Futuro Forestal

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Futuro Forestal S.A.
Logo FuFo small.PNG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1994
Sitz Panama-Stadt, Panama
Leitung Andreas Eke (Direktor), Iliana Armién (Oberförsterin)
Mitarbeiter ca. 2500
Branche Forstwirtschaft
Website www.futuroforestal.com

Futuro Forestal S.A. ist ein forstwirtschaftliches Unternehmen in Panama, das 1994 von der Panamaerin Iliana Armién und dem Deutschen Andreas Eke gegründet wurde. Der Firmensitz ist in Panama-Stadt. Futuro Forestal wird als erstes Unternehmen der tropischen Forstwirtschaft angesehen, welches das Management von Impact Investments[1] anbietet.[2] Das Unternehmen hat bis zum heutigen Tag mehr als 8.000 Hektar entwaldeten Weidelandes mit Teak und einheimischen Baumarten aufgeforstet,[3] in der Regel nach Forest Stewardship Council (FSC)-Standard.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mögliche Wirkung von Investments: Vom Drei-Säulenmodell zu Impact Investment

Futuro Forestal wurde 1994 von Andreas Eke und Iliana Armién gegründet. Seitdem entwickelte sich das Familienunternehmen von einem kleinen Investmentmanager für Einzelkunden, zu einer Forstinvestment-Management Organisation und anschließend zu einem Impact-Forstwirtschaftsunternehmen mit bis zu 2.500 Angestellten.[5][6] Die wichtigsten Entwicklungsschritte des Unternehmens in chronologischer Reihenfolge sind:

  • 1995: Futuro Forestal begann mit der ersten Wiederaufforstung in Panama. Das 9 Hektar große Projekt trägt den Namen „Edles Holz“ (i. Orig. span.: „Madera Fina“).[7]
  • 1998: Futuro Forestal forstet als erste Unternehmen Panamas nach FSC-Standard auf.[8]
  • 1998: Futuro Forestal war das erste Unternehmen weltweit, das eine B2B-Transaktion von der Aufforstung in den CO2-Markt tätigte.[9]
  • 2001: Futuro Forestal expandierte und eröffnete neue Büros und eine Baumschule in Las Lajas, Chiriquí, Panama.
  • 2003 & 2004: Die unabhängige Ratingagentur SICIREC (Abk. span.: Sistemas de Circulación Ecológica, dt.: Systeme ökologischer Kreisläufe) zeichnete die Aufforstungen als Lateinamerikas Bestes Einzelkunden-Forstinvestment aus.[10]
  • 2005: Die erste Tranche mit FSC-zertifiziertem Holz des Unternehmens wurde verkauft. Angaben von Jagwood+ zufolge brachte der Verkauf des Holzes von Teak (Tectonis grandis) und Amarillo (Amazonia terminalia) einen signifikant höheren Preis (US$120/m³) als Holz, das aus unzertifizierten Rodungen stammt (~US$50-70/m³).[11]
  • 2006: Futuro Forestal gewann den Metafore Innovationspreis (Engl.: Innovation Award) für sein WoodStock-Investmentprogramm, das sozio-ökologische und ökonomische Anforderungen miteinander verknüpft.[12]
  • 2006/2007: Futuro Forestal erweiterte sein Geschäftsfeld nach Nicaragua. Dort begann das Unternehmen ein Aufforstungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen.[13]
  • 2008: Futuro Forestal verkaufte das Einzelkundengeschäft an seine ehemalige Vertriebsgesellschaft Forest Finance. Laut Forest Finance hätten die Erlöse der Aufforstungen von Futuro Forestal die Ertragsprognose deutlich übertroffen[14]
  • 2009: Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (Abk.:DEG) und Futuro Forestal begannen ein Puplic-Private Partnership-Programm zur ganzheitlichen Entwicklung von Gemeinden, die angrenzend zu den Aufforstungen in Nicaragua leben.[15]
  • 2011: Das Unternehmen beschloss eine Neuausrichtung als Impact Investment Manager. Um den Wandel transparent für seine Stakeholder zu gestalten, beteuerte Futuro Forestal die Umsetzung der Zehn Prinzipien des UN Global Compact.[16]
  • 2012: Der Global Exchange for Social Investment (Abk.: GEXSI) und Futuro Forestal gründeten eine strategische Partnerschaft, wodurch die Erfahrung und Methodologie von Futuro Forestal für ein kommendes Holzprojekt in Madagaskar genutzt werden kann.
  • 2015: Futuro Forestal wurde zu einem Social Business nach den Leitprinzipien von Muhammed Yunus. Die Gewinne des Unternehmens fließen fortan in die gemeinnützige Generation Forest Stiftung.
  • 2016: Futuro Forestal hat erfolgreich die Nachhaltigskeitszertifizierung von B-Corp Deutschland durchlaufen.

Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2-jährige Aufforstung von Futuro Forestal mit Teak.

Futuro Forestal bietet nachhaltige forstwirtschaftliche Dienstleistungen an. Dazu gehören das Management von Forstinvestments, die Renaturierung von Ökosystemen, die Ausführung von Corporate Social Responsibility (Abk.: CSR) Projekten und soziale Dienstleistungen wie die Umwelt-Ausbildung der einheimischen Bevölkerung.

