teilziele der Funktionalität sind nach ISO/IEC 9126 (Nachfolger ISO 25000):[4]

  • Angemessenheit: Eignung von Funktionen für spezifizierte Aufgaben, zum Beispiel aufgabenorientierte Zusammensetzung von Funktionen aus Teilfunktionen.
  • Sicherheit: Fähigkeit, unberechtigten Zugriff, sowohl versehentlich als auch vorsätzlich, auf Programme und Daten zu verhindern.
  • Interoperabilität: Fähigkeit, mit vorgegebenen Systemen zusammenzuwirken.
  • Konformität: Fähigkeit des Softwareprodukts, Standards, Konventionen oder gesetzliche Bestimmungen und ähnliche Vorschriften, bezogen auf die Funktionalität, einzuhalten.
  • Ordnungsmäßigkeit: Merkmale von Software, die bewirken, dass die Software anwendungsspezifische Normen oder Vereinbarungen oder gesetzliche Bestimmungen und ähnliche Vorschriften erfüllt.
  • Richtigkeit: Liefern der richtigen oder vereinbarten Ergebnisse oder Wirkungen, zum Beispiel die benötigte Genauigkeit von berechneten Werten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beate Bender, Kilian Gericke (Hrsg.): Pahl/Beitz Konstruktionslehre: Methoden und Anwendung erfolgreicher Produktentwicklung. 9. Aufl., Springer Vieweg, Berlin [2021], ISBN 978-3-662-57302-0, insbes. S. 169–232
  2. Ulrich Wohlgemuth: Maschinen Design. Industrieprodukte erfolgreich gestalten, Diplomica Verlag, 2016 ISBN 978-3-95934-966-6 S. 59 [1]
  3. Christof Ebert: Systematisches Requirements Engineering: Anforderungen ermitteln, spezifizieren, analysieren und verwalten. 5., überarb. Auflage. dpunkt, Heidelberg 2014, ISBN 3-86490-139-1, S. 86.
  4. Helmut Balzert: Lehrbuch der Software-Technik. 1, Basiskonzepte und requirements engineering. 3. Auflage. Spektrum, Akad. Verl, Heidelberg 2009, ISBN 3-8274-1705-8.