Galizische Küche

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Beskider Käse aus Ziegenmilch
Teigtaschen (Piroggen) mit Kartoffelfüllung
Galizischer Kuchen

Die galizische Küche ist eine Regionalküche Polens. Sie weist viele Einflüsse vor allem von der österreichischen, ungarischen, ukrainischen und schlesischen Küche auf.[1]

Die Galizien lehnt sich an den Unteralpener Gürtel der Karpaten an und verläuft in den grünen Wiesen des Sandomierz-Beckens, in feuchten Tälern zwischen den Hügeln, in den Weinbergen reifen edle Tropfen. Kulinarisch Galizien können in zwei Hauptteile unterschieden werden, Westgalizien mit Krakau in seinem Zentrum und die Ostgalizien vor allem von Kochtraditionen aus Ukraine beeinflusst.[2] Die zeitgenössische polnische Küche mit regionalen Spezialitäten sind Einflüsse aus West und Ost erkennbar, deren Landeskultur drei Regionen unterscheiden, die mittlere, ehemalige Kongresspolen, die westliche Preußen und Galizien.[3] Gewöhnlich basiert die galizische Küche auf der Verwendung von Schweinefleisch, Kartoffeln, Sauerkraut und Milchprodukten.

Durch die lange Zeit war Galizien den verschiedenen kulinarischen Einflüssen aus ganz Österreich-Ungarn gegenüber aufgeschlossen.[4] So findet man in Vorkarpaten ungarisches Gulasch ebenso wie Wiener Schnitzel, Tiroler Knödel,[5] Leber Bayerischer Art, Eisbein, Krakauer, Pischinger Torte, Schmarrn, Spätzle oder galizische Teigtaschen (Piroggen), die, gefüllt mit Kartoffeln und Frischkäse aus den unterschiedlichsten Regionen Ostgaliziens stammen, .[6]

Hier serviert man einfache Gerichte wie die hausgemachten Teigtaschen auf edlen, alten Porzellantellern,[7] die zusammen mit hausgemachtem Wiśniówka, einem Kirschlikör, an gesellschaftlichen Zusammenkünften dargereicht wurden. Ein besonders geschätzter galizischer Klassiker sei die Sauermehlsuppe, die saure Roggenmehlsuppe mit Wurststückchen und einem halben hartgekochten Ei. Das erste gedruckte Kochbuch für galizisch-vorkarpatische Küche ist die Książka kucharska von Johann Pellar aus dem Jahre 1866 (Reprint Rzeszów 1885; 2001). Die Kochbücher des 19. Jahrhunderts enthalten zahlreiche Rezepte für einfache Kartoffel-Sauerkraut-Suppen mit fetten Rippen.[8]

In den polnischen Bergen hat die Herstellung von Käsesorten eine lange Tradition.[9] Die traditionellen Regionen der Milch- und Käsewirtschaft sind allerdings der Karpatenbogen, wo der würzigen Brimsen seinen Ursprung hat und die Beskiden, wo der frische, milde Schafskäse-Bundz hergestellt wird. Die meisten Schafskäse und hausgemachten Ziegenkäse kommen aus dem Osten und der Mitte des Beskiden-Gebirges.[10] Die Region Podhale ist aber ebenso für hochwertige Oscypek bekannt.

Weinsorten aus Nord-Vorkarpaten, Jasło (2013)

Charakteristisch für die Nahrungsweise des Landvolks in ganz Galizien, ähnlich wie viele andere bäuerliche Küche, war die fast ausschließliche Herrschaft von Mehl-, Milch- und Schmalzspeisen mit einem Zusatz von Gemüsen und die Beschränkung des Genusses von Fleischspeisen auf die Festzeiten des Jahres.

Als typisches galizisches Getränk gilt Bier, gibt es vor allem althergebrachte Biermarken: Żywiecbier, Leżajskbier und Okocimbier.

Eine Variante der Schwarzwälder Kirschtorte nach galizischer Art (2015)

Die meisten geschützten traditionellen Spezialitäten gibt es im äußersten Südosten Polens in der Woiwodschaft Karpatenvorland. Insgesamt 149 vorkarpatische Produkte waren 2014 als traditionelle geschützte Regionalprodukte auf der Webseite des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung registriert.

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Galizische Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Izabella Byszewska, Grażyna Karpińska. Polskie Smaki. Kulinarna podróż po regionach. Galicja dziś. Województwo podkarpackie. 2013. S. 156
  2. Wincenty Pol, Pieś o ziemi naszej "Aż do Bogu, aż do Sanu leży, czarna wyorana Ruś czerwona, Ruś hreczna
  3. "W przypadku Polski różnice w kuchniach regionalnych są pozostałością po zaborach. Efekt podziału państwa w 1772 dał początek zmian w obyczajowości ale także w kuchni. W tym przypadku dziewiętnastowieczne granice pozostawiły trwały ślad do czasów współczesnych." In: Krystyna Bockenheim. Przy polskim stole. S. 110
  4. Gulasz obok strudla i piszingera, paprykarz i ogórki z miodem - zastawiony stół najlepiej obrazuje wielokulturowość Galicji. Prof. Jarosław Dumanowski o kuchni galicyjskiej, magazyn-kuchnia.pl vom 28. November 2014
  5. Juliuszowa Albinowska, Dom oszczędny, Wiedeń 1906; 1907;, Lwów (1921); Robert Makłowicz. CK Kuchnia. 2001.
  6. Krystyna Bockenheim. Przy polskim stole. S. 25
  7. Gabriele Lesser 6. August 2013 Die Renaissance der galizischen Küche
  8. "z kapusty kiszonej, nie płukana lecz odcedzana" Wanda Czubernatowa. Góralskie jadło, na co dzień i od święta. Kwaśnica, 2008, S. 99
  9. Marcin Bielski. Kronika wszystkiego świata, wyd. Kraków: 1551, Niemcy na Pogórzu osadzeni; obrócono je do roli i do krów, bo sery dobrze czynią, zwłacza w Spiżu i na Pogórzu
  10. Oszczypek, bryndza, redykołki i inne sery. Halina Mamok, konsultacja: prof. dr hab. Andrzej Drożdż: Sery owcze: dziedzictwo góralskiej kultury (Memento des Originals vom 27. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.owcaplus.pl