Forstinvestments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Futuro Forestal entwickelte von Beginn an Plantagen und Aufforstungen, in denen einheimische Baumarten, wie Amarillo (Amazonia terminalia), Cocobolo (Dalbergia retusa) und Zapatero (Hieronyma alchorneoides) nach bodenspezifischen Begebenheiten gepflanzt werden. Diese Philosophie wurde ebenfalls für die Anpflanzungen von exotischen Teakbäumen angewandt. Die Berücksichtigung der Bodenspezifika führt zu einer Verbesserung der Bodenqualität und schafft differenziertere Habitate für einheimische Tierarten als reine Monokulturen. In den Aufforstungen von Futuro Forestal wird ein hoher Prozentsatz als Umweltschutzgebiet ausgewiesen. Gleichzeitig war das Unternehmen das erste in Panama, das CO2-Emissionszertifikate aus Aufforstungen verkaufte (vgl. Montagnini, 2005, S.181).

Renaturierung von Ökosystemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weideland neben einer Aufforstung von Futuro Forestal bei Las Lajas, Chiriquí, Panama.

Ziel der Renaturierung von Ökosystemen ist es beschädigte Ökosysteme zu einem stabilem, gesundem und nachhaltigem Status zurückzuführen. Futuro Forestal führt Kompensationsmaßnahmen auf mehr als 7.000 Hektar zur Restauration von Ökosystemen für Minera Panama durch.[17]

Ausführung von CSR-Projekten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelpunkt der Ausführung von Corporate Social Responsibility-Projekten steht der ökologische Nutzen und der positive Einfluss auf die einheimische Bevölkerung. Zusammen mit Schwarzkopf von Henkel erarbeitete Futuro Forestal ein CSR-Projekt zur Aufforstung von jährlich 70 Hektar tropischen Waldes.[18]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Futuro Forestal startete zusammen mit dem Ministerium für Ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung Nicaraguas ein Programm zur Umweltausbildung in Gemeinschaften, die vom Wald abhängen. Für Kinder werden Unterrichtsmaterialien in Grundschulen entwickelt. Erwachsene erhalten theoretisches Wissen über Agroforstwirtschaft, wie Schafzucht mit Pelibüeys und Bienenzucht. Praktisch wird das Wissen anschließend mit Hilfe von Mikrokrediten an Einheimische für Schafe und Bienenstöcke umgesetzt.[19]

Wissenschaftliche Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

14-jährige Wiederaufforstung von Futuro Forestal mit einheimischen Baumarten.

Futuro Forestal beteiligt sich aktiv am Prorena-Projekt. Das Projekt wurde von der Schule für Forstwirtschaft und Umweltstudien der Yale Universität (engl.: Yale School of Forestry & Environmental Studies) und vom Smithsonian Institut für tropische Forschung (engl.: Smithsonian Tropical Research Institute) 2001 zur Erforschung einheimischer Baumarten für forstwissenschaftliche[20] und praktische Anwendungsmöglichkeiten in den Tropen[21] gegründet. Die Forschungsergebnisse werden in den Aufforstungen von Futuro Forestal umgesetzt.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forest & Community Stiftung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Montagnini, F. & Jordan, C.F.: Tropical Forest Ecology. The Basis for Conservation and Management. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-23797-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeine Definitionen des Begriffes „Impact Investment“ finden sich bei microfinance.li. Abgerufen am 24. Februar 2014.
  2. Global Exchange for Social Investment gexsi.org
  3. vgl. Montagnini, 2005, S. 181
  4. World Wildlife Fund: gftn.panda.org
  5. Forest Stewardship Council. La Expereriencia de Futuro Forestal, Managua, Nicaragua. Folie 9. Abgerufen am 3. März 2014.
  6. Nationaler Verband der Forstwirtschaft und Ähnlicher Unternehmen von Panama (span.: Asociacion Nacional de Reforestadores y Afines de Panama) anarap.com. Abgerufen am 12. Februar 2014
  7. Offizielle Homepage von Futuro Forestal futuroforestal.com. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  8. FSC-Zertifikat von Futuro Forestal aus dem Jahr 1998 forestfinance.de (PDF-Datei) Abgerufen am 24. Februar 2014.
  9. Natsource Creates Environmental Action Desk to Serve Retail Emissions Trading Market; 'Virtual' Desk Kicks Off with Greenhouse Gas and SO2 Trades. Business Wire, 7. Juni 2000. Abgerufen am 28. Februar 2014.
  10. Futuro Forestal: Investing in Reforestation. Progressive Investor (2006). Abgerufen am 20. Februar 2014.
  11. Jagwood+ (PDF-Datei). Abgerufen am 21. Januar 2014 unter:
  12. Pressemitteilung von Futuro Forestal auf bankkaufmann.com. Abgerufen am 17. Februar 2014
  13. United Nations Clean Development Mechanism
  14. Presseerklärung der Forest Finance Service GmbH.. Abgerufen am 23. Januar 2014.
  15. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2012): Resource Efficiency: A Strategy for the Future. develoPPP.report – Magazine for Development Partnerships (32). Abgerufen am 7. Januar 2014.
  16. Bericht der United Nations Global Compact
  17. Verzeichnis der Mitglieder der Minienkammer Panamas. Abgerufen am 12. Februar 2014
  18. Pressemitteilung von Schwarzkopf. Abgerufen am 27. Februar 2014
  19. A.M. Miller: Special Focus on Forests. business 2020, 6(2) (2011). Abgerufen am 18. Februar 2014
  20. prorena.research.yale.edu
  21. stri.si.edu